Der Koran ist voller Weisheit
Muhammad ﷺ als Empfänger der Offenbarung
Vers 2: Wundert es die Menschen etwa, dass Wir einem Mann aus ihrer Mitte offenbart haben, dass du die Menschen warnen sollst und denen, die stets glauben, die frohe Botschaft verkünden sollst, dass ihnen ein wahrhaftiger Rang2 bei ihrem Herrn zuteil wird? Die Glaubensleugner sagen: „Dies ist gewiss ein offenkundiger Zauberer.“
- 2 Gemeint sind der hohe Rang im Jenseits bzw. die Glückseligkeit im Jenseits, die Fürsprache Muhammads ﷺ uvm. ↩
Gott allein ist anbetungswürdig
Vers 3: Euer Herr ist es, der wahrhaftig die Himmel und die Erde in sechs Tagen erschuf. Anschließend erhob Er sich über den Thron: Er plant die Dinge. Es kann keinen einzigen Fürsprecher geben, es sei denn mit Seiner Erlaubnis. Jener ist Gott, euer Herr, also betet Ihn an! Wollt ihr euch etwa nicht ermahnen lassen?
Auferstehung und Abrechnung
Vers 4: Zu Ihm werdet ihr alle zurückkehren. Dies ist das wahre Versprechen Gottes! Er beginnt schließlich die Schöpfung und stellt sie später wieder her,3 um diejenigen, die stets glaubten und rechtschaffene Taten verrichteten, gerecht zu belohnen. Und die, die leugneten, erwartet ein Getränk aus kochendem Wasser und eine schmerzvolle Qual wegen der Dinge, die sie leugneten.
- 3 Mit dem Beginn ist die eigentliche Erschaffung gemeint und mit der Wiederholung die Wiederherstellung des Geschöpfs im Jenseits. ↩
Sonne und Mond sind Wunder Gottes
Vers 5: Er ist es, der die Sonne als Lichtquelle und den Mond als Licht erschuf, und Er bemaß für ihn Positionen,4 damit ihr die Zahl der Jahre kennt und rechnen könnt. Gott schuf all dies nur im Dienst der Wahrheit. Er verdeutlicht die Zeichen für Leute, die Wissen haben.
- 4 Damit sind sowohl die Mondphasen als auch die verschiedenen Positionen der Himmelskörper gemeint, die sich über das Jahr ändern. ↩
Vers 6: Im Wechsel von Tag und Nacht und dem, was Gott in den Himmeln und auf Erden erschuf, sind gewiss Zeichen für Leute, die sich in Acht nehmen.
Leugner begnügen sich mit dem Diesseits
Vers 7: Diejenigen, die nicht hoffen, Uns ˹im Jenseits˺ zu treffen, mit dem irdischen Leben zufrieden sind, sich dort wohlfühlen und Unseren Zeichen gegenüber achtlos sind:
Vers 8: Die Zuflucht jener ist das Feuer wegen der Taten, die sie begangen haben.
Belohnung der Gläubigen
Vers 9: Diejenigen, die stets glauben und rechtschaffene Taten verrichten, leitet ihr Herr durch ihren Glauben – unter ihnen fließen die Flüsse in Paradiesgärten voller Freuden.
Vers 10: Ihr Ausruf darin wird sein: „Über jeden Makel erhaben bist Du, o Gott!“ Und ihr Gruß wird „Friede“ lauten. Und ihr letzter Ausruf wird sein, dass das Lob Gott, dem Herrn aller Dinge, gebührt.
Der Mensch ist ungeduldig und voreilig
Vers 11: Und wenn Gott den Menschen Schlechtes so schnell zukommen lassen würde, wie sie sich das Gute eilig wünschen, dann wäre ihre Frist ˹auf Erden˺ sicher schon verstrichen. Und so lassen Wir diejenigen, die nicht darauf hoffen, Uns ˹im Jenseits˺ zu treffen, in ihrer Übertretung umherirren.
Vers 12: Und wenn den Menschen Schlimmes berührt, bittet er Uns im Liegen, Sitzen oder Stehen. Wenn Wir ihm jedoch seine Not lindern, geht er weg. Als habe er Uns nie wegen einer Not angefleht, die ihn betraf. So erschien den Maßlosen das gut, was sie getan haben.
Gottes Vernichtung der Übertreter
Vers 13: Und Wir haben bereits die Generationen vor euch vernichtet, weil sie das Maß überschritten, obwohl ihnen ihre Gesandten klare Beweise brachten, doch sie wollten nicht glauben. So vergelten Wir es den verbrecherischen Menschen.
Leugner wollen den Koran ändern
Vers 15: Und wenn ihnen Unsere Zeichen (Verse) klar vorgetragen werden, sagen diejenigen, die das Treffen mit Uns nicht herbeiwünschen: „Bring doch einen anderen Koran als diesen oder ändere ihn ab!“ Sag ˹o Muhammad˺: „Es steht mir nicht zu, ihn eigenmächtig zu ändern. Ich folge nur dem, was mir offenbart wird. Ich befürchte, wenn ich mich gegen meinen Herrn auflehne, die Qual eines gewaltigen Tages!“
Vers 16: Sag ˹ihnen˺: „Hätte Gott es so gewollt, dann hätte ich ihn (den Koran) euch nicht vorgetragen und euch nicht davon berichtet. Ich habe doch unter euch schon ein Lebensalter vor ihm (dem Koran) verbracht. Begreift ihr denn nicht?“
Vers 17: Wer ist also übler als derjenige, der über Gott eine Lüge ersinnt oder Seine Verse leugnet? Die Verbrecher werden gewiss nicht erfolgreich sein.
Götzenverehrung
Vers 18: Und sie beten neben Gott etwas an, das ihnen weder schadet noch nützt. Und sie sagen: „Jene sind unsere Fürsprecher vor Gott.“ Sag ˹ihnen˺: „Erklärt ihr denn Gott etwas in den Himmeln oder auf Erden, wovon Er nichts weiß?“ Makellos und erhaben ist Er über das, was sie Ihm beigesellen!
Viele Menschen kamen von der Urreligion ab
Vers 19: Und die Menschen waren zunächst eine einzige Gemeinschaft ˹an Gläubigen˺, worauf sie uneins wurden. Und wäre da nicht bereits zuvor ein Beschluss von deinem Herrn gefasst worden,6 dann wäre zwischen ihnen in den Angelegenheiten gerichtet worden, über die sie uneins waren.
- 6 Dies bedeutet, dass Gott erst am Tag der Auferstehung zwischen den Menschen richten wird. ↩
Leugner verlangen Wunder
Vers 20: Und sie sagen: „Wäre ihm doch ein Wunderzeichen von seinem Herrn herabgesandt worden!“ Sag also: „Das Verborgene ist Gott vorbehalten. Wartet also ab, ich warte auch ab!“
Eigenschaften der Glaubensleugner: List, Streit und Trotz
Vers 21: Und wenn Wir die Menschen eine Barmherzigkeit nach einer Not erfahren lassen, die sie traf, da denken sie sich gegen Unsere Zeichen eine List aus. Sag: „Gott ist schneller mit Seiner List!7 Unsere Boten (Engel) schreiben gewiss nieder, was ihr euch an Listen ausdenkt!“
- 7 Siehe hierzu den Kommentar zu 3:54. ↩
Vers 22: Er ist es, der euch zu Lande und auf dem Meer ermöglicht, voranzukommen. Wenn ihr auf dem Schiff seid und es euch mit einem guten Wind vorantreibt, freuen sie sich darüber, doch wenn plötzlich ein stürmischer Wind aufkommt und die Wellen von allen Seiten auf sie zukommen, sodass sie glauben, es gäbe keinen Ausweg, rufen sie auf einmal aufrichtig in der Religion zu Gott: „Wenn Du uns vor diesem rettest, sind wir ganz gewiss unter den Dankbaren!“
Vers 23: Sobald Er sie jedoch gerettet hat, schlagen sie auf Erden ohne jedes Recht über die Stränge. O Menschen! Ihr schadet euch doch nur selbst! Ihr genießt doch nur das diesseitige Leben, dann werdet ihr zu Mir zurückkehren, worauf Wir euch erzählen, was ihr getan habt.
Gleichnis für das irdische Leben
Vers 24: Das diesseitige Leben gleicht lediglich Wasser, das Wir vom Himmel geschickt haben, sodass sich dadurch die Pflanzen der Erde zusammendrängen, von denen die Menschen und das Vieh essen. Und wenn dann die Erde ihren Schmuck trägt, aufblüht und ihre Bewohner glauben, sie könnten sie abernten, überkommt sie Unser Beschluss in der Nacht oder tagsüber, worauf Wir sie gleich abgemähtem Getreide machen, als ob sie gestern nichts getragen hätte. Und so verdeutlichen Wir die Zeichen für Leute, die nachdenken.
Paradies- und Höllenbewohner
Vers 25: Und Gott lädt zum Ort des Friedens (Paradies) ein und führt, wen Er will, auf einen geraden Weg.
Vers 26: Denjenigen, die gütig handeln, steht das Beste und noch mehr zu; und ihre Gesichter plagt weder Staub noch Schmach. Jene sind die Paradiesbewohner, sie sind ewig darin.
Vers 27: Und diejenigen, die schlechte Taten begangen haben: Eine schlechte Tat wird mit ihresgleichen vergolten, und ihre Gesichter plagt Schmach. Sie haben vor Gott keinen einzigen Beschützer. Als wären ihre Gesichter mit Fetzen der finsteren Nacht bedeckt. Jene sind die Höllenbewohner, sie sind ewig darin.
Falsche Gottheiten distanzieren sich
Vers 28: Und am Tag, an dem Wir sie alle versammeln und zu denen, die Gott etwas zur Seite stellten, sagen: „Bleibt dort, wo ihr und eure Teilhaber (Götzen) seid!“ Anschließend werden Wir sie voneinander trennen, worauf ihre Teilhaber sagen werden: „Ihr habt uns doch nicht angebetet!
Vers 29: Gott genügt zwischen uns und euch als Zeuge darüber, dass wir völlig ahnungslos gegenüber eurer Verehrung waren.“
Vers 30: Dort wird jede Seele mit dem geprüft, was sie zuvor tat. Und sie werden zu Gott zurückgebracht, ihrem wahren Herrn. Und sie werden verlieren, was sie einst erlogen haben.
Auch die Götzenverehrer glauben an einen Schöpfer
Vers 31: Sag: „Wer versorgt euch vom Himmel und von der Erde? Wer verfügt über das Hören und Sehen? Wer bringt aus dem Lebendigen das Tote hervor und aus dem Toten das Lebendige? Und wer verwaltet die Angelegenheiten?“ Sie werden sogleich „Gott“ sagen. Sag ˹ihnen˺: „Wollt ihr denn nicht gottesfürchtig sein?“
Vers 32: Jener Gott ist also euer wahrer Herr! Und was kann neben der Wahrheit noch existieren, wenn nicht der Irrtum? Wie könnt ihr euch dann ˹von der Wahrheit˺ abwenden lassen?
Vers 33: So erfüllte sich bereits das Wort deines Herrn an denen, die öffentlich sündigten, dass sie nicht glauben.8
- 8 Dies bedeutet, dass Gott bereits von Anbeginn der Schöpfung wusste, dass diese Menschen freveln werden. Diese Art der Vorbestimmung ist jedoch nicht mit Zwang gleichzusetzen. Der Mensch entscheidet selbstständig und ist für seine Absicht verantwortlich, doch Gott weiß bereits, wie er entscheiden wird; und Gott ermöglicht jedem Geschöpf, sein Leben zu bestreiten. ↩
Gott erschafft und führt zur Wahrheit
Vers 34: Sag: „Ist unter euren Teilhabern irgendjemand, der die Schöpfung begonnen hat und sie später wiederholen wird?“ Sag: „Gott hat die Schöpfung begonnen und wird sie später wiederholen. Wie könnt ihr da noch ˹vom Glauben˺ abgewendet werden?“
Vers 35: Sag: „Ist unter euren Teilhabern irgendjemand, der zur Wahrheit führt?“ Sag: „Gott führt zur Wahrheit!“ Ist denn nicht derjenige, der zur Wahrheit führt, eher zu befolgen als derjenige, der nur den Weg findet, wenn er geführt wird? Was ist denn mit euch? Wie urteilt ihr?
Vers 36: Und die meisten von ihnen folgen nur einer Mutmaßung. Doch nützt die Mutmaßung angesichts der Wahrheit nicht das Geringste! Gott weiß genau über das, was sie tun, Bescheid.
Der Koran fordert die Menschen auf
Vers 37: Und dieser Koran kann nicht von jemandem unter Ausschluss Gottes erdichtet werden, vielmehr ist er die Bestätigung dessen, was vor ihm war (Urthora und Urevangelium), und eine Darlegung des Buches, das keinen Zweifel enthält, vom Herrn aller Dinge.
Vers 38: Oder sagen sie, er (Muhammad) habe ihn erdichtet? Sag ˹ihnen˺: „Dann bringt eine ihm gleiche Sure hervor und ruft neben Gott ˹zu Hilfe˺, wen ihr könnt, wenn ihr ehrlich seid!“
Vers 39: Vielmehr leugneten sie etwas, was sie nicht vollständig begriffen haben und dessen Erfüllung sie noch nicht erreicht hat. So leugneten bereits diejenigen vor ihnen. Betrachte also, wie der Ausgang der Übeltäter war!
Zwei Standpunkte der Polytheisten
Vers 40: Und unter ihnen ist derjenige, der daran glaubt, und derjenige, der nicht daran glaubt. Und dein Herr kennt die Unheilstifter am besten.
Vers 41: Und wenn sie dich der Lüge bezichtigen, so sag: „Mir stehen meine Taten zu und euch eure Taten. Ihr habt nichts mit dem zu schaffen, was ich tue, und ich habe nichts mit dem zu schaffen, was ihr tut!“
Vers 42: Und unter ihnen sind diejenigen, die dir zuhören. Willst du dir etwa bei den Tauben Gehör verschaffen, auch wenn sie nichts begreifen?
Vers 43: Und unter ihnen sind diejenigen, die zu dir schauen. Willst du etwa den Blinden den Weg zeigen, obwohl sie nichts erkennen?
Vers 44: Gott tut den Menschen gewiss nicht das geringste Unrecht an, vielmehr fügen sich die Menschen selbst Unrecht zu.
Endlichkeit des Diesseits
Vers 45: Und am Tag, an dem Er sie versammelt, scheint es, als hätten sie nur eine Stunde eines Tages ˹auf Erden˺ verbracht, an dem sie sich kennenlernten. Verloren haben bereits diejenigen, die das Treffen mit Gott leugnen, und sie sind keineswegs rechtgeleitet.
Strafe der Götzenverehrer im Diesseits und Jenseits
Vers 46: Und wenn Wir dir, ˹o Muhammad, noch˺ von dem zeigen, was Wir ihnen androhen, oder dich ˹davor˺ sterben lassen, so werden sie zu Uns zurückkehren.9 Sodann wird Gott Zeuge über das sein, was sie getan haben.
- 9 Dies bedeutet: Den Glaubensleugnern wird Strafe für ihren Unglauben angedroht. Wenn Gott Muhammad ﷺ zeigt, wie sie bestraft werden, erlebt er dies noch zu Lebzeiten. Stirbt er vorher, bevor ihre Strafe bereits im Diesseits eintritt, so kehren dennoch alle – auch die Leugner – nach dem Tod zu Gott zurück. Im Jenseits wird dann die vollkommene Gerechtigkeit hergestellt, die auf dieser Welt nicht zustande kommt. ↩
Vers 47: Und für jede Gemeinschaft ist ein Gesandter bestimmt. Wenn sie ihr Gesandter aufsucht, wird zwischen ihnen gerecht entschieden und es widerfährt ihnen kein Unrecht.
Vers 48: Und sie (die Leugner) sagen: „Wann erfüllt sich denn dieses Versprechen ˹des Jüngsten Tages˺, wenn ihr denn ehrlich seid?“
Vers 49: Sag: „Ich besitze nicht einmal die Macht, mir selbst Schaden zuzufügen oder zu nützen, es sei denn, Gott will es. Für jede Gemeinschaft ist eine Frist ˹auf Erden˺ bestimmt. Und wenn ihre Frist endet, wird ihnen weder eine Stunde Aufschub gewährt noch wird sie früher eintreffen.“
Vers 50: Sag ˹ihnen˺: „Was meint ihr denn, wenn euch Seine Strafe nachts im Schlaf oder tagsüber ereilt, was davon wünschen sich die Missetäter denn voreilig herbei?
Vers 51: Wenn sie eintrifft, werdet ihr etwa dann daran glauben? Jetzt etwa ˹glaubt ihr˺, obwohl ihr sie euch davor eilig herbeiwünschtet?“
Vers 52: Daraufhin wird denen, die übeltäterisch waren, gesagt: „Kostet die ewige Qual! Wird euch denn nicht allein das vergolten, was ihr begangen habt?“
Vers 53: Und sie befragen dich, ob es die Wahrheit ist. Sag ˹ihnen˺: „Ja! Bei meinem Herrn, es ist gewiss wahr, und ihr könnt ˹dagegen˺ nichts ausrichten.“
Vers 54: Und hätte eine jede Seele alles auf Erden, kaufte sie sich damit los. Und sie werden ihre Reue verheimlichen, wenn sie die Strafe erblickt haben. Und es wird gerecht zwischen ihnen geurteilt, ohne dass ihnen ein Unrecht widerfährt.
Vers 55: Gott gehört doch, was in den Himmeln und auf Erden existiert. Die Verheißung Gottes ist gewiss wahr, doch die meisten von ihnen wissen es nicht.
Vers 56: Er gewährt Leben und Tod, und zu Ihm kehrt ihr zurück.
Grundbotschaft des Korans
Vers 57: O Menschen! Zu euch ist eine Ermahnung von eurem Herrn, eine Heilung für das in den Herzen (Wohnende) sowie eine Rechtleitung und Barmherzigkeit für die Gläubigen gelangt.
Vers 58: Sag: „Über Gottes Güte und Seine Barmherzigkeit – darüber sollen sie sich freuen. Dies ist besser als das, was sie ˹an Gütern˺ anhäufen.“
Polytheisten ignorieren Gottes Gebote
Vers 59: Sag ˹ihnen˺: „Was meint ihr über die Versorgung, die Gott für euch herabgesandt hat, die ihr teils als verboten und teils als erlaubt bezeichnet habt?“ Sag: „Hat euch Gott dies denn erlaubt, oder lügt ihr etwa über Gott?“
Vers 60: Und was erwarten denn diejenigen, die über Gott Lügen erdichteten, am Tag der Auferstehung? Gott ist voller Güte gegenüber den Menschen, doch die meisten unter ihnen sind undankbar.
Gottes Allwissen
Vers 61: Und was dir auch widerfährt, was immer du auch vom Koran vorträgst und was ihr auch an Taten verrichtet, so sind Wir stets Zeugen über euch, wenn ihr euch darum bemüht. Und deinem Herrn entgeht nicht einmal im Maß einer Ameise10, was auf Erden oder im Himmel geschieht, weder Kleineres noch Größeres, es ist ˹alles˺ in einem klaren Buch verzeichnet.
- 10 In den meisten Übersetzungen heißt es hier „Stäubchen". Das arabische Wort ḏarra bezeichnet jedoch eigentlich eine kleine Ameise. Diese Deutung wird in den klassischen Korankommentaren und Wörterbüchern als Hauptbedeutung angeführt. ↩
Eigenschaften der Gott Nahestehenden
Vers 62: Die Gott am nächsten Stehenden überkommt gewiss weder Furcht noch trauern sie.
Vers 63: Diejenigen, die stets glauben und stets gottesfürchtig waren,
Vers 64: erwartet die frohe Botschaft im diesseitigen Leben und im Jenseits. Keine Änderung ist ˹möglich˺ an Gottes Worten (Anweisungen). Jenes ist der gewaltige Sieg.
Gott gehört die vollkommene Würde und Herrschaft
Vers 65: Ihre Worte (die der Leugner) sollen dich nicht traurig machen! Die Würde steht vollkommen Gott zu, Er ist der Allhörende und Allwissende.
Vers 66: Gott gehört ja, wer in den Himmeln und wer auf Erden ist. Und was befolgen denn diejenigen, die neben Gott Teilhaber anrufen? Sie folgen nur der Mutmaßung und stellen nur Vermutungen an.
Vers 67: Er ist es, der für euch die Nacht erschuf, damit ihr darin zur Ruhe kommt, und ˹Er erschuf˺ den Tag zum Sehen. Darin sind gewiss Zeichen für Leute, die zuhören.
Gott hat keine Kinder
Vers 68: Sie sagten, Gott habe sich ein Kind genommen. Erhaben ist Er ˹über jeden Makel˺! Er ist der Unabhängige. Ihm gehört, was in den Himmeln und was auf Erden ist. Ihr habt nicht die geringste Befugnis hierzu. Sagt ihr denn etwas über Gott, worüber ihr nichts wisst?
Vers 69: Sag ˹ihnen˺: „Diejenigen, die über Gott Lügen erdichten, werden nicht erfolgreich sein.“
Vers 70: Ein Genuss im Diesseits, dann werden sie zu Uns zurückkehren, und dann werden Wir sie die heftige Qual für das kosten lassen, was sie geleugnet haben.
Prophet Noah und sein Volk
Vers 71: Und trage ihnen die Geschichte Noahs vor, als er zu seinem Volk sagte: „Mein Volk, wenn euch mein Rang und meine Ermahnung mit Gottes Zeichen (Versen) stört, so verlasse ich mich doch auf Gott. So entschließt euch doch mit euren Teilhabern (Götzen), ˹mich zu töten,˺ doch soll eure Entscheidung nicht verborgen bleiben, sodann dringt zu mir vor, ohne mich warten zu lassen!
Vers 72: Wenn ihr euch hingegen abwendet, so habe ich euch um keinen Lohn gebeten. Meine Belohnung erhalte ich allein von Gott. Und mir wurde befohlen, dass ich zu den Muslimen gehören soll.“
Vers 73: Doch dann verleugneten sie ihn, und so erretteten Wir ihn und diejenigen, die zu ihm hielten, in der Arche und bestimmten, dass sie überlebten. Und Wir ließen diejenigen ertrinken, die Unsere Zeichen verleugneten. Betrachte also, wie es den Gewarnten erging!
Viele Völker bezeichnen die Propheten als Lügner
Vers 74: Später entsandten Wir nach ihm ˹weitere˺ Gesandte zu ihren Völkern. Diese ˹Gesandten˺ brachten ihnen die klaren Beweise. Doch sie (die Leugner) hätten ohnehin nicht an das geglaubt, was sie bereits zuvor geleugnet hatten. So prägen Wir die Herzen der Übertreter.
Moses und Aaron beim Pharao
Vers 75: Sodann entsandten Wir nach ihnen ˹jenen Propheten˺ Moses und Aaron zum Pharao und seinem Hofstaat mit Unseren Zeichen, doch sie (die Ägypter) wurden hochmütig und waren Missetäter.
Vers 76: Als die Wahrheit von Uns zu ihnen gelangte, sagten sie: „Dies ist nichts als offenkundige Zauberei!“
Vers 77: Moses sagte: „Sagt ihr etwa zur Wahrheit, wenn sie euch ereilt, dies sei Zauberei? Und die Zauberer werden erfolglos sein.“
Vers 78: Sie fragten: „Bist du zu uns gekommen, um uns von dem abzubringen, was wir bereits von unseren Vorvätern kennen, und damit euch beiden die Hoheit auf Erden zukommt? Wir werden euch beiden nicht glauben.“
Vers 79: Und der Pharao sagte: „Bringt mir jeden wissenden Zauberer!“
Vers 80: Als die Zauberer bei ihm ankamen, sagte ihnen Moses: „Werft, was ihr zu werfen habt!“
Vers 81: Als sie ˹ihre Zauberutensilien˺ geworfen hatten, sagte Moses: „Was ihr gebracht habt, ist Zauberei, Gott wird sie gewiss vernichten! Gott hält gewiss die Handlung der Unheilstifter nicht für gut.“
Vers 82: Und Gott setzt die Wahrheit durch Seine Worte durch, auch wenn es den Übeltätern missfällt.
Vers 83: Doch Moses glaubten nur einige Nachkommen seines Volks unter dem Einfluss von Angst vor dem Pharao und seiner Elite, er könne sie ˹vom Glauben˺ abbringen. Und der Pharao ist gewiss hochmütig auf Erden und gehört gewiss zu den Maßlosen.
Vers 84: Und Moses sagte: „Mein Volk, wenn ihr denn wirklich an Gott glaubt, so vertraut auf Ihn allein, wenn ihr denn Muslime seid!“
Vers 85: Sie antworteten: „Auf Gott vertrauen wir. Unser Herr, mach uns nicht zu einer Versuchung für das übeltäterische Volk!
Vers 86: Und errette uns durch Deine Barmherzigkeit vor dem leugnerischen Volk!“
Vers 87: Und Wir offenbarten Moses und seinem Bruder: „Dass ihr beide für euer Volk in Ägypten Häuser einrichtet, eure Häuser zur Gebetsrichtung bestimmt und das Gebet ˹in Ehren˺ einhaltet! Und verkünde den Gläubigen frohe Botschaft!“
Vers 88: Und Moses sagte: „Unser Herr, Du hast ja dem Pharao und seiner Elite Schmuck und Vermögen im diesseitigen Leben gegeben! Unser Herr, auf dass sie von Deinem Weg abkommen! Unser Herr, lösche ihr Vermögen aus und mache ihre Herzen hart, sodass sie nicht glauben, bis sie die schmerzhafte Qual ˹im Jenseits˺ sehen!“
Vers 89: Er sagte: „Eure Bitte wurde bereits erhört, seid also aufrichtig und folgt ja nicht dem Weg derer, die nichts wissen!“
Vers 90: Und Wir ließen die Kinder Israels das Meer durchqueren, worauf ihnen sogleich der Pharao mit seinen Truppen gierig und feindselig folgte. Doch als ihn die Flut einholte, sagte er ˹in Not˺: „Ich glaube, dass es keinen ˹anbetungswürdigen˺ Gott außer dem gibt, an den die Kinder Israels glauben, und ich bin einer der Muslime.“
Vers 91: Jetzt etwa ˹glaubst du˺, wo du dich doch zuvor aufgelehnt und zu den Unheilstiftern gehört hast?
Vers 92: Und so bewahren Wir heute deinen Körper, damit du für die ˹Menschen˺ nach dir ein Zeichen sein sollst. Doch sind viele Menschen Unseren Zeichen gegenüber achtlos.
Vers 93: Und Wir ließen die Kinder Israels sich an einem Ort niederlassen, an dem die Hoffnungen wahr werden, und versorgten sie mit Gutem; sie wurden erst uneins, als sie Wissen erhielten. Dein Herr richtet gewiss am Tag der Auferstehung zwischen ihnen über das, worin sie sich uneins waren.
Der Koran ist wahr
Vers 95: Und gehöre ja nicht zu denjenigen, die Gottes Zeichen verleugnen, sodass du zu den Verlierern gehören würdest!
Vers 96: Diejenigen, gegen die sich das Wort deines Herrn richtet, glauben nicht.
Vers 97: Selbst wenn sie jedes Zeichen (jeder Gottesbeweis) erreichte, würden sie erst glauben, wenn sie die schmerzhafte Qual ereilt.
Jonas und sein Volk
Vers 98: Wäre da auch nur ein Ort ˹jener Völker˺, der geglaubt hätte, sodass ihm sein Glaube genützt hätte! Bis auf das Volk Jonas ˹tat dies keines dieser Völker˺: Als es glaubte, nahmen Wir die erniedrigende Strafe im diesseitigen Leben fort und ließen sie genießen bis zu einer ˹bestimmten˺ Frist (dem Tod).
Gott gewährt dem Menschen einen freien Willen
Vers 99: Und hätte es dein Herr gewollt, so hätten alle auf Erden zusammen geglaubt. Kannst du etwa die Menschen dazu zwingen, dass sie gläubig werden?
Vers 100: Und keine Seele vermag es, zu glauben, es sei denn mit Gottes Erlaubnis. Und Er belegt diejenigen, die nicht begreifen ˹möchten˺, mit dem Unreinen.
Aufforderung zum Nachdenken über die Schöpfung
Vers 101: Sag: „Schaut doch, was in den Himmeln und auf Erden ist!“ Doch Zeichen und Warnungen nützen denen nichts, die nicht glauben.
Vers 102: Sie warten nur darauf, dass sie dieselben Zeiten ereilen wie jene vor ihnen. Sag ˹ihnen˺: „Wartet also; ich werde ebenfalls abwarten, was mit euch geschehen wird!“
Vers 103: Sodann werden Wir Unsere Gesandten und diejenigen erretten, die glauben. Und es ist Unsere Pflicht, die Gläubigen zu erretten.
Alleinige Verehrung Gottes
Vers 104: Sag ˹o Muhammad˺: „O Menschen! Wenn ihr im Zweifel über meine Religion seid, so bete ich nicht jene an, die ihr neben Gott anbetet! Vielmehr verehre ich Gott, der euch sterben lässt. Und mir wurde befohlen, zu den Gläubigen zu gehören.“
Vers 105: Und dass du dein Antlitz korrekt auf die Religion ausrichtest und ja nicht zu den Götzendienern gehörst!
Vers 106: Und rufe nichts Geringeres als Gott an, ˹also verehre nichts,˺ was dir weder nützt noch schadet! Wenn du es jedoch tun solltest, so gehörst du gewiss zu den Übeltätern.
Vers 107: Und wenn Gott dich Schaden kosten lässt, so kann ihn niemand abwenden, außer Er. Und wenn Er dir Gutes will, so kann keiner Seine Güte zurückweisen. Er lässt dies demjenigen Seiner Diener zukommen, für den Er dies will. Und Er ist der Vergebende und Barmherzige.
Der Islam ist die wahre Religion
Vers 108: Sag: „O Menschen! Zu euch ist bereits die Wahrheit von eurem Herrn gelangt. Wer also rechtgeleitet ist, der findet zu seinem eigenen Nutzen den Weg, und wer fehlgeht, der irrt zu seinem Schaden ab. Und ich (Muhammad) bin über euch nicht zum Sachwalter bestimmt!“
Vers 109: Und folge dem, was dir offenbart wird, und sei standhaft, bis Gott urteilt! Und Er ist der beste Richter.