Verteilung der Kriegsbeute
Vers 1: Sie fragen dich ˹o Muhammad˺ nach der Kriegsbeute. Sag ˹ihnen˺: „Die Kriegsbeute steht Gott und dem Gesandten zu. Fürchtet also Gott und schlichtet unter euch! Und gehorcht Gott und Seinem Gesandten, wenn ihr wirklich gläubig seid!“
Eigenschaften der Gläubigen
Vers 2: Vielmehr sind die Gläubigen diejenigen, deren Herzen erweichen, wenn Gott erwähnt wird, und deren Glaube erstarkt, wenn ihnen Seine Verse vorgelesen werden. Und auf ihren Herrn verlassen sie sich.
Vers 3: Sie sind es, die das Gebet ˹in Ehren˺ einhalten und von dem ausgeben, womit Wir sie versorgt haben.
Vers 4: Jene sind die in Wahrheit Gläubigen, ihnen stehen ˹hohe˺ Ränge bei ihrem Herrn, Vergebung und reichliche Versorgung zu.
Manche Gläubige scheuen den Kampf
Vers 5: Es ist so, wie1 dein Herr dich ˹o Muhammad˺ damals wegen der Wahrheit aus deinem Haus brachte. Doch manche Gläubige verabscheuen dies gewiss.
- 1 Gemeint ist, dass die Beute Gott und Seinem Gesandten ebenso sicher zusteht, wie Gott Muhammad ﷺ wegen der Schlacht von Badr dazu bewegte, Medina zu verlassen, um gegen die Mekkaner zu kämpfen. ↩
Vers 6: Sie streiten mit dir über die Wahrheit, nachdem sie sie erkannten, als ob sie dabei zuschauen würden, wie sie in den Tod geschickt werden.2
- 2 So wie manche Muslime es verabscheuten, dass Muhammad ﷺ zum Kampf Medina verlässt, versuchten sie auch, ihn vom Krieg gegen die Mekkaner abzubringen. ↩
Vers 7: Und ˹denkt daran,˺ als Gott euch versprach, dass ihr eine der beiden Fronten besiegen werdet, doch wollt ihr, dass der Unbewaffnete zu euch kommt. Und Gott will, dass die Wahrheit durch Seine Worte erkenntlich wird und die Leugner vollständig vernichtet werden,
Vers 8: damit die Wahrheit offenbar und das Falsche zunichtegemacht wird, auch wenn es den Verbrechern missfällt.
Ereignisse der Schlacht bei Badr3
Vers 9: ˹Denkt daran:˺ Als ihr euren Herrn um Hilfe in der Not batet und Er eure Bitte erhörte: „Ich bin mit tausend aufeinanderfolgenden Engeln bei euch.“
- 3 Die Schlacht bei Badr war die erste große Schlacht zwischen den mekkanischen Götzendienern und den Muslimen. ↩
Vers 10: Und so bestimmte Gott dies nur als frohe Nachricht für euch – und damit dadurch eure Herzen beruhigt sind. Und der Beistand kommt allein von Gott – denn Er ist gewiss der Allmächtige und Allweise.
Vers 12: ˹Denke daran:˺ Als dein Herr den Engeln offenbarte: „Ich bin mit euch, so festigt diejenigen, die stets glauben! Ich werde in die Herzen derer, die leugnen, einen Schrecken einjagen. Schlagt also auf ihre Nacken ein und schlagt jedes Glied von ihnen!“
Vers 13: Dies ist so, weil sie sich Gott und Seinem Gesandten widersetzten. Und wer sich Gott widersetzt, ˹soll wissen:˺ Gott ist gewiss streng im Strafen.
Vers 14: Jenes sollt ihr also kosten! Und den Leugnern droht die Qual des Höllenfeuers.
Flucht auf dem Schlachtfeld und Gottes Beistand
Vers 15: O Gläubige! Wenn ihr diejenigen zur Schlacht ziehend antrefft, die leugnen, dann macht vor ihnen keinen Rückzieher!
Vers 16: Und wer sich an jenem Tag zurückzieht – außer um auszuweichen, weiterzukämpfen, oder zu einer Truppe zu gelangen –, auf dem lastet Gottes Zorn und seine Zuflucht wird die Hölle sein. Und was für ein schlimmes Ende!
Vers 17: Demnach habt ihr sie gar nicht getötet, sondern Gott tötete sie. Und du ˹o Muhammad˺ hast nicht ˹Sand auf die Feinde˺ geworfen6, als du warfst, vielmehr warf Gott.7 Und ˹dies geschah,˺ um die Gläubigen im Guten zu prüfen. Gott ist gewiss allhörend und allwissend.
- 6 Vor der Schlacht warf Muhammad ﷺ eine Handvoll Sand auf die Feinde und betete für ihre Niederlage. Der Vers betont, dass letztlich Gott alles ermöglicht. Der Mensch soll daher nicht überheblich werden und sich vergegenwärtigen, dass er ohne Gottes Erlaubnis zu nichts imstande ist. ↩
- 7 Der Vers betont, dass Gott alles ermöglicht. Der Mensch soll nicht überheblich werden und sich stets daran erinnern, dass er ohne Gottes Erlaubnis zu nichts imstande ist. ↩
Vers 18: All jenes ˹geschah˺, damit Gott die Pläne der Leugner schwächt.
Vers 19: Wenn ihr ˹Leugner˺ um den Sieg bittet, dann habt ihr den Sieg ˹gegen euch˺ nun erlebt. Doch wenn ihr aufhört, wäre es besser für euch. Doch wenn ihr erneut kommt, kehren auch Wir ˹zum Krieg gegen euch˺ zurück. Und dann wird euch eure Gemeinschaft niemals nützen, auch wenn sie noch so groß wäre. Und Gott ist mit den Gläubigen.
Gehorsam gegenüber Gott und dem Propheten
Vers 20: O Gläubige! Gehorcht Gott und Seinem Gesandten und wendet euch nicht von ihm ab, da ihr ˹die Wahrheit˺ hört!
Vers 21: Und seid nicht wie jene, die sagen: „Wir hören“, obwohl sie nicht hören.
Vers 22: Die schlimmsten Lebewesen sind bei Gott die ˹gegenüber dem Glauben˺ Tauben und Stummen, die nicht begreifen wollen.
Vers 23: Und wüsste Gott, dass an ihnen etwas Gutes wäre, hätte Er sie hören lassen. Doch selbst wenn Er sie hätte hören lassen, hätten sie sich widerwillig abgewandt.
Vers 24: O Gläubige! Folgt der Anweisung Gottes und Seines Gesandten, wenn er euch zu etwas aufruft, was euch belebt! Und wisst, dass Gott den Menschen von seinem Herzen trennt, und dass ihr zu Ihm geführt werdet!
Vers 25: Und nehmt euch vor einer Heimsuchung in Acht, die ganz gewiss nicht nur die trifft, die Unrecht begingen! Und wisst, dass Gott streng im Strafen ist!
Vers 26: Und erinnert euch daran, als ihr wenig und im Land unterdrückt wart und fürchtetet, dass euch die Leute fortreißen! Doch dann gewährte Er euch Zuflucht, unterstützte euch mit Seinem Sieg und versorgte euch mit manch guten Dingen, auf dass ihr wohl dankt!
Untreue gegenüber Gott, Propheten und Menschen
Vers 27: O Gläubige! Betrügt nicht Gott und den Gesandten und veruntreut nicht die euch anvertrauten Dinge absichtlich!
Lohn der Gottesfurcht
Vers 29: O Gläubige! Wenn ihr Gott achtet, gewährt Er euch die Fähigkeit zur Unterscheidung, tilgt euch eure Sünden und vergibt euch! Und Gott ist voll immenser Güte.
Intrigen gegen die Gläubigen
Vers 30: Und ˹denke daran,˺ als jene, die stets leugnen, gegen dich ˹o Muhammad˺ Pläne schmiedeten, um dich einzusperren, zu töten oder zu verbannen. Und sie schmieden Pläne, und Gott schmiedet Pläne, und Gott ist der beste Planer.
Vers 31: Und wenn ihnen Unsere Verse vorgetragen werden, sagen sie: „Wir haben es bereits gehört. Wenn wir wollten, könnten wir gewiss Ähnliches wie dies sagen. Dies sind doch nur Märchen der Vorfahren!“
Aufgeschobene Strafe für die Glaubensleugner
Vers 32: Und ˹denke daran,˺ als sie sagten: „O Gott! Wenn das hier die Wahrheit von Dir sein sollte, dann lass doch Steine vom Himmel über uns herabregnen oder bringe uns doch eine schmerzvolle Qual!“
Vers 33: Und es ist nicht in Gottes Sinne, sie zu bestrafen, solange du ˹o Muhammad˺ unter ihnen bist. Und es ist nicht in Gottes Sinne, sie zu bestrafen, solange sie um Vergebung bitten.
Vers 34: Und warum sollte Gott sie nicht bestrafen, wo sie doch von der heiligen Moschee abhielten? Und sie waren nicht Seine Nächsten! Denn ihre Nächsten sind nur die Gottesfürchtigen, doch haben die meisten unter ihnen kein Wissen.
Spenden gegen die Religion sind nichtig
Vers 36: Diejenigen, die stets leugnen, spenden ihre Güter, um vom Weg Gottes abzuhalten. Sie werden sie auch spenden, doch wird sie dies einst zur Verzweiflung treiben, dann werden sie besiegt. Und diejenigen, die leugnen, werden zur Hölle hin versammelt,
Vers 37: damit Gott das Schlechte vom Guten trennt und Er das Schlechte übereinanderlegt, um es alles zu stapeln und dann in die Hölle zu bringen. Jene sind die Verlierer.
Nachsicht mit anderen
Vers 39: Und bekämpft sie, damit keine Unterdrückung herrscht und die Religion gänzlich für Gott ist. Doch wenn sie aufhören, so sieht Gott, was sie tun, genau.
Vers 40: Doch wenn sie sich abwenden sollten, dann wisst, dass Gott euer Nächster ist! Was für ein guter Nächster! Und was für ein guter Helfer!
Aufteilung der Kriegsbeute
Vers 41: Und wisst, dass von Dingen, die ihr ˹im Krieg˺ erbeutet, Gott das Fünftel ˹der Beute˺ zusteht, aber auch dem Gesandten, den Verwandten, Waisen, Armen und Reisenden in Not, wenn ihr denn an Gott glaubt und an das, was Wir auf Unseren Diener am Tag der Entscheidung11 herabsandten – am Tag, an dem die beiden Fronten aufeinandertrafen. Und Gott hat Macht über alle Dinge.
- 11 Gemeint ist die Schlacht von Badr, die erste bedeutende Schlacht zwischen den Muslimen und mekkanischen Götzenverehrern. ↩
Schlacht bei Badr
Vers 42: ˹Denkt daran:˺ Als ihr ˹Muslime˺ am nahen Ufer ˹Wadis˺ wart – sie (das Heer Mekkas) am entfernten Ufer und die Karawane12 unterhalb von euch. Und hättet ihr ein Treffen vereinbart, hättet ihr euch nicht getroffen. Doch ˹es geschah,˺ damit Gott eine Sache vollbringt, die bereits beschlossen war, damit derjenige, der zugrunde geht, mit dem Wissen ˹über die Wahrheit˺ zugrunde geht, und derjenige, der überlebt, mit dem Wissen ˹über die Wahrheit˺ überlebt. Und Gott ist ja gewiss allhörend und allwissend.
- 12 Gemeint ist die Handelskarawane von Abu Sufyan, die die Muslime abfangen wollten, nachdem die Mekkaner sie zuvor vertrieben und enteignet hatten. Die Mekkaner schickten zur Verteidigung ein Heer von 1000 Mann. ↩
Vers 43: ˹Denkt daran:˺ Als Gott sie dir ˹o Muhammad˺ in deinem Traum als wenige erscheinen ließ;13 hätte Er sie dir zahlreich erscheinen lassen, wärt ihr gescheitert und hättet über die Sache gestritten. Doch Gott hat ˹euch˺ verschont. Er weiß ja genau über das in den Herzen Bescheid.
- 13 Der Prophet ﷺ hatte zuvor einen Traum, in dem es ihm vorkam, als wären nur wenige Gegner am Schlachtfeld zu erwarten. ↩
Vers 44: ˹Denkt daran:˺ Als Er sie euch, als ihr zusammentraft, in euren Augen als wenige erscheinen ließ, und euch in ihren Augen als wenige erscheinen ließ,14 auf dass Gott eine Sache vollbringt, die bereits beschlossen war. Und zu Gott kehren die Angelegenheiten zurück.
- 14 Zu Beginn der Schlacht dachten die Muslime, die Mekkaner wären weniger Leute, sodass sie Mut fassten. Und die Mekkaner dachten, die Muslime wären weniger, sodass sie siegessicher waren und den Kampf nicht ernst nahmen. ↩
Standhaftigkeit und Gehorsam im Krieg
Vers 45: O Gläubige! Wenn ihr auf eine ˹feindliche˺ Truppe stoßt, so haltet stand und gedenkt häufig Gottes, damit ihr wohl erfolgreich sein werdet!
Vers 46: Und gehorcht Gott und Seinem Gesandten und streitet nicht, da ihr sonst scheitert und eure Kraft schwindet. Und seid standhaft! Gott ist gewiss mit den Standhaften.
Vers 47: Und seid nicht wie jene ˹Mekkaner˺, die ihre Häuser übermütig und vor den Menschen prahlend verließen und von Gottes Weg abhalten! Und Gott umfasst, was sie tun.
Satan distanziert sich bei Badr von seinen Anhängern
Vers 48: Und ˹denkt daran,˺ als ihnen der Satan ihre Taten ausschmückte und sagte: „Keinen Bezwinger habt ihr heute unter den Menschen ˹zu fürchten˺! Und ich bin bei euch!“ Doch als die beiden Fronten einander erblickten, floh er und sagte: „Ich habe nichts mit euch zu schaffen, ich sehe, was ihr nicht seht!15 Ich fürchte ja Gott. Und Gott ist heftig im Strafen.“
- 15 Gemeint sind die Engelscharen, die auf der Seite der Muslime standen. ↩
Vers 49: ˹Denkt daran:˺ Als die Heuchler und diejenigen, in deren Herzen Krankheit hauste, sagten: „Jene ˹Gläubigen˺ hat ihre Religion verleitet.“ Doch wer auf Gott vertraut – Gott ist ja allmächtig und allweise.
Vernichtung der Glaubensgegner
Vers 50: Und wenn du sehen könntest, wie die Engel diejenigen niederstrecken, die leugnen. Sie schlagen ihnen ins Gesicht und auf ihre Hinterteile! Und kostet die Strafe des Höllenbrands!
Vers 51: Dies geschieht wegen dessen, was eure Hände zuvor vollbracht haben, und weil Gott kein Unterdrücker der Diener ist.
Vers 52: So erging es bereits dem Geschlecht der Pharaonen vor ihnen: Sie verleugneten Gottes Zeichen, und so packte sie Gott wegen ihrer Sünden. Gott ist gewiss stark und streng im Strafen.
Vers 53: Dies liegt daran, dass Gott niemals eine Gnade wegnimmt, die Er einem Volk gewährte, ehe es seine Lage selbst ändert; und Gott ist ja allhörend und allwissend.
Vers 54: So erging es bereits dem Geschlecht der Pharaonen vor ihnen: Sie verleugneten die Zeichen ihres Herrn, und so vernichteten Wir sie wegen ihrer Sünden und ließen die Leute des Pharaos ertrinken. Und sie alle waren Übeltäter.
Umgang mit Vertragsbrechern
Vers 55: Die schlimmsten auf Füßen Gehenden sind bei Gott diejenigen, die leugnen, denn sie glauben nicht.
Vers 56: Diejenigen, mit denen du einen Bund schließt, doch dann brechen sie ihren Bund jedes Mal und sind nicht gottesfürchtig.
Vers 57: Wenn du sie also im Krieg aufspürst, dann jage durch sie auch diejenigen fort, die hinter ihnen stehen, auf dass sie sich ermahnen lassen.
Vers 58: Und wenn du befürchtest, dass Leute betrügen könnten, so verwirf ˹den Bund˺ mit ihnen in gleichem Maße! Gott liebt gewiss die Betrüger nicht.
Vers 59: Und denke nicht, dass diejenigen, die leugnen, voraus seien! Sie entkommen ˹Gott˺ gewiss nicht.
Vorbereitung auf den Krieg
Vers 60: Und bietet gegen sie alles auf, was ihr an Kraft und an Schlachtrössern aufbringen könnt. Damit flößt ihr Gottes Feind und eurem Feind Angst ein – und auch anderen außer ihnen, die ihr nicht kennt, die aber Gott kennt. Was ihr auch auf dem Weg Gottes ausgebt – es wird euch reichlich vergolten, ohne dass euch Unrecht geschieht.
Streben nach Frieden ist besser
Vers 61: Und wenn sie zum Frieden neigen, dann neige auch du dich dem Frieden zu und vertraue auf Gott! Er ist ja gewiss der Allhörende und Allwissende.
Vers 62: Und wenn sie dich täuschen wollen, so genügt dir Gott. Er ist es ja, der dir mit Seinem Sieg und den Gläubigen beistand.
Vers 63: Und Er einte ihre Herzen. Hättest du alles ausgegeben, was auf Erden existiert, hättest du ihre Herzen nicht geeint, doch Gott hat sie vereint. Er ist ja ehrwürdig und allweise.
Kampf in Unterzahl
Vers 64: O Prophet! Dir genügt Gott, und auch denjenigen, die dir unter den Gläubigen folgen.
Vers 65: O Prophet! Treibe die Gläubigen zum Kampf an! Wenn unter euch zwanzig Standhafte sind, besiegen sie zweihundert. Und wenn unter euch hundert sind, besiegen sie tausend von denen, die ˹den Glauben˺ leugnen, weil sie Leute sind, die nicht begreifen.
Vers 66: Nun hat Gott euch ˹dies˺ erleichtert. Er wusste ja bereits, dass ihr schwach seid. Wenn unter euch also hundert Standhafte sind, besiegen sie zweihundert.16 Und wenn unter euch tausend sind, besiegen sie zweitausend mit Gottes Erlaubnis. Und Gott ist mit den Standhaften.
- 16 Dieser Vers hebt den Vers davor auf und mildert die Bedingung, da Gott die Schwäche der Gläubigen anerkennt. ↩
Regeln zu Kriegsgefangenen
Vers 67: Keinem Propheten stand es zu, Kriegsgefangene zu nehmen, bis er auf dem Boden vorgedrungen ist. Wollt ihr etwa weltliche Güter, wo Gott doch ˹für euch˺ das Jenseits will? Und Gott ist ehrwürdig und allweise.
Vers 68: Wäre da nicht eine vorherige Bestimmung von Gott,17 so hätte euch wegen dem, was ihr ˹an Gefangenen oder Beute˺ genommen habt, eine gewaltige Pein getroffen.
- 17 Gemeint ist, dass Gott für diese Gemeinschaft bereits bestimmt hat, dass es ihr erlaubt ist, Kriegsbeute zu nehmen und Lösegeld für Kriegsgefangene anzunehmen. Wäre dies nicht so gewesen, hätte Er die Muslime bestraft, die dies bei der Schlacht von Badr beanspruchten. ↩
Vers 69: Nehmt also das Erlaubte und Gute von dem ein, was ihr erbeutet habt! Und fürchtet Gott! Gott ist ja vergebend und barmherzig.
Vers 70: O Prophet! Sag zu den Kriegsgefangenen, die in euren Händen sind: „Wenn Gott weiß, dass eure Herzen Gutes hegen, gibt Gott euch etwas, was besser als das ist, was euch genommen wurde, und vergibt euch. Und Gott ist vergebend und barmherzig.”
Vers 71: Und wenn sie dich betrügen wollen, so haben sie ja Gott bereits zuvor betrogen, und so gewährte Er Macht über sie. Und Gott ist allwissend und allweise.
Rangstufen der Gläubigen
Vers 72: Diejenigen, die bereits glauben, auswandern18 und sich mit ihrem Vermögen und sich selbst um den Weg Gottes bemühen, und diejenigen, die Unterschlupf und Beistand gewähren, sind einander die Nächsten. Und diejenigen, die bereits glauben, aber nicht ausgewandert sind – denen müsst ihr keineswegs zur Seite stehen, bis sie auswandern. Und wenn sie euch um Beistand in der Religion bitten, so müsst ihr beistehen, jedoch nicht gegen Leute, die mit euch einen Bund geschlossen haben. Und Gott sieht, was ihr tut, genau.
- 18 Hiermit ist die etappenweise Flucht der Muslime von Mekka nach Medina gemeint. ↩
Vers 74: Diejenigen, die bereits glauben, auswandern und sich um den Weg Gottes bemühen, und diejenigen, die Unterschlupf und Beistand gewähren, sind die wahrhaft Gläubigen. Ihnen steht Vergebung und edle Versorgung zu.
Vers 75: Und diejenigen, die später glauben, auswandern und sich mit euch bemühen, sind von euch. Und die Leute aus der Verwandtschaft sind einander in Gottes Buch20 näher. Gott weiß gewiss um alles genau Bescheid.
- 20 Mit dem Buch kann hier der Koran oder das Buch des Schicksals gemeint sein, in dem Gott zu Beginn der Schöpfung alles festlegte, was geschehen wird. ↩