Der Koran und der Prophet ﷺ
Vers 2: Beim weisen Koran,
Vers 3: du ˹o Muhammad˺ gehörst gewiss zu den Gesandten,
Vers 4: auf einem geraden Weg,
Vers 5: als eine Herabsendung des Ehrwürdigen und Barmherzigen,
Vers 6: damit du ein Volk warnst, dessen Vorväter nicht gewarnt wurden, sodass sie achtlos sind.
Vers 7: Das Urteil ist bereits über die meisten von ihnen ergangen, sodass sie nicht glauben.
Vers 8: Wir legten gewiss Halseisen um ihre Nacken, sodass sie bis zum Kinn reichen und ihre Hälse gestreckt sind.
Vers 9: Und Wir setzten vor ihnen eine Sperre und hinter ihnen eine Sperre, sodass Wir sie umgeben und sie nichts sehen.
Vers 10: Ob du sie warnst oder nicht – sie glauben nicht.
Vers 11: Du warnst allein, wer der Ermahnung folgt und den Allerbarmer ˹auch˺ insgeheim fürchtet. Verkünde ihm also Vergebung und edlen Lohn!
Vers 12: Wir erwecken gewiss die Toten zum Leben und schreiben nieder, was sie ˹an Taten˺ vorausgeschickt haben, und auch ihre Hinterlassenschaften.2 Und alles haben Wir in einem klaren befolgten ˹Buch˺ erfasst.
- 2 Mit „Hinterlassenschaften“ sind gute Werke gemeint, die auch nach dem Tod Nutzen bringen – etwa Wissen durch Bücher sowie das Errichten von Schulen oder Moscheen. Wer sie hinterlässt, wird weiterhin belohnt, solange Menschen davon profitieren. ↩
Ein Mann und sein Volk
Vers 13: Und erzähle für sie das Gleichnis der Stadtbewohner - als Gesandte zu ihr kamen!
Vers 14: Als Wir zu ihnen zwei ˹Gesandte˺ schickten, bezichtigten sie beide der Lüge. Also unterstützten Wir beide mit einem dritten, und sie sagten: „Wir wurden wahrhaftig zu euch entsandt.“
Vers 15: Sie antworteten: „Ihr seid doch nur Menschen wie wir. Und der Allerbarmer hat nichts herabgesandt. Ihr tut doch nichts als zu lügen!“
Vers 16: Sie erwiderten: „Unser Herr weiß, dass wir zu euch entsandt wurden.
Vers 17: Und uns obliegt nur die klare Verkündung ˹der Botschaft˺.“
Vers 18: Sie entgegneten: „Wir sehen euch als böses Omen an. Wenn ihr nicht aufhört, werden wir euch gewiss steinigen, und dann wird euch eine schmerzhafte Strafe von uns treffen!“
Vers 19: Sie erwiderten: „Das böse Omen ist bei euch selbst! Obwohl ihr ermahnt wurdet ˹sündigt ihr˺? Vielmehr seid ihr ein maßloses Volk.“
Vers 20: Da kam vom äußersten Ende der Stadt ein Mann herbeigeeilt. Er sagte: „O mein Volk! Folgt den Gesandten!
Vers 21: Folgt denen, die euch nicht um Lohn bitten und die rechtgeleitet sind.
Vers 22: Und warum sollte ich nicht den anbeten, der mich erschuf? Und zu Ihm werdet ihr ˹alle˺ zurückgebracht.
Vers 23: Soll ich etwa neben Ihm eine Gottheit nehmen? Wenn mir der Allerbarmer schaden will, nützt mir ihre Fürsprache gar nichts, und sie können mich nicht retten.
Vers 24: Da wäre ich ja gewiss im eindeutigen Irrtum!
Vers 25: Ich glaube gewiss an euren Herrn, also hört auf mich!“
Vers 26: ˹Doch sie töteten ihn!˺ Es wurde ihm ˹von den Engeln˺ gesagt: „Betritt das Paradies!“ Er sagte: „Ach wüsste nur mein Volk,
Vers 27: weswegen mir mein Herr vergeben hat und mich zu einem der Ausgezeichneten bestimmte!“
Strafe derer, die die Propheten leugneten
Vers 28: Weder haben Wir nach ihm gegen sein Volk eine Armee vom Himmel entsandt, noch brauchten Wir etwas herabzusenden.
Vers 29: Es war nur ein einziger Schrei, dann waren sie plötzlich ausgelöscht.
Vers 30: Ach, Verzweiflung ˹komme˺ über solche Diener! Über jeden Gesandten, der sie aufsuchte, spotteten sie stets.
Vers 31: Haben sie denn nicht daran erkannt, wie viele Generationen Wir vor ihnen vernichtet haben, dass sie nicht zu ihnen zurückkehren werden?
Vers 32: Und alle werden gewiss ausnahmslos bei Uns vorgeführt.
Beweise für Gottes Allmacht
Vers 33: Und ein Zeichen sei ihnen die tote Erde. Wir belebten sie und brachten aus ihr Korn hervor, von dem sie dann essen.
Vers 34: Und Wir erschufen in ihr Gärten mit Palmen und Reben und ließen darin Quellen hervorsprudeln,
Vers 35: damit sie von seinen Früchten essen und von dem, was ihre Hände erarbeiten. Sind sie denn nicht dankbar?
Vers 36: Erhaben ˹über jeden Makel˺ ist derjenige, der all die Paare von dem erschuf, was die Erde wachsen lässt, von sich selbst und von dem, was sie nicht kennen.
Vers 37: Und ein Zeichen sei ihnen die Nacht, der Wir den Tag entziehen, worauf sie plötzlich im Dunkeln sind.
Vers 38: Und die Sonne eilt dem ihr gesetzten Ziel zu. Dies ist die Bestimmung des Ehrwürdigen und Allwissenden.
Vers 39: Und den Mond teilten Wir in Phasen ein, bis er wieder wie ein alter Dattelfruchtstiel3 wird.
- 3 Der Fruchtstand der Dattelpalme hängt an einem schmalen Stiel, der bogenförmig ist. Dieser Stiel wird nach der Ernte hellgrau und krümmt sich noch mehr. Er gleicht der alten Mondsichel, die ja auch dünn, silbergrau und bogenförmig ist. ↩
Vers 40: Weder hat die Sonne den Mond einzuholen, noch eilt die Nacht dem Tag voraus — alle schweben in ihrer Umlaufbahn.4
- 4 Sonne, Mond und Gestirne bewegen sich jeweils in ihrer eigenen festgelegten Umlaufbahn. Dies ist ein Hinweis auf die präzise kosmische Ordnung Gottes. Der Mond durchläuft monatlich seinen Zyklus, die Erde jährlich die Sonne. ↩
Vers 41: Und ein Zeichen sei ihnen, dass Wir ihre Nachkommen im beladenen Schiff getragen haben.
Vers 42: Und Wir haben ihnen aus Ähnlichem etwas geschaffen, worin sie fahren.
Vers 43: Und wenn Wir wollen, lassen Wir sie ertrinken, sodass niemand um sie klagt und sie nicht gerettet werden,
Vers 44: es sei denn aus Barmherzigkeit von Uns und zum Genuss für eine Weile.
Reaktion der Leugner auf Gottes Wunder
Vers 46: Doch bei jedem der Zeichen ihres Herrn, das sie erreicht, wenden sie sich davon nur ab.
Vers 47: Und wenn man ihnen sagt: „Spendet von dem, womit Gott euch versorgt hat!“, sagen diejenigen, die leugnen, zu denen, die bereits glauben: „Sollen wir etwa den speisen, den Gott gespeist hätte, wenn Er gewollt hätte? Ihr seid doch nur auf einem offenkundigen Irrweg!“
Glaubensleugner glauben nicht an die Auferstehung
Vers 48: Doch sie sagen: „Wann ist denn dieser Zeitpunkt ˹der Auferstehung˺, wenn ihr denn die Wahrheit sagt?“
Vers 49: Sie warten nur auf einen einzigen Schrei (den Jüngsten Tag), der sie mitnimmt, woraufhin sie sich streiten.
Vers 50: Dann können sie weder etwas hinterlassen noch kehren sie zu ihren Leuten zurück.
Vers 51: Und es wird ˹das zweite Mal˺ in die Posaune geblasen, und schon eilen sie aus ihren Gräbern zu ihrem Herrn.
Vers 52: Sie werden sagen: „Wehe uns! Wer hat uns aus unserer Schlafstätte aufgeschreckt? Das ist es, was der Allerbarmer versprach, und die Gesandten haben die Wahrheit gesagt!“
Vers 53: Es ist nur ein einziger Schrei, und schon sind sie alle bei Uns vorgeführt.
Vers 54: Heute wird also keiner Seele in irgendetwas Unrecht geschehen, und euch wird nur entlohnt, was ihr getan habt.
Belohnung der Gläubigen
Vers 55: Die Paradiesbewohner genießen heute einen Zeitvertreib,
Vers 56: sie und ihre Partner sind in ˹angenehmem˺ Schatten auf Liegen angelehnt.
Vers 57: Sie haben darin ˹allerlei˺ Früchte und ihnen steht zu, was sie verlangen.
Vers 58: „Friede!“ – ein Wort eines barmherzigen Herrn.
Strafe der Übeltäter
Vers 59: Und trennt euch heute, o ihr Übeltäter!
Vers 60: Habe Ich denn nicht mit euch den Bund geschlossen, o Kinder Adams, dass ihr nicht den Satan anbetet? Er ist euch doch ein offenkundiger Feind.
Vers 61: Und dass ihr Mich anbetet, das ist ein gerader Weg.
Vers 62: Und er (der Teufel) hat von euch viele Massen in die Irre geführt. Habt ihr denn nicht begriffen?
Vers 63: Dies ist die Hölle, die euch versprochen wurde!
Vers 64: Fallt heute also dem zum Opfer, was ihr geleugnet habt!
Vers 65: Heute versiegeln Wir ihre Münder; und ihre Hände sprechen zu Uns und ihre Beine bezeugen, was sie begangen haben.
Vers 66: Und hätten Wir gewollt, so hätten Wir ihre Augen geblendet, wenn sie sogleich zum Weg eilten. Wie sollen sie da noch ˹etwas˺ sehen?
Vers 67: Und hätten Wir gewollt, so hätten Wir sie an ihrem Ort in ihrer Gestalt entstellt, sodass sie weder weitergehen noch umkehren könnten.
Vers 68: Und wen Wir lange leben lassen, den lassen Wir in der Statur ˹wieder˺ abbauen. Wollen sie denn nicht begreifen?
Muhammad ﷺ erfand den Koran nicht selbst
Vers 69: Und Wir haben ihn (Muhammad) nicht die Poesie gelehrt, und sie steht ihm nicht zu.6 Er (der Koran) ist nichts als eine Ermahnung und ein deutlicher Koran,
- 6 Prophet Muhammad ﷺ war weder Dichter noch an Poesie interessiert. Wäre er ein Dichter gewesen, hätte der Vorwurf bestanden, er hätte den Koran selbst ‚erdichtet‘. Somit ist das sprachliche Wunder des Korans noch offensichtlicher. ↩
Vers 70: damit du den warnst, der lebendig ist, und sich das Wort an den Glaubensleugnern bewahrheitet.
Existenz und Einzigartigkeit Gottes
Vers 71: Haben sie denn nicht gesehen, dass Wir für sie aus dem, was Unsere Hände geschaffen haben, Vieh erschufen? Sodann sind sie ihre Besitzer.
Vers 72: Und Wir machten sie (die Tiere) ihnen gefügig, sodass manche von ihnen ihre Reittiere sind und sie von manchen essen.
Vers 73: Sie haben an ihnen Nutzen und Getränke. Wollen sie denn nicht dankbar sein?
Vers 74: Und sie nahmen sich neben Gott eine Gottheit, damit ihnen beigestanden wird.
Vers 75: Sie (die Götzen) können ihnen nicht beistehen, und doch sind sie ihnen (den Götzen) bereitstehende Soldaten.
Vers 76: So soll dich ˹o Muhammad˺ ihre Behauptung nicht betrüben! Wir wissen genau, was sie verheimlichen und was sie offenlegen.
Die Auferstehung
Vers 77: Hat der Mensch denn nicht gesehen, dass Wir ihn aus einem Tropfen erschufen? Und plötzlich ist er ein offensichtlicher Streithals!
Vers 78: Und er erzählte für Uns ein Gleichnis und vergaß seine ˹eigene˺ Erschaffung: Er fragt: „Wer belebt die Knochen, wenn sie zerfallen sind?“
Vers 79: Sag ˹ihnen˺: „Sie belebt derjenige, der sie zum ersten Mal erschuf. Und Er weiß über jedes Geschöpf genau Bescheid.
Vers 81: Ist denn nicht derjenige, der die Himmel und die Erde erschuf, auch fähig, ihnen Gleiches zu erschaffen? Doch! Und Er ist der allwissende ˹alleinige˺ Schöpfer.
Vers 82: Wenn Er eine Sache beschließt, ist Sein Befehl lediglich ‚Sei!‘, und schon ist es.
Vers 83: So ist ˹derjenige über jeden Makel˺ erhaben, in dessen Händen die Herrschaft aller Dinge ist, und zu Ihm kehrt ihr zurück.