Besonderheit dieser Sure
Vers 1: Dies ist eine Sure, die Wir herabgesandt und vorgeschrieben haben. Und Wir haben in ihr klare Verse herabgesandt, auf dass ihr euch wohl erinnert.
Strafe für außerehelichen Geschlechtsverkehr
Vers 2: Die Unzüchtige und den Unzüchtigen: Peitscht alle beiden mit hundert Hieben aus!1 Und euch soll kein Mitleid mit beiden ergreifen, wenn es um Gottes Religion geht, wenn ihr denn an Gott und den Jüngsten Tag glaubt! Ihre Strafe soll eine Gruppe der Gläubigen bezeugen.
- 1 Dies erfolgt durch die rechtliche Autorität nach einem Gerichtsverfahren. Bei geringsten Zweifeln darf kein Urteil erlassen werden. Die Selbstjustiz ist im Islam verboten. ↩
Vers 3: Der Unzüchtige heiratet nur eine Unzüchtige oder eine Polytheistin, und die Unzüchtige heiratet nur ein Unzüchtiger oder ein Polytheist. Doch den Gläubigen ist dies verboten.2
- 2 Dieser Vers wird entweder als Charakterbeschreibung oder als Heiratsverbot gedeutet; die Mehrheit der Gelehrten versteht ihn als Verbot, sofern keine Reue erfolgt ist. ↩
Strafe für die Verleumdung Unschuldiger
Vers 4: Und diejenigen, die die verheirateten Frauen ˹des Ehebruchs˺ bezichtigen und daraufhin keine vier Zeugen aufbringen – peitscht sie mit achtzig Hieben aus! Und nehmt von ihnen niemals eine Zeugenaussage an! Und jene sind die unverschämten Sünder.
Vers 5: Bis auf diejenigen, die danach reuevoll umkehren und rechtschaffen werden, denn Gott ist ja vergebend und barmherzig.
Scheidung durch Ehebruchsvorwurf ohne Beweis
Vers 6: Und diejenigen, die ihre Ehepartner ˹des Ehebruchs˺ bezichtigen und keine Zeugen außer sich selbst haben, so gilt ihre Zeugenaussage: vier bei Gott beschworene Aussagen, dass er gewiss die Wahrheit sagt.
Vers 7: Und die fünfte, dass Gottes Fluch auf ihm laste, wenn er ein Lügner sein sollte.
Vers 8: Und es wendet von ihr (der Beschuldigten) die Strafe ab, dass sie vier Aussagen bei Gott bezeugt, dass er ein Lügner ist.
Vers 9: Und die fünfte, dass Gottes Zorn auf ihr laste, wenn er die Wahrheit gesagt haben sollte.
Vers 10: Und wäre da nicht Gottes Güte euch gegenüber und Seine Barmherzigkeit und ˹die Tatsache,˺ dass Gott die Reue annehmend und allweise ist.3
- 3 Der zweite Teil des Satzes ist aus stilistischen Gründen ausgelassen, der Vers bedeutet in Anlehnung an den ähnlichen Vers 14 dieser Sure: „Wäre Gott nicht nachsichtig, so würde Er euch für derartige Anschuldigungen direkt im Diesseits bestrafen.“ ↩
Aisha wird des Ehebruchs bezichtigt
Vers 11: Diejenigen, die die Verleumdung ˹Aishas˺4 herbeiführten, sind eine Gruppe von euch. Meint nicht, dies (die Verleumdung) sei schlecht für euch, vielmehr ist es gut für euch.5 Jedem Menschen haftet an, was er an Übel begangen hat. Und derjenige von ihnen, der den Großteil davon auf sich nahm,6 den erwartet eine gewaltige Strafe.
- 4 Gemeint ist die Verleumdung, Aisha – die Frau des Propheten ﷺ – habe Ehebruch begangen. Bei einem Feldzug blieb Aisha unbemerkt am Lagerplatz zurück, sie hatte den Aufbruch verschlafen. Als sie erwachte, waren alle fort. Der Nachzügler Safwan entdeckte sie und brachte sie auf seinem Kamel zur Reisegruppe zurück. Daraufhin bezichtigten die medinensischen Heuchler beide, Geschlechtsverkehr gehabt und die Ehe gebrochen zu haben. ↩
- 5 Denn dadurch ist klar geworden, wer ein wahrer Gläubiger und wer ein Heuchler ist. ↩
- 6 Gemeint ist Abdullah ibn Abi Salul, der Anführer der Heuchler, der diese Verleumdung maßgeblich vorantrieb. ↩
Vers 12: Hätten doch die gläubigen Männer und Frauen von sich gut gedacht, als ihr es gehört habt, und hätten sie doch gesagt: „Dies ist eine eindeutige Verleumdung!“
Vers 13: Hätten sie doch dafür vier Zeugen geholt! Und da sie keine Zeugen hinzugezogen haben, so sind jene bei Gott die Lügner.
Vers 14: Und wäre da nicht Gottes Güte euch gegenüber und Seine Barmherzigkeit im Diesseits und im Jenseits, so hätte euch wegen dem, worüber ihr euch ausgelassen habt, eine gewaltige Strafe berührt.
Vers 15: Als ihr sie (die Verleumdung) mit euren Zungen aufgenommen habt und mit euren Mündern etwas ˹weiter˺sagtet, worüber ihr kein Wissen hattet! Und ihr meint, es sei ein leichtes ˹Wort auf der Zunge˺, doch bei Gott ist es gewaltig!
Vers 16: Hättet ihr doch, als ihr es gehört habt, gesagt: „Für uns gehört es sich nicht, so etwas zu sagen. Erhaben ˹über jeden Makel˺ bist Du! Das ist eine gewaltige Lüge!“
Vers 17: Gott ermahnt euch, damit ihr so etwas nie wieder begeht, wenn ihr denn gläubig seid.
Vers 18: Und Gott verdeutlicht euch die Zeichen. Und Gott ist allwissend und allweise.
Vers 19: Diejenigen, die lieben, dass sich die Schandtat unter denen verbreitet, die glauben – denen gebührt im Diesseits und Jenseits eine schmerzhafte Strafe. Und Gott weiß es, doch ihr wisst es nicht.
Vers 21: O Gläubige! Folgt nicht den Fußstapfen des Satans! Und wer den Fußstapfen des Satans folgt, ˹soll wissen,˺ dass er Schandtaten und Schlechtes gebietet. Und wäre da nicht Gottes Güte euch gegenüber und Seine Barmherzigkeit, so wäre niemals irgendjemand von euch geläutert worden. Vielmehr läutert Gott, wen Er will. Und Gott ist allhörend und allwissend.
Vers 22: Und die Gutbetuchten und Vermögenden unter euch sollen nicht schwören, den Verwandten, Armen und Auswanderern auf dem Weg Gottes nichts zu spenden! Sie sollen vergeben und nachsichtig sein! Wollt ihr denn nicht, dass Gott euch vergibt? Und Gott ist vergebend und barmherzig.
Jenseitige Strafe für Verleumdung Unschuldiger
Vers 23: Diejenigen, die die verheirateten, unschuldigen gläubigen Frauen ˹des Ehebruchs˺ bezichtigen, werden im Diesseits und im Jenseits verflucht, und ihnen gebührt eine gewaltige Strafe
Vers 24: am Tag, an dem ihre Zungen, Hände und Füße gegen sie bezeugen, was sie getan haben.
Vers 25: An jenem Tag wird ihnen Gott ihre gerechte Abrechnung ausgiebig darlegen und sie werden wissen, dass Gott die eindeutige Wahrheit ist.
Vers 26: Die üblen Frauen sind für die üblen Männer und die üblen Männer für die üblen Frauen. Und die guten Frauen sind für die guten Männer und die guten Männer für die guten Frauen. Jene ˹Guten˺ sind frei von dem, was diese ˹Üblen˺ sagen. Ihnen stehen Vergebung und edle Versorgung zu.
Benehmen beim Betreten fremder Häuser
Vers 27: O Gläubige! Betretet nicht Häuser, die nicht eure Häuser sind, bis ihr um Einlass bittet und ihre Bewohner begrüßt. Jenes ist besser für euch, auf dass ihr euch wohl ermahnen lasst.
Vers 28: Und wenn ihr in ihnen niemanden findet, so betretet sie nicht, bis es euch erlaubt wird! Und wenn euch „Kehrt um!“ gesagt wird, dann kehrt um, dies ist reiner für euch! Und Gott weiß über das, was ihr tut, genau Bescheid.
Vers 29: Es ist für euch keine Sünde, unbewohnte Häuser zu betreten, in denen Nutzen für euch ist. Und Gott weiß, was ihr offenlegt und was ihr verheimlicht.
Anweisungen an muslimische Männer
Anweisungen an muslimische Frauen
Vers 31: Und sag den gläubigen Frauen, sie sollen manche ihrer Blicke senken, ihre Scham hüten und ihren Schmuck nicht zeigen, bis auf das, was ˹notwendigerweise˺ zu sehen ist. Und sie müssen ihre Kopftücher ˹bis˺ über ihren Ausschnitt schlagen. Und sie zeigen ihren Schmuck nur ihren Ehemännern, ihren Vätern, den Vätern ihrer Ehemänner, ihren Söhnen, den Söhnen ihrer Ehemänner, ihren Brüdern, den Söhnen ihrer Brüder, den Söhnen ihrer Schwestern, ihren Frauen, denen (Leibeigenen), die ihre rechte Hand besitzt, den männlichen Gefolgsleuten ohne Geschlechtstrieb oder den Kindern, die noch nicht auf die Blöße der Frauen achten. Und sie dürfen nicht mit ihren Füßen stampfen, damit bekannt wird, was sie von ihrem Schmuck verbergen.9 Und wendet euch allesamt Gott reuevoll zu, ihr Gläubigen, damit ihr wohl erfolgreich seid!
- 9 Frauen trugen häufig Fußringe. Manche Frauen bewegten ihre Füße entsprechend, damit durch das Klingen der Fußreifen Männer auf sie aufmerksam wurden. ↩
Gebot zur Heirat
Vers 33: Und keusch sollen diejenigen bleiben, die keine ˹Mittel zur˺ Ehe finden, bis Gott sie aus Seiner Güte bereichert. Und diejenigen, die sich freikaufen, von denjenigen (Leibeigenen), die eure rechte Hand besitzt – lasst sie sich freikaufen, wenn ihr wisst, dass sie Gut haben!11 Und gebt ihnen von Gottes Besitz, den Er euch gegeben hat!Verbot der Prostitution Und zwingt eure Leibeigenen nicht zur Prostitution, ˹besonders˺ wenn sie keusch sein wollen,12 damit ihr einen Gewinn des diesseitigen Lebens erstrebt! Und wer sie zwingt – Gott ist, nachdem sie gezwungen wurden, ˹mit den Genötigten˺ vergebend und barmherzig.
- 11 Gut meint hier Geld, mit dem sie sich freikaufen können. Alternativ kann aber auch gemeint sein: „dass sie gut (rechtschaffen) sind“. ↩
- 12 Die Bedingung dient hier nur der Betonung, denn der Zwang zur Prostitution ist immer verboten. Doch er ist noch schlimmer, wenn die Frau selbst keusch bleiben will. ↩
Gottes Gebote sind eine Ermahnung für Gläubige
Vers 34: Und Wir haben zu euch verdeutlichende Verse herabgesandt und ein Gleichnis derjenigen, die vor euch dahingeschieden sind, und eine Ermahnung für die Gottesfürchtigen.
Der Lichtvers: Gott ist das Licht
Vers 35: Gott ist das Licht der Himmel und der Erde. Das Gleichnis Seines Lichts ist das Gleichnis einer Nische, in der eine Lampe steht. Die Lampe ist in einem Glas. Das Glas gleicht einem strahlenden Stern. Sie (die Lampe) wird von einem gesegneten Baum gespeist, einem Olivenbaum, weder östlich noch westlich. Ihr Öl scheint beinahe selbst zu leuchten, auch wenn es kein Feuer berührt. Licht über Licht! Gott leitet zu Seinem Licht, wen Er will. Und Gott erzählt die Gleichnisse für die Menschen. Und Gott weiß über alles genau Bescheid.
Erleuchtete Gläubige
Vers 36: ˹Solche Nischen gibt es˺ in Häusern, die Gott zu errichten erlaubt, und in denen Sein Name erwähnt wird. In ihnen lobpreisen Ihn in der Frühe und in den Abendstunden
Vers 37: Männer, die weder Handel noch Kauf von Gottes Gedenken, dem Einhalten der Gebete und dem Entrichten der Zakat abhält. Sie fürchten einen Tag, an dem die Herzen und Blicke erschaudern,
Vers 38: damit Gott ihnen das Beste dessen belohnt, was sie vollbracht haben, und ihnen aus Seiner Güte noch mehr gewährt. Und Gott versorgt, wen Er will, ohne Abrechnung.
Gleichnis der Taten der Glaubensleugner
Vers 39: Und diejenigen, die leugnen – ihre Taten sind wie eine Fata Morgana in einer Ebene, die der Durstige für Wasser hält. Wenn er allerdings zu ihr gelangt ist, findet er nichts; doch findet er Gott dort,13 der ihm seine Rechnung voll begleicht. Und Gott ist schnell im Abrechnen.
- 13 Damit ist gemeint, dass sich die vermeintlich guten Taten der Glaubensleugner am Lebensende in Luft auflösen und der Leugner Gott mit leeren Händen begegnet, der dann mit ihm abrechnet. ↩
Gleichnis der Blindheit der Glaubensleugner
Vers 40: Oder ˹seine Taten sind˺ gleich Finsternissen in einem wogenden Meer, das eine Woge überschwemmt, über der eine ˹weitere˺ Woge ist, über der eine ˹düstere˺ Wolke schwebt. Finsternisse – eine über der anderen. Wenn er seine Hand ausstreckt, kann er sie kaum sehen. Und wem Gott kein Licht gewährt, der hat kein Licht.
Gottesbeweise in der Schöpfung
Vers 41: Hast du denn nicht erkannt, dass Gott lobpreist, wer in den Himmeln und auf Erden ist, und auch die Vögel mit ausgebreiteten Flügeln? Von jedem kennt Er das Gebet und die Lobpreisung. Und Gott weiß über das, was sie tun, Bescheid.
Vers 42: Und Gott gehört die Herrschaft über die Himmel und die Erde. Und zu Gott ist der Ausgang ˹aller Dinge˺.
Vers 43: Hast du nicht erkannt, dass Gott ˹schwere˺ Wolken dahinschiebt und vom Himmel aus Bergen, in denen Hagel ist, Wasser herabsendet, worauf Er damit trifft, wen Er will, und es abwendet, von wem Er will? Das Gleißen ihres Blitzes nimmt fast das Augenlicht.
Vers 44: Gott wendet die Nacht und den Tag. Darin ist gewiss eine Lehre für Leute mit Weitblick.
Vers 45: Und Gott erschuf jedes Tier aus Wasser. Manche von ihnen gehen auf ihrem Bauch, manche auf zwei Beinen und manche auf vieren. Gott schafft, was Er will. Gott hat gewiss Macht über alle Dinge.
Vers 46: Wir haben gewiss verdeutlichende Verse herabgesandt. Und Gott leitet, wen Er will, auf einen geraden Weg.
Trotz gegen Gottes klare Zeichen
Vers 47: Und sie sagen: „Wir glauben bereits an Gott und an den Gesandten und gehorchen.“ Doch dann wendet sich nach alledem eine Gruppe von ihnen ab. Und jene sind keine Gläubigen.
Vers 48: Und wenn sie zu Gott und Seinem Gesandten eingeladen werden, damit zwischen ihnen gerichtet wird, ist plötzlich eine Gruppe unter ihnen abgeneigt.
Vers 49: Doch wenn ihnen etwas zusteht, kommen sie folgsam herbei.
Vers 50: Haust in ihren Herzen eine Krankheit, zweifeln sie etwa oder fürchten sie, dass Gott und Sein Gesandter über sie herfallen? Vielmehr sind jene die Übeltäter.
Gehorsam der Gläubigen
Vers 51: Die Gläubigen, die zu Gott und Seinem Gesandten gerufen werden, damit zwischen ihnen gerichtet wird, sagen allein: „Wir hören und gehorchen!“ Und jene sind die Erfolgreichen.
Vers 52: Und wer Gott und Seinem Gesandten gehorcht, Gott fürchtet und sich vor Ihm (Seiner Strafe) in Acht nimmt – jene sind die Gewinner.
Vers 53: Und sie (die Heuchler) schworen bei Gott ihre heiligsten Eide: Wenn du ˹o Muhammad˺ es ihnen befiehlst, werden sie gewiss ausziehen. Sag ˹ihnen˺: „Schwört nicht! Normaler Gehorsam ˹genügt bereits˺. Gott weiß sicher über das Bescheid, was ihr tut.“
Vers 54: Sag: „Gehorcht Gott und gehorcht dem Gesandten!“ Und wenn ihr euch abwendet, so lastet auf ihm nur, was ihm aufgebürdet wurde (die Verkündung), und auf euch, was euch aufgebürdet wurde (der Gehorsam). Und wenn ihr ihm gehorcht, werdet ihr rechtgeleitet. Und dem Gesandten obliegt allein die deutliche Verkündung ˹der göttlichen Botschaft˺.
Grundprinzipien des Glaubens
Vers 55: Gott hat denjenigen unter euch, die stets glauben und rechtschaffene Werke verrichten, versprochen, sie gewiss auf Erden als Statthalter einzusetzen, wie Er auch diejenigen vor ihnen zu Statthaltern machte, ˹und Er hat versprochen,˺ für sie ihrer Religion Macht zu verleihen, die Er für sie auserwählt hat, und dass Er ihnen nach ihrer Angst Sicherheit gewährt. ˹Dafür˺ sollen sie Mir dienen und Mir nichts beigesellen. Und wer nach alledem leugnet – jene sind die unverschämten Sünder.
Vers 56: Und haltet das Gebet ˹in Ehren˺ ein, entrichtet die Zakat und gehorcht dem Gesandten, damit euch wohl Barmherzigkeit widerfährt!
Vers 57: Meine ja nicht, diejenigen, die leugnen, könnten etwas auf Erden vereiteln! Und ihre Zuflucht ist die Hölle, und was für ein schlimmer Ausgang ˹das ist˺!
Privatsphäre in der Familie
Vers 58: O Gläubige! Euch sollen diejenigen dreimal um Erlaubnis bitten,14 die eure rechte Hand besitzt, und diejenigen, die noch nicht die Geschlechtsreife erreicht haben. Und zwar vor dem Morgengebet, wenn ihr eure Gewänder zur Mittagshitze ablegt, und nach dem Nachtgebet. Dies sind drei Zeiten der Intimität für euch. Nach diesen ˹Zeiten˺ ist es weder für euch noch für sie bedenklich, sie sind ja stets um euch, ihr gehört zueinander. So erklärt Gott euch die Zeichen (Gebote), und Gott ist allwissend und weise.
- 14 Hier ist gemeint, bei Erwachsenen um die Erlaubnis zu bitten, eintreten zu dürfen, um ihre Privatsphäre zu wahren. ↩
Vers 59: Und wenn die Kinder von euch die Geschlechtsreife erlangt haben, so sollen sie um Einlass bitten, wie diejenigen vor ihnen um Einlass baten. So verdeutlicht Gott euch Seine Zeichen (Gebote). Und Gott ist allwissend und allweise.
Erleichterung der Kleidungsgebote bei alten Frauen
Vers 60: Und für die gealterten Frauen, die keine Ehe begehren, ist es keine Sünde, wenn sie ihre Gewänder ablegen, ohne Schmuck offen zu zeigen.15 Und wenn sie sich zurückhalten, ist es besser für sie. Und Gott ist allhörend und allwissend.
- 15 Dieser Vers bedeutet, dass für alte Frauen die Kleiderregeln lockerer sind. ↩
Erlaubnis zum gemeinsamen und getrennten Essen
Vers 61: Es ist weder für den Blinden, den Lahmen, den Kranken noch für euch selbst bedenklich, dass ihr in euren Häusern esst oder in den Häusern eurer Väter, den Häusern eurer Mütter, den Häusern eurer Brüder, den Häusern eurer Schwestern, den Häusern eurer Onkel väterlicherseits, den Häusern eurer Tanten väterlicherseits, den Häusern eurer Onkel mütterlicherseits, den Häusern eurer Tanten mütterlicherseits, in denen, deren Schlüssel ihr besitzt, oder in denen eurer Freunde. Es ist für euch keine Sünde, dass ihr ˹dort˺ zusammen oder getrennt esst.16 Und wenn ihr Häuser betretet, so grüßt euch mit einem gesegneten guten Gruß von Gott! So verdeutlicht Gott euch die Zeichen (Gebote), auf dass ihr wohl begreift.
- 16 Es geht in diesem Vers um die Geschlechtertrennung. ↩
Benehmen gegenüber dem Propheten ﷺ
Vers 62: Die Gläubigen sind allein jene, die an Gott und Seinen Gesandten glauben, und wenn sie mit ihm an einer gemeinnützigen Sache beteiligt sind, gehen sie nicht weg, bevor sie ihn um Erlaubnis fragen. Und wenn sie dich wegen einer eigenen Sache um Erlaubnis bitten, so erlaube es, wem du willst, und bitte Gott für sie um Vergebung! Gott ist ja vergebend und verzeihend.
Vers 63: Stellt nicht den Ruf des Gesandten unter euch eurem Ruf untereinander gleich!17 Gott weiß gewiss über diejenigen, die sich von euch schutzsuchend davonstehlen, Bescheid. So sollen sich diejenigen, die sich ˹dem Propheten und˺ seiner Aufforderung widersetzen, davor hüten, dass sie eine Versuchung oder schmerzhafte Strafe trifft!
- 17 Der Vers betont zweierlei: Der Aufruf des Propheten ﷺ ist bindend und darf nicht wie ein gewöhnlicher Aufruf unter Menschen behandelt werden; zugleich soll der Prophet ﷺ nicht wie andere Menschen angerufen werden, sondern mit besonderem Respekt.“ ↩
Vers 64: Gott gehört ja gewiss, was in den Himmeln und auf Erden ist. Gott weiß wahrhaftig, wie es um euch steht, und auch am Tag, an dem ihr zu Ihm zurückkehrt und Er ihnen berichtet, was sie getan haben. Und Gott weiß über alles genau Bescheid.