Hud

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Perfektion des Koran

Vers 1: Alif, Lam, Ra1. Ein Buch, dessen Verse perfekt angeordnet und dann von einem allweisen und allkundigen dargelegt wurden.

  1. 1 Es handelt sich um einführende Buchstaben, siehe die Fußnote zur 2:1.

Gott allein verehren

Vers 2: Auf dass ihr niemanden außer Gott anbetet! Ich (Muhammad) bin für euch ein Warner vor Ihm und ein Verkünder.

Vers 3: Und dass ihr euren Herrn um Vergebung bittet und euch Ihm dann reuevoll zuwendet. Dann wird Er euch bis zu einer festen Frist gut genießen lassen und jedem, der gütig war, Seine Güte gewähren. Und wenn ihr euch abwendet, so befürchte ich für euch eine große Qual.

Vers 4: Zu Gott werdet ihr zurückkehren. Und Er hat Macht über alle Dinge.

Leugner ignorieren die Botschaft Gottes

Vers 5: Sie wenden ja ihre Herzen ab, um sich vor Ihm zu verstecken. Doch selbst wenn sie ihre Gewänder über sich stülpen, weiß Er, was sie verbergen und was sie offenlegen. Er weiß doch genau, was in den Herzen verborgen ist!

Gottes Gnade, Wissen und Macht

Vers 6: Und es gibt kein einziges Lebewesen auf Erden, für dessen Versorgung Gott nicht aufkommt, und Er kennt ihren Ruhe- und ihren Aufbewahrungsort.2 Alles ist in einem klaren Buch verzeichnet.

  1. 2 Mit dem Ruhe- und Aufbewahrungsort könnten auf biologischer Ebene die Gebärmutter und die Lenden des Mannes bzw. auf den Tod bezogen die Erde und das Grab gemeint sein, worin der Tote ruht.

Vers 7: Und Er ist es, der die Himmel und die Erde in sechs Tagen erschuf, als Sein Thron über dem Wasser war, um euch darin zu prüfen, wer von euch die besten Taten verrichtet. Und wenn du sagst, dass ihr sicher nach dem Tod auferweckt werdet, sagen diejenigen, die leugnen: „Dies ist gewiss offenkundige Zauberei!“

Reaktionen auf Gottes Gnade

Vers 8: Und wenn Wir ihnen Aufschub für gezählte Zeit geben, fragen sie: „Was hält Ihn davon ab ˹uns jetzt zu bestrafen˺?“3 Doch am Tag, an dem es auf sie zukommt, ist es nicht von ihnen abzuwenden, und es umgibt sie gewiss das ˹Jenseits˺, über das sie stets spotteten.

  1. 3 Wer das Jenseits leugnet, fragt häufig, wo denn Gottes Strafe bleibe, da der Mensch Gott leugnet, aber dennoch wohlauf ist. Der Vers erklärt, dass jeder seine Zeit und Chance auf Leben hat, in der Gott ihn versorgt, auch wenn er sich auflehnt. Gott bestimmte die Lebenszeit jedes Geschöpfes im Voraus, ob es nun dankbar ist oder nicht.

Vers 9: Und wenn Wir den Menschen von Uns selbst Barmherzigkeit kosten lassen und sie ihm dann entreißen, ist er gewiss verzweifelt und undankbar.

Vers 10: Und wenn Wir ihn Angenehmes nach einem Leid kosten lassen, das ihn traf, so sagt er gewiss: „Alles Übel ist von mir gewichen!“ Er ist eben sehr leichtlebig und stolz.

Vers 11: Bis auf diejenigen, die standhaft sind und rechtschaffene Taten verrichten – jenen steht Vergebung und großer Lohn zu.

Leugner fordern Wunder vom Himmel

Vers 12: Du ˹o Muhammad˺ könntest vielleicht von manchem ablassen, das dir offenbart wurde,4 und es könnte dein Herz bedrücken, weil sie (die Glaubensgegner) sagen: „Würde ihm doch nur ein Schatz herabgeschickt werden oder käme doch mit ihm ein Engel herbei!“ Doch bist du nur ein Warner! Und Gott ist der Sachwalter über alle Dinge.

  1. 4 Die Götzendiener Mekkas spotteten über den Koran und forderten Muhammad ﷺ auf, Wunder zu vollbringen. Gott warnt ihn hier davor, Teile der Offenbarung aus Angst zu verschweigen, dass sie sich darüber lustig machen könnten.

Vers 13: Oder sagen sie, er hätte ihn (den Koran) erdichtet? Sag: „˹Dann˺ bringt doch zehn ihm gleiche erfundene Suren hervor und ruft ˹eure Zeugen˺ herbei, nicht jedoch Gott, wenn ihr denn die Wahrheit sagt!“

Vers 14: Doch wenn sie eurer Aufforderung nicht nachkommen, dann sollt ihr wissen, dass er (der Koran) mit Gottes Wissen herabgesandt wurde und dass es keinen ˹anbetungswürdigen˺ Gott außer Ihn gibt. Werdet ihr nun Muslime ˹sein˺?

Gier nach dem Weltlichen

Vers 15: Wer das diesseitige Leben und seinen Schmuck will, denen entlohnen Wir ihre Taten reichlich darin, ohne dass sie dort ˹im Diesseits˺ benachteiligt werden.

Vers 16: Doch jenen steht im Jenseits nichts als das Feuer zu. Und zunichte ist bereits, was sie darin ˹im Diesseits˺ geschaffen haben, und nichtig ist, was sie getan haben.

Juden und Christen, die den Islam annehmen

Vers 17: Ist etwa derjenige, der von seinem Herrn einen klaren Beweis hat und dem ein Zeuge5 von Ihm folgt, gleich demjenigen unter den Gruppierungen, der dies leugnet und deshalb dem Feuer zum Opfer fällt? Vor ihm kam bereits das Buch Moses als Vorbild und Barmherzigkeit. An dieses glauben sie. Sei also nicht im Zweifel über ihn (den Koran). Er ist gewiss die Wahrheit von deinem Herrn. Doch die meisten Menschen glauben nicht.

  1. 5 Hiermit ist der Koran gemeint – er ist ein Zeuge Gottes.

Gläubige und Leugner im Jenseits

Vers 18: Und wer ist ungerechter als derjenige, der über Gott Lügen erdichtet? Jene werden vor ihren Herrn gebracht, und die Zeugen werden sagen: „Jene sind es, die über ihren Herrn logen! So laste Gottes Fluch auf den Übeltätern,

Vers 19: die von Gottes Weg abhalten und ihn krumm wollen. Und diejenigen sind es, die das Jenseits leugnen!“

Vers 20: Jene überforderten ˹Gott˺ keineswegs auf Erden6 und hatten neben Gott keine ˹wahren˺ Nächsten. Ihnen wird die Strafe vervielfacht. Sie konnten ˹die Wahrheit˺ nicht hören und sahen nichts.

  1. 6 Dies bedeutet, dass sie Gott keineswegs entkommen können.

Vers 21: Jene haben ihre Seelen verloren und es ist ihnen abhandengekommen, was sie ˹an Aberglauben˺ erlogen haben.

Vers 22: Ganz gewiss werden sie im Jenseits die größten Verlierer sein.

Vers 23: Diejenigen, die bereits glaubten, Rechtschaffenes taten und demütig zu ihrem Herrn umkehrten – jene sind die Paradiesbewohner, sie sind ewig darin.

Vers 24: Das Gleichnis beider Gruppen ist das des Blinden und Tauben und des Sehenden und Hörenden. Sind sie etwa gleich? Wolltet ihr denn nicht nachdenken?7

  1. 7 Alternativ: „Wollt ihr euch nicht ermahnen lassen?“

Noah als Warner

Vers 25: Und Wir haben ja bereits Noah zu seinem Volk entsandt. ˹Er sagte zu ihnen:˺ „Ich bin für euch ein deutlicher Warner,

Vers 26: damit ihr ja nichts anderem dient als Gott! Ich befürchte nämlich, dass über euch ein schmerzvoller Tag hereinbrechen wird.“

Vers 27: Da sagte die Elite seines Volkes, die leugnete: „Wir meinen, dass du nur ein Mensch wie wir bist. Und wir sehen, dass dir nur diejenigen folgen, die die Einfachsten unter uns und einfältig sind. Und wir erkennen an euch keinen Vorzug gegenüber uns, vielmehr denken wir, dass ihr Lügner seid.“

Vers 28: Er (Noah) sagte: „Mein Volk, was ist, wenn ich einen Beweis von meinem Herrn habe und Er mir Barmherzigkeit von Sich selbst gewährt hat und euch dies entgangen ist? Sollen wir euch dann etwa dazu zwingen, obwohl es euch missfällt?

Vers 29: Und o mein Volk! Ich bitte euch deswegen nicht um Geld, mein Lohn ist allein bei Gott. Und ich werde keineswegs diejenigen vertreiben, die bereits glauben. Sie werden gewiss ihrem Herrn begegnen. Aber ich sehe, dass ihr ein Volk seid, das nichts weiß.

Vers 30: Und mein Volk, wer steht mir gegen Gott bei, wenn ich sie vertreibe? Wollt ihr denn nicht begreifen?

Vers 31: Und ich sage euch auch nicht, ich hätte die Schatzkammern Gottes, und ich kenne das Verborgene nicht und sage auch nicht, ich sei ein Engel. Und ich sage auch nicht über diejenigen, die ihr keines Blickes würdigt, Gott würde ihnen nie Gutes geben. Gott weiß doch am besten, was in ihren Seelen ist. Ich wäre dann ja ein Übeltäter.“

Noahs Volk verlangt, Gottes Strafe zu sehen

Vers 32: Sie sagten: „O Noah! Du hast bereits gegen uns argumentiert und viel mit uns diskutiert. Hol doch das herbei, was du uns androhst, wenn du zu den Ehrlichen gehören solltest!“

Vers 33: Er antwortete: „Dies bringt euch nur Gott, wenn Er will, und ihr könnt nicht entkommen!

Vers 34: Und mein aufrichtiger Rat nützt euch nichts, wenn ich euch etwas anraten will, wenn Gott euch auf Abwege führen will. Er ist euer Herr, und zu Ihm werdet ihr zurückgebracht.“

Vers 35: Oder sagen sie, er hätte dies erdichtet? Sag ˹ihnen˺: „Wenn ich es erdichtet hätte, so lastet auf mir mein Vergehen. Und ich sage mich von dem los, was ihr begeht!“

Gott tröstet Noah und gebietet ihm, die Arche zu bauen

Vers 36: Und Noah wurde offenbart: „Aus deinem Volk wird niemand mehr glauben, bis auf diejenigen, die bereits glauben. Ärgere dich also nicht über das, was sie begangen haben!

Vers 37: Und stelle die Arche unter Unserer Aufsicht und nach Unserer Offenbarung her! Aber sprich Uns ja nicht auf die Leute an, die Unrecht begangen haben; sie werden wahrhaftig ertrinken!“

Vers 38: Also baute er die Arche. Jedes Mal, wenn eine Gruppe seines Volkes bei ihm vorbeikam, lachte sie ihn aus. Er sagte: „Wenn ihr uns auslacht, werden wir schon bald so über euch lachen, wie ihr jetzt lacht!

Vers 39: Ihr werdet bald wissen, wen eine Strafe überkommt, die ihn erniedrigt, und wen eine endlose Strafe ereilt!“

Vers 40: Als jedoch Unser Beschluss fiel und das Fass überlief,8 sagten Wir: „Nimm von jedem Lebewesen ein Paar und deine Familie mit – bis auf den, für den bereits ˹der Untergang˺ bestimmt wurde – und den, der glaubt!“ Und nur wenige glaubten mit ihm.

  1. 8 Gemeint ist, dass das Wasser aus allen Löchern in der Erde hervorquoll oder in alle Ecken der Häuser eindrang.

Vers 41: Und er (Noah) sagte: „Steigt in sie (die Arche) ein mit Gottes Namen, der sie fahren und ankern lässt! Mein Herr ist ganz gewiss vergebend und barmherzig.“

Sintflut

Vers 42: Und so eilt sie (die Arche) mit ihnen in Wellen gleich Bergen dahin; und Noah rief seinen Sohn, der abseits stand: „Mein Junge, steig mit uns ein und halte nicht zu den Leugnern!“

Vers 43: Er antwortete: „Ich werde bei einem Berg Zuflucht suchen, der mich vor dem Wasser schützt!“ Er (Noah) erwiderte: „Keiner schützt heute vor Gottes Beschluss, es sei denn, Er erbarmt sich seiner!“ Doch trennte sie die Welle und er (Noahs Sohn) gehörte zu den Ertrunkenen.

Vers 44: Und es wurde gesagt: „O Erde! Schluck dein Wasser!“ und „O Himmel! Hör auf ˹zu regnen˺!“ Und so versiegte das Wasser, die Sache war beschlossen und sie (die Arche) ging beim ˹Berg˺ Dschudi9 an Land. Und es hieß: „Weg mit dem übertreterischen Volk!“

  1. 9 Der Berg Dschudi wird meist mit einem Berg im heutigen Südosten der Türkei (nahe Şırnak) identifiziert.

Vers 45: Sodann rief Noah seinen Herrn, er sagte: „Mein Herr, mein Sohn gehört zu meiner Familie und dein Versprechen ist wahr; Du bist doch der gerechteste aller Richter!“

Vers 46: Er antwortete: „O Noah! Er zählt gewiss nicht zu deinen Angehörigen. Das ist keine rechtschaffene Tat!10 Bitte Mich daher auf keinen Fall um etwas, worüber du kein Wissen hast! Ich ermahne dich, damit du nicht zu den Ignoranten gehörst!“

  1. 10 Dies bedeutet, dass Noahs Sohn zwar sein leibliches Kind ist, aber wegen seines Unglaubens nicht zu Noahs Angehörigen zählt. Gott tadelte Noah dafür, dass er sich über das Schicksal seines Sohnes beklagte. Dies ist mit der nicht rechtschaffenen Tat gemeint.

Vers 47: Er (Noah) sagte: „Mein Herr, ich suche bei Dir Zuflucht davor, Dich um etwas zu bitten, worüber ich nichts weiß. Und wenn Du mir nicht vergibst und Dich meiner nicht erbarmst, gehöre ich zu den Verlierern!“

Einige Lehren aus Noahs Geschichte

Vers 48: Es hieß: „O Noah! Gehe mit Frieden und Segen von Uns an Land – für euch und für Gemeinschaften, die zu euch halten! Andere Gemeinschaften werden Wir genießen lassen, sodann wird sie eine schmerzvolle Strafe von Uns berühren.“

Vers 49: Dies gehört zu den unbekannten Nachrichten, die Wir dir offenbaren. Das hast weder du zuvor gewusst noch dein Volk. Bleib daher standhaft! Und letztendlich gewinnen die Gottesfürchtigen!

Prophet Hud und sein Volk Ad

Vers 50: Und zu ˹dem Volk˺ Ad entsandten Wir ihren Bruder Hud. Er sagte: „O mein Volk! Betet Gott an! Ihr habt nichts Anbetungswürdiges außer Ihn! Ihr seid nichts als dreiste Lügner ˹über Gott˺.

Vers 51: O mein Volk! Ich verlange von euch dafür keinen Lohn. Meine Belohnung erwarte ich allein von dem, der mich ohne Vorbild erschuf! Wollt ihr denn nicht begreifen?

Vers 52: Und o mein Volk! Bittet euren Herrn um Vergebung und wendet euch Ihm reuevoll zu, dann wird Er den Himmel reichlich über euch abregnen lassen und euch noch mehr Macht gewähren! Und wendet euch nicht verbrecherisch ab!“

Vers 53: Sie erwiderten: „O Hud! Du hast uns keinen klaren Beweis gebracht. Und wir werden doch nicht unsere Gottheiten wegen deiner Worte im Stich lassen, und wir glauben dir nie.

Vers 54: Wir glauben eher, dass dir eine unserer Gottheiten Schaden zugefügt hat.“ Er antwortete: „Ich rufe Gott zum Zeugen! Und bezeugt auch ihr, dass ich mich von dem lossage, was ihr verehrt,

Vers 55: außer Ihm! Verschwört euch doch alle gegen mich und lasst mich nicht warten!

Vers 56: Ich vertraue nur Gott, meinem Herrn und eurem Herrn. Jedes Tier greift Er am Schopf.11 Gewiss, der Weg meines Herrn ist der gerade Weg.

  1. 11 Dies bedeutet, dass alles Gottes Macht absolut unterliegt.

Vers 57: Solltet ihr euch jedoch abwenden, so habe ich euch schon die Botschaft überbracht, mit der ich zu euch entsandt wurde. Und mein Herr wird nach euch ein anderes Volk hervorbringen, und ihr werdet Ihm nicht im Geringsten schaden. Mein Herr ist schließlich der Hüter über alles.“

Vers 58: Als sich dann Unser Beschluss erfüllte, erretteten Wir Hud und seine Anhänger durch eine Barmherzigkeit von Uns, und Wir erretteten sie vor einer üblen Qual.

Vers 59: Jene waren also das Volk Ad: Sie leugneten die Zeichen ihres Herrn, widersetzten sich ihren Gesandten und folgten der Aufforderung jedes sturen Tyrannen.

Vers 60: Und sie verfolgte in diesem Leben ein Fluch, aber auch am Tag der Auferstehung. Das Volk Ad leugnete schließlich seinen Herrn. Daher weg mit Ad, dem Volk von Hud!

Prophet Salih und das Volk Thamud

Vers 61: Und zu ˹dem Volk˺ Thamud entsandten Wir ihren Bruder Salih. Er sagte: „O mein Volk! Betet Gott an! Ihr habt nichts Anbetungswürdiges außer Ihn! Er ließ euch aus der Erde entstehen und ließ euch auf ihr leben. Bittet Ihn daher um Vergebung und wendet euch Ihm reuevoll zu! Mein Herr ist stets nahe und erhört die Bitten.“

Vers 62: Sie erwiderten: „O Salih! Wir haben zuvor große Stücke auf dich gehalten! Willst du uns etwa verbieten, dass wir das verehren, was unsere Vorväter stets verehrten? Außerdem sind wir in sehr großem Zweifel über das, wozu du uns aufrufst.“

Vers 63: Er antwortete: „O mein Volk! Und was ist, wenn ich einen Beweis von meinem Herrn habe und Er selbst mir Barmherzigkeit gewährt hat? Wer wird mich dann vor Gott schützen, wenn ich mich Ihm widersetze? Das Einzige, was ihr mir geben könnt, ist noch mehr Schaden!

Vers 64: Und o mein Volk! Das hier ist Gottes Kamelstute als Wunder12 für euch. Daher lasst sie auf Gottes Erde fressen und fügt ihr ja keinen Schaden zu, sonst wird euch bald eine Strafe packen!“

  1. 12 Siehe die Fußnote zu 7:73.

Vers 65: Doch sie schnitten ihr die Sehnen durch. Darauf sagte er (Salih): „Vergnügt euch drei Tage in euren Häusern!13 Das ist eine Frist, die nicht erlogen ist!“

  1. 13 Salih kündigte seinem Volk an, dass die Strafe in drei Tagen eintreffen werde. Wenn sie weiterhin der Wahrheit nicht folgen wollten, könnten sie sich noch eine kurze Zeit dem Verbotenen hingeben – doch danach würde sie die Strafe umso härter treffen.

Vers 66: Als dann Unser Beschluss erging, retteten Wir Salih und diejenigen, die mit ihm glaubten, aufgrund Unserer Barmherzigkeit vor der Demütigung jenes Tages. Dein Herr ist schließlich der Gewaltige und Stolze.

Vers 67: Und diejenigen, die übertreterisch waren, raffte der Schrei dahin, sodass sie am Morgen in ihren Häusern zusammengekauert ˹und tot˺ dalagen,

Vers 68: als hätten sie gar nicht darin gelebt. Das Volk Thamud leugnete gewiss seinen Herrn. Daher weg mit dem Volk Thamud!

Frohe Botschaft für Abraham

Vers 69: Und Unsere Gesandten (die Engel) verkündeten wahrhaftig Abraham die frohe Botschaft,14 sie sagten: „Friede.“ Er antwortete: „Friede!“ Sodann brachte er ein gegrilltes Kalb ˹als Gastmahl˺.

  1. 14 Gemeint ist, dass ihm im hohen Alter noch ein Sohn geboren werden wird, Jakob.

Vers 70: Als er jedoch bemerkte, dass ihre Hände es nicht anrührten, war er entsetzt und fürchtete sich vor ihnen. Sie sagten ˹daraufhin˺: „Fürchte dich nicht! Wir wurden lediglich zu Lots Volk geschickt.“

Vers 71: Seine Frau ˹Sara˺ stand dabei und lachte, woraufhin Wir ihr verkündeten, dass ihr Isaak und nach Isaak Jakob geboren werden.

Vers 72: Sie erwiderte: „Wehe mir! Soll ich etwa ein Kind gebären, obwohl ich schon eine alte Frau bin und mein Mann ein Greis ist? Das ist doch äußerst seltsam!“

Vers 73: Sie (die Engel) fragten: „Wunderst du dich etwa über Gottes Beschluss? Gottes Barmherzigkeit und Seine Segnungen seien mit euch, ihr Bewohner dieses Hauses! Er ist ja lobenswert und majestätisch.“

Vers 74: Als Abraham sich von seinem Schrecken erholte und er von der frohen Botschaft erfuhr, bat er Uns, Lots Volk zu verschonen,

Vers 75: Abraham ist schließlich nachsichtig, ehrfürchtig und reuevoll.

Vers 76: „O Abraham! Lass es sein, der Beschluss deines Herrn ist bereits an deine Ohren gedrungen!15 Und sie wird eine Strafe ereilen, die nicht abzuwenden ist.“

  1. 15 Dies bedeutet, dass Abraham von Gottes Entscheidung erfuhr, die nicht abzuwenden ist.

Lot und sein Volk

Vers 77: Und als Unsere Gesandten bei Lot ankamen, missfiel ihm ihr Besuch, es wurde ihm ihretwegen unwohl und er sagte: „Das ist ein bedrückender Tag!“

Vers 78: Und schon eilte sein Volk ˹lüstern˺ zu ihm,16 sie hatten ja schon vorher schlimme Taten begangen. Er (Lot) sagte: „Hier sind meine Töchter ˹zur Ehe˺, sie sind reiner für euch! Fürchtet doch Gott und blamiert mich nicht vor meinen Gästen! Ist unter euch etwa kein vernünftiger Mann?“

  1. 16 Die Engel erschienen in der Gestalt schöner Jünglinge; die Männer aus Lots Volk begehrten sie lüstern. In dieser Gestalt traten sie auf, um das Volk ein letztes Mal zu prüfen, bevor die Strafe über sie kam.

Vers 79: Sie antworteten: „Du weißt doch, dass wir an deinen Töchtern keinerlei Interesse haben, und du weißt doch genau, was wir wollen!“

Vers 80: Er entgegnete: „Wenn ich doch nur Kraft hätte, mich euch zu widersetzen, oder bei einer mächtigen Stütze Schutz finden könnte!“

Vers 81: Sie (die Engel) sagten: „Wir sind es, die Gesandten deines Herrn. Sie werden dir niemals schaden! Brich mit deiner Familie zu einer nächtlichen Stunde in der Dunkelheit auf! Doch keiner von euch darf sich umdrehen, außer deine Frau, denn sie wird gewiss das Schicksal der anderen ereilen. Sie haben noch bis zur Morgendämmerung; ist die Morgendämmerung denn nicht nahe?“

Vers 82: Und als sie (die Leute aus Lots Volk) Unser Beschluss ereilte, drehten Wir das Oberste ˹ihres Dorfes˺ nach unten und ließen über sie dicht aufeinanderfolgende Tonsteine herabregnen,

Vers 83: die von deinem Herrn ˹für die Strafe˺ markiert waren. Und sie sind nicht allzu weit von den Übertretern weg!17

  1. 17 Sie, die Orte Sodom und Gomorra am Toten Meer, in denen Lots Volk lebte, sind nicht weit von Mekka entfernt, und die Mekkaner kamen an ihnen jedes Jahr auf ihren Handelsreisen vorbei (vgl. Sure 29, Vers 38, und auch Sure 106).

Prophet Schuaib und die Midianiter

Vers 84: Und nach Midian entsandten Wir ihren Bruder Schuaib. Er sagte: „O mein Volk! Betet Gott an! Ihr habt nichts Anbetungswürdiges außer Ihn! Und fälscht ˹beim Handeln˺ die Maße und Gewichte nicht! Ich sehe, dass ihr vermögend seid, und so fürchte ich, dass euch die Strafe eines alles erfassenden Tages überkommt!

Vers 85: Und o mein Volk! Messt die Maße und Gewichte wohlwollend ab, unterschlagt die Sachen der Leute nicht und richtet kein Unheil auf Erden an!

Vers 86: Was Gott gewährt, ist besser für euch, wenn ihr gläubig seid. Und ich bin nicht euer Behüter.“

Vers 87: Sie entgegneten: „O Schuaib! Befiehlt dir etwa dein Gebet, dass wir die Götter lassen sollen, die unsere Vorväter angebetet haben, und dass wir mit unseren Besitzgütern nicht tun und lassen dürfen, was wir wollen? Du bist doch eigentlich der Nachsichtige und Vernünftige.“

Vers 88: Er antwortete: „Mein Volk, was ist, wenn ich einen Beweis von meinem Herrn habe und Er selbst mich mit guter Versorgung beschert hat? Und ich will schließlich nicht das begehen, was ich euch verbiete. Ich will vielmehr nichts als die Verbesserung ˹eurer Taten˺, so gut ich kann. Und dazu kann mir nur Gott verhelfen; Ihm vertraue ich und Ihm wende ich mich reuevoll zu.

Vers 89: Und o mein Volk! Meine ‚Zwietracht‘18 darf euch nicht dazu treiben, dass euch dasselbe Schicksal ereilt wie Noahs, Huds oder Salihs Volk. Und Lots Volk ist nicht allzu weit von euch entfernt.

  1. 18 Aus der Sicht der Glaubensgegner stiften Propheten Zwietracht, daher verwendete Schuaib dieses Wort, um damit seine Berufung zu bezeichnen.

Vers 90: Und bittet euren Herrn um Vergebung und wendet euch Ihm dann reuevoll zu! Mein Herr ist schließlich barmherzig und nachsichtig.“

Vers 91: Sie entgegneten: „O Schuaib! Wir verstehen vieles nicht, was du da sagst. Und wir betrachten dich in unserem Volk als erbärmlich. Wenn nicht dein Haufen wäre,19 hätten wir dich gewiss gesteinigt! Und du bist uns nichts wert.“

  1. 19 Die Glaubensgegner beschimpften die Gläubigen verächtlich als Haufen.

Vers 92: Er erwiderte: „O mein Volk! Ist euch etwa mein Haufen lieber als Gott, dem ihr die kalte Schulter zeigt? Mein Herr erfasst gewiss alles, was ihr tut.

Vers 93: Und o mein Volk! Dann tut, was ihr nicht lassen könnt, ich handle ja auch! Ihr werdet schon noch erfahren, wen eine Strafe trifft, die ihn demütigen wird, und wer ein Lügner ist. Und wartet nur ab, ich werde mit euch abwarten!“

Vers 94: Und als Unser Beschluss erging, retteten Wir Schuaib und diejenigen, die mit ihm glaubten, aufgrund Unserer Barmherzigkeit. Und diejenigen, die übertreterisch waren, raffte der Schrei dahin, sodass sie am Morgen in ihren Häusern zusammengekauert ˹und tot˺ dalagen,

Vers 95: als hätten sie gar nicht darin gelebt. Hinweg also mit Midian, wie auch das Volk Thamud dahingerafft wurde!

Moses und Pharao

Vers 96: Und Wir sandten ja bereits Moses mit Unseren Zeichen und deutlichen Argumenten

Vers 97: zum Pharao und seiner Elite, doch sie folgten dem Befehl des Pharaos. Und Pharaos Befehl ist nicht vernünftig.

Vers 98: Er wird seinem Volk am Tag der Auferstehung vorausgehen und sie zum Höllenfeuer führen; und was für eine üble Führung dies sein wird!

Vers 99: Und auf ihnen lastet in diesem Leben ein Fluch und am Tag der Auferstehung. Was für eine üble Hilfe, die ihnen gewährt wurde!

Lehre aus den Geschichten der früheren Völker

Vers 100: Das alles sind Berichte über Orte, von denen Wir dir erzählen; manche stehen noch, andere wurden abgemäht.

Vers 101: Und Wir waren nicht ungerecht mit ihnen, sondern sie selbst fügten sich Unrecht zu. Doch ihre Gottheiten, die sie neben Gott anbeteten, nützten ihnen gar nichts, als der Beschluss deines Herrn über sie erging; es verschlimmerte nur ihre Vernichtung.

Vers 102: Und so war auch der Griff deines Herrn, wenn Er die Orte packte, als sie übertreterisch wurden. Sein Griff ist ja schmerzend und heftig.

Allgemeine Lehren aus koranischen Geschichten

Vers 103: Darin ist gewiss ein ˹deutliches˺ Zeichen für jemanden, der sich vor der Strafe des Jenseits fürchtet. Für jenen Tag werden die Menschen versammelt. Und jener Tag wird bezeugt.

Vers 104: Und Wir schieben ihn nur bis zu einer festgelegten Frist auf.

Vers 105: Am Tag, an dem er (der Jüngste Tag) anbricht, spricht keine Seele, es sei denn mit Seiner Erlaubnis. Unter ihnen werden Unglückliche und Glückliche sein.

Vers 106: Diejenigen, die unglücklich sein werden, werden im Höllenfeuer sein, sie werden darin stöhnen und ächzen.

Vers 107: Sie werden darin so ewig bleiben, wie die Himmel und die Erde bestehen, es sei denn, dein Herr will anderes. Dein Herr tut ganz gewiss, was Er will.

Vers 108: Und diejenigen, die glücklich sein werden, werden so ewig im Paradies sein, wie die Himmel und die Erde bestehen, es sei denn, dein Herr will anderes; als eine unendliche Gabe.

Vers 109: Sei daher nicht im Zweifel über das, was jene da verehren! Ihr Gottesdienst ist nur so, wie ihn ihre Vorväter zuvor ausübten. Und Wir werden ihnen ihren Anteil ganz gewiss reichlich geben, ohne Abzüge.

Warnung davor, gegen die Offenbarung zu handeln

Vers 110: Und Wir gaben bereits Moses das Buch (die Urthora), doch wurde darüber gestritten. Und wäre nicht bereits ein Beschluss deines Herrn zuvor ergangen,20 so wäre zwischen ihnen ˹bereits im Diesseits˺ entschieden worden. Und sie sind ganz gewiss in großem Zweifel hierüber.

  1. 20 Gemeint ist der Beschluss, dass Gott jedem Menschen bis zum Lebensende Zeit lässt, bevor Er seine Taten beurteilt und ihn dann im Jenseits belohnt oder bestraft. Siehe hierzu auch Vers 117 dieser Sure.

Vers 111: Und allen wird dein Herr ganz gewiss ihre Taten vollständig entlohnen. Er weiß ja genau über das, was sie tun, Bescheid.

Korrekte Einhaltung der göttlichen Gebote

Vers 112: Sei daher aufrichtig, wie es dir geboten wurde. Dies gilt auch für jene, die mit dir reuevoll ˹zu Gott˺ umkehren. Und seid nicht maßlos! Er sieht, was ihr tut, schließlich genau.

Vers 113: Und verlasst euch nicht auf diejenigen, die ˹Gottes Gebote˺ übertreten, sonst wird euch das Feuer berühren! Und ihr werdet außer Gott keine Nächsten mehr haben und es wird euch nicht beigestanden!

Einhaltung der Pflichtgebete und die Standhaftigkeit

Vers 114: Und halte das Gebet zwischen den beiden Tagesenden ein und zu den Übergangszeiten der Nacht!21 Die guten Taten tilgen gewiss die schlechten! Dies ist eine Ermahnung für die sich Erinnernden.

  1. 21 Gemeint sind die fünf Pflichtgebete. Die Tagesenden sind der Sonnenauf- und -untergang, also vom Vormittag bis zum Abendgebet. Dazwischen liegen das Mittags- und das Nachmittagsgebet. Die Übergangszeiten der Nacht – die Dämmerung – beinhalten das Nacht- und Morgengebet.

Vers 115: Und sei standhaft, denn Gott lässt die Belohnung der Gütigen nicht verloren gehen!

Vernichtung früherer Völker

Vers 116: Wären doch unter den Generationen vor euch nur Rechtschaffene verblieben, die das Unheil auf Erden verbieten! Doch waren es nur wenige von ihnen, die Wir erretteten. Und diejenigen, die übertraten, folgten den Genüssen, die sie dort erlebten. Und sie waren Verbrecher.

Vers 117: Und es ist nicht die Absicht deines Herrn, die Orte wegen eines Unrechts zu vernichten, solange ihre Einwohner rechtschaffen handeln.

Vers 118: Und wenn dein Herr es gewollt hätte, dann hätte Er die Menschen zu einer einzigen Religionsgemeinschaft gemacht. Doch werden sie immer uneins sein,

Vers 119: außer diejenigen, derer sich dein Herr erbarmt. Und mit jener Eigenschaft22 erschuf Er sie. Und der Beschluss deines Herrn ist bereits besiegelt: „Ich werde die Hölle ganz gewiss mit den Dschinn und Menschen zusammen füllen!“

  1. 22 Gemeint ist entweder die Eigenschaft, uneins zu sein, oder die Eigenschaft, Gottes Barmherzigkeit zu erfahren.

Lehre aus den Prophetengeschichten

Vers 120: Und all diese Prophetengeschichten berichten Wir dir, um damit dein Herz zu festigen. Und in diesen ˹Geschichten˺ haben dich die Wahrheit, eine Ermahnung und eine Erinnerung für die Gläubigen erreicht.

Vers 121: Und sag zu denen, die nicht glauben: „Handelt, wie ihr es gewohnt seid, wir handeln ja ˹auch˺!

Vers 122: Und wartet ab, wir warten auch ab!“

Vers 123: Und Gott ist das Verborgene der Himmel und der Erde vorbehalten, und jede Angelegenheit wird zu Ihm gebracht. So bete Ihn an und verlasse dich auf Ihn! Und dein Herr ist nicht dessen achtlos, was ihr tut!

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