Wunder der Offenbarung
Vers 1: Ha, Mim,
Vers 3: So offenbart ˹es˺ dir (Muhammad) und denjenigen ˹Propheten˺ vor dir Gott, der Ehrwürdige und Allweise.
Gottes Allmacht
Vers 4: Ihm gehört, was in den Himmeln und was auf Erden ist. Und Er ist der Hohe und Gewaltige.
Vers 5: Die Himmel zerbersten beinahe von oben herab. Und die Engel lobpreisen durch das Lob ihres Herrn und bitten für denjenigen um Vergebung, der auf Erden ist. Gott ist ja der Vergebende und Barmherzige.
Vers 6: Und diejenigen, die sich neben Ihm Nächste genommen haben – Gott ist ihr Behüter und du (Muhammad) bist nicht ihr Sachwalter.
Grundbotschaft der Offenbarung
Vers 7: Und so haben Wir dir einen arabischen Koran offenbart, damit du die Mutter der Städte (Mekka) und ihr Umland warnst – auch vor dem Tag der Versammlung, an dem kein Zweifel besteht. Eine Gruppe wird im Paradies sein und eine Gruppe in der Gluthitze.
Vers 8: Und hätte Gott es gewollt, so hätte Er sie zu einer einzigen Gemeinschaft gemacht. Doch Er lässt, wen Er will, in Seine Barmherzigkeit eingehen. Und die Übeltäter haben weder einen Nächsten noch Beistand.
Vers 9: Oder haben sie neben Gott Nächste genommen? Doch Gott ist der Nächste, und Er erweckt die Toten zum Leben, und Er hat Macht über alle Dinge.
Vers 10: Und worüber ihr euch auch dabei uneinig sein solltet, das Urteil hierüber steht ˹nur˺ Gott zu. Jener ist Gott, euer Herr. Auf Ihn verlasse ich mich, und Ihm wende ich mich reuevoll zu.
Vers 11: Der Urheber der Himmel und der Erde. Er erschuf für euch aus euch selbst Partner und auch für die Weidetiere Partner. Er erschafft euch dadurch stets von Neuem. Es gibt nichts Seinesgleichen.2 Und Er ist der Allhörende und Allsehende.
- 2 Dieser Vers betont, dass nichts und niemand Gott gleicht. Zugleich bestätigt der Koran Gottes reale Eigenschaften — der Mensch hört und sieht, und Gott hört und sieht; doch Gottes Hören und Sehen gleichen nicht dem der Geschöpfe, sondern sind vollkommen und allumfassend, wie der Vers selbst bezeugt: „und Er ist der Allhörende und Allsehende." ↩
Vers 12: Ihm gehören die Schlüssel der Himmel und der Erde, Er verteilt die Versorgung und teilt sie nach Maß ein. Er weiß ja über alles genau Bescheid.
Grundbotschaft der Religionen ist gleich
Vers 13: Er legte für euch von der Religion dar, was Er ˹bereits˺ Noah auftrug, und das, was Wir dir ˹o Muhammad˺ offenbart haben, und was Wir Abraham, Moses und Jesus auftrugen: dass ihr die Religion korrekt einhaltet und euch deswegen nicht spaltet. Schwer fällt den Götzendienern, wozu du sie aufrufst. Gott erwählt für Sich3 aus, wen Er will, und führt zu Ihm, wer sich ˹Gott˺ reuevoll zuwendet.
- 3 Alternativ: „wählt für sie ˹die Religion˺“ oder „führt zu ihr (der Religion)“. ↩
Vers 14: Und sie spalteten sich erst, nachdem das Wissen zu ihnen gelangt war, weil sie gegeneinander rebellieren. Und wäre da nicht ein ˹befehlendes˺ Wort, das bereits von deinem Herrn für eine bestimmte Frist geäußert wurde,4 dann wäre bereits zwischen ihnen gerichtet worden. Und diejenigen, denen das Buch nach ihnen vererbt wurde, sind über ihn5 gewiss in tiefem Zweifel.
Einladung zur Religion
Vers 15: Daher rufe auf ˹zur Religion˺ und sei aufrichtig, wie es dir befohlen wurde! Und folge nicht ihren Neigungen! Und sag: „Ich glaube bereits an das, was Gott vom Buch herabsandte. Und mir wurde geboten, gerecht zu ihnen zu sein. Gott ist unser und euer Herr. Uns ˹stehen˺ unsere Taten ˹zu˺ und euch eure Taten! Kein Streit ˹soll˺ zwischen uns und euch ˹sein˺. Gott wird uns zusammenbringen, und zu Ihm ist die Rückkehr ˹aller Dinge˺.“
Vers 16: Und diejenigen, die über Gott streiten, nachdem Sein Aufruf befolgt wurde – deren Argument bei ihrem Herrn ist hinfällig. Auf ihnen lastet ein Zorn ˹Gottes˺ und ihnen gebührt eine heftige Strafe.
Vers 18: Sie (die Stunde) wollen diejenigen voreilig sehen, die nicht daran glauben. Und diejenigen, die glauben, sind in Sorge um sie und wissen, dass sie wahr ist. Diejenigen, die über die Stunde streiten, sind doch gewiss auf weiten Abwegen.
Vers 19: Gott ist nachsichtig mit Seinen Dienern: Er versorgt, wen Er will. Und Er ist der Allmächtige und Ehrwürdige.
Belohnung der Gläubigen und Bestrafung der Leugner
Vers 20: Wer den Acker des Jenseits will, dem vermehren Wir seinen Acker. Und wer den Acker des Diesseits will, dem geben Wir etwas davon, doch hat er am Jenseits keinen Anteil.
Vers 21: Oder haben sie etwa Teilhaber, die ihnen in der Religion dargelegt haben, was Gott nicht zulässt? Und wäre da nicht das entscheidende Urteil ˹im Jenseits˺, dann wäre zwischen ihnen bereits ˹im Diesseits˺ gerichtet worden. Und den Übeltätern droht gewiss eine schmerzhafte Strafe.
Vers 22: Du wirst sehen, wie die Übeltäter um das bangen, was sie erworben haben, wenn es (das Jenseits) sie überkommt. Und diejenigen, die glaubten und Rechtschaffenes taten, werden in den Paradiesgärten sein; sie haben darin bei ihrem Herrn, was sie wünschen. Jenes ist der große Vorzug.
Vers 23: Jenes ist es, was Gott Seinen Dienern verspricht, die glauben und Rechtschaffenes tun. Sag ˹ihnen˺: „Ich bitte euch deswegen um keinen Lohn, es sei denn die Zuneigung wegen der Verwandtschaft.“ Und wer eine gute Tat begeht, dem machen Wir sie noch schöner. Gott ist gewiss vergebend und erkenntlich.7
- 7 Siehe Fußnote zu 35:30. ↩
Vers 24: Oder sagen sie etwa, er (Muhammad) habe sich über Gott eine Lüge ausgedacht? Wenn Gott will, versiegelt Er dein Herz. Und Gott tilgt das Falsche und verhilft der Wahrheit zum Sieg. Er weiß gewiss über das in den Herzen genau Bescheid.
Vers 25: Und Er ist es, der die reuevolle Umkehr von Seinen Dienern annimmt, die schlechten Taten verzeiht und weiß, was ihr tut.
Vers 26: Und diejenigen gehorchen, die bereits glauben und Rechtschaffenes tun, und Er gewährt ihnen aus Seiner Güte noch mehr. Und den Leugnern – ihnen gebührt eine heftige Strafe.
Gottes Weisheit und Allmacht
Vers 27: Teilte Gott die Versorgung Seinen Dienern reichlich aus, so würden sie übermütig auf Erden werden. Vielmehr sendet Er nach Maß herab, was Er will. Er kennt ja gewiss Seine Diener gut und durchschaut sie.
Vers 28: Und Er ist es, der den erlösenden Regen herabbringt, nachdem sie bereits verzweifelt waren, und Seine Barmherzigkeit verteilt. Und Er ist der Verwaltende und Lobenswerte.
Vers 29: Und zu Seinen Zeichen gehört die Erschaffung der Himmel und der Erde und dessen, was Er in beiden an Wesen verteilte. Und Er ist, wenn Er will, fähig, sie zu versammeln.
Vers 30: Und was euch auch an Unglück trifft – es geschah wegen dem, was eure Hände begangen haben, und Er verzeiht vieles.
Vers 31: Und ihr überfordert ˹Gott˺ nicht auf Erden,8 und ihr habt außer Gott weder einen Nächsten noch Beistand.
- 8 Dies bedeutet, dass der Mensch Gott nicht überfordert und sich Gottes Allmacht und Strafe nicht entziehen kann, weil der Mensch sehr beschränkt in seinen Fähigkeiten ist, auch wenn er meint, er sei mächtig. Siehe auch 6:134, 10:53, 11:33, 16:46, 29:22, 42:31, 46:32. ↩
Vers 32: Und zu Seinen Zeichen gehören die Schiffe im Meer gleich Bergen.
Vers 33: Wenn Er will, lässt Er die Winde still werden, sodass sie (die Schiffe) reglos auf seiner Oberfläche verharren. Darin sind gewiss Zeichen für jeden Standhaften und Dankbaren.
Vers 34: Oder Er vernichtet sie wegen dem, was sie begangen haben, und Er verzeiht Vieles.
Vers 35: Und diejenigen, die über Unsere Zeichen streiten, sollen wissen, dass sie keinen Ausweg haben werden.
Eigenschaften der Gläubigen
Vers 36: Was euch auch an Dingen gegeben wurde – es ist Genuss des diesseitigen Lebens. Und was bei Gott ist, ist besser und beständiger für diejenigen, die bereits glauben und auf ihren Herrn vertrauen,
Vers 37: und diejenigen, die die größten Übel und Schandtaten meiden – und wenn sie einmal zornig sein sollten, so vergeben sie –,
Vers 38: und diejenigen, die dem Aufruf ihres Herrn folgen, das Gebet ˹in Ehren˺ einhalten, und deren Angelegenheit untereinander auf Beratung basiert, und die von dem, womit Wir sie versorgt haben, spenden,
Vers 39: und diejenigen, die, wenn sie Gewalt ausgesetzt sind, dagegen vorgehen.
Vers 40: Und die Vergeltung einer üblen Tat ist eine gleich üble Tat.9 Wer jedoch verzeiht und schlichtet – seine Belohnung liegt bei Gott. Er liebt gewiss die Übeltäter nicht.
- 9 Der Vers meint das Prinzip der Verhältnismäßigkeit beim Strafen, dass also die Strafe nicht strenger als die eigentliche Tat sein darf. Zugleich betont der Vers, dass Verzeihen und Schlichten weit besser als die Strafe ist. ↩
Vers 41: Und wer um Beistand bittet, nachdem ihnen Unrecht geschehen ist – gegen sie ist nicht vorzugehen.
Vers 42: Vorzugehen ist vielmehr gegen diejenigen, die die Menschen unterdrücken und auf Erden unrechtmäßig gewalttätig werden. Jenen gebührt eine schmerzhafte Strafe.
Vers 43: Und wer standhaft ist und vergibt – dies gehört gewiss zu den Taten der Entschlossenheit.
Glaubensleugner im Jenseits
Vers 44: Und wen Gott fehlleitet, der hat nach Ihm keinen Nächsten mehr. Und du wirst die Übeltäter sehen, wenn sie die Strafe erblicken. Sie werden sagen: „Gibt es zur Umkehr irgendeinen Weg?“
Vers 45: Und du wirst sehen, wie sie vor sie (die Hölle) gebracht werden, demütig vor Kleinmut, sie schauen mit verstohlenem Blick hin. Und diejenigen, die glaubten, werden gewiss sagen: „Die Verlierer sind gewiss diejenigen, die sich und ihre Familien am Tag der Auferstehung zu Verlierern gemacht haben! Die Übeltäter sind gewiss in andauernder Strafe.“
Vers 46: Und ihnen stehen keine Nächsten zu, die ihnen gegen Gott beistehen. Und wen Gott fehlleitet, der hat keinen Weg mehr offen.
Einhaltung der Gebote Gottes
Vers 47: Folgt dem Aufruf eures Herrn, bevor ein Tag anbricht, an dem es kein Zurück mehr vor Gott gibt! Ihr werdet keine Zuflucht mehr haben an jenem Tag und auch niemanden, der ˹eure Sünden˺ abstreitet.
Vers 48: Wenn sie sich abwenden sollten – Wir haben dich ˹o Muhammad˺ nicht als ihren Sachwalter entsandt. Dir obliegt nur die Verkündung ˹der Botschaft˺. Und wenn Wir den Menschen von Uns eine Barmherzigkeit kosten lassen, freut er sich darüber. Und wenn sie Übles wegen dem trifft, was ihre Hände vorausgeschickt haben, dann ist der Mensch gewiss sehr undankbar.
Gott bestimmt über die Schöpfung
Vers 49: Gott gehört die Herrschaft der Himmel und der Erde. Er erschafft, was Er will. Er schenkt, wem Er will, Mädchen und Er schenkt, wem Er will, Jungen
Vers 50: oder gibt ihnen beides: Jungen und Mädchen. Und Er macht, wen Er will, unfruchtbar. Er ist gewiss allwissend und allmächtig.
Formen und Zweck der Offenbarung
Vers 51: Es steht keinem Menschen zu, dass Gott ihn anspricht, es sei denn durch Offenbarung, hinter einem Schleier oder indem Er einen Gesandten ˹der Engel˺ schickt, der ihm mit Seiner Erlaubnis offenbart, was Er will.10 Er ist ja hocherhaben und allweise.
- 10 Der Vers nennt verschiedene Formen der Offenbarung. Mit „hinter einem Schleier“ ist gemeint, dass der Prophet Gott nicht direkt sieht. ↩
Vers 52: Und so haben Wir dir einen Geist von Unserer Sache11 offenbart, ˹o Muhammad˺. Du hast weder gewusst, was das Buch ist, noch was der Glaube ist. Vielmehr haben Wir es zu einem Licht gemacht, durch das Wir denjenigen Unserer Diener leiten, den Wir wollen. Und du führst wahrhaftig auf einen geraden Weg,
- 11 Alternativ: „einen Geist auf Unseren Befehl offenbart“. Mit dem „Geist“ ist hier der Koran gemeint. ↩
Vers 53: den Weg Gottes, dem gehört, was in den Himmeln und was auf Erden ist. Kehren denn nicht alle Dinge zu Gott zurück?