Al-Ankabut

Al-Ankabut

Die Spinne

Gott prüft und belohnt

Vers 1: Alif, Lam, Mim!1

  1. 1 Arabische Buchstaben zur Eröffnung mancher Suren, siehe den Kommentar zu 2:1.

Vers 2: Meinen die Menschen etwa, dass sie in Frieden gelassen werden, wenn sie nur „Wir glauben an Gott!“ sagen, ohne geprüft zu werden?

Vers 3: Und Wir haben ja bereits diejenigen vor ihnen geprüft. Und so weiß Gott ja ganz gewiss über diejenigen Bescheid, die aufrichtig waren, und Er kennt ja ganz gewiss die Lügner.

Vers 4: Oder meinen etwa diejenigen, die die schlechten Taten begehen, dass sie Uns zuvorkommen?2 Schlimm ist, was sie urteilen!

  1. 2 Gemeint ist, dass diese Sünder glauben, Gottes Bestimmung zuvorzukommen und Seiner Strafe im Jenseits zu entkommen, indem sie die Gläubigen töten und quälen.

Vers 5: Wer das Treffen mit Gott erwartet, ˹soll wissen:˺ Gottes Frist trifft bestimmt ein. Und Er ist der Allhörende und Allwissende.

Vers 6: Und wer sich bemüht, der bemüht sich nur ˹zu seinem Wohl˺ für seine Seele. Gott ist ja gewiss nicht angewiesen auf die Weltenbewohner.

Vers 7: Und denjenigen, die bereits glauben und rechtschaffene Taten verrichten, tilgen Wir ihre schlechten Taten, und Wir werden sie ihnen mit dem Besten vergelten, was sie zu tun pflegten.

Standhaftigkeit der Gläubigen gegenüber Prüfungen

Vers 8: Und Wir haben dem Menschen die Güte zu seinen Eltern anbefohlen. Doch wenn sich beide bemühen, ˹dich dazu zu bringen,˺ dass du Mir etwas beigesellst, wovon du kein Wissen hast, dann gehorche ihnen nicht!3 Zu Mir kehrt ihr zurück, dann werde Ich euch berichten, was ihr getan habt.

  1. 3 Dies bedeutet: Wenn die Eltern keine Muslime sind und einem die Ausübung des Glaubens untersagen, darf man ihnen in dieser Angelegenheit nicht gehorchen. In allen anderen Dingen jedoch soll man sie weiterhin gütig behandeln – selbst wenn sie hartherzig sein sollten.

Vers 9: Und diejenigen, die bereits glauben und rechtschaffene Taten verrichten, werden Wir gewiss zu den Rechtschaffenen zählen.

Vers 10: Und unter den Menschen gibt es manchen, der sagt: „Wir glauben an Gott“, doch wenn er wegen ˹seinem Glauben an˺ Gott belästigt wird, setzt er die Anfeindung der Menschen mit der Strafe Gottes gleich. Und wenn ein Sieg von deinem Herrn eintrifft, sagen sie gewiss: „Wir waren doch bei euch!“ Weiß Gott denn nicht am besten, was in den Herzen der Weltenbewohner ist?

Vers 11: Und Gott weiß ganz gewiss über diejenigen Bescheid, die bereits glauben, und Er weiß ganz gewiss über die Heuchler Bescheid.

Vers 12: Und diejenigen, die leugnen, sagen zu denen, die glauben: „Folgt unserem Weg, und wir übernehmen eure Sünden!“ Doch werden sie von ihren Sünden nicht das Geringste auf sich nehmen. Und sie sind ganz gewiss Lügner.

Vers 13: Und sie werden gewiss ihre ˹eigenen˺ Lasten tragen, und Lasten zusätzlich zu ihren Lasten.4 Und sie werden ganz gewiss am Tag der Auferstehung darüber befragt werden, was sie erlogen hatten.

  1. 4 Die ‚zusätzlichen Lasten‘ sind die Sünden, zu denen sie andere durch ihre Irreführung verleitet haben. Eine Übertragung von Sünden auf Unbeteiligte – wie in der Vorstellung eines stellvertretenden Sühneopfers – ist damit nicht gemeint.

Noah und sein Volk

Vers 14: Und Wir haben bereits Noah zu seinem Volk entsandt, also blieb er unter ihnen fünfzig weniger als tausend Jahre, dann ergriff sie die Sintflut, als sie Übeltäter waren.

Vers 15: Und so retteten Wir ihn und die Bewohner der Arche und machten sie zu einem Zeichen für die Weltenbewohner.

Abraham zeigt seinem Volk Gottesbeweise

Vers 16: Und ˹denkt an˺ Abraham, als er zu seinem Volk sagte: „Betet Gott an und fürchtet Ihn! Dies ist besser für euch, wenn ihr es nur wüsstet.

Vers 17: Ihr betet neben Gott lediglich Götzen an und erschafft Lügen! Diejenigen, die ihr neben Gott anbetet, können euch gewiss nicht versorgen. Sucht also bei Gott die Versorgung, betet Ihn an und dankt Ihm! Zu Ihm werdet ihr zurückgebracht.

Vers 18: Und wenn ihr leugnen solltet – es haben bereits Völker vor euch ˹den Glauben˺ geleugnet. Und der Gesandte ist nur für die deutliche Überbringung ˹der Botschaft˺ verantwortlich.“

Vers 19: Haben sie denn nicht gesehen, wie Gott die Schöpfung beginnt und später wiederherstellt?5 Dies ist Gott wahrlich ein Leichtes.

  1. 5 Der Beginn ist die erste Schöpfung, die Wiederherstellung ist die Auferstehung (vgl. 27:64).

Vers 20: Sag ˹ihnen˺: „Geht auf Erden umher und schaut, wie Gott die Schöpfung begann! Sodann wird Gott die andere Schöpfung hervorbringen. Gott hat ja Macht über alle Dinge.“

Vers 21: Er straft, wen Er will, und erbarmt sich, wem Er will. Und zu Ihm werdet ihr umkehren.

Vers 22: Und ihr überfordert ˹Gott˺ weder auf Erden noch im Himmel, und ihr habt außer Gott weder einen Nächsten noch Beistand.

Vers 23: Und diejenigen, die Unsere Zeichen und das Treffen mit Ihm leugneten – jene zweifeln an Meiner Barmherzigkeit. Und jenen droht eine schmerzhafte Strafe.

Abrahams Volk ignoriert die Argumente

Vers 24: Die Antwort seines Volkes lautete allein, dass sie sagten: „Tötet ihn oder verbrennt ihn!“ Und so rettete ihn Gott vor dem Feuer. Darin sind gewiss Zeichen für Leute, die glauben.

Vers 25: Und er (Abraham) sagte: „Ihr habt neben Gott lediglich Götzen angenommen, damit ihr miteinander im diesseitigen Leben befreundet seid. Doch am Tag der Auferstehung werdet ihr euch gegenseitig verleugnen und verfluchen. Und eure Zuflucht ist die Hölle, und ihr werdet keine Helfer haben.“

Vers 26: Und sogleich glaubte Lot ihm (Abraham). Und er sagte: „Ich werde zu meinem Herrn auswandern! Er ist ja der Ehrwürdige und Allweise.“

Vers 27: Und Wir schenkten ihm (Abraham) Isaak und Jakob. Und Wir bestimmten in seiner Nachkommenschaft das Prophetentum und das Offenbarungsbuch, und Wir gaben ihm seinen Lohn im Diesseits. Und er gehört im Jenseits gewiss zu den Rechtschaffenen.

Lot und sein Volk

Vers 28: Und ˹denke an˺ Lot, als er zu seinem Volk sagte: „Begeht ihr denn etwa die Schandtat? Darin ist euch kein einziger Weltenbewohner zuvorgekommen!

Vers 29: Sucht ihr etwa lüstern die Männer statt der Frauen auf, schneidet ˹Reisenden˺ den Weg ab und begeht in euren Versammlungsorten das Abscheuliche?“ Doch die Antwort seines Volkes lautete lediglich: „Bring uns doch die Strafe Gottes herbei, wenn du denn zu denen gehörst, die die Wahrheit sagen!“

Vers 30: Er sagte: „Herr, steh mir gegen das unheilstiftende Volk bei!“

Vers 31: Und als Unsere Gesandten (Engel) Abraham die frohe Botschaft ˹über seinen Sohn Isaak˺ überbrachten, sagten sie: „Wir werden wahrhaftig die Bewohner dieses Ortes (Sodom) vernichten! Seine Einwohner waren gewiss Übeltäter.“

Vers 32: Er (Abraham) sagte: „Darin lebt doch Lot!“ Sie antworteten: „Wir wissen besser, wer darin lebt. Wir werden gewiss ihn und seine Familie erretten, bis auf seine Frau – sie gehörte zu den Dahingeschiedenen.“

Vers 33: Und als Unsere Gesandten dann Lot aufsuchten, bekam er Angst, und so sagten sie: „Fürchte dich nicht und sei nicht traurig! Wir werden dich und deine Familie gewiss erretten, bis auf deine Frau – sie gehörte zu den Dahingeschiedenen.

Vers 34: Wir werden über diesen Ort ein Donnern vom Himmel herabsenden, weil sie stets offen sündigten.“

Vers 35: Und Wir hinterließen davon etwas als Zeichen für Leute, die begreifen.

Prophet Schuaib und die Midianiter

Vers 36: Und nach Midian ˹entsandten Wir˺ ihren Bruder Schuaib. Er sagte sogleich: „Mein Volk, betet Gott an und hofft auf den Jüngsten Tag! Und stiftet nicht beharrlich auf Erden Unheil!“

Vers 37: Doch sie verleugneten ihn sogleich, also packte sie das Beben, sodass sie am Morgen in ihren Häusern kauernd dalagen.

Weitere Völker

Vers 38: Und ˹Wir vernichteten die Völker˺ Ad und Thamud. Dies ist euch ja wegen ihrer Behausungen offenkundig. Und der Satan schmückte ihnen ihre Taten aus, sodass er sie vom Weg abhielt, obwohl sie verständig waren.

Vers 39: Und ˹denke an˺ Qarun, den Pharao und Haman! Ihnen brachte bereits Moses klare Beweise, doch wurden sie hochmütig. Und sie sind ˹Uns˺ nicht entkommen.

Vers 40: Und so ergriffen Wir jeden wegen seiner Sünde. Über manchen schickten Wir einen Steinregen hinab, manchen raffte der Schrei dahin, manchen ließen Wir in der Erde versinken und manche ließen Wir ertrinken. Und Gott tut ihnen nie Unrecht an, vielmehr fügten sie sich selbst Unrecht zu.

Gleichnis der Spinne

Vers 41: Das Gleichnis derer, die neben Gott Nächste annehmen, ist das Gleichnis einer Spinne, die sich eine Behausung nimmt. Und die zerbrechlichste aller Behausungen ist ja die Behausung der Spinne – wenn sie es doch nur wüssten!6

  1. 6 Der Vers zielt nicht auf die physische Stabilität des Spinnennetzes ab, sondern verdeutlicht, dass trügerische Sicherheiten letztlich zerbrechlich sind.

Vers 42: Gott weiß wohl, was sie neben Ihm an Dingen anrufen. Und Er ist der Ehrwürdige und Allweise.

Vers 43: Und jene Gleichnisse prägen Wir für die Menschen, doch begreifen sie nur die Vernünftigen.

Himmel und Erde sind Gottesbeweise für Gläubige

Vers 44: Gott erschuf die Himmel und die Erde wahrhaftig. Darin ist gewiss ein Zeichen für die Gläubigen.

Verkünden der göttlichen Botschaft und das Gebet

Vers 45: Trag vor, was dir vom Buch offenbart wurde, ˹o Muhammad,˺ und halte das Gebet ˹in Ehren˺ ein! Das Gebet verbietet gewiss die Schandtat und das Übel. Und Gottes zu gedenken ist gewaltiger. Und Gott weiß, was ihr tut.

Anweisung, zum Glauben einzuladen

Vers 46: Und diskutiert nicht mit den Anhängern der Buchreligionen, es sei denn auf die beste Weise; nicht jedoch mit den Übertretern unter ihnen! Und sagt ˹zu ihnen˺: „Wir glauben bereits an das, was zu uns herabgesandt wurde und was zu euch herabgesandt wurde. Und unser Gott und euer Gott ist einer. Und wir sind Ihm ergeben ˹als Muslime˺.“

Der Koran ist Gottes Offenbarung

Vers 47: Und ebenso haben Wir zu dir das Buch (den Koran) herabgesandt. Diejenigen ˹Juden und Christen˺ also, denen Wir das ˹vorige˺ Buch gaben, glauben daran (an den Koran). Und unter jenen ˹arabischen Stämmen˺ ist mancher, der daran glaubt. Und Unsere Zeichen verleugnen lediglich die Glaubensleugner.

Vers 48: Und du hast zuvor weder eine Schrift vorgetragen noch eine mit deiner Rechten geschrieben ˹o Muhammad˺; sonst hätten sie sicher gezweifelt.

Vers 49: Vielmehr sind sie (die Koranverse) klare Zeichen in den Herzen derer, denen das Wissen gegeben wurde. Und Unsere Zeichen leugnen nur die Übertreter.

Leugner fordern Wunder

Vers 50: Doch sie sagten stets: „Wären ihm (Muhammad) doch Zeichen von seinem Herrn herabgesandt worden!“ Sag: „Die Zeichen sind Gottes Angelegenheit, und ich bin lediglich ein deutlicher Warner.“

Vers 51: Genügt es ihnen denn nicht, dass Wir dir das Buch herabgesandt haben, das ihnen vorgetragen wird? Darin liegt gewiss eine Barmherzigkeit und Ermahnung für Leute, die glauben.

Vers 52: Sag ˹ihnen˺: „Gott genügt zwischen uns und euch als Zeuge. Er weiß, was in den Himmeln und auf Erden ist. Und diejenigen, die an das Falsche glauben und Gott leugnen, jene sind die Verlierer.“

Vers 53: Und sie bitten dich voreilig um die Strafe ˹Gottes˺. Und wäre da nicht eine festgelegte Frist,7 so wäre die Strafe zu ihnen gekommen. Und sie wird plötzlich und unbemerkt zu ihnen kommen.

  1. 7 Die Lebenszeit eines jeden Menschen ist bereits festgelegt. Daher wird niemanden die Strafe Gottes vor seinem Lebensende zur Strecke bringen, auch wenn er sarkastisch darum bittet.

Vers 54: Sie bitten dich voreilig um die Strafe, und die Hölle wird die Glaubensleugner gewiss in sich aufnehmen

Vers 55: am Tag, an dem sie die Strafe von oben und unter ihren Füßen umschließt und es heißt: „Kostet, was ihr stets geleugnet habt!“

Auswanderung bei Verfolgung

Vers 56: O Meine gläubigen Diener! Gottes Erde ist gewiss weit; Mich sollt ihr also anbeten!

Der Tod ist unausweichlich

Vers 57: Jede Seele kostet den Tod. Dann werdet ihr zu Uns zurückgebracht.

Vers 58: Und diejenigen, die stets glauben und Rechtschaffenes tun – ihnen werden Wir im Paradies Gemächer bereitstellen, unter denen die Flüsse dahinfließen, ewig werden sie darin sein. Wie schön ist doch der Lohn der Handelnden,

Vers 59: die standhaft waren und sich auf ihren Herrn verlassen!

Vers 60: Und wie viele Tiere tragen ihre Versorgung nicht selbst! Gott versorgt sie und euch. Und Er ist der Allhörende und Allwissende.

Auch Polytheisten glauben an einen Schöpfer

Vers 61: Und wenn du sie fragst, wer die Himmel und die Erde erschuf und die Sonne und den Mond dienstbar machte, so antworten sie gewiss: „Gott“. Wie können sie sich danach noch ˹von der Wahrheit˺ abwenden?

Vers 62: Gott teilt die Versorgung demjenigen reichlich zu, für den Er dies will, und legt für ihn ein Maß fest. Gott weiß ja über alles genau Bescheid.

Vers 63: Und wenn du sie fragst, wer vom Himmel Wasser herabsandte und sogleich damit die Erde belebte, die bereits tot war, so antworten sie gewiss: „Gott“. Sag: „Das Lob gebührt Gott!“ Doch die meisten unter ihnen begreifen nicht.

Vergänglichkeit des irdischen Lebens

Vers 64: Und dieses diesseitige Leben ist nichts als Spaß und Spiel. Und die jenseitige Heimstätte ist gewiss das ˹einzig wahre˺ Leben. Wenn sie es doch nur wüssten!

Kritik an der Vielgötterei

Vers 65: Und wenn sie in das ˹von Stürmen umgebene˺ Schiff steigen, bitten sie Gott aufrichtig in der Religion. Doch wenn Er sie sicher an Land gebracht hat, gesellen sie ˹Ihm˺ plötzlich etwas bei!

Vers 66: Sollen sie doch leugnen, was Wir ihnen gaben, und sollen sie sich doch vergnügen: Sie werden es einst erfahren!

Vers 67: Haben sie denn nicht gesehen, dass Wir einen sicheren heiligen Bezirk bestimmten und die Leute um sie herum ergriffen werden? Wollen sie etwa an das Falsche glauben und Gottes Gnadenerweis leugnen?

Vers 68: Und wer ist ungerechter als derjenige, der über Gott Lügen erdichtet oder die Wahrheit verleugnet, nachdem sie zu ihm gelangt ist? Ist nicht die Hölle ein Aufenthaltsort für die Glaubensleugner?

Vers 69: Und diejenigen, die sich um Uns bemühten, die werden Wir gewiss auf Unsere Wege führen! Und Gott ist ja gewiss mit den Gütigen.

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