Al-Anbiya

Al-Anbiya

Die Propheten

Ignoranz der Menschen gegenüber dem Jenseits

Vers 1: Es naht den Menschen bereits ihre Abrechnung, doch sie sind unbekümmert ignorant.

Vers 2: Jedes Mal, wenn sie eine erneute Ermahnung von ihrem Herrn erreicht, hören sie halbherzig zu,

Vers 3: mit abgelenkten Herzen. Und sie, die übeltäterisch waren, verbergen ihre geheime Besprechung: „Das ist doch nur ein Mensch wie ihr. Gebt ihr euch etwa der Hexerei hin, obwohl ihr verständig seid?“

Vers 4: Er (Muhammad) sagte: „Mein Herr weiß über das Gesagte im Himmel und auf Erden Bescheid! Und Er ist der Allhörende und Allwissende.“

Vers 5: Doch sie sagten: „Traumgespinste! Nein, er (Muhammad) hat es ersonnen! Nein, er ist ein Dichter! So soll er uns doch ein Zeichen bringen, wie ja auch die ersten ˹Propheten mit Wundern˺ entsandt wurden.“

Vers 6: Kein einziger Ort vor ihnen glaubte ˹an die geforderten Wunder˺, Wir vernichteten sie ˹sofort˺. Werden sie (die Götzendiener Mekkas) also glauben?

Vers 7: Und Wir haben vor dir nur Männer entsandt, denen Wir ˹etwas˺ offenbarten. Fragt also die Leute des Gedenkens,1 wenn ihr es nicht wisst!

  1. 1 Damit sind die Schriftgelehrten gemeint.

Propheten sind Menschen, denen Gott offenbart

Vers 8: Und Wir haben sie (die Propheten) nicht mit Körpern erschaffen, die kein Essen brauchen, und sie waren auch nicht unsterblich.

Vers 9: Dann bestätigten Wir ihnen das Versprechen, also erretteten Wir sie und diejenigen mit ihnen, die Wir ˹erretten˺ wollten, und vernichteten die Maßlosen.

Der Koran ist eine Ermahnung

Vers 10: Wir haben euch wahrhaftig ein Buch herabgesandt, in dem eure Ermahnung2 steht. Wollt ihr nicht begreifen?

  1. 2 Oder: „in dem ihr erwähnt werdet“.

Vernichtung früherer Völker

Vers 11: Und wie viele Orte, die übertreterisch waren, haben Wir zerschmettert und nach ihnen ein neues Volk hervorgebracht!

Vers 12: Doch als sie Unsere Gewalt bemerkten, flohen sie plötzlich.

Vers 13: Flieht nicht und kehrt doch zu dem um, worin ihr euch vergnügt habt, und in eure Häuser – vielleicht werdet ihr ja befragt!

Vers 14: Sie sagten: „Wehe uns! Wir waren wahrhaftig Übeltäter!“

Vers 15: Und dies wird ihr Ausruf bleiben, bis Wir sie zu verglühten Halmen machten.

Gott erschuf nichts ohne Sinn

Vers 16: Und Wir haben den Himmel und die Erde und das, was zwischen beiden ist, nicht zum Spiel erschaffen.

Vers 17: Hätten Wir beabsichtigt, Uns zu amüsieren, dann hätten Wir etwas bei Uns selbst genommen – wenn das Unser Wille gewesen wäre.

Vers 18: Vielmehr schleudern Wir die Wahrheit gegen das Falsche, sodass sie es zertrümmert und es zunichtegemacht wird. Und wehe euch für das, was ihr da ˹Gott˺ zuschreibt!

Vers 19: Und Ihm gehört, wer in den Himmeln und auf Erden ist. Und wer bei Ihm ist – sie sind nicht zu stolz, Ihn anzubeten, und werden dessen nicht müde.

Vers 20: Sie lobpreisen nachts und tags, ohne aufzugeben.

Kritik an der Vielgötterei

Vers 21: Oder nahmen sie eine Gottheit von der Erde und erwecken sie (die Toten) zum Leben?

Vers 22: Wäre in beiden (Himmel und Erde) eine Gottheit neben Gott, dann gingen beide zugrunde. Erhaben ist also Gott, der Herr des Throns, über das, was sie ˹Ihm˺ zuschreiben!

Vers 23: Er wird nicht über das befragt, was Er tut, doch sie werden ˹alle˺ befragt.

Vers 24: Oder haben sie neben Ihm eine Gottheit genommen? Sag: „Zeigt euren Beweis!“ Dies (der Koran) ist eine Ermahnung für den, der bei mir ist, und eine Ermahnung für den vor mir. Doch die meisten unter ihnen kennen die Wahrheit nicht, daher sind sie abgewandt.

Vers 25: Und Wir haben vor dir (Muhammad) keinen Gesandten entsandt, dem nicht offenbart wurde, dass es keinen ˹anbetungswürdigen˺ Gott außer Mir gibt, also betet Mich an!

Vers 26: Und sie sagen, der Allerbarmer habe sich ein Kind genommen! Erhaben ist Er ˹über jeden Makel˺! Vielmehr sind sie (die Engel) geehrte Diener.

Vers 27: Sie kommen Ihm mit keinem Wort zuvor und handeln auf Seinen Befehl.

Vers 28: Er weiß, was vor und hinter ihnen ist, und sie können nur für denjenigen Fürsprache einlegen, mit dem Er zufrieden ist. Und sie bangen aus Ehrfurcht vor Ihm.

Vers 29: Und wer von ihnen sagt: „Ich bin ein Gott neben Ihm“, dem werden Wir dies mit der Hölle vergelten. So vergelten Wir es den Übeltätern.

Leugner ignorieren Gottes Wunder

Vers 30: Haben denn diejenigen, die leugnen, nicht erkannt, dass die Himmel und die Erde verdichtet waren, worauf Wir sie entfaltet haben? Und Wir erschufen aus dem Wasser alles Lebendige. Wollen sie denn nicht glauben?

Vers 31: Und Wir erschufen in der Erde ˹Berge als˺ Anker, damit sie nicht mit ihnen erschüttert. Und Wir erschufen in ihr Täler als Wege, damit sie (die Menschen) den ˹wahren˺ Weg finden.

Vers 32: Und Wir machten den Himmel zu einem geschützten Dach. Doch sie sind Unseren Zeichen abgewandt.

Vers 33: Und Er ist es, der die Nacht und den Tag, die Sonne und den Mond erschuf, und alles schwimmt in einer Umlaufbahn.

Alle Lebewesen werden sterben

Vers 34: Und Wir haben für keinen Menschen vor dir (Muhammad) die Ewigkeit bestimmt. Wenn du sterben solltest, werden sie dann etwa die ewig Lebenden sein?

Vers 35: Jede Seele kostet den Tod! Und Wir prüfen euch durch das Schlechte und das Gute als Versuchung,3 und zu Uns werdet ihr zurückgebracht.

  1. 3 Sowohl Schlechtes als auch Gutes kann eine Prüfung und somit eine Versuchung sein, denn Gott prüft den Menschen, ob er Ihm gehorcht. Dies tut Er durch Dinge, die dem Menschen angenehm oder auch unbequem sein können.

Viele Menschen leugnen das Jenseits

Vers 36: Und wenn dich diejenigen sehen, die leugnen, so machen sie dich nur zum Gespött: „Ist es etwa dieser da, der über eure Gottheit spricht?“ Und sie sind gegenüber der Erwähnung des Allerbarmers ungläubig!4

  1. 4 Die arabischen Götzendiener lehnten den Namen ar-Rahman ‚der Allerbarmer‘ ab. Siehe Fußnote zu 13:30.

Vers 37: Der Mensch wurde hastig erschaffen. Ich werde euch Meine Zeichen noch zeigen, drängt Mich also nicht zur Eile!

Vers 38: Und sie fragen: „Wann kommt denn dieses Versprechen, wenn ihr denn die Wahrheit sagt?“

Vers 39: Wüssten nur jene, die leugnen, von dem Moment, in dem sie von ihren Gesichtern das Feuer nicht abhalten können, und auch nicht von ihren Rücken! Und ihnen wird nicht geholfen.

Vers 40: Vielmehr überkommt es sie plötzlich und verblüfft sie, sodass sie es nicht abhalten können; und sie werden keines Blickes gewürdigt.

Vers 41: Und es wurden bereits Gesandte vor dir (Muhammad) verspottet. Dann umgab diejenigen, die über sie spotteten, das, worüber sie spotteten (die Strafe im Jenseits).

Nur Gott beschützt den Menschen

Vers 42: Sag ˹o Muhammad˺: „Wer hält Wache für euch Tag und Nacht vor dem Allerbarmer?“ Vielmehr sind sie abgeneigt, ihres Herrn zu gedenken.

Vers 43: Oder haben sie eine Gottheit, die sie vor Uns beschützt? Sie (die falschen Götter) können sich nicht einmal selbst beistehen, und sie5 werden vor Uns nicht in Schutz genommen.

  1. 5 Das „sie“ kann sich hier auf die Götzen oder die Götzenanbeter beziehen.

Vers 44: Vielmehr haben Wir jene und ihre Vorväter genießen lassen, bis sie dachten, lange zu leben. Sehen sie denn nicht, dass Wir die Erde aufsuchen und sie an ihren Enden schmälern?6 Sind sie etwa die Sieger?

  1. 6 Gedeutet wird dies als Verlust von Land und Einfluss, als Schwinden der Bevölkerung oder als Verlust der Gelehrten; die Deutungen können zusammen zutreffen.

Vers 45: Sag: „Ich warne euch nur mit der Offenbarung.“ Und die Tauben hören den Ruf nicht, wenn sie gewarnt werden.

Vers 46: Und wenn sie ein Hauch der Strafe deines Herrn trifft, sagen sie gewiss: „Wehe uns, wir waren gewiss Übeltäter!“

Gottes Gerechtigkeit im Jenseits

Vers 47: Und Wir legen die gerechten Waagen ˹der Taten˺ für den Tag der Auferstehung bereit, und so wird keiner Seele Unrecht geschehen. Und sollte es auch nur das Maß eines Senfkorns sein – Wir werden es ˹zur Abrechnung˺ herholen. Und Wir genügen als Abrechner.

Moses und Aaron

Vers 48: Und Wir gaben wahrhaftig Moses und Aaron den Einblick zur Unterscheidung,7 ein Licht und Gedenken für die Gottesfürchtigen,

  1. 7 Gemeint ist die Fähigkeit, zwischen Wahrheit und Lüge zu trennen.

Vers 49: die ihren Herrn im Verborgenen fürchten. Und sie sind es, die um die ˹letzte˺ Stunde bangen.

Vers 50: Und dies (der Koran) ist eine gesegnete Ermahnung, die Wir herabgesandt haben. Wollt ihr dies etwa leugnen?

Abraham argumentiert gegen die Vielgötterei

Vers 51: Und Wir gaben Abraham zuvor seine Vernunft, und Wir wussten über ihn sehr wohl Bescheid,

Vers 52: als er zu seinem Vater und seinem Volk sagte: „Was sind diese Statuen, an die ihr euch bindet?“

Vers 53: Sie antworteten: „Wir haben gesehen, dass unsere Vorfahren sie anbeteten.“

Vers 54: Er (Abraham) erwiderte: „Ihr und eure Vorväter wart ganz gewiss auf einem klaren Irrweg!“

Vers 55: Sie sagten: „Hast du uns etwa die Wahrheit gebracht, oder spielst du nur?“

Vers 56: Er antwortete: „Vielmehr ist euer Herr der Herr der Himmel und der Erde, der sie ˹aus dem Nichts˺ erschuf. Und ich bin hierfür ein Zeuge.

Vers 57: Und bei Gott, ich werde es euren Götzen zeigen, sobald ihr fortgeht!“

Vers 58: Sogleich haute er sie (die Götzen) zu Splittern, bis auf einen großen, auf dass sie (die Leute) vielleicht auf ihn zurückkommen.8

  1. 8 Damit ist gemeint, dass er den großen Götzen stehenließ, damit die Götzendiener dieses Abbild zur Rede stellen.

Vers 59: Sie sagten: „Wer hat das mit unseren Gottheiten getan? Er ist gewiss ein Übeltäter!“

Vers 60: Sie sagten: „Wir hörten einen jungen Mann sie erwähnen, er wird Abraham genannt.“

Vers 61: Sie sagten: „Holt ihn herbei, vor aller Leute Augen, damit sie es bezeugen!“

Vers 62: Sie fragten: „Hast du das mit unseren Gottheiten getan, Abraham?“

Vers 63: Er antwortete: „Vielmehr hat es ihr Großer getan, der hier! Fragt sie also, wenn sie denn sprechen können!“

Vers 64: Da zauderten sie in ihrem Inneren und sagten ˹zu sich˺: „Ihr seid doch die Übeltäter!“

Vers 65: Doch dann war ihnen nicht mehr danach, also sagten sie: „Du weißt doch ganz genau, dass jene da nicht sprechen können!“

Vers 66: Er erwiderte: „Betet ihr also neben Gott etwas an, was euch weder nützt noch schadet?

Vers 67: Schande über euch und das, was ihr neben Gott anbetet! Begreift ihr denn nicht?“

Vers 68: Sie sagten: „Verbrennt ihn und steht euren Gottheiten bei, wenn ihr denn etwas tun wollt!“

Vers 69: Wir sagten: „O Feuer! Sei kühl und harmlos für Abraham!“

Vers 70: Und sie wollten ihn überlisten, doch Wir machten sie zu den größten Verlierern.

Vers 71: Und Wir erretteten ihn und Lot und ließen sie zu dem Land gelangen, in das Wir Segen für die Weltenbewohner gelegt haben.

Vers 72: Und Wir schenkten ihm Isaak und Jakob als zusätzliche Gabe. Und alle machten Wir rechtschaffen.

Vers 73: Und Wir bestimmten sie als Vorbilder, die auf Unseren Befehl ˹die Menschen˺ führten. Und Wir offenbarten ihnen, Gutes zu tun, das Gebet ˹in Ehren˺ einzuhalten und die Zakat zu entrichten. Und Uns dienten sie.

Lot und sein Volk

Vers 74: Und Lot gaben Wir Urteilskraft9 und Wissen. Und Wir erretteten ihn vor dem Ort, der die Schandtaten beging. Sie waren ja üble Leute und schamlose Sünder.

  1. 9 Alternativ: Weisheit.

Vers 75: Und Wir ließen ihn in Unsere Barmherzigkeit ein, er gehört ja zu den Rechtschaffenen.

Noah und sein Volk

Vers 76: Und ˹denke an˺ Noah, als er zuvor rief und Wir ihn erhörten, also erretteten Wir ihn und seine Familie vor der gewaltigen Not.

Vers 77: Und Wir standen ihm gegen das Volk bei, das Unsere Zeichen verleugnete. Sie waren gewiss ein übles Volk, und so ließen Wir sie alle ertrinken.

Urteil Davids und die Revision durch Salomon

Vers 78: Und ˹denke an˺ David und Salomon, als sie über den Acker richteten, da darin die Schafe der Leute nachts weideten.10 Und Wir waren Zeugen ihres Urteils.

  1. 10 Bei David klagten zwei Nachbarn: Die Schafe des einen zerstörten nachts den Acker des anderen. David urteilte, dass der Geschädigte als Ausgleich die Schafe erhalten solle, da ihr Wert den Schaden aufwog.

Vers 79: Wir ließen es Salomon sogleich verstehen.11 Und beiden (David und Salomon) gaben Wir Urteilskraft und Wissen. Und mit David ließen Wir die Berge und Vögel lobpreisen. Und Wir vollbrachten dies.

  1. 11 Die beiden Nachbarn trafen Salomon an der Tür an und erzählten ihm vom Urteil seines Vaters David. Salomon schlug seinem Vater vor, das Urteil zu revidieren: Der Besitzer der Schafe soll den Schaden am Acker wiedergutmachen. Solange er den Acker wiederherstellt, soll der Geschädigte die Schafe hüten und die Milch, Wolle und den Nachwuchs während der Hütezeit für sich behalten. Diese Lösung war für beide leichter.

Davids Wunder

Vers 80: Und Wir lehrten ihn die Herstellung eines Panzerhemds für euch, damit es euch vor eurer Gewalt schützt. Seid ihr also dankbar?

Salomons Wunder

Vers 81: Und für Salomon ˹machten Wir˺ den stürmischen Wind ˹dienstbar˺, er eilte auf seinen Befehl zum Land, das Wir segneten. Und Wir wussten über alles Bescheid.

Vers 82: Und manche Satane tauchten für ihn ˹nach Schätzen˺ und vollbrachten geringere Arbeiten. Und Wir waren ihre Hüter.

Hiobs Prüfung

Vers 83: Und ˹denke an˺ Hiob, als er seinen Herrn rief: „Mich hat Schaden getroffen, und Du bist ja der Barmherzigste der Barmherzigen!“

Vers 84: Sogleich erhörten Wir seine Bitte und erlösten ihn vom Schaden, der ihn befallen hatte. Und Wir gaben ihm aus Barmherzigkeit von Uns seine Familie und ebenso viele dazu, und als Erinnerung für die Anbetenden.

Weitere Propheten

Vers 85: Und ˹denke an˺ Ismael, Idris und Dhul-Kifl, alle gehörten zu den Standhaften.

Vers 86: Und Wir ließen sie in Unsere Barmherzigkeit ein, sie gehören ja zu den Rechtschaffenen.

Jonas im Bauch des Wals

Vers 87: Und der mit dem Wal12 – ˹denke daran,˺ als er erzürnt fortging und dachte, Wir würden ihn deswegen nicht belangen. Und so rief er aus den Finsternissen ˹des Wals˺: „Es gibt nichts Anbetungswürdiges außer Dir. Erhaben bist Du ˹über jeden Makel˺, ich gehörte gewiss zu den Übeltätern.“

  1. 12 Der Prophet Jonas, der sein Volk verließ, ohne Gottes Befehl abzuwarten, und dann von einem Wal verschluckt wurde. Siehe etwa 37:139 ff.

Vers 88: Und so erhörten Wir seine Bitte und erretteten ihn aus der Bedrängnis. Und so retten Wir die Gläubigen.

Zacharias und Johannes

Vers 89: Und ˹denke an˺ Zacharias, als er seinen Herrn rief: „Herr, lass mich nicht allein, Du bist ja der beste Erbe!“

Vers 90: Und so erhörten Wir seine Bitte und schenkten ihm Johannes13. Und Wir machten ihm seine Frau rechtschaffen. Sie bemühten sich ja eilig um die guten Taten und flehten Uns in Liebe und Ehrfurcht an. Und sie waren Uns demütig ergeben.

  1. 13 Siehe Fußnote zu 3:39.

Maria und Jesus

Vers 91: Und ˹denke an˺ diejenige (Maria), die ihre Scham hütete, worauf Wir darin etwas von Unserem ˹erschaffenen˺ Geist einhauchten. Und Wir machten sie und ihren Sohn (Jesus) zu einem Zeichen für die Weltenbewohner.

Alle Propheten hatten denselben Glauben

Vers 92: Diese eure Gemeinschaft ist eine einzige Gemeinschaft. Und Ich bin euer Herr, also betet Mich an!

Menschen wichen von Gottes Religion ab

Vers 93: Und sie spalteten sich in ihrer Sache. Alle kehren sie zu Uns zurück.

Vers 94: Wer also etwas von den rechtschaffenen Werken tut und gläubig ist, dessen Mühe wird nicht zunichtegemacht. Und Wir werden es ihm wahrhaftig gutschreiben.

Vers 95: Und es ist unmöglich, dass die Bewohner einer Stadt, die wir vernichtet haben, zurückkehren.14

  1. 14 Gemeint ist, dass die Bewohner eines Ortes, der vernichtet wurde, nicht ins Diesseits zurückkehren.

Endzeit und der Jüngste Tag

Vers 96: Bis einst ˹die Mauer von˺ Gog und Magog geöffnet wird15 und sie von jeder Anhöhe herabeilen.

  1. 15 Siehe dazu 18:92–98 über Dhul-Qarnayn – ‚den mit den zwei Hörnern‘. Die Völker Gog und Magog sind hinter einer Mauer verschlossen, die kurz vor dem Weltuntergang einbricht, worauf die hinter dem Damm verschlossenen Gog und Magog über alles herfallen.

Vers 97: Und das wahre Versprechen ist bereits ˹so gut wie˺ eingetroffen. Plötzlich sind die Blicke derer starr, die leugneten: „Wehe uns! Wir lebten tatsächlich in Achtlosigkeit gegenüber diesem hier! Vielmehr waren wir Übeltäter!“

Zustand der Leugner im Jenseits

Vers 98: Ihr und das, was ihr statt Gott angebetet habt, seid das Brennholz der Hölle. Ihr werdet zu ihr gelangen!

Vers 99: Wären jene Götter, ˹wie ihr behauptet,˺ würden sie nicht in sie (die Hölle) geraten. Und alle werden ewig in ihr sein.

Vers 100: Stöhnen ist ihr Schicksal darin, und sie hören in ihr nicht.

Zustand der Gläubigen im Jenseits

Vers 101: Diejenigen ˹Gläubigen,˺ für die von Uns bereits das Beste vorausging, werden von ihr (der Hölle) ferngehalten.

Vers 102: Sie hören ihr Flüstern nicht. Und sie leben in dem, was ihre Seelen begehren, auf ewig.

Vers 103: Sie betrübt der größte Schrecken (die Auferstehung) nicht, und sie empfangen die Engel. ˹Die Engel sagen:˺ „Das ist euer Tag, der euch versprochen wurde!“

Vers 104: Der Tag, an dem Wir den Himmel wie beim Zusammenfalten von Schriftstücken falten: Wie Wir die erste Schöpfung begannen, werden Wir sie wiederholen. Ein für Uns verbindliches Versprechen. Wir werden es gewiss tun!

Vers 105: Und Wir schrieben bereits in den Urpsalmen nach der Ermahnung,16 dass die Erde Meine rechtschaffenen Diener erben werden.

  1. 16 Mit den Urpsalmen sind hier entweder David offenbarte Schriften oder allgemein Offenbarungsschriften gemeint; mit der ‚Ermahnung‘ die Urthora oder die himmlische Urschrift der Offenbarungen.

Vers 106: Darin liegt wahrhaftig eine Verkündung für ˹Gott˺ anbetende Leute.

Muhammad ﷺ, Gesandter der Barmherzigkeit

Vers 107: Und Wir haben dich ˹o Muhammad˺ allein als Barmherzigkeit für alle Geschöpfe entsandt.

Vers 108: Sag ˹o Muhammad˺: „Mir wurde lediglich offenbart, dass euer Gott ein einziger Gott ist. Wollt ihr denn nicht Muslime sein?“

Vers 109: Wenn sie sich abwenden sollten, so sag ˹ihnen˺: „Ich habe es euch allen gleich verkündet. Und ich weiß nicht, ob nah oder fern ist, was euch angedroht wird!“

Vers 110: Er kennt gewiss das Offenkundige der Worte und weiß, was ihr verheimlicht.

Vers 111: Und ich weiß nicht, vielleicht ist es für euch eine Versuchung und ein Genuss für eine Weile.

Vers 112: Er sagte: „Mein Herr, richte mit der Wahrheit! Und unser Herr ist der Allerbarmer und Er ist um Beistand gegen das zu bitten, was ihr ˹an Aberglauben˺ beschreibt.“

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