Al-Baqara

Al-Baqara

Die Kuh

Vers 1: Alif, Lam, Mim!1

  1. 1 Am Anfang mancher Suren stehen Namen arabischer Buchstaben. Zu diesen gehören auch Alif, Lam und Mim.

Eigenschaften der Gläubigen

Vers 2: Dieses Buch – kein Zweifel – darin ist eine Führung für die Gottesfürchtigen,

Vers 3: die an das Verborgene glauben, das Gebet ˹in Ehren˺ einhalten und von dem ausgeben, womit Wir2 sie versorgt haben.

  1. 2 Gott spricht im Koran häufig von Sich in der ehrenden Pluralform (pluralis majestatis), ähnlich der deutschen Höflichkeitsform Sie für eine Person.

Vers 4: Und diejenigen, die an das glauben, was dir (Muhammad) offenbart wurde und was vor dir offenbart wurde, und sie sind es, die an das Jenseits glauben.

Vers 5: Jene sind auf einem rechten Weg ihres Herrn, und jene sind die Erfolgreichen.

Eigenschaften der Glaubensleugner

Vers 6: Denjenigen, die leugnen, ist es gewiss einerlei, ob du sie warnst oder auch nicht, sie glauben nicht.

Vers 7: Gott hat ihre Herzen und ihr Gehör versiegelt, und über ihren Augen liegt ein Schleier. Und ihnen droht eine schwere Qual.

Eigenschaften der Heuchler

Vers 8: Und es gibt unter den Menschen manche, die sagen: „Wir glauben an Gott und den Jüngsten Tag“, doch sind sie nicht gläubig.

Vers 9: Sie täuschen Gott und denen, die glauben, etwas vor; doch täuschen sie nur sich selbst, ohne es zu merken.

Vers 10: In ihren Herzen ist eine Krankheit, so gab Gott ihnen noch mehr Krankheit. Und ihnen steht eine schmerzhafte Qual wegen dem zu, was sie erlogen haben.

Vers 11: Und sagt man ihnen: „Richtet kein Unheil auf Erden an!“, antworten sie stets: „Wir sind doch nichts als Friedensstifter!“

Vers 12: Doch sind genau sie die Unheilstifter, ohne es zu merken.

Vers 13: Und wenn man ihnen sagt: „Glaubt, wie die Muslime glauben!“, antworten sie: „Sollen wir etwa so glauben wie die Dummen?“ Doch sind genau sie die Dummen, ohne es zu wissen.

Vers 14: Und wenn sie diejenigen treffen, die glauben, sagen sie: „Wir glauben“, doch wenn sie sich allein zu ihren Satanen gesellen, sagen sie: „Wir halten ganz sicher zu euch, wir spotten doch nur!“

Vers 15: Gott wird ihnen den Spott vergelten und sie in ihrer Übertretung umherirren lassen.

Vers 16: Jene sind es, die den Irrweg auf Kosten der Rechtleitung erkauften, sodass ihr Handel keinen Gewinn erzielte; und sie waren nicht rechtgeleitet.

Gleichnisse für Heuchler

Vers 17: Ihr Gleichnis ist das Gleichnis desjenigen, der ein Feuer anzündet: Sobald es ˹den Ort˺ um ihn erhellt hat, nahm Gott ihr Licht und ließ sie in Finsternissen zurück; sie sehen nichts.

Vers 18: Stumm, taub und blind ˹gegenüber dem Islam˺, sie kehren also nicht um.3

  1. 3 Der Heuchler kennt den Islam nur oberflächlich; sobald das Licht des Islams in ihm erlischt, wird er noch verblendeter, als er es zuvor war. Der Heuchler gleicht jemandem, der in der Nacht ein Feuer entzündet. Es steht für das schwache Licht des Glaubens, das nur seine unmittelbare Umgebung erhellt. Erlischt es, bleibt völlige Dunkelheit zurück. So kennt der Heuchler den Islam nur oberflächlich; verlischt sein Licht, ist er noch verblendeter als zuvor.

Vers 19: Oder wie ein Platzregen vom Himmel, voller Finsternisse, Donner und Blitze. Sie stecken sich ihre Finger in ihre Ohren vor den Donnerschlägen, aus Furcht vor dem Tod.4 Und Gott umgibt die Glaubensleugner.

  1. 4 Dieses Gleichnis beschreibt das Verhalten der Heuchler gegenüber dem Koran: Er stört und verängstigt sie wie ein Gewitter. Sie verschließen sich vor ihm und halten sich die Ohren zu, damit die Wahrheit nicht zu ihnen durchdringt.

Vers 20: Der Blitz raubt ihnen beinahe ihr Augenlicht. Jedes Mal, wenn er ihnen Licht spendet, gehen sie darin, doch sobald es um sie herum finster wird, bleiben sie stehen. Und wenn Gott wollen würde, hätte Er ihnen ihr Gehör und ihr Augenlicht genommen. Gott ist schließlich zu allem fähig.

Alleinige Anbetung Gottes

Vers 21: O Menschen! Betet euren Herrn an, der euch und diejenigen vor euch erschaffen hat, auf dass ihr euch hütet!5

  1. 5 Alternativ: „auf dass ihr gottesfürchtig seid“.

Vers 22: Der für euch die Erde zur Ruhestätte und den Himmel zum Gewölbe machte und vom Himmel Wasser herabsandte und damit aus allerlei Früchten Versorgung für euch hervorbrachte. So schreibt Gott nicht wissentlich Rivalen zu!

Der Koran ist unnachahmlich

Vers 23: Und wenn ihr im Zweifel über das sein solltet, was Wir Unserem Diener (Muhammad) herabgesandt haben, so schafft doch eine ihm gleiche Sure6 und ruft eure Zeugen – außer Gott – herbei, wenn ihr ehrlich seid!

  1. 6 Eine Sure ist ein Kapitel des Koran.

Vers 24: Und wenn ihr es nicht tut – und ihr werdet es nie tun –, so nehmt euch vor dem Feuer in Acht, dessen Brennstoff Menschen und Steine sind! Es wurde für die Glaubensleugner vorbereitet.

Lohn der Gottesfürchtigen

Vers 25: Und verkünde denen, die stets glauben und rechtschaffen handeln, dass sie Paradiesgärten erwarten, unter denen die Flüsse dahinfließen. Jedes Mal, wenn sie daraus mit irgendeiner Frucht versorgt werden, sagen sie: „Das ist doch, womit wir zuvor ˹im Diesseits˺ versorgt wurden!“, doch wurde ihnen Ähnliches gegeben. Und sie haben darin reine Partner, und darin sind sie ewig.

Gleichnisse und ihre Wirkung auf die Heuchler

Vers 26: Gott scheut Sich gewiss nicht, irgendein Gleichnis – auch das einer Mücke7 oder etwas darüber hinaus – zu erzählen. Diejenigen also, die glauben, wissen, dass es die Wahrheit von ihrem Herrn ist. Doch diejenigen, die leugnen, sagen: „Was hat Gott mit diesem Gleichnis gewollt?“ Er führt damit viele in die Irre und weist viele auf den rechten Weg. Allerdings führt Er damit niemanden außer die unverschämten Sünder in die Irre,

  1. 7 Die Glaubensleugner spotteten über das Gleichnis der Fliege (siehe 22:73) und Spinne (siehe 29:41) im Koran.

Vers 27: die Gottes Bund nach seiner Bestätigung brechen und sich von dem trennen, was Gott einzuhalten gebot, und die auf Erden Unheil anrichten. Jene sind die Verlierer.

Trugschluss der Gottesleugner

Vers 28: Wie könnt ihr denn Gott leugnen, wo ihr doch leblos wart? Dann erweckte Er euch zum Leben, später wird Er euch sterben lassen und darauf wieder zum Leben erwecken. Sodann werdet ihr zu Ihm zurückgebracht.

Vers 29: Er ist es, der für euch erschuf, was auf Erden existiert. Dann wandte Er Sich dem Himmel zu und formte ihn zu sieben Himmeln. Und Er ist es, der um alle Dinge weiß.

Erschaffung Adams

Vers 30: Und als dein Herr zu den Engeln sagte: „Ich werde gewiss auf Erden einen Statthalter einsetzen“, entgegneten sie: „Willst Du dort etwa jemanden einsetzen, der auf ihr Unheil anrichtet und Blut vergießt, obwohl wir Dich lobpreisen, der Du uns die Lobpreisung eingegeben hast, und Dich heiligen?“ Er antwortete: „Ich weiß, was ihr nicht wisst.“

Vers 31: Und so lehrte Er Adam die Namen ˹aller Dinge˺, dann stellte Er sie den Engeln vor und sagte: „Sagt Mir ihre Namen, wenn ihr ehrlich seid!“

Vers 32: Sie antworteten: „Rein bist Du ˹von jedem Makel˺, wir haben kein Wissen, bis auf das, was Du uns gelehrt hast! Du bist doch der Allwissende und Allweise.“

Vers 33: Er sagte: „O Adam! Nenne ihnen ihre Namen!“ Als er ihnen sogleich ihre Namen nannte, sagte Gott: „Habe Ich euch denn nicht gesagt, dass Ich das Verborgene der Himmel und Erde kenne und weiß, was ihr zeigt und was ihr verheimlicht habt?“

Adam und der Satan

Vers 34: Und als Wir zu den Engeln sagten: „Werft euch für Adam nieder!“,8 warfen sie sich sofort nieder. Nicht jedoch der Teufel,9 er weigerte sich und gehörte zu den Leugnern.

  1. 8 Die Niederwerfung ist hier lediglich ein Ausdruck des Respekts, nicht der Anbetung. Ähnlich warfen sich auch Josefs Brüder vor Josef nieder (siehe 12:110).
  2. 9 Der Teufel ist ein Geisterwesen (Dschinn) (vgl. 18:59).

Vers 35: Und Wir sagten: „O Adam! Wohne du mit deiner Frau im Paradies und esst aus ihm reichlich, wie es euch beiden beliebt! Aber nähert euch nicht diesem Baum, sonst gehört ihr zu den Übertretern!“

Vers 36: Doch der Satan ließ sie dadurch ˹durch den Baum˺ straucheln und brachte beide aus ihm (dem Paradies) heraus, in dem sie waren. Und Wir sagten: „Geht hinab, (Mensch und Satan,) seid einander Feind! Und ihr habt auf der Erde einen Aufenthaltsort und Versorgung für eine Weile.“

Vers 37: Darauf empfing Adam von seinem Herrn Worte, Er nahm sogleich seine Reue an. Er ist ja der die Reue Annehmende und Barmherzige.

Vers 38: Wir sagten: „Geht allesamt aus ihm (dem Paradies) hinab! Sobald euch von Mir eine Rechtleitung erreicht – wer dann auch immer Meiner Rechtleitung folgt, auf all jenen lastet weder Furcht noch werden sie trauern.“

Vers 39: Und diejenigen, die nicht glauben und Unsere Zeichen leugnen, jene sind die Hölleninsassen, sie sind ewig darin.

Ermahnung der Israeliten

Vers 40: O Kinder Israels!10 Erinnert euch an Meine Gnade, die Ich euch gewährt habe, und haltet euch an Meinen Bund, dann werde Ich euren Bund einhalten! Und Mich sollt ihr fürchten!

  1. 10 Israel ist ein Beiname des Propheten Jakob, auf den die zwölf Stämme der Israeliten zurückgehen.

Vers 41: Und glaubt an das (den Koran), was Ich als Bestätigung dessen herabgesandt habe, was ihr habt (die Thora), und seid nicht die ersten, die es leugnen! Und erkauft euch durch Meine Zeichen keinen wertlosen Gewinn! Und Mich sollt ihr achten!

Vers 42: Und entstellt die Wahrheit nicht durch Falsches und verbergt nicht wissentlich die Wahrheit!

Vers 43: Und haltet das Gebet ˹in Ehren˺ ein, entrichtet die Zakat11 und verbeugt euch ˹vor Gott˺ mit den sich Verbeugenden!

  1. 11 Jährliche Pflichtabgabe an Anspruchsberechtigte.

Heuchelei

Vers 44: Haltet ihr etwa die Leute zur Frömmigkeit an und vergesst euch selbst dabei, obwohl ihr das Buch lest? Wollt ihr denn nicht begreifen?

Vers 45: Und sucht Hilfe in der Standhaftigkeit und im Gebet! Dies ist gewiss schwer, außer für die Ehrfürchtigen,

Vers 46: die glauben, dass sie ihrem Herrn begegnen und zu Ihm zurückkehren werden.

Ermahnung zur Abrechnung im Jenseits

Vers 47: O Kinder Israels! Erinnert euch an Meine Gnade, die Ich euch gewährt habe, und daran, dass Ich euch unter den Leuten ˹jener Zeit˺ auserwählt hatte!

Vers 48: Und hütet euch vor einem Tag, an dem keine Seele etwas für eine andere tun kann, von ihr weder Fürsprache12 noch Lösegeld angenommen und ihnen nicht geholfen wird.

  1. 12 Gemeint ist die Fürsprache im Jenseits, um Gottes Strafe zu entgehen.

Israeliten in Ägypten

Vers 49: Und ˹erinnert euch,˺ als Wir euch vor den Leuten des Pharaos retteten, die euch mit übelster Qual heimsuchten, indem sie eure Söhne abschlachteten und eure Frauen entehrten.13 Darin war für euch eine Prüfung von eurem Herrn, und zwar eine gewaltige.

  1. 13 Alternative Deutung: „eure Frauen am Leben ließen“.

Vers 50: Und ˹erinnert euch,˺ als Wir euretwegen das Meer teilten, euch sofort retteten und die Leute des Pharaos ertränkten, während ihr zuschautet.

Israeliten ignorieren Gottes Wunder

Vers 51: Und ˹erinnert euch,˺ als Wir mit Moses ein Treffen für vierzig Nächte vereinbarten, da nahmt ihr nach ihm (Moses) das Kalb ˹als Gottheit˺ an, und ihr wart Übertreter.

Vers 52: Doch danach verziehen Wir euch, auf dass ihr wohl dankt.

Vers 53: Und ˹erinnert euch,˺ als Wir Moses das Buch und die Einsicht zur Unterscheidung14 gaben, auf dass ihr wohl Führung findet.

  1. 14 Auf Arabisch furqān: die Fähigkeit, zwischen Richtig und Falsch zu unterscheiden. Al-Furqān wird auch der Koran genannt.

Vers 54: Und ˹erinnert euch,˺ als Moses zu seinem Volk sagte: „O mein Volk! Ihr habt euch selbst durch die Anbetung des Kalbs geschadet! Kehrt also reuevoll zu eurem Schöpfer um und tötet euch selbst!15 Jenes ist besser für euch bei eurem Schöpfer.“ Und sogleich nahm Er eure Reue an, Er ist ja wahrhaftig der die Reue Annehmende und Barmherzige.

  1. 15 Selbstmord ist unter normalen Umständen in allen Buchreligionen verboten. Gott forderte die sündigen Israeliten in dieser Begebenheit jedoch dazu auf, weil sie sich Ihm derart dreist widersetzt hatten. Er demonstrierte ihnen auch, dass Gott fähig ist, den Menschen nach seinem Tod zum Leben zu erwecken.

Vers 55: Und ˹erinnert euch,˺ als ihr sagtet: „O Moses! Wir werden Dir nie glauben, bis wir Gott wirklich sehen!“ Da ergriff euch der Schlag, während ihr zuschautet.

Vers 56: Danach erweckten Wir euch wieder, nachdem ihr tot wart, auf dass ihr wohl dankt.

Vers 57: Und Wir ließen die Wolke über euch Schatten spenden und sandten auf euch Manna16 und Wachteln herab, esst also von den guten Dingen, mit denen Wir euch versorgt haben! Und sie schadeten Uns nicht, sondern schadeten sich selbst.

  1. 16 Manna ist das sog. Wüstenbrot, es handelt sich um ein süßes Harz bestimmter Bäume.

Spott über Gottes Gebote

Vers 58: Und ˹erinnert euch,˺ als Wir sagten: „Betretet jenen Ort und esst sogleich von dort, ganz wie es euch beliebt und reichlich! Und durchschreitet das Tor, wobei ihr euch ˹in Demut˺ niederwerfen sollt, und sagt: ‚Vergebung!‘, dann vergeben Wir euch eure Sünden! Und den Gütigen werden Wir mehr geben.“

Vers 59: Doch die Übertreter vertauschten es (das Wort ‚Vergebung‘) durch ein Wort, das ihnen nicht gesagt wurde,17 worauf Wir über die Übertreter ein Beben18 vom Himmel herabsandten, weil sie Gottes Gebote nicht achteten.

  1. 17 Jene Israeliten spielten mit dem Wort ḥiṭṭa ‚Vergebung‘, das sie beim Durchschreiten des Tors sagen sollten. Sie sprachen es als ḥinṭa ‚Weizen‘ oder ḥabba ‚Korn‘ aus und spotteten so über Gottes Gebot.
  2. 18 Mit dem Beben ist eine Strafe gemeint, die sie durchfuhr.

Errettung aus Ägypten

Vers 60: Und ˹erinnert euch,˺ als Moses für sein Volk um Wasser betete, da sagten Wir sofort: „Schlag mit deinem Stab auf den Stein!“ Sogleich sprudelten aus ihm zwölf Quellen hervor; jeder kannte genau seine Tränke. Esst und trinkt von Gottes Versorgung und richtet nicht beharrlich auf Erden Unheil an!

Vers 61: Und ˹erinnert euch,˺ als ihr sagtet: „O Moses! Wir ertragen diese Speisen nicht mehr! Bitte doch für uns deinen Herrn, Er soll uns etwas von dem hervorbringen, was die Erde gedeihen lässt, wie Gemüse, Bittergurken, Korn, Linsen und Zwiebeln!“ Er (Moses) antwortete: „Wollt ihr denn etwas Geringeres eintauschen gegen etwas Besseres? Geht hinab in eine Stadt, so sollt ihr das haben, worum ihr gebeten habt!“ Darauf wurden sie mit Schande und Armut geschlagen und der Zorn Gottes verfolgte sie. Dies liegt daran, dass sie stets Gottes Zeichen leugneten und die Propheten ohne Recht töteten. Dies ist so, weil sie sich auflehnten und stets ˹Gottes Grenzen˺ überschritten.

Aufrichtige Gläubige

Vers 62: Diejenigen, die glauben (die Muslime), die ˹reuevoll Gott˺ zugewandten Juden, Christen und Sabäer19 – wer an Gott und den Jüngsten Tag glaubt und Rechtschaffenes tut, denen steht ihr Lohn bei ihrem Herrn zu20 und es wird sie weder Angst überkommen noch werden sie trauern.

  1. 19 Eine alte Religionsgemeinschaft im Nahen Osten.
  2. 20 Gemeint sind aufrichtige Monotheisten, die vor der Offenbarung des Korans lebten, an den Jüngsten Tag glaubten und rechtschaffen handelten. Auch ohne Kenntnis des Korans oder des Propheten Muhammad ﷺ müssen sie weder Gottes Strafe fürchten noch werden sie im Jenseits trauern.

Bund Gottes mit den Israeliten

Vers 63: Und ˹erinnert euch,˺ als Wir euren Bund annahmen und über euch den Berg erhoben: „Nehmt an, was Wir euch gegeben haben, und erwähnt, was darin ist, auf dass ihr euch wohl in Acht nehmt!“

Vers 64: Doch habt ihr euch danach abgewandt, und wären da nicht Gottes Güte und Barmherzigkeit mit euch, wärt ihr gewiss unter den Verlierern gewesen.

Exempel an den Sündern

Vers 65: Und ihr wusstet ganz genau um diejenigen, die am Sabbat ˹die Grenzen˺ überschritten, worauf Wir zu ihnen sagten: „Seid verstoßene Affen!“21

  1. 21 Die Begebenheit wird in 7:163 behandelt.

Vers 66: Und so machten Wir dies zu einer abschreckenden Lehre für alle – damals wie später – und zu einer Ermahnung für die Gottesfürchtigen.

Israeliten sollen eine Kuh opfern

Vers 67: Und ˹erinnert euch,˺ als Moses zu seinem Volk sagte: „Gott befiehlt euch, eine Kuh zu schlachten“, da erwiderten sie: „Machst du uns zum Spott?“, worauf er sagte: „Ich suche Zuflucht bei Gott davor, ein Ignorant22 zu sein.“

  1. 22 Also ein Mensch, der unwissend und/oder ungehobelt ist.

Vers 68: Sie sagten: „Bitte für uns deinen Herrn, uns zu erklären, was ˹für eine Kuh˺ sie sein soll.“ Moses antwortete: „Er sagt, sie soll eine Kuh sein, die weder alt noch jung ist, sondern von mittlerem Alter. Tut also, was euch befohlen wird!“

Vers 69: Sie sagten: „Bitte für uns deinen Herrn, uns zu erklären, welche Farbe sie haben soll!“ Moses antwortete: „Er sagt, sie soll eine gelbe Kuh von reiner Farbe sein, die die Betrachter erfreut.“

Vers 70: Sie sagten: „Bitte für uns deinen Herrn, uns zu erklären, was ˹für eine Kuh˺ sie sein soll? Die Kühe erscheinen uns ähnlich. Und wir werden, so Gott will, rechtgeleitet sein.“

Vers 71: Moses antwortete, dass Er sagt, sie soll eine Kuh sein, die kein Arbeitstier ist, die weder den Boden durchpflügt noch den Acker bewässert, unversehrt, ohne Flecken auf ihr. Da sagten sie: „Jetzt kommst du mit der Wahrheit an!“, dann schlachteten sie sie, doch beinahe hätten sie es (aus Trotz) nicht getan.

Vers 72: Und ˹erinnert euch,˺ als ihr eine Seele tötetet und euch deswegen strittet. Und Gott bringt ans Licht, was ihr stets verbergt.

Vers 73: Also sagten Wir: „Berührt ihn (den Toten) mit einem Teil von ihr (der Kuh)!“ So erweckt Gott die Toten zum Leben und zeigt euch Seine Zeichen, auf dass ihr wohl begreift.

Trotz und Hartherzigkeit

Vers 74: Darauf wurden eure Herzen so hart, dass sie wie Steine oder noch härter waren. Und selbst unter den Steinen gibt es solche, aus denen Flüsse hervorsprudeln. Und unter ihnen gibt es gewiss manchen, der sich spaltet, worauf aus ihm Wasser hervorkommt. Und es gibt unter ihnen gewiss manchen, der aus Ehrfurcht vor Gott herabfällt. Und Gott ist nicht dessen achtlos, was ihr tut!

Verfälschung der Offenbarung und Heuchelei

Vers 75: Fiebert ihr (Muslime) etwa danach, dass sie (manche Juden)23 euch glauben, obwohl einige von ihnen Gottes Wort bereits gehört haben, es aber dann wissentlich verfälschten, nachdem sie es begriffen hatten?

  1. 23 Gemeint sind diejenigen Juden, die die Urbotschaft Gottes verfälscht haben.

Vers 76: Und wenn sie (die Fälscher der Thora) diejenigen Gläubigen treffen, sagen sie: „Wir glauben“, doch wenn sie untereinander sind, sagen sie: „Erzählt ihr (Juden) ihnen (den Muslimen) gar etwas von dem, was Gott euch ˹an Wissen˺ eröffnete, sodass sie (die Muslime) damit gegen euch (Juden) bei ihrem Herrn ˹über die Fälschung der Urreligion˺ argumentieren können?! Begreift ihr denn nicht?“

Vers 77: Wissen sie denn nicht, dass Gott weiß, was sie verheimlichen und was sie offenlegen?

Vers 78: Und manche von ihnen sind Schriftunkundige, die das Buch nicht kennen, sondern nur Wunschvorstellungen haben. Und sie sind lediglich Leute, die Vermutungen anstellen.

Vers 79: Wehe also denen, die das Buch mit ihren eigenen Händen umschreiben und anschließend sagen: „Dies ist von Gott", um damit einen geringen Gewinn zu erkaufen! Und wehe ihnen wegen dem, was ihre Hände aufschrieben! Und wehe ihnen wegen dem, was sie einheimsen!24

  1. 24 Einheimsen bedeutet, sich etwas boshaft und hintertückisch einverleiben.

Paradies oder Hölle je nach Taten

Vers 80: Und sie sagten: „Nie wird uns das Feuer berühren, bis auf gezählte Tage.“ Sag ˹ihnen˺: „Habt ihr bei Gott ˹hierüber˺ ein Versprechen erhalten? Dann wird Gott Sein Versprechen nicht brechen. Oder sagt ihr über Gott Dinge, ohne etwas ˹darüber˺ zu wissen?“

Vers 81: Vielmehr ist es so: Wer eine schlechte Tat begangen hat und wen sein Fehltritt bereits überwältigt hat – so sind jene die Höllenbewohner; sie sind ewig darin.

Vers 82: Und diejenigen, die glauben und rechtschaffene Taten verrichten, jene sind die Paradiesbewohner; sie sind ewig darin.

Wenige hielten sich an den Bund Gottes

Vers 83: Und ˹erinnert euch,˺ als Wir den Bund der Kinder Israels beschlossen: „Betet nichts außer Gott an; seid gut zu den Eltern, Verwandten, Waisen und Bedürftigen! Und sagt Schönes zu den Menschen, haltet das Gebet ˹in Ehren˺ ein und entrichtet die Zakat!“ Doch dann habt ihr euch widerwillig abgewandt, bis auf wenige von euch.

Vers 84: Und ˹erinnert euch,˺ als Wir euren Bund beschlossen, dass ihr weder euer Blut vergießt noch euch aus euren Häusern vertreibt. Kurz darauf stimmtet ihr zu und bezeugtet dies.

Israeliten brachen den Bund Gottes

Vers 85: Doch seid ihr es, die ihr euch gegenseitig tötet und manche von euch aus ihren Häusern vertreibt, wobei ihr euch in Sünde und Feindseligkeit unterstützt. Und wenn sie zu euch als Kriegsgefangene kommen, lasst ihr sie gegen Lösegeld frei. Und es ist euch verboten, sie zu vertreiben. Glaubt ihr etwa nur an einen Teil des Buches und leugnet einen ˹anderen˺ Teil? Keine andere Vergeltung steht dem von euch zu, der dies tut, als Schande im diesseitigen Leben. Und am Tag der Auferstehung werden sie zur heftigsten Qual geführt. Und Gott ist nicht achtlos dessen, was ihr tut!

Vers 86: Jene sind es, die ihr Diesseits auf Kosten des Jenseits verkauften, daher wird ihnen weder die Qual gelindert noch wird ihnen geholfen.

Reaktion der Israeliten auf die Propheten

Vers 87: Und Wir gaben ja schon Moses das Buch und ließen nach ihm Gesandte folgen. Und Wir gaben Jesus, dem Sohn der Maria, die klaren Beweise und standen ihm mit dem heiligen Geist (Gabriel) bei.25 Werdet ihr etwa jedes Mal überheblich, wenn euch ein Gesandter etwas überbringt, was nicht euren Gelüsten entspricht? Sodann habt ihr manche ˹Propheten˺ verleugnet, und manche tötet ihr!

  1. 25 Der Engel Gabriel wird ‚heiliger Geist‘ genannt, weil er den Propheten die heiligen Schriften überbringt.

Vers 88: Und die Israeliten sagten: „Unsere Herzen sind verschlossen.“ Vielmehr verfluchte sie Gott wegen ihrer Leugnung, sodass sie nur wenig glauben.

Vers 89: Und ˹erinnert euch,˺ als zu ihnen ein Buch von Gott selbst (der Koran) gelangte, das das bestätigt, was sie haben (die Thora und das Evangelium). Und sie behaupteten sich stets gegen diejenigen, die leugnen,26 doch als sie das erreichte, was sie kannten, leugneten sie es. Daher sei Gottes Fluch auf den Leugnern!

  1. 26 Die Juden aus Medina warnten die arabischen Polytheisten davor, dass bald ein Prophet erscheinen und den Juden gegen die Götzenverehrer beistehen würde. Doch als jenen jüdischen Stämmen klar wurde, dass der in der Urthora verheißene Prophet Muhammad ﷺ ist, also kein Israelite, verleugneten sie ihn.

Vers 90: Schlimm ist das, wofür sie sich verkauften, indem sie leugneten, was Gott herabsandte – weil es ihnen missfiel, dass Gott etwas von Seiner Güte einem Diener Seiner Wahl (Muhammad) zukommen lässt. Und so verfielen sie Zorn über Zorn. Und den Glaubensleugnern droht eine erniedrigende Qual.

Vers 91: Und wenn es heißt: „Glaubt an das, was Gott herabsandte!“, sagen sie: „Wir glauben an das, was uns herabgesandt wurde“, doch leugnen sie, was danach kam, obwohl es die Wahrheit ist, die bestätigt, was sie bereits ˹in der Thora˺ haben. Frag ˹sie˺: „Warum tötet ihr eigentlich Gottes Propheten, wenn ihr denn gläubig seid?“

Israeliten lehnten sich auf

Vers 92: Und bereits Moses überbrachte euch klare Beweise, doch nahmt ihr euch in eurer Übertretung das Kalb ˹zur Gottheit˺, nachdem er (Moses) fort war.

Vers 93: Und ˹erinnert euch,˺ als Wir euren Bund beschlossen und über euch den kahlen Berg emporhoben ˹und sagten˺: „Nehmt ˹das˺ entschlossen an, was Wir euch gegeben haben, und gehorcht!“ Sie erwiderten: „Wir haben es gehört, doch widersetzen wir uns!“ Und ihre Herzen waren vom Kalb wegen ihres Unglaubens eingenommen. Sag ˹ihnen˺: „Schlimm ist, was euer Glaube euch gebietet, wenn ihr denn gläubig seid!“

Materialismus und Missachtung der Gebote

Vers 94: Sag ˹ihnen˺: „Wenn euch allein das Jenseits bei Gott unter Ausschluss der ˹übrigen˺ Menschen zusteht, so wünscht euch doch den Tod, wenn ihr ehrlich seid!“

Vers 95: Doch werden sie sich ihn nie wünschen – wegen all dem, was ihre Hände begangen haben. Und Gott weiß genau um die Übertreter.

Vers 96: Und du wirst ganz gewiss feststellen, dass sie die Menschen sind, die am meisten am Leben hängen, ja sogar mehr als diejenigen, die neben Gott etwas verehren. Manch einer von ihnen wünscht sich, tausend Jahre zu leben, doch dass er lange lebt, entreißt ihn nicht der Qual! Und Gott sieht genau, was sie tun.

Ablehnung des Korans wegen Gabriel

Vers 97: Sag ˹ihnen˺: „Wer ˹den Engel˺ Gabriel zum Feind hat27 – er war es doch, der ihn (den Koran) zu deinem Herzen mit Gottes Erlaubnis herabsandte, er bestätigt das ˹Buch˺ davor und ist eine Rechtleitung und Verheißung für die Gläubigen.

  1. 27 Die Juden Medinas fragten Muhammad ﷺ einst, welcher Engel ihm den Koran offenbart. Als Muhammad ﷺ antwortete, dass es Gabriel ist, meinten jene Juden, dass Gabriel der Feind der Juden unter den Engeln sei und sie nur Offenbarungen des Engels Michael akzeptierten.

Vers 98: Wer Gott, Seinen Engeln, Seinen Gesandten, Gabriel und Michael feind ist, so ist Gott wahrhaftig der Feind der Leugner.“

Dreiste Sünder leugnen die Beweise

Vers 99: Und Wir haben dir ˹o Muhammad˺ ganz gewiss klare Beweise herabgesandt; und diese leugnen nur die unverschämten Sünder.

Vers 100: Ist es denn nicht so, dass manche unter ihnen jedes Mal ihren Bund brechen, wenn sie einen abschließen? Vielmehr glauben die meisten nicht.

Vers 101: Und als zu ihnen ein Gesandter von Gott kam, der bestätigte, was sie ˹in der Urthora˺ haben, schlug eine Gruppe derer, denen das Buch gegeben wurde, Gottes Buch in den Wind, als ob sie nichts wüssten.

Wie Engel Menschen mit Magie prüften

Vers 102: Und sie folgten ˹einst˺ dem, was die Satane zur Herrschaftszeit von Salomo verlasen. Und Salomo leugnete den Glauben nicht, vielmehr leugneten ihn die Satane. Sie lehrten die Menschen die Magie und das, was den beiden Engeln Harut und Marut zu Babylon herabgesandt wurde.28 Und sie lehrten niemanden etwas, ohne zuvor zu sagen: „Wir sind lediglich eine Prüfung, falle also nicht vom Glauben ab!“ Doch sie (die Menschen) lernten von beiden ˹Engeln˺ das, womit sie zwischen dem Menschen und seinem Partner trennen. Doch können sie niemandem schaden, es sei denn mit Gottes Erlaubnis. Und sie lernen, was ihnen schadet und nichts nützt. Und sie wussten ganz genau, dass der, der dies erhandelt, im Jenseits keinen Anteil ˹an Gutem˺ hat. Und schlimm ist das, wofür sie ihre Seelen verkauften! Wenn sie es doch nur wüssten!

  1. 28 Während der Herrschaft Salomos erhielten die Engel Harut und Marut von Gott den Auftrag, die Menschen zu prüfen, ob sie vom Glauben abfallen würden. Die Engel fragten sie, ob sie Magie anwenden wollten, um Macht zu erlangen, obwohl sie dafür den Glauben aufgeben müssten, nämlich um Satane zu beschwören.

Vers 103: Und wenn sie geglaubt hätten und achtsam gewesen wären, so wäre die Belohnung von Gott besser. Wenn sie es doch nur wüssten!

Vers 104: O Gläubige! Sagt nicht „Beachte uns!“,29 sondern sagt: „Schau zu uns!“, und den Leugnern droht eine schmerzhafte Qual.

  1. 29 Einige Juden Medinas machten sich einen Spaß daraus, den Propheten ﷺ mit Wörtern zu rufen, die positiv klingen, aber leicht abgewandelt eine Beleidigung sind – wie ‚beachte uns!‘, das sie zu ‚verachtet unter uns‘ änderten.

Vers 105: Diejenigen, die unter den Anhängern der Buchreligionen30 und den Götzenverehrern leugnen, wollen nicht, dass zu euch irgendetwas Gutes von eurem Herrn herabgesandt wird. Doch wählt Gott für Seine Barmherzigkeit aus, wen Er will. Und Gott ist voll immenser Güte.

  1. 30 Der Koran bezeichnet die Juden, Christen und Sabäer als Anhänger der Buchreligionen.

Gott ändert Seine Gebote

Vers 106: Was Wir auch an Versen aufheben oder in Vergessenheit geraten lassen, so bringen Wir einen besseren oder gleichwertigen.31 Hast du denn nicht gewusst, dass Gott zu allem fähig ist?

  1. 31 Gott kann Gebote offenbaren und aufheben, denn manche Gebote sind schlicht dazu da, den Gehorsam der Gläubigen zu prüfen (siehe 2:143).

Vers 107: Hast du denn nicht gewusst, dass Gott die Herrschaft der Himmel und der Erde gehört und ihr neben Gott nicht den geringsten Nächsten oder Helfer habt?

Aufsässige Israeliten als warnendes Beispiel

Vers 108: Oder wollt ihr etwa euren Gesandten um das bitten, worum bereits Moses zuvor gebeten wurde?32 Und wer den Glauben gegen den Unglauben eintauscht, der ist gewiss vom geraden Weg abgeirrt.

  1. 32 Gemeint ist etwa die Bitte in 2:55, Gott direkt sehen zu dürfen, oder in 7:138, als die Israeliten Moses um einen Götzen baten.

Neid unter Religionen

Vers 109: Viele unter den Anhängern der Buchreligionen wünschen sich, euch ˹Muslime˺ erneut zu Leugnern zu machen, nachdem ihr den Glauben angenommen habt, und zwar aus Neid in ihren Seelen, nachdem ihnen klar wurde, was die Wahrheit ist. Vergebt also und seid nachsichtig, bis Gott Sein Gebot bringt! Gott ist ja zu allem fähig.

Vers 110: Und haltet das Gebet ˹in Ehren˺ ein und entrichtet die Zakat! Und was immer ihr auch für euch selbst an Gutem ˹für das Jenseits˺ vorausschickt, das findet ihr bei Gott. Gott sieht ja, was ihr tut, genau.

Kein Exklusivrecht auf das Paradies

Vers 111: Und sie sagten, niemand werde das Paradies betreten, bis auf den, der Jude oder Christ ist. Dies sind ihre Wunschvorstellungen. Sag ˹ihnen˺: „Bringt doch euren Beweis her, wenn ihr denn die Wahrheit sagt!“

Vers 112: Vielmehr steht dem, der sich Gott in Güte hingibt, sein Lohn bei seinem Herrn zu; und jene bedrückt weder Furcht noch werden sie trauern.

Uneinigkeit unter den Buchreligionen

Vers 113: Und die Juden sagen, die Christen hätten keine Grundlage, und die Christen sagen, die Juden hätten keine Grundlage, obwohl sie ˹alle˺ das Buch vortragen.33 Diejenigen ˹Götzenverehrer˺ sagten ohne Wissen Ähnliches ˹über die Gläubigen˺. Und so wird Gott zwischen ihnen am Tag der Auferstehung über das richten, worin sie sich uneins sind.

  1. 33 Oder ‚befolgen‘ statt ‚vortragen‘.

Vers 114: Und wer ist ungerechter als derjenige, der davon abhält, dass in den Gebetshäusern Gottes Seines Namens gedacht wird, und sich um ihre Zerstörung bemüht? Jene sollten sie doch allein ehrfürchtig betreten. Ihnen gebührt im Diesseits Schande, und im Jenseits erwartet sie eine schlimme Qual.

Man kann überall zu Gott beten

Vers 115: Und Gott gehört der Osten und der Westen; wohin ihr euch auch wendet, da ist Gottes Richtung.34 Gott ist ja Allumfassend35 und Allwissend.

  1. 34 Theoretisch kann sich der Gläubige überallhin wenden, um Gott anzubeten. Allerdings legt Gott speziell für das rituelle Gebet eine Richtung fest (siehe 2:144).
  2. 35 Gott ist in dem Sinne Allumfassend, dass Ihm nichts entgeht und Ihn Gebete überall erreichen. Dies bedeutet außerdem, dass Er den Menschen die Religion erleichtert, indem Er ihnen stets einen umfassenden Spielraum für Handlungen lässt.

Gott hat kein Kind

Vers 116: Und sie sagen, Gott hätte Sich ein Kind genommen! Makellos ist Er! Vielmehr gehört Ihm, was in den Himmeln und auf Erden ist. Alle sind Ihm ergeben.

Vers 117: Der Schöpfer, der die Himmel und Erde ohne Vorbild erschuf. Und wenn Er etwas bestimmt, so sagt Er nur „Sei!“, und es ist.

Unwissende verlangen Wunder

Vers 118: Und diejenigen, die nichts wissen, sagen: „Spräche doch Gott zu uns oder erschiene uns ein Zeichen!“ So sagten bereits die vor ihnen ähnliche Worte; ihre Herzen ähneln sich. Wir haben doch die Zeichen für Leute verdeutlicht, die überzeugt sind.

Vers 119: Wir haben dich ˹o Muhammad˺ wahrhaftig mit der Wahrheit als Verkünder und Warner entsandt, und so wirst du nicht nach den Leuten der sengenden Hölle befragt.

Gläubige streben nach Gottes Wohlgefallen

Vers 120: Und die Juden und Christen werden niemals mit dir zufrieden sein, es sei denn, du befolgst ihren Glauben. Sag ˹ihnen˺: „Gottes Führung ist gewiss die ˹wahre˺ Führung!“ Und wenn du nach all dem ˹dennoch˺ ihren Neigungen folgst, obwohl zu dir das Wissen gelangt ist, so hast du neben Gott weder einen Nächsten noch Helfer.

Vers 121: Diejenigen, denen Wir das Buch gaben, lesen es,36 wie es ihm gebührt; jene glauben daran. Doch wer es leugnet, jene sind die Verlierer!

  1. 36 Oder „befolgen es, wie es ihm gebührt“.

Vers 122: O Kinder Israels! Erinnert euch an Meine Gnade, die Ich euch gewährt habe, und daran, dass Ich euch unter den Leuten ˹jener Zeit˺ auserwählt hatte!

Vers 123: Und hütet euch vor einem Tag, an dem keine Seele etwas für eine andere tun kann, von ihr weder Lösegeld angenommen wird, ihnen keine Fürsprache37 nützt noch ihnen geholfen wird.

  1. 37 Gemeint ist die Fürsprache im Jenseits, um Gottes Strafe zu entgehen.

Abraham und Ismael in Mekka

Vers 124: Und ˹erinnert euch,˺ als Abrahams Herr ihn mit Worten prüfte, die er sogleich vollkommen ausführte. Er (Gott) sagte: „Ich werde dich gewiss für die Menschen zum Vorbild machen!“ Er (Abraham) fragte: „Und unter meinen Nachkommen?“ Er (Gott) sagte: „Mein Bund gilt nicht für die Übertreter.“

Vers 125: Und ˹denk dran,˺ als Wir das Haus (die Kaaba) zu einem Ort der Belohnung für die Menschen bestimmten, nehmt euch also bei Abrahams Stand einen Gebetsplatz!38 Und Wir nahmen von Abraham und Ismael das Versprechen ab, dass ihr beide Mein Haus für die reinigen sollt, die das Haus umschreitenden, sich darin zurückziehen, sich niederwerfen und verbeugen.

  1. 38 Abrahams Stand ist ein großer Stein, auf den er sich stellte, als er die Kaaba einst erbaute. Nach der Umrundung der Kaaba beten die Pilger in der Nähe des Stands.

Vers 126: Und ˹erinnert euch,˺ als Abraham sagte: „Mein Herr, mache es (Mekka) zu einem sicheren Ort und versorge seine Bewohner mit Früchten!“ – „Wer von ihnen an Gott und den Jüngsten Tag glaubt. Doch wer leugnet, den werde Ich ein wenig genießen lassen, doch dann zwinge Ich ihn zur Feuerqual – was für ein schlimmes Ende!“

Vers 127: Und ˹denk dran,˺ als Abraham die Fundamente des Hauses ˹der Kaaba˺ aufrichtete, und auch Ismael: „Unser Herr, nimm es von uns an! Du bist gewiss der Allhörende und Allwissende.

Abraham bittet um einen Propheten

Vers 128: Unser Herr, und mach uns beide Dir ergeben und auch manche unserer Nachkommen!39 Und zeige uns unsere Riten und nimm unsere Reue an! Du bist doch der die Reue Annehmende und Barmherzige.

  1. 39 Abraham sprach dieses Gebet für manche seiner Nachkommen, weil er wusste, dass die Mehrheit der Menschen nicht glauben wird.

Vers 129: Unser Herr, entsende unter ihnen einen Gesandten aus ihren Reihen, der ihnen Deine Zeichen vorträgt, sie das Buch und die Weisheit lehrt und sie läutert! Du bist gewiss der Allmächtige und Allweise.“

Hingabe an Gott: Wahre Religion Abrahams

Vers 130: Und wer wendet sich schon von Abrahams Religion ab, außer wer sich selbst erniedrigt? Und Wir haben ihn ganz gewiss im Diesseits auserwählt. Und er gehört im Jenseits sicherlich zu den Rechtschaffenen.

Vers 131: Als sein Herr zu ihm „Gib dich hin!“ sagte, antwortete Abraham: „Ich habe mich dem Herrn aller Dinge hingegeben.“

Vermächtnis Abrahams an die Nachkommen

Vers 132: Und dies vertraute Abraham seinen Söhnen an, und auch Jakob: „O meine Söhne! Gott hat für euch gewiss die Religion auserwählt, sterbt also nicht anders denn als Muslime!“

Vers 133: Oder wart ihr etwa dabei, als Jakob der Tod ereilte? Als er seine Söhne fragte: „Was verehrt ihr nach mir?“, und sie antworteten: „Wir verehren deinen Gott und den Gott deiner Vorväter Abraham, Ismael und Isaak – ein einziger Gott, und Ihm sind wir ergeben.“

Vers 134: Jene waren eine Gemeinschaft, die bereits dahingeschieden ist; ihr steht zu, was sie erwarb, und euch steht zu, was ihr erworben habt. Und ihr werdet nicht über das befragt, was sie getan haben.

Urbotschaft aller Propheten Gottes

Vers 135: Und sie sagen: „Werdet Juden oder Christen, dann seid ihr rechtgeleitet!“ Sag: „Vielmehr ˹befolgen wir˺ aufrichtig die Religion Abrahams. Und er gehörte nicht zu den Götzendienern.“

Vers 136: Sagt: „Wir glauben an Gott und an das, was zu uns herabgesandt wurde, und an das, was zu Abraham, Ismael, Isaak, Jakob und den Stämmen herabgesandt wurde, und an das, was Moses und Jesus gegeben wurde, und an das, was den Propheten gegeben wurde. Wir machen zwischen keinem von ihnen einen Unterschied und sind Ihm ergeben.“

Vers 137: Wenn sie an dasselbe glauben, woran ihr glaubt, sind sie sicher rechtgeleitet. Und wenn sie sich abwenden, dann sind sie gewiss im Streit. Dann wird Gott dir gegen sie genügen. Und Er ist der Allsehende und Allwissende.

Vers 138: Die Färbung40 Gottes! Und wessen Färbung durchdringt ˹den Menschen˺ besser als die Gottes? Und Ihn beten wir an.

  1. 40 Gottes Gebote beeinflussen den Menschen, wie Farbe die Faser durchdringt – also nicht wie eine oberflächliche Prägung, die das Innere unberührt lässt.

Nicht Abrahams Urreligion

Vers 139: Sag ˹ihnen˺: „Streitet ihr etwa mit uns über Gott, obwohl Er unser und euer Herr ist? Und wir haben unsere Taten und ihr eure Taten, doch sind wir Ihm gegenüber aufrichtig.“

Vers 140: Oder sagt ihr etwa, dass Abraham, Ismael, Isaak, Jakob und die Stämme Juden oder Christen gewesen wären? Sag ˹ihnen˺: „Wisst ihr es etwa besser oder Gott?“ Und wer ist schlimmer als wer Wissen von Gott, das er hat,41 verheimlicht? Und Gott ist nicht dessen achtlos, was ihr tut!

  1. 41 Gemeint ist das Wissen darum, dass der letzte Prophet Muhammad ﷺ erscheinen wird.

Vers 141: Jene waren eine Gemeinschaft, die bereits dahingeschieden ist; ihr steht zu, was sie erwarb, und euch steht zu, was ihr erworben habt. Und ihr werdet nicht über das befragt, was sie getan haben.

Neue Gebetsrichtung als Prüfung für Gläubige

Vers 142: Die Unvernünftigen unter den Menschen werden sagen: „Was hat die Muslime von ihrer Gebetsrichtung42 abgebracht, die sie einhielten?“ Sag ˹ihnen˺: „Gott gehört der Osten und der Westen. Er leitet, wen Er will, auf einen geraden Weg.“

  1. 42 In Mekka betete der Prophet ﷺ so vor der Kaaba, dass er sich gleichzeitig gen Jerusalem wandte. In Medina betete er zunächst nach Jerusalem, also gen Norden, was den Juden gefiel. Doch als diese Verse (insbes. 2:144) offenbart wurden, betete er gen Süden nach Mekka. Dies irritierte sowohl die Nichtmuslime als auch manche Muslime.

Vers 143: Und so machten Wir euch zu einer gemäßigten Glaubensgemeinschaft, damit ihr Zeugen über die Menschen seid und der Gesandte Zeuge über euch ist. Und Wir bestimmten die ˹vorherige˺ Gebetsrichtung, nur um zu verdeutlichen, wer dem Gesandten folgt und wer ihm den Rücken zukehrt. Und es war ja eine schwere Angelegenheit, nur nicht für diejenigen, die Gott führte. Und Gott würde schließlich nicht euren Glauben vergeuden.43 Gott ist ja mit den Menschen milde und barmherzig.

  1. 43 Nachdem die Gebetsrichtung geändert wurde, fragten die Muslime, was mit jenen Gläubigen sei, die starben, bevor die Gebetsrichtung geändert wurde. Der Vers betont, dass der Glaube (hier das Gebet) der Leute nicht falsch war, da die Muslime vor den neuen Regeln ja auch einer Anweisung Gottes folgten.

Vers 144: Wir sehen ja, wie du dich hoffnungsvoll Richtung Himmel wendest; also werden Wir dir gewiss eine Gebetsrichtung zuteilen, die dir gefällt. Wende also dein Gesicht in Richtung der heiligen Moschee ˹Mekkas˺! Und wo ihr auch seid, wendet eure Gesichter ihrer Richtung zu! Und diejenigen, denen das Buch gegeben wurde, wissen sehr wohl, dass dies die Wahrheit von ihrem Herrn ist. Und Gott ist nicht dessen achtlos, was sie tun!

Vers 145: Und selbst wenn du ˹o Muhammad˺ denjenigen, denen das Buch gegeben wurde, jedes Zeichen bringen würdest, folgten sie nicht deiner Gebetsrichtung. Und du bist nicht derjenige, der ihre Gebetsrichtung befolgt. Und manche von ihnen befolgen nicht die Gebetsrichtung der anderen. Und wenn du ihren Gelüsten folgen würdest, nachdem das Wissen zu dir gelangt ist, wärst du ganz gewiss ein Übertreter.

Eigenschaften Muhammads in der Bibel

Vers 146: Diejenigen, denen Wir das Buch gegeben haben, kennen ihn (Muhammad) so gut, wie sie ihre eigenen Söhne kennen.44 Doch manche unter ihnen verheimlichen bewusst die Wahrheit.

  1. 44 Der Vers bezieht sich auf biblische Prophezeiungen über die Eigenschaften Muhammads.

Vers 147: ˹Dies ist die˺ Wahrheit von deinem Herrn, sei also ja kein Zweifler!

Vers 148: Und jeder hat seine Richtung, die er einschlägt; wetteifert also um die guten Dinge! Wo ihr auch seid, wird euch Gott alle vereinen. Gott ist ja zu allem fähig.

Änderung der Gebetsrichtung kommt von Gott

Vers 149: Und von wo du auch aufbrechen magst, wende dein Gesicht der heiligen Moschee ˹Mekkas˺ zu! Und es ist ganz gewiss die Wahrheit von deinem Herrn. Und Gott ist nicht dessen achtlos, was ihr tut!

Vers 150: Und von wo du auch aufbrechen magst, wende dein Gesicht der heiligen Moschee ˹Mekkas˺ zu! Und wo ihr auch seid, wendet eure Gesichter ihrer Richtung zu, damit die Menschen gegen euch kein Argument haben; bis auf die Übertreter unter ihnen. Doch fürchtet sie nicht, sondern fürchtet Mich! Und damit Ich Meine Gnade an euch vollende und ihr wohl den rechten Weg findet!

Muhammad lehrt und läutert die Gläubigen

Vers 151: Ebenso entsandten Wir ˹mitten˺ unter euch einen Gesandten von euch selbst, der euch Unsere Zeichen (Verse) vorträgt, euch läutert, euch das Buch und die Weisheit lehrt und euch lehrt, was ihr sonst nicht gewusst hättet.

Erinnerung an Gott und Gottvertrauen

Vers 152: Denkt also an Mich, so denke Ich an euch. Dankt Mir und leugnet Mich nicht!

Vers 153: O Gläubige! Sucht Halt in der Standhaftigkeit und im Gebet, Gott ist schließlich mit den Standhaften!

Vers 154: Und sagt nicht über die, die für Gottes Sache getötet werden, sie seien tot; vielmehr sind sie lebendig, doch merkt ihr es nicht.

Gott prüft die Standhaftigkeit der Gläubigen

Vers 155: Und Wir prüfen euch sicher mit etwas Angst, Hunger und Mangel an Vermögen, Leben und Früchten. Verkündet also den Standhaften eine frohe Botschaft!

Vers 156: Wenn sie ein Unglück trifft, sagen sie: „Wir gehören Gott und wir werden gewiss zu Ihm zurückkehren.“

Vers 157: Auf jenen ruhen Segnungen von ihrem Herrn. Und jene sind die Rechtgeleiteten.

Bestätigung mancher Pilgerriten

Vers 158: ˹Die Hügel˺ As-Safa und Al-Marwa45 gehören gewiss zu den von Gott gebotenen Riten. Wer also zum Haus ˹der Kaaba˺ pilgert oder die kleine Pilgerfahrt unternimmt, für den ist es keine Sünde, zwischen beiden ˹Hügeln˺ zu schreiten. Und wer freiwillig Gutes tut, so nimmt Gott gewiss den Dank an und ist allwissend.

  1. 45 Zwei Hügel bei der Kaaba, zwischen denen Hagar einst hin und her lief, als Abraham sie in der Wüste bei Mekka mit ihrem Sohn Ismael zurückließ. In Anlehnung an ihren Lauf schreiten die Pilger zwischen den Hügeln hin und her. Da die Araber dort vor dem Islam Götzen anbrachten, dachten manche Muslime, der rituelle Lauf zwischen den beiden Hügeln sei ein vorislamischer Brauch. Der Vers betont aber, dass dies zu den korrekten Pilgerriten Abrahams gehört.

Verbot, Wissen zu verheimlichen

Vers 159: Diejenigen, die etwas von den klaren Beweisen und der Führung verbergen, die Wir herabgesandt haben, nachdem Wir es den Menschen im Buch erklärt haben, verflucht Gott, und jene verfluchen auch die Verfluchenden,

Vers 160: bis auf diejenigen, die reuevoll umkehren, sich korrigieren und ˹die Wahrheit˺ verkünden. Von jenen werde Ich die Reue annehmen; und Ich bin der stets die Reue Annehmende und Barmherzige.

Vers 161: Auf denen, die leugneten und als Leugner starben, lastet der Fluch Gottes, der Engel und der Menschen allesamt,

Vers 162: ewig verweilen sie darin. Für sie wird weder die Qual gelindert, noch wird ihnen Aufschub gewährt.46

  1. 46 Oder „noch werden sie eines Blickes gewürdigt“.

Nur der Schöpfer ist der Anbetung würdig

Vers 163: Und euer Gott ist ein einziger Gott, es gibt nichts Anbetungswürdiges außer Ihn, den Allerbarmer, den Barmherzigen.

Zeichen Gottes in der Schöpfung

Vers 164: In der Erschaffung der Himmel und der Erde, dem Wechsel von Nacht und Tag, dem Schiff, das im Meer trägt, was den Menschen nützt, in dem Wasser, das Gott vom Himmel herabsendet, worauf Er damit die zuvor tote Erde belebt und darin allerlei Tiere verteilt, im Lenken der Winde und den dienstbaren Wolken zwischen Himmel und Erde sind gewiss Zeichen für Leute, die begreifen.

Vielgötterei trotz Gottes Zeichen

Vers 165: Dennoch gibt es unter den Menschen manche, die neben Gott Rivalen annehmen, die sie so lieben, wie Gott zu lieben wäre. Doch die Gläubigen lieben Gott weit mehr. Und würden die Übertreter doch nur sehen, wenn sie ˹einst˺ die Qual erkennen, dass alle Macht Gott gehört und dass Gott streng im Strafen ist!

Im Jenseits wenden sich Vorbilder ab

Vers 166: ˹Denke daran:˺ Wenn sich diejenigen, die ˹im Diesseits˺ befolgt wurden, von denen distanzieren werden, die ˹ihnen˺ folgten, und diese die Qual sehen und all ihre Stricke47 reißen!

  1. 47 Mit diesen Stricken sind alle Bindung gemeint, sowohl an Personen als auch an Gegenstände, die die Glaubensleugner davon abhalten, die Wahrheit zu erkennen.

Vers 167: Und diejenigen, die ˹anderen˺ folgten, werden sagen: „Hätten wir doch eine Möglichkeit zur Rückkehr ˹ins Diesseits˺, sodass wir uns von ihnen distanzieren, wie sie sich von uns losgesagt haben!“ So zeigt ihnen Gott, dass ihre Taten der Grund ihrer Verzweiflung sind, und sie werden das Feuer nie verlassen.

Nur Erlaubtes essen und vor Satan schützen

Vers 168: O Menschen! Esst von dem, was auf Erden existiert, Erlaubtes und Gutes! Und folgt ja nicht den Fußstapfen des Satans! Er ist euch ja ein offenkundiger Feind.

Vers 169: Er gebietet euch nur das Üble und die Schandtat, und dass ihr über Gott Dinge sagt, von denen ihr nichts wisst.

Blindes Befolgen der Tradition

Vers 170: Und wenn man jenen sagt: „Folgt dem, was Gott offenbart hat!“, antworten sie: „Nein, wir folgen dem Brauch, den wir bei unseren Vorvätern vorgefunden haben.“ Etwa auch dann, wenn ihre Vorväter weder etwas begreifen noch Führung hatten?

Gleichnis: Leugner hören die Wahrheit nur wie Tiere die Hirtenrufe

Vers 171: Und das Gleichnis derer, die stets leugnen, ist das eines ˹Hirten˺, der ˹die Tiere˺ anbrüllt, die nur Schreie und Rufe hören. Taub, stumm und blind – sie begreifen also nichts.48

  1. 48 Dieses Gleichnis veranschaulicht, wie Glaubensleugner den Koran zwar wahrnehmen, doch nichts damit anzufangen wissen. Sie gleichen darin Tieren, die die Rufe eines Hirten hören, der sie damit rufen will. Die Laute sind zwar hörbar, doch ohne jeden Sinn.

Speisegebote

Vers 172: O Gläubige! Esst von den guten Dingen, mit denen Wir euch versorgt haben, und dankt dafür Gott, wenn ihr Ihn wirklich anbetet!

Vers 173: Er verbietet euch nur das Verendete, Blut, Schweinefleisch und alles, was für andere als für Gott geopfert wurde. Wer in Not ist,49 ohne es zu begehren und maßlos zu sein, auf dem lastet keine Sünde; Gott ist gewiss vergebend und barmherzig.

  1. 49 Gemeint ist ein Mensch, der am Verhungern ist und zum Überleben das Fleisch eines verendeten Tiers isst. Er sündigt in diesem Fall nicht, solange er nicht danach giert und nicht mehr davon isst, als er zum Überleben braucht.

Das Verbot, Wissen zu verheimlichen

Vers 174: Diejenigen, die verbergen, was Gott vom Buch herabsandte, und damit ein wenig Gewinn erkaufen, verzehren in ihren Bäuchen nichts als das Feuer. Und Gott wird sie weder am Tag der Auferstehung ansprechen noch läutern, außerdem droht ihnen eine schmerzhafte Qual.

Vers 175: Jene sind es, die für den Irrtum die Führung verkauften und für die Qual die Vergebung. Wie sehr sie doch auf dem Höllenfeuer beharren!

Vers 176: Dies ist so, weil Gott das Buch wahrhaftig herabsandte. Und diejenigen, die über das Buch stritten, sind gewiss einer gewaltigen Spaltung verfallen.

Wahre Frömmigkeit

Vers 177: Die Frömmigkeit besteht nicht ˹nur˺ darin, dass ihr eure Gesichter nach Osten und Westen wendet. Vielmehr besteht die Frömmigkeit darin, an Gott, das Jenseits, die Engel, das Offenbarungsbuch und die Propheten zu glauben und sein Vermögen in Liebe50 den Verwandten, Waisen, Bedürftigen, mittellosen Reisenden, Bittenden und Unterjochten zu geben, das Gebet ˹in Ehren˺ einzuhalten und die Zakat zu entrichten; und ˹fromm sind˺ die Vertragstreuen in ihren Abmachungen und die Standhaften angesichts von Not, Leid und schweren Zeiten. Jene sind es, die aufrichtig sind. Und jene sind die Gottesfürchtigen.

  1. 50 Entweder im Sinne von „in Liebe zu Gott spenden“ oder „spenden, auch wenn er eigentlich an diesem Vermögen hängt“.

Die Strafe für Mord

Vers 178: O Gläubige! Euch wurde die Vergeltung bei Ermordeten vorgeschrieben: der Freie für den Freien, der Leibeigene für den Leibeigenen und die Frau für die Frau.51 Und wem etwas von seinem Bruder verziehen wurde, der soll das Übliche befolgen und ihm ˹das Blutgeld˺ im Guten auszahlen.52 Jenes ist eine Erleichterung von eurem Herrn und eine Barmherzigkeit. Wer jedoch danach ˹erneut˺ übergriffig wird, dem droht ˹im Jenseits˺ eine schmerzhafte Qual.

  1. 51 Diese Regel gilt durch den allgemeinen Vers „Seele gegen Seele“ (5:45) als aufgehoben.
  2. 52 Wenn die Angehörigen des Ermordeten auf die Vergeltung verzichten, muss der Mörder ihnen ein Blutgeld als Entschädigung auszahlen.

Vers 179: Und ihr gewinnt durch die Vergeltung Leben, o ihr Verständigen, auf dass ihr achtsam seid.53

  1. 53 Alternativ: „auf dass ihr gottesfürchtig seid“.

Regeln zum Testament

Vers 180: Euch wurde vorgeschrieben, wenn euch der Tod ereilt und der Verstorbene Vermögen hinterlässt, das Testament für die Eltern und Verwandten im Üblichen aufzusetzen. Eine Pflicht für die Gottesfürchtigen.54

  1. 54 Die Pflicht zum Testament ist durch die Verse über das Pflichterbe (z. B. 4:11 f.) aufgehoben.

Vers 181: Wer es (das Testament) umändert, nachdem er es ˹öffentlich˺ gehört hat, so lastet die Sünde hierfür allein auf denen, die es umändern. Gott ist gewiss Allhörend und Allwissend.

Vers 182: Wer von einem Erblasser eine Testamentsfälschung oder Schlimmes befürchtet und daher zwischen den Angehörigen schlichtet, den trifft keine Sünde. Gott ist gewiss der Vergebende und Barmherzige.

Das Fasten

Vers 183: O Gläubige! Euch wurde das Fasten vorgeschrieben, wie es bereits denjenigen vor euch vorgeschrieben wurde, auf dass ihr gottesfürchtig seid.

Vers 184: ˹Gefastet wird˺ für gezählte Tage. Wer von euch krank oder auf Reisen ist, soll die Zahl an anderen Tagen ˹nachfasten˺. Und diejenigen, die fasten können, müssen die Speisesühne für einen Armen leisten.55 Und wer freiwillig Gutes tut, für den ist dies besser. Und dass ihr fastet, ist besser für euch, wenn ihr es nur wüsstet!

  1. 55 Die Wahl zwischen Fasten und Sühneleistung wird durch den folgenden Vers eingeschränkt. Die Speisesühne ist nur noch für Muslime zulässig, die gesundheits- oder altersbedingt nicht mehr in der Lage sind, zu fasten.

Vorzug des Ramadan und Leichtigkeit des Islams

Vers 185: Der Monat Ramadan ist es, in dem der Koran als Führung für die Menschen und in Form klarer Beweise der Führung und Unterscheidung zwischen Richtig und Falsch herabgesandt wurde. Wer von euch also zum Monat nicht auf Reisen ist, der muss ihn fasten. Und wer krank oder auf Reisen ist, soll die Zahl an anderen Tagen ˹nachfasten˺. Gott will es euch erleichtern und nicht erschweren; und damit ihr die Zahl (der Fastentage) vervollständigt und Gottes Größe dafür lobt, dass Er euch führte, und auf dass ihr wohl dankt.

Gott ist nahe, also bittet Ihn!

Vers 186: Und wenn dich ˹o Muhammad˺ Meine Diener nach Mir fragen: Ich bin wahrhaftig nah. Ich erhöre die Bitte des Bittenden, wenn er Mich bittet. Daher sollen sie auf Mich hören und an Mich glauben, auf dass sie wohl den Weg der Vernunft einschlagen.

Nächtliche Fastenlockerung und Rückzug in Moscheen

Vers 187: Euch ist in der Fastennacht erlaubt, dass ihr mit euren Frauen intim werdet, sie sind euch ein Gewand und ihr seid ihnen ein Gewand. Gott wusste, dass ihr zum Betrug geneigt wart,56 also nahm Er eure Reue an und vergab euch. Jetzt streichelt sie also und begehrt, was Gott euch erlaubt hat! Und esst und trinkt, bis ihr den weißen Faden vom schwarzen Faden der Morgendämmerung57 unterscheiden könnt! Setzt das Fasten anschließend bis zur Nacht fort.58 Und streichelt sie nicht ˹intim˺, wenn ihr euch in den Moscheen zurückgezogen habt! Jene sind Gottes Grenzen, nähert euch ihnen also nicht! So verdeutlicht Gott Seine Zeichen den Menschen, auf dass sie wohl gottesfürchtig sind.59

  1. 56 Als das Fasten im Ramadan zur Pflicht wurde, war der Geschlechtsverkehr im gesamten Ramadan verboten, dies fiel den Gläubigen schwer, und so wurde der nächtliche Geschlechtsverkehr in diesem Vers erlaubt.
  2. 57 Gemeint ist das erste horizontale Frühlicht der Morgendämmerung (der weiße Faden), das sich klar vom dunklen Horizont (dem schwarzen Faden) unterscheiden lässt. Mit dieser Dämmerungsphase beginnt das Morgengebet und zugleich die Pflicht zum Fasten.
  3. 58 Gemeint ist der Sonnenuntergang; sobald die Sonnenscheibe vollständig untergegangen ist, beginnt das Abendgebet und der Fastende darf sein Fasten brechen.
  4. 59 Oder: „auf dass sie sich wohl in Acht nehmen“.

Das Verbot der Ausbeutung

Vers 188: Und verschlingt nicht unrechtmäßig eure Besitztümer untereinander, und schiebt dieses Unrecht nicht den Herrschern unter, um damit manches Vermögen der Menschen sündig zu verschlingen, obwohl ihr es wisst!

Mondkalender und Verbot des Aberglaubens

Vers 189: Sie fragen dich nach den Neulichtern.60 Sag ˹ihnen˺: „Sie sind Zeitzeichen für die Menschen und den Hadsch.“ Und es ist keine Frömmigkeit, dass ihr die Häuser über das Dach betretet.61 Der Fromme ist vielmehr, wer gottesfürchtig ist. Und betretet die Häuser durch ihre Türen! Und fürchtet Gott, auf dass ihr wohl erfolgreich sein werdet!

  1. 60 Die Mondsichel am ersten Tag, an dem sie sichtbar ist; mit ihr beginnt im Islam ein neuer Mondmonat.
  2. 61 Der Vers beschreibt den vorislamischen Brauch der Medinenser, nach der Heimkehr vom Hadsch das Haus über das Flachdach zu betreten, weil sie glaubten, es bringe Unglück, das Haus nach dem Hadsch durch die Tür zu betreten.

Kriegsrecht und Ethik

Vers 190: Und bekämpft auf dem Weg Gottes diejenigen, die euch bekämpfen, und werdet nicht maßlos! Gott liebt gewiss die Maßlosen nicht.

Vers 191: Und tötet sie, wo ihr sie auch findet,62 und vertreibt sie aus dem Ort ˹Mekka˺, von dem sie euch vertrieben haben. Und die Unterdrückung63 ist schlimmer als das Töten. Und bekämpft sie nicht bei der heiligen Moschee, bis sie euch darin bekämpfen! Doch wenn sie euch ˹dort˺ bekämpfen, dann bekämpft sie! Und jenes ist die Vergeltung für die Glaubensfeinde.

  1. 62 Gemeint ist, dass der Kampf gegen gewalttätige Menschen, die Menschen wegen ihres Glaubens bekämpfen (s. voriger Vers), überall erlaubt ist, selbst im heiligen Bezirk Mekkas.
  2. 63 Gemeint ist die Unterdrückung der freien Religionsausübung.

Vers 192: Doch wenn sie aufhören, ist Gott gewiss Allverzeihend und Barmherzig.

Vers 193: Und bekämpft sie, damit keine Unterdrückung mehr herrscht und die Religion allein für Gott ist. Doch wenn sie aufhören, dann darf niemand außer den Unterdrückern angefeindet werden.

Vers 194: Der heilige Monat ist für den heiligen Monat; und die Verletzung der Verbote ist zu vergelten. Wer also in eure Rechte eingegriffen hat, in dessen Rechte greift in dem Maß ein, wie er eure Rechte verletzt hat.64

  1. 64 Gemeint ist das Verhältnismäßigkeitsprinzip, also dass die Bestrafung von Rechtsverletzungen in einem gesunden Verhältnis zum begangenen Unrecht stehen muss.

Spenden, ohne sich selbst zu schaden

Vers 195: Und spendet für die Sache Gottes und stürzt euch ˹dabei˺ selbst nicht ins Verderben! Und handelt aufs Beste! Gott liebt gewiss die Gütigen.

Pilgerriten

Vers 196: Und führt den Hadsch und die Besuchspilgerfahrt für Gott vollkommen aus! Und wenn ihr gehindert werden solltet, opfert ein Tier je nach Möglichkeit!65 Und rasiert euren Kopf erst, wenn das Opfertier seinen Bestimmungsort erreicht hat!66 Wer von euch krank ist oder am Kopf leidet, der soll eine Sühneleistung erbringen, und zwar durch Fasten, ein Almosen oder ein Tieropfer.67 Und auch wenn ihr sicher seid: Wer die Besuchspilgerfahrt mit dem Hadsch verbindet und dazwischen die Pilgerweihe aussetzt,68 der opfert ein Tier je nach Möglichkeit. Wer keines findet, der fastet drei Tage im Hadsch und sieben, nachdem ihr heimgekehrt seid; dies sind zehn volle Tage. Jenes gilt für den, dessen Familie nicht zu den Anwohnern der heiligen Moschee gehört. Und fürchtet Gott und wisst, dass Gott streng im Strafen ist!

  1. 65 Dies gilt für den Fall, dass jemand nach Mekka pilgern will und daran gehindert wird, Mekka zu betreten. Er kann die Pilgerweihe beenden, muss jedoch ein Opfertier schlachten und sein Fleisch spenden.
  2. 66 Im Weihezustand darf der Pilger seine Haare nicht kürzen; er darf dies erst, wenn das Pilgeropfer in Mekka geschlachtet wird.
  3. 67 Im Hadsch ist es verboten, Haare und Nägel zu kürzen. Wer hingegen krankheitsbedingt die Haare kürzen muss, der darf es, muss jedoch eine Sühneleistung erbringen.
  4. 68 Dies ist eine von drei Hadschformen. Bei ihr reist der Pilger vorab zur Besuchspilgerfahrt an. Anschließend beendet er den Zustand der Pilgerweihe und verweilt in Mekka, ohne die Pilgergebote beachten zu müssen. Erst zum Hadschbeginn tritt er wieder in den Weihezustand ein und muss die Weihegebote wieder beachten.

Vers 197: Der Hadsch findet zu bekannten Monaten statt.69 Wer sich in ihnen zum Hadsch verpflichtet, darf weder Intimes (Geschlechtsverkehr), sündhaftes Verhalten noch Streit im Hadsch begehen. Und was ihr auch an Gutem tut, das weiß Gott. Und deckt euch mit Proviant ein, und der beste Proviant ist gewiss die Gottesfurcht! Und fürchtet Mich, o ihr Einsichtigen!

  1. 69 Die Hadschmonate heißen Schawwal, Dhu al-Qida und Dhu al-Hiddscha.

Vers 198: Es ist für euch keine Sünde, dass ihr Weltliches von eurem Herrn begehrt.70 Wenn ihr jedoch von der Ebene Arafat71 zurückkommt, gedenkt Gottes bei der heiligen Stätte ˹Muzdalifa˺!72 Und gedenkt Seiner, wie Er euch führte, und ihr gehörtet ja einst gewiss zu den Abirrenden.

  1. 70 Dies bezieht sich auf den Handel im Hadsch, er ist erlaubt.
  2. 71 Arafat ist eine Ebene außerhalb des heiligen Bezirks von Mekka, dort halten sich die Pilger am 9. des Hadschmonats vom Mittag bis zum Sonnenuntergang auf.
  3. 72 Muzdalifa ist ein Tal auf dem Rückweg von Arafat nach Mekka. Dort rasten die Pilger in der Nacht vom 9. auf den 10. des Hadschmonats.

Vers 199: Brecht anschließend von dort auf, wo die Leute aufbrechen, und bittet Gott um Vergebung! Gott ist ja vergebend und barmherzig.

Vers 200: Und wenn ihr eure Riten beendet habt, gedenkt Gottes ˹in Mina˺, wie ihr eurer Vorfahren gedenkt, oder sogar noch mehr! Mancher Mensch sagt: „Unser Herr, gib uns im Diesseits Schönes!“, doch hat er am Jenseits nicht den geringsten Anteil.

Vers 201: Und mancher sagt: „Unser Herr, gib uns im Diesseits Schönes und im Jenseits Schönes und schütze uns vor der Qual des Höllenfeuers!“

Vers 202: Jene haben einen Anteil an den Taten, die sie erwarben. Und Gott ist schnell im Abrechnen.

Vers 203: Und gedenkt Gottes ˹in Mina˺ an gezählten Tagen! Wer frühzeitig nach zwei Tagen aufbricht, den trifft keine Sünde, und wer später geht, den trifft keine Sünde.73 Dies ist für den, der gottesfürchtig ist. Und fürchtet Gott und wisst, dass ihr zu Ihm geführt werdet!

  1. 73 Mina ist eine Pilgerstätte bei Mekka, an der die Pilger beim Hadsch in Zelten lagern, wenn sie von Arafat und Muzdalifa zurückkehren. Sie bleiben drei Tage nach dem Opferfest in Mina, wer es jedoch eilig hat, kann bereits nach zwei Tagen Mina verlassen..

Täuschung der Heuchler

Vers 204: Und unter den Menschen ist mancher, dessen Worte über das diesseitige Leben dir gefallen mögen, und er ruft auch noch Gott als Zeugen für das, was er in seinem Herzen empfindet. Doch ist er der schlimmste Widersacher.

Vers 205: Und wenn er fortgeht,74 bemüht er sich auf Erden, um auf ihr Unheil zu stiften und das Feld und die Nachkommen zu vernichten. Doch Gott liebt das Unheil nicht.

  1. 74 Oder auch: „Und wenn er Macht erlangt“ statt „und wenn er fortgeht“.

Vers 206: Und sagt man jenem „fürchte Gott!“, packt ihn der Stolz wegen des Übels.75 Ihm soll die Hölle genügen, was für eine schlimme Wiege!

  1. 75 Oder „verleitet ihn der Stolz zum Bösen“.

Gläubige widmen ihr Leben Gott

Vers 207: Und unter den Menschen ist mancher, der sein Leben dem Bemühen um die Zufriedenheit Gottes widmet. Und Gott ist nachsichtig mit den Dienern.

Vollkommene Hingabe und Warnung vor dem Satan

Vers 208: O Gläubige! Taucht vollkommen in die Hingabe (den Islam) ein und folgt ja nicht den Fußstapfen des Satans! Er ist euch ja ein offenkundiger Feind.

Vers 209: Wenn ihr jedoch straucheln solltet, nachdem die klaren Zeichen zu euch gelangt sind, dann wisst, dass Gott würdevoll und allweise ist.

Glaubensleugner fordern übernatürliche Wunder

Vers 210: Warten sie etwa allein darauf, dass Gott sie in feinen Wolken mit den Engeln aufsucht, sodass die Sache76 ˹bereits˺ entschieden wäre? Und zu Gott werden die Angelegenheiten zurückgeführt.

  1. 76 Einige Menschen verlangen, Gott und die Engel sofort sehen zu dürfen. Eine solche Forderung würde jedoch bedeuten, dass alle Leugner umgehend bestraft werden und die Angelegenheit direkt entschieden wird. Allerdings ist der Tag des Gerichts im Jenseits, sodass dies nicht auf Erden geschehen wird.

Vers 211: Frag die Kinder Israels, wie viele klare Zeichen Wir ihnen gegeben haben! Doch wer die Gnade Gottes entstellt, nachdem sie zu ihm gelangt ist, so ist Gott gewiss streng im Strafen.

Vers 212: Denjenigen, die leugnen, erscheint das diesseitige Leben schön, daher spotten sie über diejenigen, die glauben. Und diejenigen, die gottesfürchtig sind, sind am Tag der Auferstehung höher gestellt als jene ˹Leugner˺. Und Gott versorgt, wen Er will, ohne abzurechnen.

Einheit der Urbotschaft und Streit um Religion

Vers 213: Die ˹ersten˺ Menschen waren eine Gemeinschaft, sodann entsandte Gott ˹nach und nach˺ die Propheten als Verkünder und Warner und sandte mit ihnen das Buch wahrhaftig herab, um zwischen den Menschen in den Belangen zu richten, über die sie stritten. Und darüber stritten sich nur diejenigen, denen es (das Buch) gegeben wurde, nachdem die klaren Beweise zu ihnen gelangt sind, weil sie unter sich aufbegehrten. So führte Gott diejenigen, die stets glauben, in den Belangen, in denen die anderen stritten, mit Seiner Erlaubnis zur Wahrheit. Und Gott führt, wen Er will, auf einen geraden Weg.

Gott prüft und steht bei

Vers 214: Oder denkt ihr etwa, dass ihr das Paradies betretet, bevor euch dasselbe ˹an Prüfungen˺ ereilt wie diejenigen vor euch? Sie ergriff die Not und das Leid und sie wurden erschüttert, bis der Gesandte und diejenigen, die stets glaubten, fragten, wann denn Gottes Beistand komme. Und doch ist Gottes Beistand gewiss nah.

Wem soll man Almosen geben?

Vers 215: Sie fragen dich ˹o Muhammad˺, was sie spenden sollen. Sag ˹ihnen˺: „Was ihr an Vermögen spendet, soll für die Eltern, Verwandten, Waisen, Bedürftigen und mittellosen Reisenden sein. Und was ihr auch an Gutem tut, darum weiß Gott genau.“

Der Mensch erkennt nicht immer, was für ihn am besten ist

Vers 216: Euch wurde der Kampf vorgeschrieben, auch wenn er euch ein Gräuel ist. Denn ihr mögt etwas verabscheuen, obwohl es besser für euch ist. Und ihr mögt etwas lieben, obwohl es schlechter für euch ist. Und Gott weiß es, doch ihr wisst es nicht.

Der Kampf in den verwehrten Monaten

Vers 217: Sie fragen dich ˹o Muhammad˺ nach dem heiligen Monat,77 ob der Kampf in ihm erlaubt sei. Sag ˹ihnen˺: „Der Kampf in ihm ist schlimm. Und von Gottes Weg abzuhalten, Ihn zu leugnen, ˹Menschen˺ von der heiligen Moschee abzuhalten und deren Einwohner von dort zu vertreiben ist für Gott weit schlimmer. Und die Unterdrückung ist schlimmer als das Töten.“ Und sie werden euch so lange bekämpfen, bis sie euch von eurer Religion abbringen, wenn sie dazu imstande sind. Wer jedoch unter euch von seiner Religion abfällt und darauf als Leugner stirbt, so verfallen deren Taten im Diesseits und im Jenseits. Und jene sind die Insassen des Höllenfeuers, sie sind ewig darin.

  1. 77 Es gibt im Islam vier heilige Mondmonate, in denen der Kampf verboten ist, sie heißen Muharram, Radschab, Dhul Qiʿda und Dhul Hidscha.

Vers 218: Diejenigen, die stets glauben, auswanderten und sich um die Sache Gottes bemühen, sind es, die Gottes Barmherzigkeit erhoffen. Und Gott ist vergebend und barmherzig.

Verbot von Alkohol und Glücksspiel

Vers 219: Sie fragen dich ˹o Muhammad˺ nach dem Alkohol und dem Glücksspiel. Sag ˹ihnen˺: „Beide bergen großen Schaden, aber auch Nutzen für die Menschen, doch ist ihr Schaden größer als ihr Nutzen.“ Und sie fragen dich, was sie spenden sollen. Sag ˹ihnen˺: „Den Überschuss.“ So erklärt Gott euch die Zeichen, auf dass ihr wohl nachdenkt

Vers 220: über das Diesseits und Jenseits.Verwalten des Vermögens von Waisen Und sie fragen dich nach den Waisen. Sag ˹ihnen˺: „Es (das Vermögen) für sie zu verwalten ist gut. Und wenn ihr mit ihnen teilt, so sind sie schließlich eure Brüder. Und Gott weiß, wer der Unheilstifter und wer der Wohltäter ist. Und hätte Gott gewollt, so hätte Er euch zermürbt. Gott ist gewiss Allmächtig und Allweise.“

Verbot der Ehe zwischen Muslimen und Polytheisten

Vers 221: Und heiratet die Götzendienerinnen erst, wenn sie den Glauben annehmen. Und eine gläubige Leibeigene ist besser als eine Götzendienerin, auch wenn sie euch gefällt. Und verheiratet die Götzendiener erst, wenn sie den Glauben annehmen. Und ein gläubiger Leibeigener ist besser als ein Götzendiener, auch wenn er euch gefällt. Jene laden zum Höllenfeuer ein, und Gott lädt zum Paradies und zur Vergebung ein, wenn Er es erlaubt. Und Er legt Seine Zeichen für die Menschen dar, damit sie sich erinnern.

Regeln zur Menstruation und zum Geschlechtsverkehr

Vers 222: Und sie fragen dich ˹o Muhammad˺ nach der Menstruation. Sag ˹ihnen˺: „Sie ist ein Leiden, also meidet die Frauen während der Periode ˹intim˺.78 Und nähert euch ihnen erst, wenn sie wieder rein ˹von der Periode˺ sind. Und nachdem sie sich rituell gereinigt haben,79 nähert euch ihnen so, wie Gott es euch geheißen hat! Gott liebt ja die Reuevollen und sich Reinigenden!“

  1. 78 Nur der Geschlechtsverkehr ist während der Periode zu meiden, die Frau gilt während der Periode nicht als unrein, für die Frau entfallen zudem das Gebet und Fasten.
  2. 79 Gemeint ist das rituelle Bad.

Vers 223: Eure Frauen sind für euch ein Saatfeld, nähert euch also eurem Saatfeld, von wo ihr wollt!80 Und schickt Gutes für eure Seelen voraus! Und fürchtet Gott und wisst, dass ihr Ihn treffen werdet! Und verkünde den Gläubigen frohe Botschaft!

  1. 80 Der Vers bezieht sich auf verschiedene Stellungen beim Geschlechtsverkehr. Im Islam ist der Analverkehr verboten. In Medina war damals der Aberglaube verbreitet, manche Stellungen seien schädlich für das Kind.

Regeln zum Schwören

Vers 224: Und erklärt Gott nicht zum Hindernis für eure Eide, fromm und gottesfürchtig zu sein und zwischen den Menschen zu schlichten! Und Gott ist Allhörend und Allwissend.

Vers 225: Gott belangt euch nicht für die Gedankenlosigkeit bei euren Schwüren, vielmehr belangt Er euch für das, was ihr im Herzen beschlossen habt. Und Gott ist vergebend und nachsichtig.

Eherecht: der Enthaltungsschwur

Vers 226: Diejenigen, die gegen ihre Frauen den Enthaltungsschwur ablegen,81 müssen vier Monate warten. Wenn sie dies jedoch zurücknehmen, so ist Gott gewiss vergebend und barmherzig.

  1. 81 Dies bedeutet, dass der Ehemann schwört, keinen Geschlechtsverkehr mit seiner Frau zu haben.

Vers 227: Und wenn sie sich zur Scheidung entschließen, so ist Gott gewiss Allhörend und Allwissend.

Die Wartezeit und Regeln nach der Scheidung

Vers 228: Und die geschiedenen Frauen warten drei Perioden82 ab. Und es ist ihnen nicht erlaubt, ˹das Kind˺ zu verheimlichen, das Gott in ihren Gebärmüttern erschuf, wenn sie an Gott und den Jüngsten Tag glauben. Und ihre Ehemänner dürfen sie eher zurücknehmen,83 wenn sie Gutes wollen. Und die Frauen haben Rechte, die ihren Pflichten ˹gegenüber den Männern˺ im Rahmen des Üblichen84 entsprechen. Und die Männer haben ihnen gegenüber einen höheren Rang.85 Und Gott ist Allmächtig und Allweise.

  1. 82 Dies bezieht sich auf die Wartezeit nach der Ehescheidung, sie beträgt bei Frauen mit Regelblutung drei Perioden. Die Wartezeit für Frauen, die keine Periode haben, wird in 65:4 genannt.
  2. 83 Die Ehepartner können in der Wartezeit beschließen, die Ehe ohne erneuten Ehevertrag fortzuführen. In der Wartezeit gilt die Frau noch als verheiratet, behält ihre Ansprüche und darf noch keinen anderen Mann heiraten.
  3. 84 Der Zusatz „im Üblichen“ bedeutet, dass die ehelichen Aufgaben je nach Brauch abweichen können, solange dieser nicht anderen islamischen Geboten widerspricht.
  4. 85 Gemeint ist die gesellschaftliche Stellung, die sie haben, weil sie verpflichtet sind, für den Unterhalt der Frau und Familie aufzukommen. Vor Gott und dem Gesetz sind Männer und Frauen jedoch gleich.

Mehrmalige Scheidung

Vers 229: Die Scheidung kann zweimal geschehen. Danach müssen die Männer die Frauen im Üblichen behalten oder im Guten freigeben.86 Und es ist euch Männern nicht erlaubt, auch nur etwas von der Brautgabe zu nehmen, die ihr den Frauen gegeben habt, es sei denn, beide befürchten, Gottes Grenzen nicht einzuhalten. Wenn ihr also befürchtet, beide könnten Gottes Grenzen nicht einhalten, so lastet auf beiden keine Sünde, wenn sie sich gegen Geld aus der Ehe löst.87 Jene sind die Grenzen Gottes, also überschreitet sie nicht! Und wer Gottes Grenzen überschreitet, jene sind die Übertreter.

  1. 86 Eine Ehe kann nach der Scheidung nur zweimal aufgenommen werden. Nach der dritten Scheidung dürfen die Geschiedenen erst unter speziellen Bedingungen wieder heiraten (siehe 2:230).
  2. 87 Die Frau kann die Scheidung einreichen, wenn sie einen Teil der Mitgift zurückgibt. Sie kann auch bei einem Zerwürfnis oder Rechtsverletzungen die Scheidung bei Gericht einklagen.

Vers 230: Und wenn er sie danach erneut für geschieden erklärt, so ist sie ihm erst zur Ehe erlaubt, nachdem sie einen anderen Mann geheiratet hat. Wenn dieser sie dann für geschieden erklärt, so lastet auf beiden keine Sünde, wenn sie wieder zueinander zurückkehren, wenn sie glauben, Gottes Grenzen einzuhalten. Und jene sind Gottes Grenzen, die Er Leuten erklärt, die Wissen haben.

Umgang mit der Frau nach der Scheidungserklärung

Vers 231: Und wenn ihr die Frauen für geschieden erklärt und ihre Wartefrist um ist, behaltet sie entweder im Üblichen oder lasst sie im Üblichen gehen. Und haltet sie nicht in der Ehe fest, um ihnen zu schaden und ihre Rechte zu verletzen! Und wer dies tut, der schadet sich selbst. Und spottet nicht über Gottes Zeichen! Und denkt an Gottes Gnade gegenüber euch und an das, was Er euch im Buch (dem Koran) und der Weisheit88 herabsandte, um euch damit zu ermahnen! Und fürchtet Gott und wisst, dass Gott um alle Dinge weiß.

  1. 88 Mit der Weisheit ist im Koran die Sunna gemeint, die Gesamtheit der Lehren des Propheten Muhammads ﷺ.

Vers 232: Und wenn ihr die Frauen für geschieden erklärt und ihre Wartefrist um ist, so haltet sie nicht davon ab, ihre Männer erneut zu heiraten, wenn sie sich im Guten einigen. Damit wird ermahnt, wer an Gott und den Jüngsten Tag glaubt. Jenes ist lauterer für euch und reiner. Und Gott weiß, doch ihr wisst nichts.

Regeln zur Stillzeit

Vers 233: Und die Mütter stillen ihre Kinder zwei ganze Jahre; ˹dies gilt˺ für den, der die volle Stillzeit einhalten will. Und der Vater, dem das Kind geboren wurde, muss sie (die Mütter) im Üblichen89 versorgen und einkleiden. Keiner Seele wird mehr aufgebürdet, als sie ertragen kann. Keine Mutter darf wegen ihres Kindes geschädigt werden und kein Vater wegen seines Kindes. Und der Erbe hat dieselbe Pflicht. Wenn sie einvernehmlich und nach Absprache abstillen wollen, lastet auf beiden keine Sünde. Und wenn ihr eure Kinder von einer Amme stillen lassen wollt, lastet auf euch keine Sünde, wenn ihr dafür im üblichen Maß bezahlt. Und fürchtet Gott und wisst, dass Gott das, was ihr tut, genau sieht!

  1. 89 Siehe die vorige Fußnote zum Vers 228.

Die Wartezeit der Witwe

Vers 234: Und diejenigen, die von euch versterben und Ehefrauen hinterlassen: Sie (die Witwen) sollen vier Monate und zehn Tage ˹vor einer Wiederheirat˺ warten. Wenn ihre Wartezeit dann um ist, lastet auf euch (dem Vormund) keine Sünde in dem, was sie selbst im Üblichen tun.90 Und Gott ist dessen, was ihr tut, kundig.

  1. 90 Die Frau kann sich nach dem Ende der Wartezeit normal schmücken und wieder heiraten.

Vers 235: Und es ist für euch keine Sünde, wenn ihr ˹in der Wartezeit gegenüber solchen Frauen˺ Heiratsabsichten andeutet oder solche Gedanken hegt. Gott wusste, dass ihr sie erwähnen werdet, doch versprecht ihnen kein Geheimnis, sondern sagt übliche Worte! Und beschließt nicht den Ehebund, bevor die vorgeschriebene Wartezeit um ist! Und wisst, dass Gott weiß, was in euch vorgeht, also hütet euch vor Ihm! Und wisst, dass Gott vergebend und nachsichtig ist!

Scheidung vor dem Vollzug der Ehe

Vers 236: Es ist für euch keine Sünde, wenn ihr die Frauen für geschieden erklärt, solange ihr sie nicht berührt oder ihnen eine Pflichtbrautgabe gegeben habt. Und versorgt sie, der Vermögende nach seinem Maß und der weniger Betuchte nach seinem Maß, eine Versorgung im Üblichen! Dies ist eine Pflicht für die Gütigen.

Vers 237: Und wenn ihr sie für geschieden erklärt habt, bevor ihr sie ˹intim˺ berührt habt und ihnen bereits eine Pflichtbrautgabe gegeben habt, so ˹gibt die Frau˺ die Hälfte ˹der Brautgabe˺, die ihr ihnen gegeben habt, außer sie verzichten darauf oder es verzichtet der darauf, der für den Ehevertrag verantwortlich ist. Und zu verzichten entspricht der Gottesfurcht eher. Und vergesst nicht eure Gutherzigkeit miteinander! Gott sieht ja, was ihr tut, genau.

Einhalten der Gebete

Vers 238: Haltet die Gebete ˹in Ehren˺ ein, und insbesondere das mittlere Gebet, und steht demütig für Gott ˹im Gebet˺!

Vers 239: Und wenn ihr Gefahr befürchtet, dann betet gehend oder reitend. Und wenn ihr wieder in Sicherheit seid, gedenkt Gottes, wie Er euch lehrte, was ihr zuvor nicht wusstet!

Rechte der Witwe

Vers 240: Und diejenigen, die von euch versterben und Ehefrauen hinterlassen, müssen im Testament für ihre Frauen eine Versorgung für ein Jahr bestimmen, ohne sie ˹aus dem Haus des Mannes˺ zu nehmen.91 Wenn die Witwen danach das Haus verlassen, so trifft euch keine Sünde in dem, was sie selbst im Üblichen tun.92 Und Gott ist Allmächtig und Allweise.

  1. 91 Diese Regel ist aufgehoben durch den später offenbarten Vers 234 dieser Sure, der eine Trauerzeit von vier Monaten und zehn Tagen festlegt statt einem Jahr. Außerdem ist die Regel durch das Erbrecht (siehe 4:12) aufgehoben. Dieser Vers nennt die aufgehobene Pflicht, dass die Erben des verstorbenen Mannes seine Ehefrau ein Jahr lang im Haus des Mannes wohnen lassen und für ihren Unterhalt aufkommen mussten.
  2. 92 Das heißt: Wenn das Jahr um ist, sündigen die Erben des Mannes nicht, wenn sie nicht mehr für die Witwe aufkommen. Außerdem kann die Witwe die Trauerzeit beenden. Diese Regeln sind aber aufgehoben.

Vers 241: Und den geschiedenen Frauen steht eine Versorgung im Üblichen93 als Pflicht für die Gottesfürchtigen zu.

  1. 93 Der Ehemann muss nach der Scheidung im üblichen Maß für den Unterhalt seiner geschiedenen Frau aufkommen, bis die Wartezeit von vier Monaten und zehn Tagen (2:234) vorbei ist.

Vers 242: So erklärt Gott euch Seine Zeichen, auf dass ihr wohl begreift.

Die Verteidigung der Gläubigen

Vers 243: Hast du nicht von jenen ˹Israeliten˺ erfahren, die in Todesangst ihre Häuser zu Tausenden verließen? Doch dann sagte Gott zu ihnen: „Sterbt!“, sodann erweckte Er sie wieder zum Leben. Gott ist wahrhaftig voll Güte gegenüber den Menschen, doch die meisten Menschen danken nicht.

Vers 244: Und kämpft auf Gottes Weg und wisst, dass Gott Allhörend und Allwissend ist!

Vers 245: Wer ist bereit, Gott ein schönes Darlehen zu geben, auf dass Er es ihm mit dem Vielfachen auszahlt? Und Gott gewährt und verwehrt ˹Vermögen˺, und zu Ihm werdet ihr zurückgebracht.

Samuel und der König Talut

Vers 246: Hast du denn nicht von der Gefolgschaft der Kinder Israels nach Moses erfahren? Als sie zu einem ihrer Propheten94 sagten: „Entsende uns einen König, damit wir für Gottes Sache kämpfen!“ Er (Samuel) antwortete: „Und was ist, wenn ihr nicht kämpft, wenn euch der Kampf vorgeschrieben wird?“ Sie entgegneten: „Und warum sollten wir denn nicht kämpfen, wo wir doch aus unseren Häusern vertrieben und von unseren Söhnen getrennt wurden?“ Doch als ihnen der Kampf vorgeschrieben wurde, flohen sie bis auf wenige. Und Gott weiß genau um die Übertreter.

  1. 94 Es handelt sich um den Propheten Samuel.

Vers 247: Und ihr Prophet ˹Samuel˺ sagte ihnen: „Gott hat für euch Talut zum König ernannt!“ Sie entgegneten: „Wie sollte er denn unser Herrscher sein, obwohl ihm kein umfangreiches Vermögen gegeben wurde?“ Er (Samuel) sagte: „Gott hat ihn wahrhaftig zum Herrscher über euch bestimmt und ihm mehr Wissen und Körperkraft verliehen! Und Gott gibt Seine Herrschaft, wem Er will. Und Gott ist allumfassend und allwissend.“

Vers 248: Und ihr Prophet (Samuel) sagte ihnen: „Das Zeichen seines Königtums ist, dass die Bundeslade zu euch gelangt, sie spendet Trost von eurem Herrn und enthält die Überreste dessen, was die Familie Moses’ und Aarons hinterließ; sie (die Lade) tragen die Engel. Dies ist wahrhaftig ein Zeichen für euch, wenn ihr denn gläubig seid.“

Samuel kämpft mit den Israeliten gegen Goliaths Heer

Vers 249: Und als Talut mit den Truppen loszog, sagte er: „Gott wird euch gewiss mit einem Fluss prüfen: Wer von ihm trinkt, gehört nicht zu mir. Und wer nichts davon nimmt, der gehört zu mir, außer wer nur eine Handvoll davon schöpft ˹und trinkt˺.“ Doch sie tranken davon, bis auf wenige unter ihnen. Und als er ihn (den Fluss) mit denen, die stets glaubten, überquerte, sagten sie: „Wir haben heute keine Kraft gegen Goliath und seine Truppen ˹zu kämpfen˺!“ Diejenigen jedoch, die überzeugt waren, Gott zu treffen, sagten: „Wie viele kleine Truppen besiegten schon mit Gottes Erlaubnis große Truppen! Und Gott ist mit den Standhaften.“

Vers 250: Und als sie vor Goliath und seinem Heer standen, sagten sie: „Unser Herr, erfülle uns mit Standhaftigkeit, stärke unsere Beine und gewähre uns den Sieg gegen das leugnerische Volk!“

David besiegt Goliath

Vers 251: Und so besiegten sie sie mit Gottes Erlaubnis, und David tötete Goliath. Und Gott bescherte ihm Herrschaft und Weisheit und lehrte ihn, was Er wollte. Und wenn Gott die Menschen sich nicht gegeneinander verteidigen ließe, dann nähme die Erde Schaden. Doch ist Gott voll Güte gegenüber den Geschöpfen.

Vers 252: Jene sind Gottes Zeichen, die Wir dir wahrheitsgemäß vortragen. Und du ˹o Muhammad˺ bist ganz gewiss ein Gesandter.

Vorrang mancher Propheten

Vers 253: Jene sind die Gesandten; Wir gewährten manchen einen Vorzug vor anderen: Zu manchem sprach Gott direkt und einige erhöhte Er um Stufen. Und Wir gaben Jesus, dem Sohn der Maria, die klaren Beweise und standen ihm mit dem heiligen Geist ˹Gabriel˺ bei. Und hätte Gott gewollt, so hätten sich die Menschen nach ihnen (den Propheten) nicht bekämpft, nachdem die klaren Beweise zu ihnen gelangt waren. Doch sie wurden sich uneins, sodass manche von ihnen glaubten und manche ˹den Glauben˺ leugneten. Und hätte Gott gewollt, hätten sie sich nicht bekämpft, doch macht Gott, was Er will.

Aufruf zum unverzögerten Spenden

Vers 254: O Gläubige! Spendet von dem, womit Wir euch versorgt haben, bevor ein Tag kommt, an dem es weder Handel, Freundschaft noch Fürsprache gibt! Und die Leugner sind die Übertreter.

Der Thronschemelvers95

Vers 255: Gott! Es gibt nichts Anbetungswürdiges außer Ihn, der Lebendige und Beständige. Ihn überkommt weder Schlummer noch Schlaf. Ihm gehört, was in den Himmeln und auf Erden ist. Wer könnte ˹denn˺ Fürsprache bei Ihm einlegen, ohne Seine Erlaubnis? Er weiß, was vor ihnen und was hinter ihnen liegt. ˹Doch˺ sie erfassen nicht das Geringste von Seinem Wissen, bis auf das, was Er zulässt. Sein Thronschemel umfasst die Himmel und die Erde, und ihre Bewahrung überfordert Ihn nicht. Und Er ist der Hohe und Gewaltige.

  1. 95 Dieser Vers gehört zu den bedeutendsten Passagen im Koran. Er enthält die höchsten Namen Gottes und zählt zusammen mit 2:285 f. sowie den Suren 1, 112, 113 und 114 zu den wichtigsten Schutzgebeten. Der Thronschemel wird häufig mit „Thron“ übersetzt; dies ist jedoch ungenau, da er sich vor Gottes Thron befindet.

Unterschied zwischen Gott und falschen Göttern

Vers 256: Es gibt keinen Zwang in der Religion! ˹Denn˺ der Weg der Vernunft ist nun deutlich vom Irrweg zu unterscheiden. Wer also die falschen Götter ablehnt und ˹allein˺ an Gott glaubt, der klammert sich wahrhaftig an den festesten Halt, der nie reißen wird. Und Gott ist allhörend und allwissend.

Vers 257: Gott ist denen der Nächste, die stets glauben. Er holt sie aus den Finsternissen ins Licht. Und diejenigen, die leugnen – deren Nächste sind die falschen Götter; sie holen sie aus dem Licht in die Finsternisse. Jene sind die Hölleninsassen; sie sind ewig darin.

Verehrung der Mächtigen: Nimrod96 und Abraham

Vers 258: Hast du denn nicht von jenem ˹Nimrod˺ erfahren, der Abraham zum Streit über seinen Herrn herausforderte, weil Gott ihm die Herrschaft gab? Als Abraham sagte: „Mein Herr ist es, der über Leben und Tod bestimmt“, erwiderte er: „˹Auch˺ ich lasse am Leben und lasse töten!“ Abraham sagte: „Gott lässt die Sonne vom Osten aufgehen, lass du sie doch vom Westen aufgehen!“ Entgeistert schwieg der Leugner. Und Gott führt das übertreterische Volk nicht.

  1. 96 Nimrod war ein alter Herrscher, der Götzen verehrte und sich selbst als göttlich ansah. Er forderte Abraham zum Streit um den wahren Gott heraus. Es heißt auch, dass er es war, der Abraham verbrennen wollte (siehe 21:68 f.).

Gleichnis eines Auferstehungswunders

Vers 259: Oder wie derjenige, der an einer Stadt vorüberzog, die völlig menschenleer war, und fragte: „Wie erweckt sie denn Gott zum Leben, nachdem sie ausgestorben ist?“ Sogleich ließ Gott ihn hundert Jahre tot daliegen, dann erweckte Er ihn zum Leben. Er fragte ihn: „Wie lange hast du geruht?“ Er antwortete: „Ich habe einen Tag oder weniger geruht.“ Er (Gott) erwiderte: „Vielmehr hast du hundert Jahre geruht! Betrachte doch dein Essen und Trinken, es ist nicht einmal verdorben! Und betrachte deinen Esel! Und Wir ˹taten dies˺, um dich zu einem Zeichen für die Menschen zu machen. Betrachte die Knochen ˹des Esels˺, wie Wir sie aufstellen und daraufhin mit Fleisch umhüllen!“ Als ihm dies offenbar wurde, sagte er: „Ich weiß, dass Gott zu allem fähig ist.“

Abraham will sehen, wie die Toten auferstehen

Vers 260: Und ˹denke daran,˺ als Abraham sagte: „Mein Herr, zeig mir, wie Du die Toten zum Leben erweckst!“97 Er (Gott) fragte ˹ihn˺: „Glaubst du denn nicht?“ Er antwortete: „Doch, aber damit mein Herz Ruhe findet.“ Er sagte ˹zu ihm˺: „Nimm vier Vögel und zerlege sie in ˹mehrere˺ Teile! Dann lege auf jeden Berg ein Stück von ihnen. Rufe sie anschließend; sie werden ˹lebendig˺ zu dir eilen! Und wisse, dass Gott Allmächtig und Allweise ist!“

  1. 97 Abraham fragte dies aus Neugier, und nicht etwa, weil er an der Auferstehung zweifelte, wie seiner Antwort in diesem Vers zu entnehmen ist.

Gleichnis und Lohn des Spendens

Vers 261: Das Gleichnis derjenigen, die ihr Vermögen für Gottes Sache ausgeben, ist das Gleichnis eines Korns, das sieben Ähren heranwachsen lässt; in jeder Ähre sind hundert Körner. Und Gott vervielfacht ˹den Lohn˺, für wen Er will. Und Gott ist Allumfassend und Allwissend.

Benehmen des Wohltätigen

Vers 262: Denen, die ihr Vermögen für Gottes Sache spenden und anschließend ihrer Spende keine Vorhaltungen und Belästigungen folgen lassen, steht ihr Lohn bei ihrem Herrn zu, und es wird sie weder Angst überkommen noch werden sie trauern.

Vers 263: Freundliche Worte und Nachsicht sind besser als eine Spende, der Belästigung folgt. Und Gott ist unbedürftig und nachsichtig.

Gleichnis des prahlerischen Spendens

Vers 264: O Gläubige! Vereitelt eure Almosen nicht durch Vorhaltungen und Belästigung wie jemand, der sein Vermögen angeberisch vor den Menschen spendet und weder an Gott noch an den Jüngsten Tag glaubt! Sein Gleichnis ist das eines glatten Felsens, auf dem Erde liegt. Sobald ihn ein Sturzregen trifft, wäscht er ihn gleich kahl.98 Sie haben nichts von dem, was sie erarbeitet haben. Und Gott führt das leugnerische Volk nicht.

  1. 98 Das Gleichnis beschreibt die Wertlosigkeit der guten Taten von Menschen, die den Glauben leugnen. Im Gleichnis steht die Erde für die guten Taten: Sie bringt keine Früchte hervor, weil sie auf einem harten, haltlosen Untergrund liegt – das Symbol für Hartherzigkeit und Glaubensverweigerung.

Gleichnis des gottgefälligen Spendens

Vers 265: Und das Gleichnis derer, die ihr Vermögen für Gottes Wohlgefallen und zur Festigung (des Glaubens) von sich aus hergeben, ist das Gleichnis eines Gartens auf einer Anhöhe, den ein Sturzregen trifft, worauf er doppelte Frucht abwirft. Und wenn ihn auch kein Sturzregen trifft, so doch ein Nieselregen. Und Gott sieht, was ihr tut, genau.

Wertlose gute Taten durch falsche Absichten

Vers 266: Will denn jemand von euch einen Garten mit Palmen und Trauben haben, unter dem Flüsse dahinfließen, und dass er allerlei Früchte hat? Und wenn er gealtert ist und schwache Nachkommen hat, trifft ihn (den Garten) ein Sturm mit Feuer darin, sodass er verbrennt. So erklärt Gott euch die Zeichen, auf dass ihr wohl nachdenkt.

Das Verbot, wertlose Dinge zu spenden

Vers 267: O Gläubige! Spendet vom Guten, das ihr erworben habt, und von dem, was Wir für euch aus der Erde hervorkommen lassen! Und spendet nicht von den wertlosen Dingen, die ihr selbst nur augenverdrehend annehmen würdet. Und wisst, dass Gott unabhängig und lobenswert ist.

Satan schürt Angst und Gott gewährt Weisheit

Vers 268: Der Satan droht euch die Armut an und befiehlt euch die Schandtat. Doch Gott verspricht euch Vergebung von Ihm selbst und Güte. Und Gott ist Allumfassend und Allwissend.

Vers 269: Er gibt die Weisheit, wem Er will. Und wem die Weisheit gegeben wird, dem wurde gewiss viel Gutes gegeben. Doch lassen sich nur Leute mit Verstand ermahnen.

Gott weiß um jede Spende

Vers 270: Und was ihr auch an Spenden ausgebt oder an Gelübden leistet, so weiß es Gott. Und die Übertreter haben keinen einzigen Helfer.

Vers 271: Wenn ihr öffentlich spendet, so ist dies bestimmt gut. Doch wenn ihr es im Stillen tut und es den Armen gebt, ist es besser für euch. Und Er tilgt euch etwas von euren Sünden. Und Gott ist dessen, was ihr tut, kundig.

Gott führt die Menschen

Vers 272: Du bist nicht für ihre Führung verantwortlich, vielmehr führt Gott, wen Er will. Und was ihr auch an Gut spendet, das kommt euch selbst zugute. Und ihr spendet allein im Streben nach Gottes Wohlgefallen. Und was ihr an Gut spendet, wird euch reichlich entlohnt, ohne dass euch Unrecht geschieht.

Empfänger der Almosen

Vers 273: Für die Armen, die sich dem Weg Gottes gewidmet haben ˹sind die Spenden˺, sie können nicht frei auf Erden reisen. Der Unwissende hält sie für reich, weil sie zurückhaltend sind. Du erkennst sie jedoch an ihrem Gesichtsausdruck. Sie betteln die Leute nicht aufdringlich an. Und was ihr auch an Gut spendet, Gott weiß darum genau.

Vers 274: Denjenigen, die ihr Vermögen nachts und tagsüber heimlich und öffentlich spenden, steht ihr Lohn bei ihrem Herrn zu; auf ihnen lastet weder Furcht noch werden sie trauern.

Zinsverbot

Vers 275: Diejenigen, die Zinsen99 einnehmen, stehen ˹im Jenseits˺ so da wie jemand, den der Satan vor Besessenheit taumeln lässt. Dies liegt daran, dass sie sagen, der Handel sei doch nur wie der Zinshandel. Doch Gott erlaubt den Handel und verbietet den Zinshandel. Wen eine Ermahnung von seinem Herrn erreicht, wonach er sogleich aufhört, dessen Angelegenheit ist Gott überlassen. Und wer rückfällig wird ˹und darauf beharrt˺: Jene sind die Hölleninsassen; sie sind ewig darin!

  1. 99 Zins ist im Islam jeder Profit, der aus Schulden gezogen wird: Jeder Kredit, aus dem zusätzlich zur Rückzahlung ein Nutzen entsteht, gilt im Islam als Zins und ist daher verboten.

Vers 276: Gott verringert den Zins und mehrt die Spenden. Und Gott liebt all jene üblen Leugner nicht.

Vers 277: Denjenigen, die stets glauben, rechtschaffene Taten verrichten, das Gebet ˹in Ehren˺ einhalten und die Zakat entrichten, steht ihr Lohn bei ihrem Herrn zu und es wird sie weder Angst überkommen noch werden sie trauern.

Vers 278: O Gläubige! Fürchtet Gott und hört mit dem auf, was noch vom Zins übrig ist, wenn ihr gläubig seid!

Vers 279: Und wenn ihr es nicht tut, so macht euch auf eine Kriegserklärung Gottes und Seines Gesandten gefasst! Doch wenn ihr reuevoll umkehrt, dann steht euch euer Kapital zu, ohne Unrecht zu begehen und Unrecht zu erfahren.

Regeln zu Schulden

Vers 280: Und wenn er (der Schuldner) knapp bei Kasse ist, dann sollte ˹ihm˺ ein Aufschub gewährt werden, bis er genügend hat. Und wenn ihr die Schulden erlasst, ist dies besser für euch, wenn ihr es doch nur wüsstet!

Vers 281: Und fürchtet einen Tag, an dem ihr zu Gott zurückgebracht werdet! Dann wird jeder Seele reichlich vergolten, was sie begangen hat; und ihnen widerfährt kein Unrecht.

Vers 282: O Gläubige! Wenn ihr Schulden bis zu einer genannten Frist aufnehmt, dann schreibt sie auf! Und ein Schreiber soll die Schuld zwischen euch gerecht niederschreiben. Und kein Schreiber darf ablehnen, so zu schreiben, wie Gott es ihn lehrte. So soll er schreiben und es soll ihm der diktieren, der die Schuld aufnimmt. Und er soll Gott, seinen Herrn, fürchten und darf nichts davon unterschlagen. Wenn jedoch derjenige, der die Schuld aufnimmt, nicht geschäftsfähig oder schwach sein sollte oder nicht diktieren kann, so soll sein Vormund für ihn gerecht diktieren. Und ladet zwei Zeugen von euren Männern. Und wenn es keine zwei Männer gibt, so einen Mann und zwei Frauen von denjenigen, mit denen ihr als Zeugen zufrieden seid. Denn sollte sich eine Frau irren, so kann die eine die andere erinnern.100 Und die Zeugen sollen sich nicht weigern, wenn sie geladen werden. Und werdet nicht müde, die Schulden aufzuschreiben, ob es wenig oder viel ist, bis zu ihrer Frist! Dies ist gerechter bei Gott, korrekter für die Zeugenaussage und führt eher dazu, dass ihr nicht zweifelt. Es sei denn, es handelt sich um einen direkten Handel, den ihr untereinander abwickelt, dann ist es für euch keine Sünde, dies nicht aufzuschreiben. Und nehmt Zeugen hinzu, wenn ihr miteinander handelt! Und es dürfen weder der Schreiber noch der Zeuge geschädigt werden. Und wenn ihr es doch tut, so ist es eine unverschämte Sünde an euch. Und fürchtet Gott, so wird euch Gott Wissen geben. Und Gott weiß um alles genau.

  1. 100 Diese Regelung gilt für finanzielle Angelegenheiten, in denen eine Frau als Zeugin durch eine zweite Frau unterstützt wird. Im islamischen Recht sind die Zeugenaussagen eines vertrauenswürdigen Mannes und einer vertrauenswürdigen Frau grundsätzlich gleichwertig und anerkannt.

Vers 283: Und wenn ihr unterwegs seid und keinen Schreiber findet, dann ˹nehmt˺ ein entgegengenommenes Pfand! Und wenn ihr euch gegenseitig vertraut, soll derjenige, dem etwas anvertraut wurde, das Anvertraute zurückgeben! Und er soll Gott, seinen Herrn, fürchten! Und verschweigt das Zeugnis nicht! Und wer es verschweigt, der hat ein übles Herz. Und Gott weiß, was ihr tut, genau.

Gott ist allmächtig und allwissend

Vers 284: Gott gehört, was in den Himmeln und was auf Erden ist. Und wenn ihr offenlegt, was in eurem Inneren ist, oder es verschweigt, so rechnet doch Gott darüber mit euch ab101; Er vergibt, wem Er will, und bestraft, wen Er will. Und Gott hat Macht über alle Dinge.

  1. 101 Dieser Vers wurde durch 2:286 ergänzt: „Ihr steht zu, was sie verdient hat, und auf ihr lastet, was sie begangen hat.“ Der Mensch wird nicht für sündhafte Gedanken bestraft, solange er sie nicht begeht.

Grundsätze des islamischen Glaubens

Vers 285: Der Gesandte glaubt an das, was zu ihm von seinem Herrn herabgesandt wurde, und auch die Gläubigen glauben daran. Ein jeder ˹von ihnen˺ glaubt an Gott, Seine Engel, Seine Bücher und Seine Gesandten. Wir unterscheiden zwischen keinem Seiner Gesandten.102 Und sie sagen: „Wir hören und gehorchen, ˹bitten um˺ deine Vergebung, unser Herr, und zu Dir gelangt alles.“

  1. 102 Gemeint ist, dass Muslime keine Propheten vom Prophetentum ausschließen. In 2:253 steht, dass Gott manche Propheten vor anderen bevorzugt. Dieser Vorzug ist nicht mit „wir unterscheiden nicht“ gemeint.

Vers 286: Gott belastet keine Seele mehr, als sie es ertragen kann. Ihr steht zu, was sie verdient hat, und auf ihr lastet, was sie begangen hat. „Unser Herr, belange uns nicht für etwas, wenn wir vergessen oder Fehler machen! Unser Herr, und bürde uns keine solche Last auf, wie diejenige, die Du den Menschen vor uns aufgebürdet hast! Unser Herr, und bürde uns nichts auf, wozu wir keine Kraft haben! Und verzeihe uns, vergib uns und erbarme Dich unser! Du bist unser Nächster, also stehe uns gegen das leugnerische Volk bei!“

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