Der Koran führt zum Glück
Vers 2: Wir haben dir den Koran nicht herabgesandt, damit du leidest ˹o Muhammad˺.
Vers 3: Vielmehr ist er eine Ermahnung für den, der ˹Gott˺ fürchtet.
Vers 4: Als Offenbarung dessen, der die Erde und die höchsten Himmel erschuf.
Gottes Eigenschaften
Vers 5: Der Allerbarmer erhob sich über den Thron,
Vers 6: Ihm gehört, was in den Himmeln, was auf Erden und was unter dem Boden ist.
Vers 7: Und wenn du ˹etwas˺ laut aussprichst, so weiß Er doch auch über das heimliche ˹Wort˺ und den verborgensten ˹Gedanken˺ Bescheid.
Vers 8: Gott – es gibt nichts Anbetungswürdiges außer Ihn. Ihm gebühren die schönsten Namen.
Gott spricht zu Moses
Vers 9: Und ist dir die Geschichte Moses’ ˹zu Ohren˺ gekommen?
Vers 10: Als er ein Feuer erblickte, sagte er sogleich zu seiner Familie: „Ich habe ein Feuer wahrgenommen. Vielleicht bringe ich euch davon einen brennenden Scheit oder finde beim Feuer Orientierung.“
Vers 11: Als er dort angekommen war, wurde er gerufen: „O Moses!
Vers 12: Ich bin wahrhaftig dein Herr. Ziehe sogleich deine Sandalen aus, du bist ja im heiligen Tal Tuwa!
Vers 13: Und Ich habe dich auserwählt, höre also zu, was offenbart wird!
Vers 14: Ich bin gewiss Gott, es gibt nichts Anbetungswürdiges neben Mir! Also bete Mich an und halte das Gebet zu Meinem Gedenken ˹in Ehren˺ ein!
Vers 15: Die Stunde ˹des Jüngsten Gerichts˺ wird wahrhaftig kommen – Ich hätte sie fast ˹gänzlich˺ verheimlicht –, damit jeder Seele vergolten wird, wonach sie eilt.
Vers 16: So soll dich nicht abhalten, wer nicht an sie (die Stunde) glaubt und seinen Gelüsten folgt, worauf er ˹in die Verdammnis˺ stürzt!
Moses’ Wunder
Vers 17: Und was ist das dort in deiner Hand, Moses?“
Vers 18: Er antwortete: „Es ist mein Stab, ich stütze mich auf ihn, schüttle damit Laub für meine Schafe und Ziegen herab und habe noch manch anderen Nutzen davon.”
Vers 19: Er sagte: „Wirf ihn weg, o Moses!“
Vers 20: Sogleich warf er ihn weg, und plötzlich wurde er eine eilende Schlange!
Vers 21: Er sagte: „Nimm sie und fürchte dich nicht! Wir werden sie wieder in ihre vorige Gestalt verwandeln.
Vers 22: Und drücke deine Hand an deine Seite, so kommt sie weiß hervor, ohne krank zu sein, als ein weiteres Zeichen!
Vers 23: Damit Wir dir einige Unserer größten Zeichen zeigen.
Moses wird zum Pharao entsandt
Vers 24: Geh zum Pharao, denn er ist maßlos!“
Vers 25: Er (Moses) sagte: „Herr, öffne mein Herz,
Vers 26: erleichtere meine Sache
Vers 27: und löse den Knoten aus meiner Zunge,
Vers 28: damit sie meine Worte verstehen!
Vers 29: Und stelle mir einen Vertreter aus meiner Familie zur Seite,
Vers 30: Aaron, meinen Bruder!
Vers 31: Gib mir durch ihn Rückhalt
Vers 32: und beteilige ihn an meiner Aufgabe,
Vers 33: damit wir Dich viel lobpreisen
Vers 34: und Deiner häufig gedenken!
Vers 35: Du hast uns ja stets gesehen.“
Vers 36: Er erwiderte: „Dir wurde deine Bitte bereits gewährt, Moses!“
Moses’ Geburt
Vers 37: Und Wir gewährten dir bereits ein andermal eine Gnade,
Vers 38: als Wir deiner Mutter offenbarten, was offenbart wird:
Vers 39: „Lege ihn (Moses) in den Korb und wirf diesen in die Flut, sodass ihn die Flut beim Ufer anspült, worauf ihn einer Meiner und seiner Feinde aufnimmt!“ Ich ließ dir Liebe von Mir zufliegen, und auf dass du unter Meinem Auge aufgezogen wirst.
Vers 40: ˹Und denke daran,˺ als deine Schwester losging2 und ˹zur Familie Pharaos˺ sagte: „Soll ich euch nicht zu jemandem führen, der ihn übernimmt?“ Und so brachten Wir dich zu deiner Mutter zurück, damit ihr Auge Ruhe findet und sie nicht trauert.3 Und du hast eine Seele getötet,4 also retteten Wir dich vor dem Kummer und versuchten dich vielfach. Und so verweiltest du Jahre bei den Midianitern,5 bis du dann zum ˹von Gott˺ bestimmten Zeitpunkt herkamst, o Moses!
- 2 Moses gelangte als Säugling zum Pharao. Er nahm keine Stillamme an (vgl. 28:12), also suchte die Familie verzweifelt weiter. Moses’ Schwester erfuhr davon und schlug der Familie des Pharaos vor, nach einer Amme zu suchen. Sie wollte, dass Moses so wieder einige Zeit bei seiner Mutter bleiben könne. ↩
- 3 Dies kann auch gelesen werden als: „und du (Moses) nicht trauerst“. ↩
- 4 Siehe 28:15-19. ↩
- 5 Moses kam bei seiner Flucht vor den Ägyptern in Midian an, wo er heiratete und einige Jahre blieb. Die Geschichte steht in 28:22-28. ↩
Vers 41: Und Ich habe dich für Mich selbst herangezogen.
Gottes Anweisungen an Moses
Vers 42: „Geh du mit deinem Bruder ˹Aaron˺ mit Meinen Zeichen, und zögert nicht, Mich zu erwähnen!
Vers 43: Geht zum Pharao, er ist ja maßlos!
Vers 44: Redet mit ihm in milden Worten, auf dass er sich wohl ermahnen lässt oder ehrfürchtig wird!“
Vers 45: Beide sagten: „Unser Herr, wir befürchten, dass er uns sofort straft oder maßlos wird.“
Vers 46: Er erwiderte: „Fürchtet euch nicht! Ich bin wahrhaftig mit euch, Ich höre und sehe.
Vers 47: Geht also zu ihm und sagt: ‚Wir sind die beiden Gesandten deines Herrn, lass also die Kinder Israels mit uns ziehen und strafe sie nicht! Wir haben dir ein Zeichen von deinem Herrn gebracht. Und Friede sei mit dem, der der Rechtleitung folgt!‘“
Vers 48: „Uns wurde bereits offenbart, dass die Strafe ˹im Jenseits˺ auf dem lasten wird, der ˹Gott˺ leugnet und sich abwendet.“
Streitgespräch zwischen Moses und dem Pharao
Vers 49: Er (der Pharao) sagte: „Wer ist denn euer beider Herr, Moses?“
Vers 50: Er (Moses) antwortete: „Unser Herr ist derjenige, der allem seine Gestalt gab und dann ˹den Weg˺ führte.“
Vers 52: Er antwortete: „Das Wissen über sie ist bei meinem Herrn in einem Buch ˹verzeichnet˺. Weder irrt sich mein Herr noch vergisst Er.“
Vers 53: Derjenige, der für euch die Erde zur Wiege machte, für euch in ihr Wege ausbreitete und vom Himmel Wasser herabsandte, worauf Wir damit Paare von allerlei Gewächs hervorbrachten.
Vers 54: Esst und lasst euer Vieh weiden! Darin sind gewiss Zeichen für Leute von Verstand.
Vers 55: Aus ihr (der Erde) erschufen Wir euch, in sie werden Wir euch ˹nach dem Tod˺ zurückbringen und aus ihr werden Wir euch ˹am jüngsten Tag˺ ein weiteres Mal hervorholen.
Pharao bezeichnet Moses als Zauberer
Vers 56: Und Wir zeigten ihm (dem Pharao) gewiss all Unsere Zeichen, doch er leugnete sie und weigerte sich ˹zu glauben˺.
Vers 57: Er fragte: „Bist du etwa zu uns gekommen, um uns aus unserem Land mit deiner Magie zu vertreiben, o Moses?
Vers 58: Wir werden dir gewiss mit gleicher Zauberei erwidern. Lege also zwischen uns und dir einen Termin fest, den weder wir noch du versäumen, einen Ort, der ˹allen˺ recht ist!“
Vers 59: Er (Moses) antwortete: „Euer Termin soll der Festtag sein. Und dass die Leute vormittags versammelt werden sollen!“
Pharao versammelt die Zauberer gegen Moses
Vers 60: Und so wandte sich der Pharao ab und vereinte all seine Intrigen, dann kam er ˹zum Treffen˺.
Vers 61: Moses sagte zu ihnen: „Wehe euch! Erfindet über Gott keine Lügen, sodass Er euch durch eine Strafe vernichtet! Und verloren hat bereits, wer lügt.“
Vers 62: Sodann stritten sie untereinander und verheimlichten ihre Unterredung.
Vers 63: Sie sagten: „Diese beiden sind zwei Zauberer, die euch mit ihrer Zauberei aus eurem Land vertreiben und euch eure so gute Lebensweise wegnehmen wollen.
Vers 64: So vereint eure Kräfte und kommt in Reihen herbei! Erfolgreich wird heute sein, wer die Oberhand gewinnt!“
Moses fordert die ägyptischen Zauberer heraus
Vers 65: Sie sagten: „O Moses! Entweder wirfst du ˹deinen Stab˺, oder wir sind diejenigen, die zuerst werfen.“
Vers 66: Er sagte: „Werft ihr!“ ˹Also warfen sie.˺ Es kam ihm so vor, als ob sich ihre Seile und Stäbe durch ihre Magie bewegten,
Vers 67: sogleich verspürte Moses Angst.
Vers 68: Wir sagten: „Fürchte dich nicht, du bist ja der Höchste ˹unter ihnen˺!
Vers 69: Und wirf deinen Stab mit deiner Rechten, so wird er verschlingen, was sie vollbracht haben! Was sie getan haben, sind ja nur Zaubertricks. Und der Hexer hat keinen Erfolg, wo er auch sei.“
Vers 70: Sogleich7 warfen sich die Zauberer zu Boden nieder. Sie sagten: „Wir glauben an den Herrn Aarons und Moses’!“
- 7 Es ist typisch für den koranischen Stil, dass eine göttliche Anweisung unmittelbar in die Erzählung übergeht und anschließend die Reaktion oder das Ergebnis der aufgetragenen Handlung geschildert wird. Häufig lässt der Koran unausgesprochen, dass der Angesprochene – hier Moses – den Befehl tatsächlich ausführt. In diesem Vers wird daher vorausgesetzt, dass Moses den Stab geworfen hat und dieser die Stäbe der Zauberer verschlang. ↩
Vers 71: Er (der Pharao) sagte: „Glaubt ihr etwa an ihn, bevor ich es euch erlaubt habe? Er ist also euer Meister, der euch die Magie gelehrt hat! Ich werde gewiss eure Hände und Beine kreuzweise abschlagen und euch auf Palmstümpfen kreuzigen. Und ihr werdet noch erfahren, wer von uns schlimmer straft und beständiger ist!“
Vers 72: Sie (die Zauberer) antworteten: „Wir werden dich niemals den klaren Beweisen vorziehen, die zu uns gelangt sind, und auch nicht demjenigen, der uns erschuf! Urteile also, was du urteilen willst! Du urteilst ja doch nur in diesem diesseitigen Leben!
Vers 73: Wir glauben gewiss an unseren Herrn, damit Er uns unsere Sünden vergibt und auch die Magie, zu der du uns gezwungen hast! Und Gott ist besser und beständiger!
Vers 74: Wer zu seinem Herrn als Verbrecher gelangt, dem gebührt die Hölle, er wird darin weder sterben noch leben.
Vers 75: Und wer seinem Herrn gläubig begegnet und bereits Rechtschaffenes getan hat – jenen gebühren die höchsten Stufen,
Vers 76: Paradiesgärten der ewigen Freuden, unter denen die Flüsse dahinfließen. Ewig sind sie darin! Und jene ist die Belohnung dessen, der sich reinigt.
Pharao ertrinkt und Israeliten fliehen aus Ägypten
Vers 77: Und Wir offenbarten gewiss bereits Moses: „Du sollst mit Meinen Dienern losziehen! Und schlage für sie einen Weg im Meer ein! Du brauchst weder zu befürchten, eingeholt zu werden, noch dich zu ängstigen!“8
- 8 An dieser Stelle wird ausgelassen, dass Moses mit dem Stab aufs Meer schlug und mit den Israeliten durchs Meer schritt. ↩
Vers 78: Unverzüglich folgte ihnen der Pharao mit seinen Truppen, doch umschlangen sie die Fluten sogleich.
Vers 79: Und Gott führte sein Volk in die Irre und jener (Pharao) war nicht rechtgeleitet.
Vers 81: Esst von den guten Dingen, mit denen Wir euch versorgt haben! Und überschreitet dabei nicht das Maß, sonst trifft euch Mein Zorn! Und wen Mein Zorn trifft, der ist gewiss gestürzt.
Vers 82: Und Ich bin der stets Vergebende für den, der reuevoll umkehrt, glaubt und Rechtschaffenes tut und sodann der Rechtleitung folgt.
Gott spricht erneut zu Moses
Vers 83: ˹Gott sagte:˺ „Und was trieb dich so eilig von deinem Volk weg, o Moses?“
Vers 84: Er antwortete: „Sie sind doch direkt auf meinen Fersen. Und ich bin zu dir geeilt, Herr, damit Du zufrieden bist.“
Vers 85: Er erwiderte: „Wir haben nämlich dein Volk versucht, nachdem du weg warst; und sie hat der Samiri10 vom Weg abgebracht.“
- 10 Samiri wird oft mit einer Person aus den Samaritern identifiziert; einige Hinweise sprechen jedoch dafür, dass die Bezeichnung eher auf eine Person aus den Shimroniten hinweisen könnte, einer bereits zur Zeit Mose existierenden Gruppe. Archäologische Funde aus Samaria zeigen zudem, dass Stier- bzw. Kalbssymbolik im religiösen Umfeld der Region verbreitet war. ↩
Israeliten beten das goldene Kalb an
Vers 86: Sogleich kehrte Moses wütend und traurig zu seinem Volk zurück. Er sagte: „Mein Volk! Hat euch euer Herr denn nicht Schönes versprochen? Ist dies etwa schon so lange her, oder wolltet ihr, dass über euch ein Zorn eures Herrn hereinbricht, sodass ihr die Verabredung mit mir gebrochen habt?“
Vers 87: Sie antworteten: „Wir haben die Verabredung mit dir nicht aus freien Stücken gebrochen. Vielmehr wurden uns Lasten vom Schmuck des Volkes ˹der Ägypter˺ aufgebürdet, die wir ˹in eine Grube˺ hineingeworfen haben. Und so warf auch der Samiri.“
Vers 89: Sehen sie denn nicht, dass es ihnen kein Wort erwidert und ihnen weder zu schaden noch zu nützen vermag?
Moses tadelt Aaron
Vers 90: Und Aaron hatte ihnen schon zuvor gesagt: „O mein Volk! Ihr wurdet vielmehr damit versucht! Und euer Herr ist der Allerbarmer, also folgt mir und gehorcht meiner Anweisung!“
Vers 91: Sie erwiderten: „Wir werden so lange daran festhalten, bis Moses zu uns zurückgekehrt ist.“
Vers 92: Er (Moses) sagte: „O Aaron! Was hat dich, als du sie abirren sahst, davon abgehalten,
Vers 93: mir zu folgen? Hast du dich etwa meiner Anweisung widersetzt?“
Vers 94: Er antwortete: „O mein Stiefbruder! Pack mich nicht am Bart und am Kopf! Ich befürchtete, du könntest sagen: ‚Du hast die Kinder Israels gespalten und meine Worte missachtet.‘“
Moses zerstört das goldene Kalb
Vers 95: Er (Moses) fragte: „Was hat es damit auf sich, o Samiri?“
Vers 96: Er antwortete: „Ich habe gesehen, was sie nicht sahen.12 Also nahm ich eine Handvoll von ˹der Erde˺ der Spur des Gesandten ˹Gabriel˺ auf und warf sie. Und so hat es mir mein Inneres eingeredet.“
- 12 Er sah den Engel Gabriel. Er nahm Erde vom Hufabdruck von Gabriels Reittier auf und warf sie auf den Haufen Schmuck. Danach wurde aus dem Schmuck das goldene Kalb. ↩
Vers 97: Er (Moses) sagte: „Dann geh! Im Leben soll dir beschieden sein, dass du sagst: ‚Berührt mich nicht!‘13 Und du hast gewiss eine Frist, die du nicht versäumen wirst (den Tod). Und schau deine Gottheit an, an die du dich gebunden hast: Wir werden sie gewiss verbrennen und dann wahrhaftig in der Flut verstreuen.
- 13 Er musste isoliert leben und hatte keinen Kontakt zu Menschen. Es heißt, dass er zu fiebern begann, sobald ihn jemand berührte. ↩
Vers 98: Euer Herr ist allein Gott, neben dem nichts Anbetungswürdiges existiert. Er umfasst alles mit Seinem Wissen.“
Sinn der koranischen Geschichten
Vers 99: So erzählen Wir dir ˹o Muhammad˺ von den Geschichten bereits vergangener Zeiten. Und Wir haben dir von Uns selbst eine Ermahnung (den Koran) gegeben.
Vers 100: Wer sich von ihm abwendet, wird am Tag der Auferstehung gewiss eine Last tragen,
Vers 101: ewig sind sie darin. Und dies wird ihnen am Tag der Auferstehung eine schlimme Last sein.
Vers 103: Sie flüstern einander zu: „Ihr seid ja nur zehn Tage ˹im Grab oder Diesseits˺ verweilt!“
Vers 104: Wir wissen am besten, was sie sagen, als der Vernünftigste unter ihnen sagte: „Ihr seid nur einen Tag verweilt.“
Beschreibung des Jüngsten Tages
Vers 105: Und sie fragen dich nach den Bergen, also sag: „Mein Herr wird sie ˹an jenem Tag˺ vollkommen zerstäuben,
Vers 106: sodass Er sie als ebenen Grund zurücklässt,
Vers 107: in dem du weder eine Krümmung noch eine Erhebung siehst.“
Vers 108: An jenem Tag folgen sie dem Rufer, der keine Abweichung15 zulässt, und die Stimmen verstummen für den Allerbarmer, sodass du nur Geflüster hörst.
- 15 Mit der Abweichung kann sowohl gemeint sein, dass sich niemand seinem Ruf widersetzt, als auch, dass dieser Rufer absolut korrekt ist und keine Abweichung von der Wahrheit duldet. ↩
Vers 109: An jenem Tag nützt die Fürsprache nur, wem der Allerbarmer dies erlaubt und mit wessen Wort Er zufrieden ist.
Vers 110: Er weiß, was vor ihnen und hinter ihnen ist, doch sie können Ihn mit ihrem Wissen nicht erfassen.
Vers 111: Und demütig senken sich die Gesichter vor dem ewig Lebendigen und Beständigen. Und verloren ist, wer Unrecht ˹auf sich˺ geladen hat.
Vers 112: Und wer als Gläubiger irgendwelche rechtschaffenen Taten verrichtet, der hat weder Unrecht noch eine Minderung ˹seiner guten Taten˺ zu befürchten.
Zweck des Korans
Vers 113: Und so haben Wir ihn als arabischen Koran herabgesandt und darin die Verheißung ˹und die Ermahnung˺ vielfältig dargestellt, auf dass sie gottesfürchtig seien oder er in ihnen Erinnerungen erweckt.
Vers 114: Erhaben ist Gott ˹über jeden Makel˺, der wahre Herrscher. Und haste nicht mit dem Koran, bevor die Offenbarung an dich beendet ist. Und sag: „Mein Herr, mehre mein Wissen!“
Der Bund mit Adam
Vers 115: Und Wir haben bereits zuvor mit Adam den Bund geschlossen, doch vergaß er; und Wir sahen bei ihm keine Entschlossenheit.
Engel werfen sich für Adam nieder – Teufel weigert sich
Vers 116: Und als Wir zu den Engeln sagten: „Werft euch für Adam nieder!“, warfen sie sich sogleich nieder; bis auf den Teufel, der sich weigerte.
Teufel verführt Adam
Vers 117: Und so sagten Wir: „O Adam! Dieser da ist ein Feind von dir und deiner Frau, er soll euch beide ja nicht aus dem Paradies vertreiben, da du sonst leiden wirst.
Vers 118: In ihm (dem Paradies) wirst du weder Hunger noch Nacktheit spüren
Vers 119: und du wirst in ihm weder dürsten noch unter der Sonne leiden.“
Vers 120: Doch sogleich flüsterte ihm der Satan zu. Er sagte: „O Adam! Soll ich dir nicht den Baum der Ewigkeit und endlose Macht zeigen?“
Vers 121: Und so aßen beide von ihm (dem Baum), worauf ihnen ihre Blöße offenbar wurde, und so begannen sie, sich mit Blättern des Paradiesgartens zu bedecken. Und so fehlte Adam gegen seinen Herrn und irrte.
Vers 122: Sodann erwählte ihn sein Herr aus, nahm seine Reue sogleich an und führte (ihn).
Vers 123: Er sagte: „Geht beide aus ihm (dem Paradies) hinab! Ihr (Mensch und Satan) seid miteinander befeindet! Und sobald euch von Mir eine Rechtleitung erreicht – wer dann Meine Rechtleitung befolgt, der wird weder abirren noch unglückselig sein.
Schicksal derer, die Gott ignorieren
Vers 124: Doch wer sich vom Gedenken an Mich abwendet, dem ist gewiss ein armseliges Leben beschieden, und Wir werden ihn am Tag der Auferstehung blind auferwecken.“
Vers 125: Er wird sagen: „Herr, warum hast Du mich blind auferstehen lassen, wo ich doch ˹im Diesseits˺ sehen konnte?“
Vers 126: Er wird antworten: „So sind dir doch ˹im Diesseits˺ Unsere Zeichen zugekommen, doch du hast sie ignoriert. Und so wirst auch du heute ignoriert.“
Vers 127: Und so vergelten Wir es dem, der maßlos war und nicht an die Zeichen seines Herrn glaubte. Und die Strafe des Jenseits ist schlimmer und bleibender.
Lehre aus der Vernichtung voriger Völker
Vers 128: Sind sie denn nicht zu dem Schluss gekommen, wie viele Generationen Wir vor ihnen zugrunde gehen ließen, die in ihren Behausungen umhergingen? Darin sind gewiss Zeichen für verständige Leute.
Vers 129: Und wäre da nicht ein ˹befehlendes˺ Wort, das bereits von deinem Herrn geäußert wurde, dann wäre sie (die Strafe) bindend, und wäre da nicht eine festgelegte Frist (die Lebenszeit)!16
- 16 Mit diesem Befehl ist gemeint, dass Gott erst am Tag der Auferstehung zwischen den Menschen richten wird, daher bestraft Er im Diesseits nicht gleich jedes Vergehen. Außerdem hat Gott für jeden Menschen eine Frist, seine Lebenszeit, bestimmt, die er auch dann nicht verwirkt, wenn er sich gegen seinen Herrn wendet. ↩
Vers 130: Sei also standhaft gegenüber dem, was sie sagen, und lobpreise (bete) mit dem Lob deines Herrn vor dem Aufgang der Sonne und ihrem Untergang! Und in den Nachtstunden lobpreise und an den Enden des Tages, auf dass du wohl zufrieden bist!17
- 17 Gemeint sind die fünf Gebete: Vor dem Sonnenaufgang ist das Morgengebet, vor dem Sonnenuntergang sind das Mittags- und das Nachmittagsgebet. In den Nachtstunden ist das Nachtgebet, und die Enden des Tages sind die Dämmerung am Abend (das Abendgebet) und am Morgen (das Morgengebet). Das Morgengebet wird aufgrund seiner Wichtigkeit zweimal erwähnt. ↩
Vers 131: Und lass deinen Blick nicht auf das schweifen, womit Wir sie (die Leugner) sich in allerlei Form vergnügen lassen, um sie zu verführen! Und die Versorgung deines Herrn ist besser und beständiger.
Vers 132: Und weise deine Familie zum Gebet an und halte standhaft daran fest! Wir bitten dich nicht um Versorgung! Wir versorgen dich. Und am Ende geht es doch gut für die ˹Leute mit˺ Gottesfurcht aus!
Leugner verlangen von Muhammad ﷺ Wunder
Vers 133: Und sie (die Leugner) sagen: „Wenn er (Muhammad) uns doch ein Wunderzeichen von seinem Herrn bringen würde!“ Haben sie denn nicht schon den klaren Beweis erhalten, der bereits in den ersten Schriften stand?18
- 18 Gemeint ist, dass die polytheistischen Mekkaner von Muhammad ﷺ ein Wunder verlangten. Der Vers macht deutlich, dass bereits die früheren Offenbarungen – die Urthora und das Urevangelium – hinreichende Hinweise auf sein Kommen enthielten. ↩
Vers 134: Und hätten Wir sie (die Götzendiener) vor ihm (Muhammad) durch eine Strafe vernichtet, so hätten sie gesagt: „Unser Herr, hättest du doch einen Gesandten zu uns geschickt, damit wir Deinen Zeichen folgen, bevor wir in Schmach und Schande enden!“
Vers 135: Sag ˹ihnen˺: „Jeder wartet ab, also wartet ˹darauf, was im Jenseits geschieht˺! Ihr werdet noch erfahren, wer die Leute des korrekten Weges sind und wer den rechten Weg gefunden hat!“