Tadel des Propheten ﷺ
Vers 1: O Prophet! Warum verbietest du dir, was Gott dir erlaubt hat,1 indem du deine Frauen zufriedenstellst? Und Gott ist verzeihend und barmherzig.
- 1 Der Vers bezieht sich auf ein konkretes Ereignis: Der Prophet ﷺ aß bei seiner Frau Zaynab bint Dschahsch häufig Honig. Seine Frauen Aischa, Sauda und Hafsa waren eifersüchtig und einigten sich darauf, zu behaupten, er hätte deswegen einen schlechten Atem. Daraufhin nahm er sich vor, künftig auf diesen Honig zu verzichten – woraufhin Gott ihn korrigierte. ↩
Vers 2: Gott hat euch bereits zur Sühne eurer Eide verpflichtet. Und Gott steht euch am nächsten. Und Er ist der Allwissende und Allweise.
Anekdoten aus dem Leben der Frauen Muhammads ﷺ
Vers 3: Und ˹denke an die Zeit,˺ als der Prophet einer seiner Frauen (Hafsa) ein Gespräch anvertraute: Als sie dies ˹Aischa˺ erzählte und Gott ihm es offenlegte, nannte er einen Teil ˹des Gesagten˺ und ließ einen Teil aus. Als er ihr (Hafsa) dies berichtete, sagte sie: „Wer hat dir dies berichtet?“, woraufhin er sagte: „Dies hat mir der Allwissende und Allkundige berichtet.“
Vers 4: Wenn ihr beide2 euch reuevoll Gott zuwendet, ˹wäre das besser,˺ so wurden ja eure beiden Herzen bereits schwach. Und wenn ihr beide euch gegen ihn (den Propheten) zusammenschließt, so ist doch Gott sein Nächster und ˹der Engel˺ Gabriel und die rechtschaffenen Gläubigen. Und die Engel sind darüber hinaus ˹seine˺ Unterstützer.
- 2 Gemeint sind Aischa und Hafsa. ↩
Vers 5: Sein Herr könnte – wenn er (der Prophet) euch für geschieden erklärt – ihm stattdessen Ehefrauen geben, die besser sind als ihr: gläubige, demütige, reuevolle, ˹Gott˺ anbetende, wandelnde,3 zuvor verheiratete und jungfräuliche Musliminnen.
- 3 Die Eigenschaft „wandelnde“ kann als ‚fastende‘, ‚für Gott auswandernde‘, ‚sich für Gott hingebende‘ o. ä. gedeutet werden. ↩
Familie vor Schaden im Jenseits schützen
Vers 6: O Gläubige! Schützt euch selbst und eure Familien vor einem Feuer, dessen Brennstoff Menschen und Steine sind. Über ihm drohen grobe, kräftige Engel, die Gott nicht in dem ungehorsam sind, was Er ihnen gebietet, und die tun, was ihnen befohlen wird.
Vers 7: O Leugner! Entschuldigt euch heute ˹am Tag der Auferstehung˺ nicht mehr! Ihr werdet nur für das entlohnt, was ihr getan habt.
Belohnung der Gläubigen
Vers 8: O Gläubige! Wendet euch Gott in aufrichtiger Reue zu, auf dass euer Herr euch eure Sünden sühnt und euch in Paradiesgärten eingehen lässt, unter denen die Flüsse dahinfließen, am Tag, an dem Gott weder den Propheten noch die, die bereits mit ihm glaubten, schmäht. Ihr Licht eilt vor ihnen und rechts von ihnen voraus. Sie werden sagen: „Unser Herr, lass unser Licht weiter leuchten und vergib uns! Du bist ja zu allem mächtig!“
Vers 9: O Prophet! Bekämpfe die Glaubensfeinde und Heuchler und sei streng mit ihnen! Und ihre Zuflucht ist die Hölle, und was für ein schlimmes Ende ˹sie ist˺!
Beispiele gläubiger und ungläubiger Frauen
Vers 10: Gott erzählte ein Gleichnis für die, die leugnen: die Frau Noahs und die Frau Lots. Beide waren mit zweien Unserer rechtschaffenen Diener verheiratet, doch betrogen sie sie, sodass die beiden ˹Propheten˺ ihnen (den Frauen) vor Gott nichts nützten. Und es hieß: „Betretet ihr beide das Feuer mit den Eintretenden!“
Vers 11: Und Gott erzählte ein Gleichnis für diejenigen, die glauben: die Frau des Pharaos, als sie sagte: „Mein Herr! Erbaue mir bei dir ein Haus im Paradies und errette mich vor dem Pharao und seinen Taten und errette mich vor dem übeltäterischen Volk!
Vers 12: Und Maria, die Tochter des Amram, die ihre Scham hütete, woraufhin Wir darin etwas von Unserem ˹erschaffenen˺ Geist4 einhauchten. Und sie glaubte an die Worte ihres Herrn und Seine Bücher und gehörte zu den Demütigen.
- 4 Damit ist gemeint, dass Gott Maria eine Seele einhauchte, die Er erschuf. ↩