Auferstehung und Offenbarung sind wahr
Vers 1: Gottes Befehl ist bereits eingetroffen, also wünscht es euch nicht eilig herbei!1 Makellos und erhaben ist Er über das, was sie ˹Ihm˺ beigesellen.
- 1 Gottes Befehl meint hier den Tag der Auferstehung und die Belohnung und Bestrafung im Jenseits. All dies ist bereits festgelegt; der Mensch soll sich dies nicht vorschnell herbeiwünschen, wenn er Zweifel daran hat. Denn für jeden schlägt zu seiner Zeit die Stunde, und dann ist keine Umkehr mehr möglich. Die absolute Gewissheit hat der Mensch erst mit dem Tod (siehe 14:99), wenn er nicht mehr zurückkann. ↩
Vers 2: Er schickt die Engel mit dem Geist Seines Befehls zu demjenigen Seiner Diener herab, für den Er dies will, auf dass ihr warnen sollt, dass es nichts Anbetungswürdiges außer Mir gibt, also fürchtet Mich!
Beweise für Gottes Existenz und Macht
Vers 3: Er erschuf die Himmel und die Erde wahrhaftig; erhaben ist Er über das, was sie ˹Ihm˺ beigesellen.
Vers 4: Er erschuf den Menschen aus einem Tropfen, doch sogleich ist er ein eindeutiger Streithals!
Vers 5: Und die Weidetiere erschuf Er: Sie bieten euch Wärme und Nutzen, und von ihnen ernährt ihr euch.
Vers 6: Und sie bieten euch Schönheit, wenn ihr sie ˹abends˺ heimholt und wenn ihr sie ˹morgens˺ zur Weide bringt.
Vers 7: Und sie tragen eure Lasten zu einem Ort, den ihr sonst nur unter äußerster Mühe erreichen könntet. Euer Herr ist gewiss nachsichtig und barmherzig.
Vers 8: Und die Pferde, Maulesel und Esel ˹erschuf Er˺, damit ihr sie reiten könnt und als Schmuck. Und Er erschafft, was ihr nicht kennt.
Vers 9: Und es ist an Gott, den Weg zu begradigen, und unter ihnen (den Wegen) sind auch abweichende. Und hätte Er es gewollt, so hätte Er euch alle ˹den geraden Weg˺ geführt.
Beweise für Gottes Einzigartigkeit
Vers 10: Er ist es, der vom Himmel Wasser herabsandte. Manches davon ist für euch zum Trinken und aus manchem entstehen Pflanzen, mit denen ihr ˹Tiere˺ weiden lasst.
Vers 11: Er lässt damit Getreide, Oliven, Dattelpalmen, Rebstöcke und allerlei Früchte sprießen. Darin ist gewiss ein Zeichen für Leute, die nachdenken.
Vers 12: Und Er machte euch die Nacht, den Tag, die Sonne und den Mond dienstbar, und die Sterne sind auf Seinen Befehl dienstbar. Darin sind gewiss Zeichen für Leute, die begreifen.
Vers 13: Und was Gott für euch in der Erde heranwachsen ließ, unterscheidet sich in der Farbe ˹und der Form˺. Darin ist gewiss ein Zeichen für Leute, die sich ermahnen lassen.
Vers 14: Und Er ist es, der euch das Meer dienstbar machte, damit ihr davon frisches Fleisch esst und aus ihm Schmuck hervorholt, den ihr tragt. Und du siehst das Schiff darin die Wogen zerteilen, und ˹Er erschuf dies,˺ damit ihr etwas von Seiner Güte anstrebt und damit ihr wohl dankbar seid.
Vers 15: Und Er setzte in der Erde ˹Berge als˺ Anker, damit sie nicht mit euch erschüttert, und verteilte Flüsse und Wege, auf dass ihr wohl den Weg findet,
Vers 16: und Wegmarken. Und mit den Sternen finden sie den Weg.
Allmächtiger Gott und machtlose Götzen
Vers 17: Gleicht etwa derjenige, der erschafft, dem, der nichts erschafft? Wollt ihr euch denn nicht ermahnen lassen?
Vers 18: Und wenn ihr Gottes Gnaden aufzählt, könnt ihr sie nicht erfassen. Gott ist gewiss vergebend und barmherzig.
Vers 19: Und Gott weiß, was ihr verheimlicht und was ihr offenlegt.
Vers 20: Und diejenigen ˹falschen Götter˺, die sie (die Leugner) neben Gott anbeten, erschaffen nichts, vielmehr sind sie ˹selbst˺ erschaffen,
Vers 21: tot, nicht lebendig; und sie erahnen nicht, wann sie auferweckt werden.
Vers 22: Euer Gott ist ein einziger Gott. Doch was diejenigen angeht, die nicht an das Jenseits glauben: Ihre Herzen sind ablehnend und sie selbst sind hochmütig.
Vers 23: Es besteht kein Zweifel, dass Gott weiß, was sie verheimlichen und was sie offenlegen. Er liebt gewiss nicht die Hochmütigen.
Eigenschaften der Hochmütigen
Vers 24: Und fragt man sie: „Was hat euer Herr herabgesandt?“, antworten sie: „Märchen der Vorfahren.“
Vers 25: So sollen sie ihre Last vollständig am Tag der Auferstehung tragen, und auch einen Teil der Last derjenigen ohne Wissen, die sie in die Irre geführt haben. Und schlimm ist, was sie sich aufbürden!
Vers 26: Diejenigen vor ihnen schmiedeten bereits ˹boshafte˺ Listen, doch nahm Gott sich ihr Gebäude ˹der Intrigen˺ von den Grundfesten vor und ließ das Dach über ihnen einstürzen, und es suchte sie die Strafe von dort auf, wo sie es nicht erwartet hätten.
Vers 27: Sodann wird Er sie am Tag der Auferstehung der Schande aussetzen und sagen: „Wo sind Meine ˹vermeintlichen˺ Teilhaber, derentwegen ihr ˹die Gläubigen˺ angefeindet habt?“ Diejenigen, denen das Wissen gegeben wurde, werden sagen: „Die Schande und das Übel gebühren heute gewiss den Glaubensleugnern!“,
Vers 28: deren Leben die Engel nehmen, während sie sich selbst Unrecht tun, worauf sie sich ergeben haben ˹und sagen˺ werden: „Wir haben doch nichts Schlimmes getan!“ „Doch! Gott weiß genau, was ihr zu tun pflegtet!“
Vers 29: Tretet also durch die Höllentore ein, ewig seid ihr darin! Und wie schlimm ist doch der Aufenthaltsort der Überheblichen!
Eigenschaften der Gottesfürchtigen
Vers 30: Und werden diejenigen gefragt, die gottesfürchtig sind: „Was hat euer Herr herabgesandt?“, antworten sie: „Gutes“. Denjenigen, die in diesem Diesseits gütig waren, steht Gutes zu. Und das jenseitige Heim ist besser. Und wie gut ist doch das Heim der Gottesfürchtigen!
Vers 31: Paradiesgärten ewiger Freuden, die sie betreten. Unter ihnen fließen die Flüsse dahin. Sie haben darin, was ˹immer˺ sie wollen. So vergilt Gott es den Gottesfürchtigen,
Vers 32: deren Seelen die Engel im Guten nehmen. Sie sagen: „Friede sei mit euch! Betretet das Paradies durch das, was ihr zu tun pflegtet!“
Warnung vor dem Festhalten am Falschen
Vers 33: Warten sie (die Leugner) denn nur darauf, dass sie die Engel aufsuchen oder Gottes Befehl (der Jüngste Tag) eintrifft?2 So taten es bereits diejenigen vor ihnen. Und Gott tat ihnen kein Unrecht an, vielmehr taten sie sich stets selbst Unrecht.
- 2 Siehe Anfang der Sure: Wer das Jenseits leugnet, fragt die Gläubigen oft spöttisch, wo denn Gottes Strafe oder Belohnung bleibe. ↩
Vers 34: Und so trafen sie die üblen Konsequenzen dessen, was sie getan hatten, und sie umgab das ˹Jenseits˺, über das sie stets spotteten.
Falsche Vorstellungen über Gottes Bestimmung
Vers 35: Und diejenigen, die ˹Gott etwas˺ beigesellt hatten, sagen: „Hätte Gott es gewollt, so hätten wir neben Ihm nicht das Geringste angebetet – weder wir noch unsere Vorväter –, und dann hätten wir ohne Ihn nicht das Geringste verboten.“ So taten es bereits diejenigen vor ihnen. Die Gesandten müssen doch nichts weiter tun, als klar zu verkünden.
Vers 36: Und Wir haben in jeder Gemeinschaft einen Gesandten entsandt, ˹der verkündete:˺ „Betet Gott ˹allein˺ an und meidet die falschen Götter!" So leitete Gott manchen von ihnen recht und für manch einen wurde der Irrweg fällig. Reist also auf Erden umher und schaut, wie es den Leugnern letztendlich erging!
Vers 37: Auch wenn du um ihre Rechtleitung bemüht bist, so leitet Gott nicht den recht, den Er in die Irre führt. Und sie haben ˹im Jenseits˺ keine Helfer.
Vers 38: Und sie schworen eifrig in ihren Eiden bei Gott, dass Gott nicht den auferwecke, der stirbt. Vielmehr ist es Sein wahres Versprechen, doch die meisten Menschen wissen nichts.
Vers 39: ˹Er wird sie auferwecken,˺ damit Er ihnen das zeigt, worüber sie sich uneins waren, und damit diejenigen, die ˹den Glauben˺ leugneten, wissen, dass sie Lügner waren.
Vers 40: Unser einziges Wort, das Wir sagen, wenn Wir eine Sache wollen, ist „Sei!“ – und es ist.
Belohnung der Auswanderer
Vers 41: Und denjenigen, die um Gottes willen ausgewandert sind, nachdem sie unterdrückt wurden, werden Wir gewiss im Diesseits Gutes bereitstellen. Und die jenseitige Belohnung ist größer. Wenn sie es doch nur wüssten!
Vers 42: ˹Gläubig sind˺ diejenigen, die standhaft waren und auf ihren Herrn vertrauen.
Vers 43: Und vor dir ˹o Muhammad˺ haben Wir ˹auch˺ nur Männer entsandt, denen Wir offenbarten. Fragt also die Leute des Gedenkens (die Gelehrten), wenn ihr es nicht wissen solltet.
Vers 44: ˹Wir entsandten sie˺ mit klaren Beweisen und den Urpsalmen! Und Wir haben zu dir das Gedenken (die Sunna) herabgesandt, damit du den Menschen erklärst, was ihnen ˹im Koran˺ herabgesandt wurde, und damit sie wohl nachdenken.
Vers 45: Sind etwa diejenigen, die üble Taten aushecken, sicher davor, dass Gott sie vom Erdboden verschlucken lässt oder sie die Strafe von dort aufsucht, wo sie es nicht bemerken?
Vers 46: Oder Er sie bei ihren Bewegungen (Reisen) ergreift, sodass sie nichts ausrichten können?
Vers 47: Oder Er sie in der Enge ergreift? So ist doch euer Herr gewiss nachsichtig und barmherzig.
Vers 48: Haben sie denn nicht die Dinge betrachtet, die Gott erschuf? Ihre Schatten wenden sich von rechts nach links – sich demütig vor Gott niederwerfend.
Vers 49: Und für Gott wirft sich ˹alles˺ nieder, was in den Himmeln und was auf Erden an Tieren existiert, und auch die Engel, ohne hochmütig zu sein.
Vers 50: Sie fürchten ihren Herrn, der über ihnen ist, und tun, was ihnen befohlen wird.
Widerlegung des Polytheismus
Vers 51: Und Gott sagte: „Nehmt euch nicht zwei Gottheiten! Er ist nur ein einziger Gott. Mich sollt ihr daher fürchten!“
Vers 52: Und Ihm gehört, was in den Himmeln und auf Erden ist, und Ihm gebührt der stete Gehorsam. Fürchtet ihr etwa einen anderen als Gott?
Vers 53: Und was euch an Gnade widerfährt, ist von Gott. Und wenn euch später der Schaden trifft, so wendet ihr euch dann klagend an Ihn!
Vers 54: Wenn Er daraufhin den Schaden von euch abwendet, gesellen manche von euch plötzlich ihrem Herrn etwas bei,
Vers 55: sodass sie verleugnen, was Wir ihnen gegeben haben! Vergnügt euch also, ihr werdet es noch erfahren!
Vers 56: Und sie schreiben dem, was sie nicht kennen, einen Anteil an dem zu, womit Wir sie versorgt haben.3 Bei Gott! Ihr werdet über das befragt, was ihr erlogen habt!
- 3 Der Vers zeigt den Widerspruch des Götzendienstes auf: Menschen benennen Götzen, über die sie kein Wissen besitzen, und schreiben ihnen Versorgung zu, obwohl allein Gott der Versorger ist. ↩
Vers 57: Und sie schreiben Gott Töchter zu. Erhaben ist Er über jeden Makel! Und ihnen soll ˹an Söhnen˺ zustehen, was sie begehren?4
- 4 Die vorislamischen Araber schrieben Gott Töchter zu, obwohl sie selbst aus Angst vor Schande und Armut mitunter ihre neugeborenen Töchter lebendig begruben. Diese Praxis wurde durch den Islam entschieden verboten. ↩
Vers 58: Und wenn einem von ihnen die Nachricht ˹der Geburt˺ eines Mädchens überbracht wird, verfinstert sich sein Gesicht vor Groll.
Vers 59: Er versteckt sich vor dem Volk wegen der üblen Nachricht, die ihm überbracht wurde. Soll er es in Schande behalten oder in der Erde verscharren? Wie schlimm sie doch urteilen!
Vers 60: Diejenigen, die nicht an das Jenseits glauben, haben schlechte Eigenschaften. Und Gott hat die höchsten Eigenschaften. Und Er ist der Ehrwürdige und Allweise.
Vers 61: Würde Gott die Menschen wegen ihrer Übeltaten ˹im Diesseits˺ belangen, hätte Er auf ihren Schultern (auf der Erde) kein Tier belassen. Doch gewährt Er ihnen Aufschub bis zu einer festgelegten Frist (dem Tod). Wenn ihre Frist endet, wird ihnen weder eine Stunde Zeit gegeben, noch werden sie vorher sterben.
Vers 62: Und sie schreiben Gott das zu, was sie ˹für sich˺ verabscheuen.5 Und ihre Zungen schreiben sich verlogen zu, dass ihnen das Beste zustünde. Ihnen gebührt zweifelsohne das Höllenfeuer und sie gehen als Erste hinein.
- 5 Gemeint ist, dass sie Gott Töchter zuschreiben, die sie für sich selbst nicht wünschen. ↩
Viele Völker leugneten die göttliche Botschaft
Vers 63: Bei Gott, Wir haben bereits vor dir ˹o Muhammad˺ zu Gemeinschaften ˹Propheten˺ entsandt, doch der Satan schmückte ihnen ihre Taten aus, und so ist er heute (am Jüngsten Tag) ihr Nächster. Und ihnen gebührt eine schmerzhafte Strafe.
Muhammad ﷺ erklärte den Koran
Vers 64: Und Wir haben dir das Buch nur herabgesandt, damit du ihnen das erklärst, worin sie uneins waren, und als Rechtleitung und Barmherzigkeit für Leute, die glauben.
Vers 65: Und Gott sandte vom Himmel Wasser herab und belebte damit die Erde, nachdem sie tot war. Darin ist gewiss ein Zeichen für Leute, die zuhören.
Beweise für Gottes Einzigartigkeit und Macht
Vers 66: Und ihr habt in den Weidetieren ein lehrreiches Beispiel: Wir geben euch aus dem, was in ihren Bäuchen zwischen Verdautem und Blut ist, reine, für die Trinkenden bekömmliche Milch.
Vers 67: Und aus den Früchten der Dattelpalme und der Rebe gewinnt ihr ein genüssliches Getränk6 und gute Nahrung. Darin ist gewiss ein Zeichen für Leute, die begreifen.
- 6 Dieser Vers wurde vor dem Alkoholverbot (5:90 f.) offenbart und stellt zudem lediglich fest, dass Menschen aus Früchten entweder Säfte und Sirup oder auch Alkohol gewinnen, ohne dies zu werten. ↩
Wunder der Biene
Vers 68: Und dein Herr offenbarte der Biene: „Du sollst in den Bergen Behausungen nehmen, in den Bäumen und in dem, was sie (die Menschen) überdachen!
Vers 69: Sodann iss von den Blüten aller Früchte und schlag die Wege deines Herrn gehorsam ein!“ Aus ihren Bäuchen tritt ein verschiedenfarbiges Getränk aus, in dem Heilung für die Menschen ist. Darin ist gewiss ein Zeichen für Leute, die nachdenken.
Wunder des Menschen
Vers 70: Und Gott erschuf euch, sodann wird Er euch sterben lassen. Und mancher von euch wird bis zum kläglichen Alter ˹vom Tod˺ abgehalten, sodass er nach seinem ˹einstigen˺ Wissen nichts mehr weiß. Gott ist ja allwissend und ˹zu allem˺ fähig.
Vers 71: Und Gott bevorzugt manche unter euch vor anderen in der Versorgung. Doch werden diejenigen, die bevorzugt wurden, ihre Versorgung nicht denjenigen (Sklaven) übertragen, die ihre rechte Hand besitzt, sodass sie darin gleich wären.7 Wollen sie etwa den Gnadenerweis Gottes leugnen?
- 7 Dies ist eine Anspielung auf die Behauptung der Götzendiener, dass ihre Götzen dem Schöpfer in der Macht gleichgestellt seien. Doch jene Götzendiener wollten nicht einmal, dass ihre Sklaven ihnen gleichgestellt sind, obwohl sie sie nur besitzen können, weil sie durch Gottes Gunst vermögend sind. ↩
Vers 72: Und Gott erschuf für euch aus euch selbst Ehepartner und erschuf für euch aus euren Ehepartnern Söhne und Enkel, und Er versorgt euch mit den guten Dingen. Wollen sie etwa an das Falsche glauben und Gottes Gnade leugnen?
Vers 73: Und sie beten neben Gott etwas an, was nicht befähigt ist, sie aus den Himmeln und der Erde mit irgendetwas zu versorgen, und sie können es nicht.
Es gibt nur einen Gott
Vers 74: Stellt also Gott nichts gleich! Gott weiß es gewiss, ihr aber wisst nicht.
Zwei Gleichnisse für den Polytheismus
Vers 75: Gott erwähnt das Gleichnis eines leibeigenen Dieners, der zu nichts ˹selbstständig˺ fähig ist, und das eines ˹freien˺ Menschen, den Wir selbst gut versorgt haben, sodass er davon heimlich und offen spendet; sind sie etwa gleich? Das Lob gebührt Gott! Doch die meisten unter ihnen wissen nicht.
Vers 76: Gott erwähnt das Gleichnis zweier Männer. Der eine ist stumm, zu nichts ˹selbstständig˺ fähig und auf seinen Herrn angewiesen; wohin dieser ihn auch wendet, bringt er nichts Gutes. Gleicht er etwa demjenigen, der die Gerechtigkeit gebietet und auf einem geraden Weg ist?8
- 8 Der Stumme kann in diesem Gleichnis als die Götzenstatue verstanden werden, die ja auch stumm und auf die Pflege der Götzendiener angewiesen ist, also nichts zustande bringen kann. ↩
Gottes Allwissen
Vers 77: Und Gott gehört das Verborgene der Himmel und der Erde. Und die Angelegenheit der ˹letzten˺ Stunde ist gewiss ˹so nah˺ wie ein Augenblick oder sogar noch näher. Gott hat gewiss Macht über alle Dinge.
Vers 78: Und Gott brachte euch aus den Bäuchen eurer Mütter hervor. Ihr wusstet nichts, und Er erschuf für euch das Gehör, das Sehen und die Herzen, damit ihr wohl dankbar seid.
Nachdenken über Natur und Mensch
Vers 79: Haben sie denn nicht die Vögel betrachtet, denen die Luft des Himmels dienstbar gemacht ist? Sie hält niemand ˹in der Luft˺, nur Gott. Darin sind gewiss Zeichen für Leute, die glauben.
Vers 80: Und Gott bestimmte für euch in euren Behausungen einen Ruheort, und Er bestimmte für euch aus den Tierhäuten Behausungen, die ihr am Tag eures Aufbruchs und am Tag eures Aufenthalts als leicht empfindet. Und aus ihrer Wolle, ihren Fellen und ihren Haaren gewinnt ihr Hausrat und Annehmlichkeiten bis auf eine gewisse Zeit.
Vers 81: Und Gott erschuf für euch aus dem, was Er erschuf, Schatten. Er erschuf für euch aus den Bergen Unterschlupf und erschuf für euch Gewänder, die euch vor der Hitze schützen, und Gewänder, die euch vor eurer Gewalt schützen. So vollendet Er Seine Gnade an euch, auf dass ihr euch wohl ˹Gott˺ hingebt.
Gläubige sollen lediglich die Wahrheit verkünden
Vers 82: Und wenn sie sich abwenden, so hast du ˹o Muhammad˺ nur ˹die Botschaft˺ deutlich zu verkünden.
Vers 83: Sie kennen Gottes Gnaden, doch dann leugnen sie sie. Und die meisten von ihnen sind die Glaubensleugner.
Warnung der Götzenverehrer
Vers 84: Und am Tag, an dem Wir von jeder Gemeinschaft einen Zeugen ˹für den Glauben˺ entsenden, da wird denen, die leugneten, nichts erlaubt und sie werden nicht mehr besänftigt werden.
Vers 85: Und wenn diejenigen, die übertreterisch waren, die Strafe sehen, wird sie ihnen weder erleichtert noch wird ihnen Aufschub gewährt.
Vers 86: Und wenn diejenigen, die ˹Gott etwas˺ beigesellt haben, ihre Teilhaber (Götzen) sehen, sagen sie: „Unser Herr, jene sind unsere Teilhaber, die wir neben dir angerufen haben!“ Doch sie (die Götzen) entgegnen ihnen gewiss: „Ihr seid wahrhaftig Lügner!“
Vers 87: Und so ergeben sie sich Gott an jenem Tag und es kommt ihnen abhanden, was sie erlogen haben.
Vers 88: Denjenigen, die leugneten und von Gottes Weg abhielten, mehren Wir die Strafe zusätzlich zur Strafe für das Unheil, das sie gestiftet haben.
Vers 89: Und ˹bedenke˺ den Tag, an dem Wir von jeder Gemeinschaft einen Zeugen von ihr selbst ˹für den Glauben˺ entsenden und Wir dich ˹o Muhammad˺ zum Zeugen über jene herbeiholen. Und Wir haben dir das Buch als Erklärung für alle Belange herabgesandt und als Rechtleitung, Barmherzigkeit und frohe Botschaft für die Muslime.
Kernbotschaft des Korans
Vers 90: Gott gebietet wahrhaftig Gerechtigkeit, Güte und Großzügigkeit gegenüber den Verwandten und verbietet die Schandtat, das Verwerfliche und die Übertretung. Er ermahnt euch, damit ihr euch wohl ermahnen lasst.
Vers 91: Und haltet Gottes Bund ein, wenn ihr ein Bündnis schließt, und brecht die Eide nach deren Bekräftigung nicht, wo ihr doch Gott zum Bürgen über sie bestimmt habt! Gott weiß gewiss, was ihr tut.
Vers 92: Und seid nicht wie jene ˹Frau˺, die ihr bereits kräftig gesponnenes Garn aufdröselte,9 indem ihr eure Eide missbraucht, um euch zu täuschen, weil eine Gruppe stärker ist als eine andere! Vielmehr prüft euch Gott damit. Und damit Er euch am Tag der Auferstehung das erklärt, worüber ihr euch uneins wart.
- 9 Das Gleichnis beschreibt jemanden, der lange daran arbeitet, einen festen Faden zu spinnen, ihn danach jedoch wieder aufdröselt und so seine eigene Arbeit zunichtemacht. Sinngemäß warnt der Vers davor, Versprechen oder Bündnisse erst zu festigen und sie anschließend wieder zu brechen. ↩
Vers 93: Und hätte Gott es gewollt, so hätte Er euch zu einer einzigen Glaubensgemeinschaft gemacht, doch führt Er in die Irre, wen Er will, und leitet recht, wen Er will. Und ihr werdet gewiss über das befragt, was ihr getan habt!
Vers 94: Und missbraucht eure Eide nicht, um euch zu täuschen, sodass mancher Fuß, nachdem er fest stand, strauchelt und ihr Übles kostet, weil ihr von Gottes Weg abgehalten habt! Und euch droht eine schmerzhafte Strafe.
Vers 95: Und verkauft Gottes Bund nicht für einen geringen Preis! Was bei Gott ist, ist besser für euch, wenn ihr es doch nur wüsstet!
Vers 96: Was ihr habt, geht zu Ende, und was bei Gott ist, ist von Dauer. Und Wir werden denen, die standhaft waren, ihren Lohn reichlich im Maß ihrer besten Taten bemessen.
Männer und Frauen sollen Gutes tun
Vers 97: Wer als Gläubiger Rechtschaffenes tut, ob Mann oder Frau, den werden Wir ein gutes Leben leben lassen. Und Wir werden ihnen ihren Lohn reichlich im Maß ihrer besten Taten bemessen.
Verhältnis zum Koran
Vers 98: Und wenn du den Koran liest, so suche Beistand bei Gott vor dem verfluchten Satan!
Vers 99: Er hat ja keine Macht über diejenigen, die bereits glauben und auf ihren Herrn vertrauen.
Vers 100: Seine ˹teuflische˺ Macht erstreckt sich allein auf diejenigen, die sich ihm zuwenden und ˹Gott˺ seinetwegen etwas beigesellen.
Vers 102: Sag: „Ihn (den Koran) sandte der heilige Geist ˹Gabriel˺ von deinem Herrn wahrhaftig herab, um damit diejenigen zu festigen, die bereits glauben, und als Rechtleitung und frohe Botschaft für die Muslime.
Vers 103: Und Wir wissen genau, dass sie sagen, ihn lehre lediglich ein Mensch.11 ˹Doch˺ die Sprache dessen, den sie andeuten, ist nicht arabisch, doch ist dies ˹im Koran˺ klare arabische Sprache.
- 11 Einige Mekkaner behaupteten, Muhammad ﷺ habe den Koran von einem nichtarabischen Sklaven gelernt, mit dem er gelegentlich sprach. Dieser Vorwurf ist jedoch haltlos, da der Koran in eloquentem Hocharabisch offenbart wurde, während jener Sklave die Sprache nicht beherrschte und Muhammad ﷺ kein Dichter war. ↩
Vers 104: Diejenigen, die nicht an Unsere Zeichen (Verse) glauben, wird Gott gewiss nicht rechtleiten, und ihnen droht eine schmerzhafte Strafe.
Vers 105: Lügen erdichten vielmehr diejenigen, die nicht an Gottes Zeichen glauben. Und jene sind die Lügner.
Abfall vom Glauben
Vers 106: Wer ˹den Glauben˺ leugnet, nachdem er gläubig war – bis auf denjenigen, der ˹zum Unglauben˺ gezwungen wird, jedoch fest im Glauben ist – und sein Herz dem Unglauben öffnet, auf jenen lastet Gottes Zorn und ihnen droht eine gewaltige Strafe.
Vers 107: Dies liegt daran, dass sie das diesseitige Leben dem jenseitigen vorziehen und weil Gott leugnerische Leute nicht rechtleitet.
Vers 108: Jene sind es, deren Herzen, Gehör und Sicht Gott versiegelte, und jene sind die Achtlosen.
Vers 109: Ohne Zweifel werden sie im Jenseits die größten Verlierer sein.
Vers 110: Dann wird dein Herr gegenüber denjenigen, die auswanderten, nachdem sie heimgesucht wurden, sich dann ˹um die Religion˺ bemühten und standhaft waren – ja ihnen gegenüber wird dein Herr anschließend vergebend und barmherzig sein.
Vers 111: ˹Dies wird˺ an jenem Tag ˹geschehen˺, an dem jede Seele kommt, um sich selbst zu verteidigen, und jeder Seele voll angerechnet wird, was sie getan hat, ohne dass ihr Unrecht zugefügt wird.
Gleichnis der Stadt
Vers 112: Und Gott erwähnt das Gleichnis einer Stadt, die sicher und friedlich war und die ihre Versorgung von überall erhielt. Doch dann leugnete sie die Gnadenerweise Gottes, worauf Gott sie wegen der Taten, die sie begangen hatte, am Hungertuch nagen und Schrecken spüren ließ.
Vers 113: Und es suchte sie bereits ein Gesandter von ihnen auf, doch sie verleugneten ihn, sodass sie die Strafe packte, als sie übertreterisch waren.
Einige Speisegebote
Vers 114: Esst also von dem, womit Gott euch an Erlaubtem und Gutem versorgt hat, und dankt für die Gnade Gottes, wenn ihr denn Ihn anbetet!
Vers 115: Er verbietet euch lediglich das Verendete, Blut, Schweinefleisch und was für andere als Gott geopfert wurde. Und wer gezwungen ist ˹dies zu tun˺ – ohne es zu begehren und maßlos zu sein –, so ist Gott gewiss vergebend und barmherzig.
Vers 116: Und sagt nicht zu dem, was eure Zungen als Lüge bezeichnen, dies sei erlaubt und jenes sei verboten, um über Gott Lügen zu erdichten! Diejenigen, die über Gott Lügen erdichten, werden gewiss keinen Erfolg haben.
Vers 117: Ein geringer ˹diesseitiger˺ Genuss ˹ist für sie bestimmt˺, und ihnen gebührt eine schmerzhafte Strafe.
Vers 119: Sodann ist dein Herr gegenüber denen, die das Üble unwissend begingen, danach reuevoll umkehrten und rechtschaffen handelten – ja dein Herr ist danach gewiss vergebend und barmherzig.
Aufrichtigkeit Abrahams
Vers 120: Abraham war wahrhaftig ein für Gott demütiges Vorbild, rein ˹in der Religion˺, und er gehörte nicht zu den Götzenverehrern,
Vers 121: ˹er war˺ dankbar für Seine Gnadenerweise. Er erwählte ihn (Abraham) und führte ihn auf einen geraden Weg.
Vers 122: Und Wir gaben ihm im Diesseits Gutes. Und er gehört im Jenseits gewiss zu den Rechtschaffenen.
Islam ist die Urreligion
Vers 123: Später offenbarten Wir dir ˹o Muhammad˺, dass du der Glaubensweise Abrahams rein folgen sollst, und er gehörte nicht zu den Götzenverehrern.
Entstellung voriger Religionen
Vers 124: Der Sabbat wurde lediglich jenen auferlegt, die darüber uneins waren. Und dein Herr wird gewiss am Tag der Auferstehung zwischen ihnen über das richten, worin sie sich einst stritten.
Korrekte Einladung zum Glauben
Vers 125: Rufe weise auf zum Weg deines Herrn und mit schöner Ermahnung, und argumentiere mit ihnen auf die beste Weise! Dein Herr weiß doch am besten, wer von Seinem Weg abgeirrt ist. Und Er weiß am besten über die Rechtgeleiteten Bescheid.
Vers 126: Und wenn ihr bestraft, dann bestraft so, wie ihr gestraft wurdet!13 Und wenn ihr ˹das Übel˺ standhaft ertragt, so ist dies besser für die Standhaften.
- 13 Dies bedeutet, dass eine weltliche Strafe stets verhältnismäßig sein muss und nicht das Maß des begangenen Unrechts überschreiten darf. Wer dem Täter jedoch standhaft vergibt, wird von Gott für seine Geduld belohnt. ↩
Vers 127: Und sei standhaft! Deine Standhaftigkeit erlangst du allein durch Gott. Und trauere weder um sie, noch sei besorgt um das, was sie planen!
Vers 128: Gott ist ja gewiss mit denen, die gottesfürchtig sind, und mit denen, die gütig sind.