Aufruf zur Gottesfurcht
Vers 1: O Prophet! Fürchte Gott und gehorche nicht den Glaubensleugnern und Heuchlern! Gott ist ja stets allwissend und allweise.
Vers 2: Und befolge, was dir von deinem Herrn offenbart wurde, ˹o Muhammad˺. Gott weiß ja stets über das, was ihr tut, Bescheid.
Vers 3: Und verlasse dich auf Gott, und Gott genügt als Stütze!
Scheidung durch Rückenschwur und Erziehung
Vers 4: Gott erschuf dem Mann keine zwei Herzen in seinem Inneren. Und Gott machte eure Ehefrauen, gegen die ihr den Rückenschwur aussprecht,1 nicht zu euren Müttern. Und Er machte auch nicht eure Ziehkinder zu euren Kindern. Jenes sind eure Worte aus euren Mündern. Doch Gott sagt die Wahrheit, und Er leitet zum ˹wahren˺ Weg.
- 1 Der Rückenschwur ist eine im Islam verbotene Scheidungserklärung. Der Mann sagt zu seiner Frau: „Du bist mir so verboten wie der Rücken meiner Mutter!“ Der Rückenschwur war in der vorislamischen Zeit üblich. ↩
Vers 5: Benennt sie (die Ziehkinder) nach ihren Vätern,2 das ist gerechter bei Gott. Und wenn ihr ihre Väter nicht kennt, so sind sie eure Brüder in der Religion und eure Nächsten. Und auf euch lastet keine Sünde in dem, was ihr versehentlich getan habt, doch ˹sündigt ihr˺ in dem, was eure Herzen beabsichtigt haben. Und Gott ist ja stets vergebend und barmherzig.
- 2 Im Arabischen wird der Vater üblicherweise als Namenszusatz geführt (z. B. Muhammad, Sohn des Ahmad). Der Vers verbietet, Ziehkinder einem anderen Vater zuzuschreiben oder ihren Familiennamen zu verändern. Sie sollen ihren Herkunftsnamen behalten und haben das Recht zu wissen, wer ihre leiblichen Eltern sind. ↩
Stellung von Muhammad ﷺ
Vers 6: Der Prophet ist den Gläubigen näher als sie sich selbst, und seine Ehefrauen sind eure Mütter. Und die Verwandten sind einander näher in Gottes Buch3 als die Gläubigen und Auswanderer, es sei denn, ihr tut euren Nächsten Gutes. Dies war bereits im Buch verzeichnet.
- 3 Mit dem Buch Gottes kann hier sowohl der Koran als auch die wohlverwahrte Tafel Gottes gemeint sein, in der das Schicksal aller Dinge verzeichnet ist. ↩
Vers 7: Und ˹denkt daran,˺ als Wir mit den Propheten ihren Bund abschlossen, und auch mit Noah, Abraham, Moses und Jesus, dem Sohn der Maria. Und Wir schlossen mit ihnen einen gewichtigen Bund,
Vers 8: damit Er die Ehrlichen nach ihrer Ehrlichkeit fragt. Und den Glaubensleugnern hat Er bereits eine schmerzhafte Strafe vorbereitet.
Grabenschlacht
Vers 9: O Gläubige! Denkt an Gottes Gnade euch gegenüber, als euch ˹feindliche˺ Truppen aufsuchten4 und Wir ihnen sogleich Truppen ˹von Engeln˺ entgegenschickten, die ihr nicht gesehen habt! Und Gott durchschaut ja stets, was ihr tut.
- 4 Dieser und die kommenden Verse beziehen sich auf die Grabenschlacht, die auch ‚Schlacht der Gruppierungen‘ genannt wird. Im Jahr 5 nach der Auswanderung schlossen sich die Mekkaner, die Juden Medinas und einige arabische Stämme zusammen, um die Muslime in Medina zu belagern. Die Muslime hoben Gräben aus, um die Angreifer aufzuhalten, die jedoch schon bald ein eisiger Sturm in der Nacht zum Umkehren zwang. ↩
Vers 10: Als sie zu euch von oberhalb und unterhalb von euch herankamen und als die Blicke unsicher wurden, die Herzen bis zum Hals schlugen und ihr über Gott so manche Vermutung anstelltet,
Vers 11: da wurden die Gläubigen heimgesucht und heftig erschüttert.
Vers 12: Und als die Heuchler und diejenigen, deren Herzen von Krankheit befallen sind, sagten: „Uns haben Gott und Sein Gesandter nur trügerische Versprechen gegeben.“
Vers 13: Und als eine Gruppe unter ihnen sagte: „O Einwohner Yathribs!5 Ihr könnt nicht bleiben, also kehrt um!“ Und eine Gruppe unter ihnen bat den Propheten um Erlaubnis, ˹nicht mitkämpfen zu müssen,˺ sie sagten: „Unsere Häuser sind ˹dem Feind˺ ausgesetzt“, doch sind sie ˹ihm˺ nicht ausgesetzt, sie wollten nur fliehen.
- 5 Yathrib ist der alte Name Medinas. ↩
Vers 14: Und wenn ˹Medina˺ von allen Seiten her betreten würde und sie dann zur Versuchung aufgefordert würden, dann verweilten sie darin nur kurz.6
- 6 Der Vers ist mehrdeutig: Wenn Medina oder die Häuser der sich Beschwerenden vom Feind eingenommen würden und die Zweifler dann zur Versuchung, also dem Abfall vom Islam, aufgerufen würden, dann würden sie nur kurz in Medina verweilen oder nur kurz zögern und dann der Aufforderung nachkommen. ↩
Vers 15: Und sie hatten Gott gegenüber doch bereits versprochen, nicht umzukehren. Und über den Bund Gottes wird ˹der Mensch˺ befragt.
Vers 16: Sag ˹ihnen˺: „Euch nützt die Flucht nichts, wenn ihr vor dem Tod oder dem Kampf flieht, und dann werdet ihr nur wenig genießen können.“
Vers 17: Sag ˹ihnen˺: „Wer kann euch vor Gott schützen, wenn Er euch Schlechtes oder euch Barmherzigkeit zeigen will?“ Und sie finden für sich neben Gott weder einen Nächsten noch Beistand.
Vers 18: Gott kennt ja bereits diejenigen unter euch, die ˹die Bemühungen der anderen˺ vereiteln, und diejenigen, die zu ihren Brüdern sagten: „Kommt doch zu uns!“ Und sie kommen nur selten zum Kampf,
Vers 19: weil sie mit euch geizen. Wenn jedoch der Schrecken herbeikommt, siehst du, wie sie dich anschauen und ihre Augen vor Angst rollen, wie bei jemandem, den der Tod übermannt. Doch wenn die Angst nachlässt, lassen sie sich über euch mit scharfen Zungen aus, weil sie mit dem Guten geizen. Jene glaubten nicht, und so machte Gott ihre Taten zunichte. Und dies ist für Gott ja leicht.
Vers 20: Sie (die Heuchler) glauben, die Gruppierungen seien nicht fortgegangen. Doch wenn die Gruppierungen kommen, wünschen sie sich, sie wären draußen bei den Beduinen; sie (die Heuchler) erkundigen sich über euch. Und wären sie unter euch, so würden sie nur wenig kämpfen.
Vers 21: Ihr hattet im Gesandten Gottes ja bereits ein schönes Vorbild für denjenigen, der an Gott und den Jüngsten Tag glaubt und Gottes häufig gedenkt.
Vers 22: Und als die Gläubigen die Gruppierungen erblickten, sagten sie: „Das ist es, was uns Gott und Sein Gesandter versprachen, und Gott und Sein Gesandter haben die Wahrheit gesagt!“ Und dies bestärkte nur ihren Glauben und ihre Hingabe.
Vers 23: Unter den Gläubigen sind Männer, die aufrichtig in dem sind, was sie Gott versprachen. Unter ihnen ist also mancher, der sein Gelübde erfüllte, und mancher, der noch ˹auf die Erfüllung˺ wartet. Doch wichen sie nicht vollkommen davon ab,
Vers 24: damit Gott die Ehrlichen wegen ihrer Ehrlichkeit entlohnt und die Heuchler bestraft, wenn Er will, oder ihre Reue annimmt. Gott ist ja stets vergebend und barmherzig.
Vers 25: Und Gott ließ diejenigen, die leugnen, mit ihrem Zorn allein; sie erreichten nichts Gutes. Und Gott ersparte den Gläubigen den Kampf. Und Gott ist ja stark und ehrwürdig.
Vers 26: Und Er brachte diejenigen Anhänger der Buchreligionen,7 die ihnen (den Gruppierungen) beistanden, aus ihren Festungen herab und flößte ihnen in ihre Herzen Schrecken ein. Ihr tötet manche von ihnen und nehmt andere gefangen.8
- 7 Gemeint ist der jüdische Stamm Banu Qurayza, der in dieser Schlacht sein Bündnis mit den Muslimen brach und sich in einem entscheidenden Moment auf die Seite der feindlichen Koalition stellte – ein schwerer Verrat gegen seine eigenen Verbündeten. ↩
- 8 Dies geschah nach dem Verrat, als die Muslime sich gegen die Verräter verteidigten. ↩
Vers 27: Und Er überließ euch ihr Land, ihre Häuser, ihr Vermögen und ein Land, das ihr noch nicht betreten habt. Und Gott ist ja stets zu allem mächtig.
Ermahnung der Frauen Muhammads ﷺ
Vers 28: O Prophet! Sag zu deinen Frauen: „Wenn ihr das diesseitige Leben und seinen Schmuck wollt, so kommt herbei, und ich werde euch gut versorgen und im Guten ziehen lassen.
Vers 29: Doch wenn ihr Gott, Seinen Gesandten und die jenseitige Stätte wollt, so hält Gott den Gütigen unter euch schon gewaltigen Lohn bereit.“
Vers 30: O Frauen des Propheten! Wer von euch eine offenkundige Schandtat begeht, wird doppelt bestraft! Und dies ist ja leicht für Gott.
Angehörige des Propheten ﷺ
Vers 31: Und wer von euch ˹Frauen des Propheten˺ demütig gegenüber Gott und Seinem Gesandten ist und Rechtschaffenes tut, der geben Wir ihren Lohn zweifach und halten ihr bereits reichliche Versorgung bereit.
Vers 32: O Frauen des Propheten! Ihr seid nicht wie irgendwelche anderen Frauen. Wenn ihr gottesfürchtig seid, seid also nicht schmeichelhaft beim Sprechen, damit nicht jemand, dessen Herz krank ist, Hoffnungen hegt, sondern sprecht übliche Worte!
Vers 33: Bleibt in euren Häusern und entblößt euch nicht, wie man sich in der früheren Zeit der Unwissenheit entblößte! Und haltet das Gebet ˹in Ehren˺ ein, entrichtet die Zakat und gehorcht Gott und Seinem Gesandten! Gott will von euch das Unreine entfernen, o Familie ˹des Propheten˺,9 und euch gründlich reinigen.
- 9 Gemeint sind die Frauen und Verwandten des Propheten ﷺ. ↩
Vers 34: Und gedenkt dessen, was in euren Häusern an Gottes Versen (dem Koran) und an Weisheit (der Sunna) rezitiert wird. Gott ist ja stets unergründlich und allkundig.
Gott belohnt Männer und Frauen gleichermaßen
Vers 35: Den gottergebenen Männern und Frauen, den gläubigen Männern und Frauen, den demütigen Männern und Frauen, den aufrichtigen Männern und Frauen, den standhaften Männern und Frauen, den ehrfürchtigen Männern und Frauen, den Spendern und Spenderinnen, den fastenden Männern und Frauen, den ihre Scham hütenden Männern und Frauen und Gott häufig gedenkenden Männern und Frauen gewährt Gott bereits Vergebung und gewaltigen Lohn.
Zaid und Zainab
Vers 36: Und es steht weder einem gläubigen Mann noch einer gläubigen Frau die ˹freie˺ Wahl in ihrer Sache zu, wenn Gott und Sein Gesandter ˹bereits˺ etwas beschlossen haben. Und wer sich gegen Gott und Seinen Gesandten auflehnt, der ist offensichtlich abgeirrt.
Vers 37: Und ˹denke daran,˺ als du ˹o Muhammad˺ zu dem10 sagtest, dem Gott eine Gnade erwies und dem auch du eine Gnade erwiesen hast: „Behalte deine Frau11 und fürchte Gott!“ Und du verheimlichst etwas, was Gott offenlegt, und fürchtest die Menschen, wo du doch eher Gott fürchten solltest! Und als Zaid12 seine eheliche Beziehung mit ihr beendet hatte, gaben Wir sie dir zur Frau. Dies geschah, damit die Gläubigen nicht in Verlegenheit geraten, wenn sie die geschiedenen Frauen ihrer Ziehsöhne heiraten, nachdem die Ehe mit ihnen beendet ist.13 Und der Befehl Gottes ist bereits beschlossen.
- 10 Gemeint ist Zaid, siehe dritte Fußnote dieses Verses. ↩
- 11 Gemeint ist Zainab bint Dschahsch. Sie war zunächst Zaids Frau. Nach der Scheidung heiratete sie der Prophet ﷺ. ↩
- 12 Zaid ibn Haritha, der Ziehsohn des Propheten ﷺ und der einzige Prophetengefährte, der namentlich im Koran erwähnt wird. ↩
- 13 Der Vers erklärt, dass der Ziehsohn des Propheten ﷺ sich von seiner Frau Zainab trennte und der Prophet ﷺ sie nach Ablauf der Wartezeit heiratete. Da Adoption im klassischen Sinne im Islam nicht erlaubt ist und keine biologische Bindung besteht, gelten für Ziehkinder nicht dieselben Regeln wie für leibliche Kinder. Daher ist es erlaubt, die geschiedene Frau eines Ziehsohns zu heiraten. ↩
Vers 38: Es ist für den Propheten unbedenklich, was Gott ihm auferlegt. So verfuhr Gott mit denen, die zuvor dahingeschieden sind. Und Gottes Sache geschieht stets nach ˹genau˺ bemessenem Maß.
Vers 39: ˹So verfährt Gott mit˺ denjenigen, die Gottes Botschaften überbringen, Ihn fürchten und außer Gott niemanden fürchten; und Gott genügt als Abrechner.
Lobpreisung Gottes
Vers 41: O Gläubige! Gedenkt Gottes in häufigem Gedenken
Vers 42: und lobpreist Ihn morgens und abends!
Vers 43: Er ist es, der euch segnet und auch Seine Engel ˹bitten für euch um Segen˺, damit Er euch aus den Finsternissen ins Licht führt. Und Er ist gegenüber den Gläubigen ja stets barmherzig.
Vers 44: Ihr Gruß am Tag, an dem sie Ihn treffen, lautet „Frieden“, und Er hält ihnen großzügigen Lohn bereit.
Aufgaben und Eigenschaften des Propheten ﷺ
Vers 45: O Prophet! Wir haben dich als Zeugen, Verkünder und Warner entsandt,
Vers 46: und mit Seiner Erlaubnis als einen zu Gott Einladenden und als eine lichtspendende Leuchte.
Vers 47: Und verkünde den Gläubigen, dass ihnen von Gott große Güte zusteht!
Vers 49: O Gläubige! Wenn ihr die gläubigen Frauen heiratet und sie dann für geschieden erklärt, bevor ihr sie ˹intim˺ berührt habt, so habt ihr ihnen gegenüber keinen Anspruch auf eine Wartezeit, die ihr abzählen müsstet. So versorgt sie und lasst sie im Guten ziehen!
Frauen, die der Prophet ﷺ heiraten durfte
Vers 50: O Prophet! Wir haben dir deine Frauen erlaubt, denen du ihre Brautgabe gegeben hast, und auch das, was deine Rechte ˹an Leibeigenen˺ von dem besitzt, was Gott dir ˹an Beute˺ bescherte, und die Töchter deiner Onkel väterlicherseits, die Töchter deiner Tanten väterlicherseits, die Töchter deiner Onkel mütterlicherseits, die Töchter deiner Tanten mütterlicherseits, die mit dir ausgewandert sind, und eine gläubige Frau, die sich selbst dem Propheten schenkte, als der Prophet sie heiraten wollte. Dies steht allein dir unter Ausschluss der Gläubigen zu.16 Wir wussten ja, was Wir ihnen für ihre Ehepartner und das, was ihre Rechte ˹an Leibeigenen˺ besitzt, auferlegt haben, ˹und Wir erklären dies,˺ damit du nicht in Verlegenheit gerätst. Und Gott ist ja stets vergebend und barmherzig.
- 16 Gott gewährte allein dem Propheten ﷺ dieses Privileg, das er nie zu seinem Vorteil ausnutze. Zugleich verbot Gott ihm Dinge, die den Gläubigen erlaubt waren, wie die Annahme von Almosen. ↩
Vers 51: Du hältst diejenigen ˹Frauen˺ fern, von denen du es willst, und lässt in deine Nähe, wen du willst. Und wen du begehrst und wen du auch fernhältst – darin lastet keine Sünde auf dir. Dies trägt eher dazu bei, dass sie wohlauf sind, nicht trauern und mit dem zufrieden sind, was du ihnen allen gegeben hast. Und Gott weiß, was in euren Herzen ist. Und Gott ist ja stets allwissend und nachsichtig.
Vers 52: Dir sind die Frauen hiernach nicht mehr erlaubt, auch nicht, dass du ˹deine gegenwärtigen˺ Frauen ersetzt, auch wenn dir ihre Schönheit gefallen sollte, bis auf das, was du ˹an Leibeigenen˺ besitzt. Gott ist ja der Beobachter über alle Dinge.
Besuch des Propheten ﷺ und Bedeckung seiner Frauen
Vers 53: O Gläubige! Betretet nicht die Zimmer des Propheten, es sei denn, euch wird zum Essen Einlass gewährt, ohne jedoch die Zeit dafür abzuwarten. Doch wenn ihr eingeladen werdet, tretet ein, und wenn ihr gegessen habt, so geht, ohne euch in Gespräche zu vertiefen! Jenes belästigte den Propheten, doch hielt er sich ˹aus Rücksicht˺ euretwegen zurück. Gott schämt sich aber nicht, die Wahrheit zu sagen. Und wenn ihr sie (die Frauen des Propheten) um etwas bittet, so bittet sie, wenn sie hinter einem Vorhang sind! Jenes ist reiner für eure und ihre Herzen. Und es steht euch nicht zu, den Gesandten Gottes zu belästigen und seine Ehefrauen nach ihm jemals zu heiraten. Jenes ist bei Gott eine gewaltige Sache.
Vers 54: Wenn ihr etwas offenlegt oder verbergt, so weiß doch Gott über alles Bescheid.
Vers 55: Es ist für sie keine Sünde, ˹unverhüllt˺ mit ihren Vätern, Söhnen, Brüdern, den Söhnen ihrer Brüder, den Söhnen ihrer Schwestern, ihren Frauen17 und denen zusammen zu sein, die ihre Rechte ˹an Leibeigenen˺ besitzt. Und sie sollen Gott fürchten. Gott ist ja stets über alles Zeuge.
- 17 Mit „ihren Frauen“ können Verwandte, Freundinnen oder auch Bedienstete gemeint sein. ↩
Ehrung des Propheten ﷺ und Strafe für Belästiger
Vers 56: Gott hält gewiss den Propheten und Seine Engel in Ehren. O Gläubige! Ehrt ihn und wünscht ihm viel Heil!
Vers 57: Diejenigen, die Gott und Seinen Gesandten belästigen,18 verflucht Gott wahrhaftig im Diesseits und im Jenseits und hat ihnen bereits eine erniedrigende Strafe vorbereitet.
- 18 Belästigung Gottes bedeutet hier, dass man Ihm Kinder oder Teilhaber zuschreibt. Die Belästigung des Propheten bedeutet, dass man ihn und seine Familie verleumdet. ↩
Vers 58: Und diejenigen, die die gläubigen Männer und Frauen belästigen, ohne dass sie etwas begangen haben, die haben sich eine Verleumdung und eine offenkundige Sünde aufgebürdet.
Bedeckung muslimischer Frauen
Vers 59: O Prophet! Sag zu deinen Ehefrauen, Töchtern und den Frauen der Gläubigen, sie sollen etwas von ihrem Überwurf19 über sich herunterziehen. Jenes trägt eher dazu bei, dass sie ˹als fromme Frauen˺ erkannt und nicht belästigt werden. Und Gott ist ja stets vergebend und barmherzig.
- 19 Der Überwurf ist ein großes Kopftuch, das am Kopf befestigt wird und den gesamten Oberkörper oder noch mehr bedeckt. ↩
Warnung an die Heuchler
Vers 60: Wenn die Heuchler und diejenigen, in deren Herzen Krankheit haust, und die Angstmacher in Medina nicht aufhören, werden Wir dich gegen sie antreiben, und dann werden sie nur wenig mit dir benachbart sein.
Vers 61: Verflucht sind sie; wo auch immer sie aufgefunden werden, werden sie ergriffen und niedergemetzelt.20
- 20 Dieser Vers dient dazu die Heuchler zu entlarven. Der Prophet ﷺ hat nie einen Heuchler töten lassen, solange sie nicht öffentlich die Feinde dazu aufgestachelt haben, Muslime anzugreifen und zu töten. ↩
Vers 62: So verfuhr Gott mit denjenigen, die vor ihnen dahinschieden. Und du wirst nie einen Ersatz für Gottes Vorgehen finden.
Baldiges Eintreffen des Jüngsten Tages
Vers 63: Die Menschen fragen dich nach der ˹letzten˺ Stunde. Sag ˹ihnen˺: „Das Wissen über sie ist allein bei Gott. Und woher willst du wissen, ob die Stunde nicht bereits nahe ist?“
Vers 64: Gott verflucht die Glaubensleugner und hat ihnen bereits eine Gluthitze vorbereitet,
Vers 65: in der sie auf immer und ewig sein werden. Sie werden weder einen Nächsten noch Beistand finden
Vers 66: am Tag, an dem ihre Gesichter ins Feuer gekehrt werden und sie sagen: „Wehe uns, hätten wir doch Gott gehorcht und hätten wir doch dem Gesandten gehorcht!“
Vers 67: Und sie werden gewiss sagen: „Unser Herr, wir haben unseren Anführern und Mächtigen gehorcht, und sie haben uns vom Weg abgebracht!
Vers 68: Unser Herr, gib ihnen doppelte Strafe und verfluche sie mit dem größten Fluch!“
Verbot der Belästigung von Propheten
Vers 69: O Gläubige! Seid nicht wie jene, die Moses belästigten, worauf Gott ihn von dem lossagte, was sie behaupteten! Und er war ja bei Gott angesehen.
Aufforderung zu Gottesfurcht und Korrektheit
Vers 70: O Gläubige! Fürchtet Gott und sagt aufrichtige Worte,
Vers 71: dann wird Er euch eure Taten korrigieren und euch eure Sünden vergeben! Und wer Gott und Seinem Gesandten gehorcht, der hat bereits einen gewaltigen Sieg errungen.
Verantwortung des Menschen und ihre Folgen
Vers 72: Wir haben gewiss die Verantwortung den Himmeln, der Erde und den Bergen angeboten, doch sie weigerten sich, sie zu übernehmen, und hatten davor Angst. Und so übernahm sie der Mensch; er ist gewiss ungerecht und unwissend,
Vers 73: auf dass Gott die Heuchler und Heuchlerinnen und die Götzendiener und Götzendienerinnen peinigt und die Reue der gläubigen Männer und Frauen annimmt. Und Gott ist ja stets vergebend und barmherzig.