At-Tawba

At-Tawba

Die Reue

Vertragsbruch der Mekkaner und die Kriegserklärung

Vers 1: Hiermit sagen sich Gott und Sein Gesandter von den Götzendienern los, mit denen ihr Verträge geschlossen ha bt.

Vers 2: So streift vier Monate auf Erden umher1 und wisst, dass ihr Gott nicht entkommt und dass Gott die Leugner der Schmach aussetzen wird.

  1. 1 Dies war die Aufforderung im Jahr 9 nach der Einnahme Mekkas an die verbliebenen Götzendiener, die Region zu verlassen. Ihnen wurden vier Monate eingeräumt.

Vers 3: Und (dies ist) eine Ansage von Gott und Seinem Gesandten an die Menschen am wichtigsten Tag des Hadsch,2 dass Gott sich von den Götzendienern lossagt, und auch Sein Gesandter. Und wenn ihr reuevoll umkehrt, ist dies besser für euch. Und wenn ihr euch ˹vom Glauben˺ abwendet, so wisst, dass ihr Gott nicht entkommt. Und verkünde denen, die leugnen, eine schmerzhafte Pein,

  1. 2 Der wichtigste Tag des Hadsch ist Arafa, der neunte Tag des Hadschmonats, an dem alle Pilger auf der Ebene von Arafa den Mittag und Nachmittag mit Bittgebeten verbringen.

Vers 4: außer jenen Götzendienern, mit denen ihr einen Vertrag geschlossen habt, den sie danach nicht im Geringsten gebrochen haben, und die niemanden gegen euch unterstützt haben; haltet also mit ihnen den Vertrag bis zu seiner Frist ein! Gott liebt ja die Gottesfürchtigen.

Kampf gegen vertragsbrüchige Götzendiener

Vers 5: Wenn jedoch die heiligen Monate vorbei sind, so tötet die Götzendiener, wo ihr sie auch findet, und nehmt sie, belagert sie und lauert ihnen an jedem Posten auf!3 Und wenn sie reuevoll umkehren, das Gebet verrichten und die Zakat entrichten, dann lasst sie ziehen! Gott ist ja vergebend und barmherzig.

  1. 3 Dieser Vers bezieht sich auf die mekkanischen Götzendiener, die die Muslime vertrieben, angegriffen und ihre Verträge gebrochen hatten. Er erklärt nach einer Frist das Ende dieser Bündnisse und richtet sich gegen feindliche Parteien; diejenigen, die ihre Abkommen einhalten, bleiben davon ausgenommen.

Schutzerklärung für Feinde

Vers 6: Und wenn dich ein Götzendiener um Schutz bittet, so gewähre ihm Schutz, damit er Gottes Wort (den Koran) hört, sodann bringe ihn zu einem Ort, an dem er sicher ist. Dies liegt daran, dass sie Leute sind, die kein Wissen ˹über den Glauben˺ haben.

Aussetzung gebrochener Verträge

Vers 7: Wie können die Götzendiener einen Bund bei Gott und Seinem Gesandten haben, bis auf diejenigen, mit denen ihr einen Bund bei der heiligen Moschee ˹Mekkas˺ abgeschlossen habt? Solange sie sich euch gegenüber korrekt verhalten, so verhaltet euch auch ihnen gegenüber korrekt! Gott liebt ja die Gottesfürchtigen.

Vers 8: Wie ˹können sie einen Bund beanspruchen˺, wo sie doch, wenn sie über euch siegen, weder Verwandtschaft noch Bündnis respektieren? Sie besänftigen euch mit ihren Mündern, doch lehnen sie es im Herzen ab, und die meisten von ihnen sind unverschämte Sünder.

Vers 9: Sie erkauften sich mit Gottes Zeichen (Versen) einen geringen Gewinn und hielten von Seinem Weg ab. Es ist in der Tat schlimm, was sie getan haben.

Vers 10: Sie respektieren bei einem Gläubigen weder Verwandtschaft noch ein Bündnis. Und jene sind die ˹feindseligen˺ Übertreter.

Umgang mit Feinden

Vers 11: Doch wenn sie reuevoll umkehren, das Gebet ˹in Ehren˺ einhalten und die Zakat entrichten, so sind sie eure Brüder in der Religion. Und Wir legen die Zeichen für Leute, die wissen, ausführlich dar.

Vers 12: Und wenn sie ihre Eide nach dem Beschluss ihres Bündnisses brechen und eure Religion verletzen, so kämpft gegen die Anführer des Unglaubens – denn sie kennen keine Eide –, auf dass sie wohl aufhören.

Kampf gegen vertragsbrüchige Feinde

Vers 13: Wollt ihr denn nicht Leute bekämpfen, die ihre Eide gebrochen haben, den Gesandten vertreiben wollten und zuerst gegen euch vorgegangen sind? Fürchtet ihr sie etwa? Gott solltet ihr mehr fürchten, wenn ihr gläubig seid!

Vers 14: Bekämpft sie, dann bestraft Gott sie durch eure Hände und erniedrigt sie, gewährt euch den Sieg über sie, heilt die Herzen gläubiger Leute

Vers 15: und nimmt den Zorn ihrer Herzen hinweg! Und Gott nimmt die Reue dessen an, für den Er dies will. Und Gott ist allwissend und allweise.

Prüfung der Muslime

Vers 16: Oder meint ihr, dass ihr belassen werdet, bis Gott ˹euch˺ diejenigen unter euch zeigt, die sich bemühen und sich neben Gott, Seinem Gesandten und den Gläubigen keine Nächsten auswählen? Und Gott ist dessen kundig, was ihr tut.

Moscheebau

Vers 17: Den Götzendienern steht es nicht zu, Gottes Moscheen zu bevölkern, wo sie doch ˹tatkräftig˺ gegen sich selbst bezeugen, ˹den Glauben˺ zu leugnen. Die Taten jener sind zunichte, und im Feuer werden sie ewig weilen.

Vers 18: Die Moscheen Gottes erhält vielmehr aufrecht, wer an Gott und den Jüngsten Tag glaubt, das Gebet ˹in Ehren˺ einhält, die Zakat entrichtet und niemanden außer Gott fürchtet. Diese werden wohl zu den Rechtgeleiteten gehören.

Vorzug des Glaubens

Vers 19: Stellt ihr etwa die Versorgung der Pilger und die Pflege der heiligen Moschee mit dem gleich, der an Gott und den Jüngsten Tag glaubt und sich um Gottes Weg bemüht? Sie sind nicht gleich bei Gott. Und Gott leitet das übeltäterische Volk nicht recht.

Vers 20: Diejenigen, die bereits glauben, auswandern und sich mit ihrem Vermögen und Leben auf dem Weg Gottes bemühen, haben einen gewaltigeren Rang bei Gott. Und jene sind die Gewinner.

Vers 21: Ihr Herr verkündet ihnen Barmherzigkeit von Ihm, Zufriedenheit und Paradiesgärten, in denen sie andauernde Freuden erwarten,

Vers 22: auf immer und ewig sind sie darin. Bei Gott ist ja gewiss gewaltiger Lohn ˹zu erwarten˺.

Distanzierung vom Unglauben

Vers 23: O Gläubige! Wählt eure Eltern und Geschwister nicht zu euren Nächsten,4 wenn sie den Unglauben dem Glauben vorziehen! Und wer von euch sich ihnen ˹vollkommen loyal˺ zuwendet – jene sind die Übeltäter.

  1. 4 Verboten ist hier die absolute Loyalität, nicht jedoch die Freundschaft und der respektvolle Umgang. Der Koran fordert dazu auf, den Kontakt zu den Eltern zu halten, selbst wenn sie gegen den Glauben sind: „Und begleite sie im Diesseits im Guten!“ (Siehe 31:15)

Vers 24: Sag: Wenn euch eure Eltern, Kinder, Geschwister, Ehepartner und Sippen, das Vermögen, das ihr erworben habt, ein Handel, dessen Rückgang ihr fürchtet, und Behausungen, die euch gefallen, lieber sind als Gott, Sein Gesandter und die Bemühung auf Seinem Weg, dann wartet ab, bis Gottes Entscheidung eintrifft. Und Gott leitet die offen sündigenden Menschen nicht recht.

Gottes Beistand bei der Schlacht von Hunain

Vers 25: Gott verhalf euch bei vielen Orten zum Sieg und auch am Tag von Hunain,5 als euch eure große Zahl gefiel und euch doch nichts nützte und die Erde euch trotz ihrer Weite bedrückte, sodann seid ihr geflohen!

  1. 5 Nach der Einnahme Mekkas gingen die Muslime ins Landesinnere, um den aufständischen Stamm Hawazin zu besiegen. Manche Teilnehmer sagten voraus, dass die Muslime an diesem Tag wegen ihrer zahlenmäßigen Überlegenheit niemals besiegt würden, doch dann legte ihnen der Stamm bei Hunain einen Hinterhalt, sodass fast alle Muslime flohen.

Vers 26: Doch dann sandte Gott Seine Ruhe auf Seinen Gesandten und die Gläubigen herab, und Er sandte Truppen herab, die ihr nicht gesehen habt, und peinigte diejenigen, die leugneten. Und jenes ist die Strafe der Glaubensleugner.

Vers 27: Doch dann nimmt Gott die Reue dessen an, für den Er dies will. Und Gott ist vergebend und barmherzig.

Götzendiener dürfen die heilige Moschee nicht betreten

Vers 28: O Gläubige! Die Götzendiener sind unrein,6 so dürfen sie sich der heiligen Moschee nach diesem Jahr7 nicht mehr nähern. Und wenn ihr Armut fürchtet, so wird Gott euch doch einst aus Seiner Güte bereichern, wenn Er will. Gott ist gewiss allwissend und allweise.

  1. 6 Mit der Unreinheit ist hier die Unreinheit des Glaubens gemeint. Der Vers bezieht sich nicht auf körperliche Hygiene.
  2. 7 Gemeint ist das Jahr 9 nach der Auswanderung, 631 n. Chr. In ihm fand der erste Hadsch nach der Einnahme Mekkas statt.

Kampf gegen Byzanz

Vers 29: Bekämpft diejenigen unter den Anhängern der Buchreligionen, die nicht ˹gebührend˺ an Gott und den Jüngsten Tag glauben, nicht verbieten, was Gott und Sein Gesandter verboten haben, und nicht der wahren Religion folgen, bis sie die Schutzsteuer gefügig und direkt entrichten.8

  1. 8 Dieser Befehl steht im historischen Kontext der Konfrontation mit dem Byzantinischen Reich, das zuvor feindlich gegenüber den Muslimen auftrat. Juden und Christen unter muslimischer Herrschaft entrichteten die Schutzsteuer (Dschizya) und waren vom Militärdienst sowie von der Zakat befreit; ausgenommen von der Zahlung der Schutzsteuer waren Frauen, Kinder, Ältere, Kleriker, Bedürftige und Beeinträchtigte.

Polytheistische Lehren im Judentum und Christentum

Vers 30: Und die Juden sagten ˹einst˺, Uzayr9 sei Gottes Sohn, und die Christen sagen, der Messias sei Gottes Sohn. Jenes ist ihr Lippenbekenntnis. Sie kommen damit der Meinung derer gleich, die ˹den Glauben˺ zuvor leugneten. Gott vernichte sie! Wie können sie nur ˹so etwas˺ erlügen?

  1. 9 Uzayr wird häufig mit Esra identifiziert; Hinweise legen jedoch nahe, dass sich die Bezeichnung eher auf Rabbi Eliezer bezieht.

Vers 31: Sie machten sich ihre Rabbiner und Mönche zu Herren neben Gott10 und auch den Messias, Sohn der Maria. Doch wurde ihnen lediglich befohlen, einen einzigen Gott zu verehren. Es gibt keinen ˹anbetungswürdigen˺ Gott außer Ihn. Erhaben ist Er über das, was sie Ihm beigesellen.

  1. 10 Der Prophet Muhammad ﷺ erklärte: „Sie erklärten für verboten, was Gott erlaubt hat, und erlaubten, was Gott verboten hat; so nahmen sie sie zu Herren neben Gott.

Vers 32: Sie wollen Gottes Licht mit ihren ˹über Gott lügenden˺ Mündern auslöschen, doch will Gott allein, dass Sein Licht stets leuchtet, auch wenn es den Glaubensleugnern missfällt.

Vers 33: Er ist es, der Seinen Gesandten mit der Rechtleitung und wahren Religion entsandte, um sie über alle anderen Religionen zu stellen, auch wenn es den Götzendienern missfällt.

Missbrauch der Religion und Zakatverweigerung

Vers 34: O Gläubige! Viele Rabbiner und Mönche raffen gewiss unrechtmäßig das Vermögen der Menschen ein und halten vom Weg Gottes ab. Und denen, die das Gold und Silber horten und nicht für Gottes Sache spenden,11 verkünde eine schmerzhafte Pein,

  1. 11 Das heißt, dass sie die Pflichtabgabe (Zakat) für ihr Vermögen nicht entrichten.

Vers 35: am Tag, an dem sie (Gold und Silber) über dem Feuer erhitzt werden, damit mit ihnen ihre Stirne, Seiten und Rücken versengt werden: „Das ist es, was ihr für euch selbst gehortet habt! Kostet also das, was ihr gehortet habt!“

Mondkalender und Schaltmonatsverbot

Vers 36: Die Zahl der Monate bei Gott beträgt gewiss zwölf, seit dem Tag, an dem Er die Himmel und die Erde erschuf. Vier von ihnen sind heilig. Dies ist die korrekte Religion. Fügt euch also kein Unrecht in ihnen (den heiligen Monaten) zu! Und bekämpft die Götzenverehrer allesamt, wie sie ja auch euch allesamt bekämpfen! Und wisst, dass Gott mit den Gottesfürchtigen ist!

Vers 37: Das Verschieben des heiligen Monats12 ist nichts als Steigerung des Unglaubens. Damit werden diejenigen, die leugnen, in die Irre geführt. Sie erklären ihn in einem Jahr für erlaubt und in einem Jahr für verboten, um damit der Zahl ˹der Monate˺ gleichzukommen, die Gott verboten hat. Ihnen wurden ihre Übeltaten als schön vorgegaukelt. Und Gott leitet das leugnerische Volk nicht recht.

  1. 12 Im Islam wird ein reiner Mondkalender verwendet. Die Araber vor dem Islam benutzten hingegen teilweise Schaltmonate, ähnlich wie im Judentum. Priester bestimmten regelmäßig, wann der heilige Monat Radschab um einen Monat verschoben wird. Dieses Verschieben des heiligen Monats führte dazu, dass sich auch die Pilgerriten und die Monate verschoben, in denen der Kampf verboten war.

Aufforderung zur Verteidigung der Religion

Vers 38: O Gläubige! Was ist mit euch? Wenn zu euch gesagt wird: „Zieht aus auf Gottes Weg“, sinkt ihr träge zu Boden! Ist euch etwa das diesseitige Leben lieber als das jenseitige? Das diesseitige Leben ist im Jenseits nur wenig wert.

Vers 39: Wenn ihr nicht loszieht, wird Er euch schmerzhaft peinigen und an eure Stelle ein anderes Volk setzen, und ihr könnt Ihm13 nicht schaden! Und Gott ist zu allem mächtig.

  1. 13 Das Pronomen bezieht sich eher auf Gott, könnte sich aber auch auf den Propheten beziehen, siehe nächsten Vers.

Gottes Beistand bei der Auswanderung

Vers 40: Wenn ihr ihm (Muhammad) nicht beisteht, so stand Gott ihm bereits bei, als ihn diejenigen, die leugnen, vertrieben – als zweiten von zweien, als beide in der Höhle waren, als er (Muhammad) zu seinem Gefährten ˹Abu Bakr˺ sagte: „Sei nicht betrübt, Gott ist gewiss mit uns!“14 Sodann sandte Gott Seine Ruhe über ihn herab und unterstützte ihn mit Truppen, die ihr nicht gesehen habt. Und Er bestimmte, dass das Wort derjenigen, die leugnen, unterliegt, und das Wort Gottes das höchste ist. Und Gott ist ehrwürdig und allweise.

  1. 14 Der Vers erwähnt die Auswanderung des Propheten ﷺ nach Medina. Er versteckte sich vor seinen Verfolgern mit seinem engsten Gefährten Abu Bakr in einer Höhle.

Auszug für die Sache Gottes

Vers 41: Zieht sowohl leicht als auch schwer bewaffnet los und bemüht euch mit eurem Vermögen und Leben für die Sache Gottes! Jenes ist besser für euch, wenn ihr es doch nur wüsstet!

Heuchler verweigern den Kampf mit den Gläubigen

Vers 42: Wäre ein nahes Ziel oder eine kurze Reise zu erwarten, würden sie dir (Muhammad) folgen. Doch ist ihnen die Reise zu beschwerlich.15 Und sie werden dir ganz gewiss bei Gott schwören: „Wenn wir doch nur könnten, würden wir mit euch ziehen!“ Sie vernichten sich nur selbst; und Gott weiß genau, dass sie Lügner sind.

  1. 15 Die folgende Passage bezieht sich auf die Schlacht bei Tabuk gegen die Byzantiner. Die Reise dorthin war weit, außerdem war Hochsommer und der Feind war zahlenmäßig weit überlegen.

Vers 43: Möge Gott dir ˹o Muhammad˺ vergeben! Warum hast du ihnen dies bloß gestattet, bevor dir klar wird, wer aufrichtig ist, und du die Lügner erkennst?

Vers 44: Diejenigen, die an Gott und den Jüngsten Tag glauben, bitten dich nicht um Erlaubnis, sich mit ihrem Vermögen und Leben ˹um den Glauben˺ zu bemühen. Und Gott weiß genau um die Gottesfürchtigen.

Vers 45: Es bitten dich nur diejenigen um Erlaubnis, die nicht an Gott und den Jüngsten Tag glauben und die im Herzen zweifeln, sodass sie in ihrer Unsicherheit zögern.

Vers 46: Hätten sie losziehen wollen, hätten sie sich wohl darauf vorbereitet. Doch Gott missfiel, dass sie aufbrechen, daher ließ Er sie zögern und es wurde gesagt: „Bleibt mit den Unfähigen zurück!“

Vers 47: Wären sie mit euch losgezogen, hätten sie euch nur noch mehr geschadet und euch gegeneinander aufgestachelt. Sie wollen euch nur verwirren, und manche unter euch hören ihnen stets zu. Doch Gott weiß genau um die Übertreter.

Vers 48: Sie wollten euch doch schon zuvor verwirren und haben gegen dich Pläne ausgeheckt, bis die Wahrheit kam und Gottes Sache siegte, auch wenn es ihnen nicht gefiel.

Entschuldigungen der Heuchler

Vers 49: Und unter ihnen ist derjenige,16 der sagt: „Erlaube mir ˹nicht zu kämpfen˺ und führe mich nicht in Versuchung!“ Vielmehr sind sie selbst bereits der Versuchung verfallen. Und die Hölle umgibt ganz gewiss die Leugner.

  1. 16 Gemeint ist ein konkreter Heuchler, der sagte, er wolle nicht gegen die Byzantiner in den Krieg ziehen, weil für ihn die byzantinischen Frauen eine Versuchung wären.

Vers 50: Wenn dir Gutes widerfährt, stört sie dies, doch wenn euch ein Unglück trifft, sagen sie fröhlich: „Wir haben bereits zuvor Maßnahmen getroffen!“ und gehen fröhlich hinfort.

Antworten auf die Ausreden der Heuchler

Vers 51: Sag: „Uns widerfährt nur das, was Gott für uns bestimmt hat. Er ist unser Nächster. Und auf Gott vertrauen die Gläubigen.“

Vers 52: Sag: „Ihr wartet eigentlich nur darauf, dass uns eines von zwei guten Dingen (Sieg oder Märtyrertod) widerfährt. Und wir erwarten, dass Gott euch mit Seiner eigenen Strafe oder durch unsere Hand heimsucht. Wartet daher ab, wir warten auch!“

Vers 53: Sag: „Spendet freiwillig oder widerwillig, es wird von euch ˹Heuchlern˺ niemals angenommen! Ihr wart bereits offen sündigende Leute.“

Gute Taten der Heuchler sind wertlos

Vers 54: Und warum werden denn ihre Spenden nicht angenommen? Dies liegt nur daran, dass sie Gott und Seinen Gesandten leugnen, lediglich faul zum Gebet gehen und widerwillig spenden.

Vers 55: Ihr Vermögen und ihre Kinder sollten dir ja nicht gefallen! Gott will17 sie damit nur im irdischen Leben strafen und dass sie ihren letzten Atemzug als Glaubensleugner machen.

  1. 17 Gottes Wille ist hier nicht mit dem Wohlwollen Gottes zu verwechseln: Gottes Wille bedeutet, dass Er dies so für Heuchler bestimmt, weil sie so hochmütig sind. Dies heißt jedoch nicht, dass es Ihm gefiele, sie zu erniedrigen.

Eigenschaften der Heuchler: Lug und Trug

Vers 56: Und sie schwören bei Gott, dass sie zu euch gehören, doch halten sie nicht zu euch, sondern sind Leute, die sich fürchten.

Vers 57: Würden sie eine Zuflucht, Höhlen oder Erdlöcher finden, würden sie hineinstürzen.

Vers 58: Und unter ihnen ist manch einer, der dich wegen der Spenden kritisiert. Wird ihnen etwas gegeben, sind sie zufrieden, wird ihnen hingegen nichts gegeben, werden sie plötzlich wütend.

Vers 59: Doch wenn sie nur mit dem zufrieden wären, was ihnen Gott und Sein Gesandter gegeben haben, und sagen würden: „Gott genügt uns, Gott wird uns in Seiner Güte schon geben, und auch Sein Gesandter! Wir streben doch schließlich zu Gott!“

Empfangsberechtigte für die Zakat

Vers 60: Die Spenden ˹der Zakat˺ stehen nur den Armen, den Bedürftigen, den dafür Arbeitenden,18 Menschen, deren Herzen ˹für den Glauben˺ zu gewinnen sind, den Versklavten, mittellosen Verschuldeten, für die Sache Gottes und mittellosen Reisenden zu. Dies ist von Gott auferlegte Pflicht. Und Gott ist allwissend und allweise.

  1. 18 Gemeint sind Personen, die die Zakat eintreiben und verteilen. Sie werden vom Staat angestellt und erhalten ihren Lohn aus der Zakatkasse.

Heuchler belästigen den Propheten

Vers 61: Und unter ihnen gibt es solche, die den Propheten belästigen und sagen, er höre jedem ˹Beliebigen˺ zu. Sag: „Es ist doch gut, dass er auch euch zuhört! Er glaubt an Gott, glaubt den Gläubigen und ist eine Barmherzigkeit für jene unter euch, die glauben.“ Und jene, die den Gesandten Gottes belästigen, erwartet eine schmerzvolle Strafe.

Eigenschaften der Heuchler

Vers 62: Sie schwören bei Gott vor euch, damit ihr mit ihnen zufrieden seid; vielmehr sollten sie Gott und Seinen Gesandten zufriedenstellen, wenn sie gläubig sein sollten.

Vers 63: Haben sie etwa nicht gewusst, dass derjenige, der sich gegen Gott und Seinen Gesandten stellt, das Höllenfeuer verdient, in dem er ewig verweilen wird? Jenes ist die gewaltige Schande.

Vers 64: Die Heuchler hüten sich, dass über sie eine Sure offenbart wird, die erklärt, was in ihren Herzen ist. Sag ˹ihnen˺: „Spottet doch! Gott wird gewiss das offenlegen, wovor ihr euch hütet!“

Vers 65: Und wenn du sie fragst, ˹warum sie über den Glauben spotten,˺ sagen sie: „Wir haben doch nur gealbert und gespielt!“ Sag ˹ihnen˺: „Über Gott, Seine Verse und Seinen Gesandten habt ihr also gespottet?

Vers 66: Entschuldigt euch nicht! Ihr habt den Glauben bereits verleugnet, nachdem ihr ihn angenommen habt!“ Auch wenn Wir manchen von euch verzeihen sollten, strafen Wir doch andere, weil sie Verbrecher waren.

Vers 67: Die Heuchler und Heuchlerinnen ähneln einander: Sie gebieten das Schlechte, verbieten das Gute und geizen mit der Spenderhand. Sie ignorieren Gott, sodass auch Er sie ignoriert. Die Heuchler sind gewiss unverschämte Sünder.

Strafe der Heuchler

Vers 68: Gott verspricht den Heuchlern, Heuchlerinnen und Glaubensverweigerern das Höllenfeuer, ewig werden sie darin sein. Es soll ihnen genügen. Gott verflucht sie, und ihnen droht eine ewig anhaltende Pein,

Vers 69: wie denjenigen vor euch, sie waren mächtiger als ihr und hatten mehr Vermögen und Kinder, und so erfreuten sie sich an ihrem Anteil. Und nun erfreut ihr euch an eurem Anteil, wie sich diejenigen vor euch an ihrem Anteil erfreuten, und ihr albert, wie auch sie alberten. Und jene sind die Verlierer.

Vers 70: Haben sie denn nicht von den Ereignissen der Völker vor ihnen erfahren: des Volks von Noah, der Ad, der Thamud, des Volks von Abraham, der Midianiter und der verschütteten Städte?19 Ihre Gesandten überbrachten ihnen klare Beweise, und es ist nicht in Gottes Sinn, ihnen Unrecht anzutun, vielmehr fügten sie sich selbst Unrecht zu.

  1. 19 Gemeint sind Sodom und Gomorrha, in denen Lots Volk wohnte, das von einem Steinregen verschüttet wurde.

Eigenschaften der Gläubigen

Vers 71: Und die gläubigen Männer und Frauen sind sich selbst die Nächsten: Sie gebieten das Gute, verbieten das Schlechte, halten das Gebet ˹in Ehren˺ ein, entrichten die Zakat und gehorchen Gott und Seinem Gesandten. Derer wird sich Gott erbarmen. Gott ist ja ehrwürdig und allweise.

Vers 72: Gott hat den gläubigen Männern und Frauen Paradiesgärten versprochen, unter denen die Flüsse dahinfließen, in denen sie ewig weilen, und schöne Behausungen in den Gärten Eden. Und Gottes Zufriedenheit ist weit größer! Jenes ist der gewaltige Sieg.

Bekämpfung der Glaubensgegner und Heuchler

Vers 73: O Prophet! Bekämpfe die Glaubensgegner und Heuchler und gehe streng mit ihnen um! Und ihre Zuflucht wird die Hölle sein, und was für ein schlimmes Ende ˹das ist˺!

Vers 74: Sie schwören bei Gott, so etwas nicht gesagt zu haben, doch haben sie wahrhaftig leugnerische Worte gesagt und sind vom Glauben abgefallen, nachdem sie einst Muslime waren. Zudem planten sie etwas, was sie nicht bewirken konnten. Eigentlich ärgert sie nur, dass Gott und Sein Gesandter ihnen (den Gläubigen) aus Seiner Güte genügen. Es wäre besser für sie (die Heuchler), wenn sie reuevoll umkehren würden. Wenn sie sich hingegen ˹vom Glauben˺ abwenden sollten, wird Gott sie im Diesseits und Jenseits mit einer schmerzvollen Qual strafen. Und dann werden sie auf Erden keinen Nächsten oder Helfer haben.

Merkmale der Heuchler: Lüge und Vertragsbruch

Vers 75: Und unter ihnen ist mancher, der Gott versprach: „Wenn Er uns in Seiner Güte beschert, werden wir gewiss spenden und zu den Rechtschaffenen gehören!“

Vers 76: Doch als Er ihnen ˹etwas˺ aus Seiner Güte gab, geizten sie damit und wandten sich widerwillig ab.

Vers 77: Und so brachte ihnen dies Heuchelei in ihren Herzen bis zu dem Tag ein, an dem sie Ihn treffen werden, weil sie das Versprechen brachen, das sie Gott gaben, und weil sie stets lügen.

Vers 78: Haben sie etwa nicht gewusst, dass Gott ihre Geheimnisse und heimlichen Gespräche kennt und Gott der um das Verborgene Wissende ist?

Merkmale der Heuchler: Spott über Gläubige

Vers 79: Sie sind diejenigen, die sich über die freiwilligen Spender unter den Gläubigen und über jene auslassen, die nur ihre Arbeit ˹als Spende˺ geben können; über sie spotten sie! Gott wird ihnen ihren Spott vergelten, und ihnen droht eine schmerzvolle Qual.

Vers 80: Ob du (Muhammad) für sie um Vergebung bittest oder auch nicht, auch wenn du für sie siebzig Mal um Vergebung bittest, wird Gott ihnen niemals vergeben! Dies ist so, weil sie Gott und Seinen Gesandten leugneten. Und Gott führt die unverschämten Sünder nicht zum Guten.

Freude der Heuchler über schwache Gläubige

Vers 81: Die Zurückgebliebenen freuten sich darüber, nach dem ˹Aufbruch des˺ Gesandten Gottes ruhig zu sitzen, und verabscheuten es, sich mit ihrem Vermögen und Leben für die Sache Gottes einzusetzen. Und sie sagten: „Zieht nicht in der Hitze in den Krieg!“ Sag ˹ihnen˺: „Das Höllenfeuer ist viel heißer!“ Wenn sie es doch nur begreifen würden!

Vers 82: Daher sollen sie ˹im Diesseits˺ ein wenig lachen und ˹im Jenseits˺ viel weinen – als Strafe für das, was sie begangen haben.

Bedingte Ausgrenzung der Heuchler

Vers 83: Und wenn Gott dich ˹o Muhammad˺ zu einer Gruppe von ihnen zurückkehren lassen sollte und sie dich um Erlaubnis bitten sollten, loszuziehen, dann sag ˹ihnen˺: „Ihr werdet niemals mit mir losziehen und niemals mit mir einen Feind bekämpfen! Ihr wart doch beim ersten Mal damit zufrieden, zurückzubleiben, also bleibt bei den Zurückbleibenden!“

Vers 84: Und bete für keinen von ihnen das Totengebet und stehe nicht an seinem Grab! Sie leugneten schließlich Gott und Seinen Gesandten und starben als unverschämte Sünder.

Vers 85: Und ihr Vermögen und ihre Kinder dürfen dich nicht beeindrucken! Gott will sie damit nur im Diesseits strafen und dass sie ihren letzten Atemzug als Glaubensleugner machen.

Heuchler bitten, nicht mitkämpfen zu müssen

Vers 86: Und wenn eine Sure herabgesandt wird, in der es heißt, dass ihr an Gott glauben und mit Seinem Gesandten kämpfen sollt, tragen dir die Wohlhabenden unter ihnen ihre Entschuldigungen vor und sagen: „Lass uns mit den Zurückgebliebenen hier!“

Vers 87: Sie sind damit zufrieden, zu den Zurückgebliebenen zu gehören, und ihre Herzen wurden verschlossen, sodass sie nichts begreifen.

Gläubige sträuben sich nicht

Vers 88: Doch der Gesandte und diejenigen, die mit ihm glauben, bemühen sich mit ihrem Vermögen und ihrem Leben. Und jene erwarten die schönen Dinge ˹im Jenseits˺, und jene sind die Erfolgreichen.

Vers 89: Gott bereitete für sie schon Paradiesgärten vor, unter denen die Flüsse dahinfließen, in denen sie ewig weilen werden. Jenes ist der gewaltige Sieg.

Beduinen drücken sich vor dem Kampf

Vers 90: Und die sich entschuldigenden Beduinen kamen zu dir ˹o Muhammad˺, damit sie entschuldigt werden, sodass diejenigen zurückblieben, die Gott und Seinen Gesandten leugneten. Diejenigen unter ihnen, die leugnen, wird eine schmerzvolle Qual heimsuchen.

Vom Wehrdienst befreite Gläubige

Vers 91: Es ist weder für die Schwachen, die Kranken noch diejenigen, die nichts finden, was sie ausgeben könnten, bedenklich, ˹vom Kampf zurückzubleiben,˺ wenn sie für Gott und Seinen Gesandten aufrichtig sind. Den Gütigen ist kein Vorwurf zu machen. Und Gott ist vergebend und barmherzig.

Vers 92: Und auch denen ist nichts vorzuwerfen, zu denen du ˹o Muhammad˺ sagtest, als sie zu dir kamen, damit du sie mitnimmst: „Ich finde nichts, womit ich euch mitnehmen könnte.“ Sie gingen mit vor Tränen überlaufenden Augen aus Trauer darum weg, dass sie nichts finden, was sie ausgeben könnten.

Kritik an den Untätigen im Kampf

Vers 93: Der Vorwurf richtet sich allein gegen diejenigen, die sich bei dir ˹o Muhammad˺ entschuldigen, obwohl sie genug besitzen. Sie geben sich schließlich damit zufrieden, zu den Zurückgebliebenen zu gehören. Vielmehr verschloss Gott ihre Herzen, sodass sie nicht ˹über die Sünde Bescheid˺ wissen.

Entschuldigung der Heuchler

Vers 94: Sie (die Heuchler) entschuldigen sich bei euch, wenn ihr ˹Gläubige˺ zu ihnen zurückkehrt. Sag: „Entschuldigt euch nicht! Wir werden euch niemals glauben. Gott hat uns bereits einiges über euch mitgeteilt. Und Gott wird eure Taten sehen, und auch Sein Gesandter, dann werdet ihr zum Kenner des Verborgenen und Sichtbaren zurückgebracht, der euch sogleich berichten wird, was ihr getan habt.“

Vers 95: Sie werden für euch bei Gott schwören, wenn ihr zu ihnen zurückgekehrt seid, damit ihr von ihnen abseht. Seht von ihnen ab! Sie sind gewiss erbärmlich. Und ihre Zuflucht ist die Hölle als Vergeltung für das, was sie getan haben.

Vers 96: Sie schwören für euch, damit ihr mit ihnen zufrieden seid. Doch selbst wenn ihr mit ihnen zufrieden sein solltet, ist Gott gewiss nicht mit den unverschämten Sünden zufrieden.

Heuchler und Gläubige unter den Beduinen

Vers 97: Die Beduinen sind schlimmer in der Glaubensverweigerung und Heuchelei und neigen eher dazu, nicht die Grenzen dessen zu kennen, was Gott Seinem Gesandten offenbarte. Und Gott ist allwissend und allweise.

Vers 98: Und mancher Beduine betrachtet das, was er ˹für die Religion˺ spendet, als Verlust und hofft nur darauf, dass euch Schicksalsschläge treffen. Möge sie ein übler Schicksalsschlag ereilen! Und Gott ist allhörend und allwissend.

Vers 99: Und mancher Beduine glaubt an Gott und den jüngsten Tag und erhofft mit dem, was er ˹für die Religion˺ spendet, die Erhöhung des Ranges bei Gott und Bittgebete des Gesandten. Und es wird eine Erhöhung des Ranges für sie sein. Gott wird sie in Seine Barmherzigkeit aufnehmen. Gott ist ja vergebend und barmherzig.

Ränge der Gläubigen und Heuchler Medinas

Vers 100: Und die ersten Vorauseilenden unter den Auswanderern und Helfern20 und diejenigen, die ihnen im Guten folgen – mit ihnen ist Gott zufrieden und sie sind mit Ihm zufrieden. Zudem hält Er für sie Paradiesgärten bereit, unter denen die Flüsse dahinfließen, in denen sie auf immer und ewig sein werden. Jenes ist der gewaltige Sieg.

  1. 20 Die Auswanderer sind die Muslime, die einst aufgrund der Unterdrückung und Verfolgung durch die Götzendiener Mekka verlassen mussten und nach Medina auswanderten. Die Helfer sind die muslimischen Einwohner Medinas, die die Auswanderer aufnahmen.

Vers 101: Und unter den Beduinen, die um euch herum hausen, sind Heuchler, und auch unter den Medinensern – sie haben sich zur Heuchelei verschworen. Du weißt nicht, wer sie sind, doch Wir wissen, wer sie sind. Wir werden sie zweimal strafen, dann werden sie zu einer gewaltigen Strafe heimgebracht.

Vers 102: Und andere ˹Heuchler˺ gestehen ihre Sünden. Sie verbanden gute Taten mit anderem Schlechten. Gott wird wohl ihre Reue annehmen. Gott ist ja vergebend und barmherzig.

Pflicht zur Zakat und zum Bittgebet

Vers 103: Nimm von ihrem Vermögen eine Spende (die Zakat), mit der du sie reinigst und läuterst! Und sprich Bittgebete für sie, denn deine Bittgebete sind für sie eine Quelle der Ruhe! Und Gott ist allhörend und allwissend.

Gott nimmt die Reue der Sünder an

Vers 104: Wussten sie denn nicht, dass Gott es ist, der die Reue Seiner Diener akzeptiert und die Almosen annimmt, und dass gewiss Gott der die Reue Annehmende und Barmherzige ist?

Vers 105: Und sag: „Handelt! Gott wird eure Taten sehen, und auch Sein Gesandter und die Gläubigen. Und ihr werdet zum Kenner des Verborgenen und Sichtbaren zurückgebracht, der euch sogleich berichten wird, was ihr getan habt.“

Wankende Gläubigen

Vers 106: Und andere ˹blieben zurück˺, deren Urteil aufgeschoben wurde, bis Gottes Anweisung ergeht – entweder wird Er sie strafen oder ihre Reue annehmen.21 Und Gott ist allwissend und allweise.

  1. 21 Es handelt sich um drei Prophetengefährten, die nicht zur Schlacht aufbrachen. Sie wurden 50 Tage von der Gemeinschaft ausgestoßen, bis Gott offenbarte, dass Er ihre Reue angenommen hatte.

Moschee der Heuchler

Vers 107: Und ˹es gibt˺ auch diejenigen ˹Heuchler˺, die eine Moschee errichteten, um Schaden, Unglauben und die Spaltung der Gläubigen zu bewirken und einen Beobachtungsort für diejenigen haben wollten,22 die Gott und Seinen Gesandten bereits davor bekämpften. Und sie werden gewiss bei Gott schwören: „Wir wollten doch nur das Beste!“ Doch Gott bezeugt, dass sie gewiss Lügner sind.

  1. 22 Die Heuchler unter den Bewohnern Medinas bauten eine Moschee, um unter sich zu sein und Pläne gegen die Muslime zu schmieden.

Vers 108: Stehe niemals darin ˹zum Gebet˺! Eine Moschee, die vom ersten Tag an aus Gottesfurcht errichtet wurde, ist gewiss würdiger, dass du darin ˹zum Gebet˺ stehst. In ihr gibt es Männer, die es lieben, sich zu reinigen. Und Gott liebt die sich Reinigenden.

Vers 109: Ist denn derjenige, der sein Gebäude aus Ehrfurcht und Zufriedenheit mit Gott errichtet, besser oder derjenige, der sein Gebäude am Rand eines steilen Abgrundes erbaut und damit in das Höllenfeuer stürzt? Und Gott führt das übertreterische Volk nicht zum Guten.

Vers 110: Das Gebäude, das sie errichtet haben, verursacht stets Zweifel in ihren Herzen, es sei denn, ihre Herzen trennen sich.23 Und Gott ist allwissend und allweise.

  1. 23 Mit dem Trennen der Herzen kann der Tod (die Trennung vom Körper) oder auch die Reue (die Trennung von der Heuchelei) gemeint sein.

Eigenschaften der wahren Gläubigen

Vers 111: Gott nimmt gewiss von den Gläubigen ihr Leben und ihr Vermögen entgegen, damit ihnen dafür das Paradies zusteht, indem sie für Gottes Sache kämpfen und dabei töten und getötet werden – ein Versprechen in der Urthora, im Urevangelium und im Koran, das Er zu erfüllen hat. Und wer hält seinen Bund treuer als Gott ein? So erhofft die Erfüllung eures Handels, den ihr abgeschlossen habt! Und jenes ist der gewaltige Sieg.

Vers 112: Die reuevoll Umkehrenden, ˹Gott˺ Verehrenden, Lobpreisenden, Umherschweifenden (Fastenden), sich ˹im Gebet˺ Verbeugenden, sich Niederwerfenden, das Gute Gebietenden und das Schlechte Verbietenden und Gottes Grenzen Einhaltenden. Und verkünde den Gläubigen frohe Botschaft!

Bitte um Vergebung für Nichtmuslime

Vers 113: Es steht dem Propheten und denjenigen, die stets glauben, nicht zu, ˹Gott˺ für die Götzenverehrer um Vergebung zu bitten, selbst wenn sie Verwandte sind, nachdem sie erfahren haben, dass sie Bewohner des lodernden Höllenfeuers sind.

Vers 114: Und Abraham bat für seinen Vater lediglich um Vergebung, weil er es ihm versprochen hatte.24 Doch als ihm klar wurde, dass er ein Feind Gottes ist, distanzierte er sich von ihm. Abraham ist ja sehr demütig und nachsichtig.

  1. 24 Gemeint ist die Bitte um Vergebung in 4:60, 26:86,19:47.

Vers 115: Und es ist nicht im Sinne Gottes, ein Volk in die Irre zu führen, nachdem Er es rechtgeleitet hat, bis Er ihm das darlegt, wovor es sich fürchtet.

Vers 116: Gott gehört ja die Herrschaft über die Himmel und die Erde. Er bestimmt über Leben und Tod. Und ihr habt neben Gott weder einen Nächsten noch Beistand!

Annahme der Reue der drei Zurückgebliebenen

Vers 117: Gott nahm gewiss die Reue des Propheten25, der Auswanderer und der Helfer an, die ihm in der harten Zeit folgten,26 als die Herzen mancher von ihnen beinahe abgeneigt gewesen wären, doch dann nahm Er ihre Reue an. Er ist mit ihnen schließlich nachsichtig und barmherzig.

  1. 25 Dem Propheten ﷺ wird vergeben, dass er alle mit Ausreden entschuldigte – ob aufrichtig oder nicht – und für die Götzenverehrer um Vergebung bat.
  2. 26 Mit der „harten Zeit“ ist der Feldzug nach Tabuk gemeint, gegen die Byzantiner im Norden der arabischen Halbinsel. Er war im Sommer, als gerade die Dattelernte anstand. Daher fiel es vielen Leuten schwer, mitzuziehen.

Vers 118: Außerdem nahm Er die Reue der drei Gefährten an, die zurückgeblieben waren; die Erde erschien ihnen trotz ihrer Weite beengend, sie waren bedrückt und davon überzeugt, dass sie vor Gott keine Zuflucht finden – es sei denn bei Ihm selbst. Schließlich nahm Er ihre Reue an, damit sie ˹stets˺ reuevoll umkehren. Gott ist schließlich der die Reue Annehmende und Barmherzige.

Vers 119: O Gläubige! Fürchtet Gott und seid unter den Aufrichtigen!

Wehrpflicht und ihr Lohn

Vers 120: Die Medinenser und die im Umland lebenden Beduinen dürfen weder hinter dem Gesandten zurückbleiben noch sich selbst für wichtiger erachten als ihn. Dies liegt daran, dass ihnen für jeden Durst, jede Mühe und jeden Hunger, den sie auf dem Weg Gottes erleiden, und jeden Ort, den sie betreten und der die Glaubensfeinde verärgert – und ihnen für jeden Schlag, den sie den Glaubensgegnern zufügen, eine gute Tat angerechnet wird. Gott vergeudet gewiss den Lohn der Gütigen nicht.

Vers 121: Und für jede kleine oder große Spende, die sie ausgeben, und jedes Tal, das sie durchqueren, wird ihnen eine gute Tat angerechnet, damit Gott dies ihnen mit dem Besten vergilt, das sie getan haben.

Verpflichtung zum Wissenserwerb

Vers 122: Und die Gläubigen sollen nicht alle ˹zum Kampf˺ aufbrechen. Wenn doch von jeder Gruppe ein Teil losziehen würde, um die Religion gründlich zu verstehen und um ihre Leute zu warnen, wenn sie ˹nach dem Lernen˺ zu ihnen zurückgekehrt sind, damit sie sich in Acht nehmen.

Regeln zum Kampf

Vers 123: O Gläubige! Bekämpft die euch umgebenden Glaubensfeinde, und sie sollen an euch Härte erkennen! Und wisst, dass Gott mit den Gottesfürchtigen ist!27

  1. 27 Dieser Vers bezieht sich konkret auf feindliche Gruppen, die sich im Krieg mit Muslimen befinden. Siehe 2:190-193 und 60:8-9

Reaktion der Heuchler auf den Koran

Vers 124: Wenn jedoch eine Sure herabgesandt wird, sagen manche ˹Heuchler˺: „Wen von euch hat diese ˹Sure˺ denn im Glauben gestärkt?“ Diejenigen, die stets glauben, hat sie im Glauben gestärkt, und sie erhoffen eine frohe Botschaft.

Vers 125: Doch diejenigen, deren Herzen erkrankt sind, bestärkt sie (die Sure) nur mit mehr Schmutz (Unglauben), und sie sterben als Leugner.

Vers 126: Bemerken sie etwa nicht, dass sie jedes Jahr ein- oder zweimal geprüft werden? Allerdings wenden sie sich weder ˹Gott˺ reuevoll zu, noch ziehen sie eine Lehre daraus.28

  1. 28 Oder: „noch erinnern sie sich“.

Vers 127: Wenn jedoch eine Sure herabgesandt wird, schauen sie sich gegenseitig an ˹und fragen sich˺: „Sieht euch irgendjemand?“ Dann wenden sie sich ˹ungläubig˺ ab. Gott wandte ihre Herzen ab, weil sie Leute sind, die nichts begreifen.

Eigenschaften Muhammads ﷺ

Vers 128: Zu euch ist ganz gewiss ein Gesandter von euch selbst gekommen, dem es zu Herzen geht, dass ihr euch schadet. Er ist um euch bemüht und mit den Gläubigen nachsichtig und barmherzig.

Vers 129: Doch sollten sie sich abwenden, dann sag: „Gott soll mir genügen. Es gibt nichts Anbetungwürdiges außer Ihn. Ihm vertraue ich. Und Er ist der Herr des gewaltigen Throns.“

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