Al-Qasas

Al-Qasas

Die Geschichten

Der Koran klärt über die Propheten auf

Vers 1: Ta, Sin, Mim!1

  1. 1 Arabische Buchstaben zur Eröffnung mancher Suren, siehe den Kommentar zu 2:1.

Vers 2: Dies sind die Verse des deutlichen Buches.

Moses: Gott steht den Unterdrückten bei

Vers 3: Wir tragen dir ˹o Muhammad˺ wahrhaftig etwas von der Geschichte Moses’ und des Pharaos vor – für Leute, die glauben.

Vers 4: Der Pharao war gewiss überheblich auf Erden und spaltete ihre Bewohner in Gruppen. Eine Gruppe von ihnen unterdrückte er, indem er ihre Söhne abschlachtete und ihre Frauen entehrte. Er gehörte wahrlich zu den Unheilstiftern.

Vers 5: Und Wir wollen denen gnädig sein, die auf Erden unterdrückt werden, sie zu Vorbildern machen und sie zu den Erben bestimmen.

Vers 6: Und Wir verleihen ihnen Macht auf Erden und zeigen dem Pharao, Haman2 und manchen aus ihren Gruppen das, wovor sie sich hüteten.

  1. 2 Hinweise legen nahe, dass Haman ein Titel und eine arabisierte Form der Transliteration Ham Nata Tapiy Amana sein könnte, die in ihrer Substantivform zu Ham-Amana wird und ‚Diener des Amun‘ bedeutet. Dieser Titel wird mit Bakenkhonsu in Verbindung gebracht, einem Hohepriester und Baumeister zur Zeit des Pharaos Ramses II.

Moses’ Mutter legt ihren Sohn in den Nil

Vers 7: Und Wir offenbarten Moses’ Mutter: „Du sollst ihn stillen. Wenn du jedoch um ihn bangst, wirf ihn in die Flut, ohne dich zu fürchten oder zu trauern! Wir werden ihn gewiss zu dir zurückbringen und bestimmen ihn zu einem Gesandten.“

Vers 8: Dann las ihn Pharaos Familie auf, ˹ohne zu wissen,˺ dass er für sie ˹einst˺ ein Feind und ein Anlass zur Trauer werde. Der Pharao, Haman und ihre Gruppen waren gewiss falsch.

Vers 9: Und Pharaos Frau sagte ˹über Moses˺: „Eine Augenweide für mich und dich! Tötet ihn nicht! Vielleicht nützt er uns noch, oder wir nehmen ihn als Sohn an, ohne dass sie es merken.“

Vers 10: Am Morgen wurde das Herz von Moses’ Mutter leer. Beinahe hätte sie ˹seine Herkunft˺ bekanntgemacht, hätten Wir nicht ihr Herz gestärkt, auf dass sie zu den Gläubigen gehört.

Vers 11: Und so sagte sie zu seiner Schwester: „Mach dich auf die Suche nach ihm!“ Und so erblickte sie ihn aus der Ferne, ohne dass sie es merkten.

Vers 12: Und Wir hatten ihm schon zuvor die Stillmütter verwehrt, also sagte sie (Moses’ Schwester): „Soll ich euch einen Haushalt zeigen, der für ihn aufkommt und ihn aufrichtig pflegt?“

Vers 13: Und so brachten Wir ihn zu seiner Mutter zurück, damit ihr Auge Ruhe findet, sie nicht trauert und ˹sie˺ weiß,3 dass Gottes Versprechen wahr ist. Doch die meisten von ihnen wissen es nicht.

  1. 3 Hier kann auch gemeint sein: „du (Moses) nicht trauerst und weißt“, siehe Fußnote zu 20:40.

Moses’ Streit und seine Flucht aus Ägypten

Vers 14: Und als er seine Manneskraft erreicht hatte und reif wurde, verliehen Wir ihm Macht und Wissen. Und so vergelten Wir es den Gütigen.

Vers 15: Und er betrat ˹heimlich˺ die Stadt,4 als ihre Bewohner unachtsam waren. Da fand er darin zwei Männer, die sich bekämpften – einer gehörte zu seiner (Moses) Gemeinschaft und der andere war einer seiner Feinde. Da flehte ihn der von seiner Gemeinschaft um Hilfe gegen den an, der sein Feind war, also stieß ihn Moses, sodass er ihn niederstreckte.5 Er (Moses) sagte: „Das gehört zum Satanswerk! Er ist ja ein eindeutiger in die Irre führender Feind!“

  1. 4 Als Erwachsener standen Moses und das Volk Pharaos im Konflikt, da er ihre bösen Taten zu hinterfragen begann.
  2. 5 Dies war kein Mord, sondern ein Unfall in Notwehr.

Vers 16: Er sagte: „Herr, ich habe mir selbst Unrecht zugefügt, so vergib mir!“, also vergab Er ihm. Er ist ja der Vergebende und Barmherzige.

Vers 17: Er sagte: „Herr, da Du mir gnädig warst, werde ich niemals ein Helfer für die Übeltäter werden!“

Vers 18: Da wurde er am Morgen in der Stadt ängstlich und er schaute sich um. Plötzlich schrie derjenige, der ihn gestern um Hilfe bat, ˹erneut˺ um Beistand. Moses sagte: „Du bist offenkundig im Irrtum!“

Vers 19: Als er den packen wollte, der ihr beider Feind war, sagte dieser: „O Moses! Willst du mich töten, wie du bereits gestern eine Seele getötet hast? Du willst wohl ein Tyrann auf Erden werden und nicht zu den Schlichtern gehören!“

Vers 20: Und es kam ein Mann vom anderen Ende der Stadt herbeigeeilt, der sagte: „O Moses! Das Gefolge ˹Pharaos˺ berät sich, um dich zu töten! Geh fort, ich gehöre zu den dir Wohlgesinnten!“

Vers 21: Und so verließ er sie ängstlich und sich umschauend; er sagte: „Herr, errette mich vor dem übeltäterischen Volk!“

Moses in Midian

Vers 22: Und als er sich nach Midian aufmachte, sagte er: „Vielleicht wird mein Herr mir den geraden Weg zeigen!“

Vers 23: Als er beim Wasser Midians ankam, fand er dort eine Gruppe von Leuten, die Wasser holte. Hinter ihnen erblickte er zwei Frauen, die ihr Vieh zurückhielten. Er fragte: „Was hat es mit euch auf sich?“ Sie antworteten: „Wir tränken ˹unser Vieh˺ erst, wenn die Hirten fortgehen. Und unser Vater ist ein alter Greis.“

Vers 24: Also holte er für beide Wasser. Dann wandte er sich zum Schatten und sagte: „Herr, ich bin auf das, was Du mir an Gutem zusendest, wohl angewiesen!“

Vers 25: Gleich kam eine der beiden schüchtern herbei. Sie sagte: „Mein Vater ruft dich, um dir den Lohn dafür zu geben, dass du uns Wasser geholt hast!“ Als er zu ihm kam und ihm seine Geschichten erzählte, sagte er (der Vater): „Fürchte dich nicht! Du bist dem übertreterischen Volk entkommen.“

Vers 26: Eine der beiden sagte: „Mein Vater, stell ihn an! Den besten, den du anstellen kannst, ist der Starke und Vertrauenswürdige!“

Vers 27: Er sagte: „Ich will dir eine meiner beiden Töchter unter der Bedingung zur Frau geben, dass du für mich acht Jahre arbeitest. Und wenn du volle zehn daraus machst, so sei es dir überlassen. Aber ich will dich nicht belasten. Du wirst sehen, dass ich – so Gott will – zu den Rechtschaffenen gehöre.“

Vers 28: Er (Moses) sagte: „Dies sei ˹der Bund˺ zwischen mir und dir. Welche der beiden Fristen ich auch erfülle – mir sei nichts anzulasten! Und Gott sei für das, was wir sagen, Bürge!“

Moses wird Prophet und kehrt nach Ägypten zurück

Vers 29: Als Moses nun die Frist erfüllt hatte und mit seiner Familie umherzog, nahm er neben dem kahlen Berg ein Feuer wahr. Er sagte zu seiner Familie: „Ich habe ein Feuer wahrgenommen. Vielleicht bringe ich euch von dort eine Nachricht oder Glut vom Feuer, damit ihr euch wohl aufwärmen könnt.“

Vers 30: Als er bei ihm angekommen war, wurde er von der rechten Seite des Tals am gesegneten Ort vom Baum aus gerufen: „O Moses! Ich bin wahrhaftig Gott, der Herr aller Dinge!

Vers 31: Und ˹Ich will,˺ dass du deinen Stab hinwirfst!“ Als er sah, wie er sich wand, als sei er eine flinke Schlange, floh er, ohne sich umzuschauen. „O Moses! Komm her! Fürchte dich nicht! Du gehörst gewiss zu den Sicheren.

Vers 32: Führe deine Hand in deinen Gewandschlitz, so kommt sie weiß hervor, ohne krank zu sein! Und drücke deinen Arm an dich wegen der Furcht! Dies sind zwei Beweise von deinem Herrn für den Pharao und sein Gefolge.“ Sie waren ja ein offen sündiges Volk.

Aaron wird zum Propheten ernannt

Vers 33: Er sagte: „Herr, ich habe eine ihrer Seelen getötet, also fürchte ich, dass sie mich töten!

Vers 34: Und mein Bruder Aaron, der ist wortgewandter als ich. Also entsende ihn mit mir als Gehilfen, der mich bestätigt! Ich befürchte doch, dass sie mich der Lüge bezichtigen.“

Vers 35: Er sagte: „Wir werden dir deinen Rücken mit deinem Bruder stärken und euch beiden Macht gewähren, sodass sie euch nichts anhaben. Durch Unsere Zeichen seid ihr beide und derjenige, der euch folgt, die Sieger!“

Pharao leugnet Gottes Botschaft

Vers 36: Als dann Moses ihnen Unsere klaren Zeichen brachte, sagten sie: „Dies ist doch nichts als erlogene Magie. Und so etwas haben wir unter unseren frühen Vorvätern nicht gehört!“

Vers 37: Und Moses sagte: „Mein Herr weiß am besten, wer die Rechtleitung von Ihm bringt und wem am Ende das ˹jenseitige˺ Heim zusteht. Die Übeltäter werden gewiss nicht erfolgreich sein.“

Vers 38: Und der Pharao sagte: „O Gefolge! Ich wüsste nicht, dass ihr außer mir irgendeinen Gott hättet, also brenne mir, o Haman, den Lehm und errichte mir einen ˹hohen˺ Bau, damit ich vielleicht zu Moses’ Gott hinaufsteige! Und ich glaube, dass er zu den Lügnern gehört.“

Gott bestraft den Pharao und seine Anhänger

Vers 39: Und so wurden er und seine Truppen unrechtmäßig übermütig auf Erden und dachten, sie würden nicht zu Uns zurückgebracht werden.

Vers 40: Und so nahmen Wir ihn und seine Truppen und warfen sie in die Flut. Schau also, wie es den Übeltätern letztendlich erging!

Vers 41: Und Wir machten sie zu Vorreitern, die zum Feuer einladen. Und am Tag der Auferstehung wird ihnen nicht beigestanden.

Vers 42: Und Wir ließen ihnen in dieser Welt einen Fluch folgen. Und am Tag der Auferstehung gehören sie zu den Verstoßenen.

Moses erhält die Urthora

Vers 43: Und Wir gaben ja bereits Moses das Buch (die Urthora), nachdem Wir die ersten Generationen vernichtet hatten, als Einblick für die Menschen und als Rechtleitung und Barmherzigkeit, auf dass sie sich wohl ermahnen lassen.

Vers 44: Und du ˹o Muhammad˺ warst nicht auf der Westseite,6 als Wir Moses die Sache zuwiesen. Und du warst keiner der Zeugen.

  1. 6 Gemeint ist die Westseite des Berges, Tals oder Ortes, an dem sich Moses befand, als er seinen Herrn anflehte.

Vers 45: Doch Wir ließen Generationen heranwachsen, sodass ihnen die Lebenszeit zu lang wurde.7 Und du hieltest dich nicht unter den Midianitern auf, um ihnen Unsere Verse vorzutragen. Vielmehr waren Wir ˹für dich˺ die Entsender ˹der Offenbarung˺.

  1. 7 Der Vers kann zweifach verstanden werden: Entweder offenbarte Gott Muhammad ﷺ diese Geschichten, damit die Menschen gläubig werden, doch sie ließen sich durch die Hoffnung auf ein langes Leben täuschen und vernachlässigten das Jenseits. Oder nach Moses wuchsen viele Generationen heran, sodass die ursprüngliche Botschaft allmählich in Vergessenheit geriet, weshalb Gott Muhammad ﷺ sandte, um die Menschen erneut an den Bund mit Ihm zu erinnern.

Vers 46: Und du warst nicht an der Flanke des kahlen Bergs, als Wir riefen. Vielmehr ˹entsandten Wir dich˺ als Barmherzigkeit deines Herrn, damit du ein Volk warnst, zu dem vor dir kein Warner gekommen ist, auf dass sie sich wohl ermahnen lassen.

Mekkaner leugnen Gottes Botschaft

Vers 47: Und würde sie nicht wegen dem, was ihre Hände ˹an Unglauben˺ vorausschickten, ein Unglück treffen, ˹hätten Wir keine Propheten entsandt,˺ damit sie nicht sagen: „Unser Herr, hättest Du uns doch einen Gesandten geschickt, damit wir deine Verse befolgen und zu den Gläubigen gehören!“

Vers 48: Doch als zu ihnen die Wahrheit von Uns selbst gelangte, sagten sie: „Wäre ihm doch etwas wie das gegeben worden, was Moses erhielt!“8 Haben sie9 denn nicht schon zuvor geleugnet, was Moses gegeben wurde? Sie sagten: „Zwei Zaubereien (Urthora und Koran), die sich gegenseitig bestärken.“ Und sie sagten: „Wir glauben ja an alles nicht!“

  1. 8 Gemeint ist ein Buch in Tafeln, die sie sehen können, vgl. 6:7.
  2. 9 Hier werden die Glaubensverweigerer als eine große Gruppe behandelt, denn zuvor ist speziell vom Stamm Quraisch in Mekka die Rede. Hier hingegen können auch die Leugner unter den Israeliten und das Gefolge des Pharaos gemeint sein.

Vers 49: Sag ˹ihnen˺: „Bringt doch ein Buch von Gott selbst, das eine bessere Rechtleitung als beide enthält, dann folge ich ihm, wenn ihr denn aufrichtig seid!“

Vers 50: Wenn sie deiner Aufforderung nicht nachkommen, so wisse, dass sie nur ihren Gelüsten folgen. Und wer ist abgeirrter als derjenige, der ohne Rechtleitung von Gott seinen Gelüsten folgt? Gott leitet gewiss das übeltäterische Volk nicht recht.

Vers 51: Und Wir haben ihnen das Wort (den Koran) zukommen lassen, damit sie sich wohl ermahnen lassen.

Reaktion von Juden und Christen auf den Koran

Vers 52: Diejenigen, denen Wir das Buch vor ihm (dem Koran) gegeben haben, glauben an ihn.10

  1. 10 Gemeint sind die gottergebenen (siehe Vers 53) Juden und Christen, die im Koran die Bestätigung und Fortsetzung der Urbotschaft ihrer Religion erkennen, vgl. 5:82 f. Andere erkennen zwar die Offenbarung und den Propheten, der in der Thora und im Evangelium angekündigt wird (vgl. 2:146, 3:20), wollen es aber nicht wahrhaben.

Vers 53: Und wenn es ihnen vorgetragen wird, sagen sie: „Wir glauben daran, es ist gewiss die Wahrheit von unserem Herrn. Wir waren ja schon vor ihm gottergeben.“

Vers 54: Jenen wird ihre Belohnung doppelt gewährt, weil sie standhaft waren. Und sie tilgen mit der guten die schlechte Tat und spenden von dem, womit Wir sie versorgt haben.

Vers 55: Und wenn sie Geschwätz hören, lassen sie davon ab und sagen: „Uns ˹stehen˺ unsere Taten ˹zu˺ und euch eure Taten. Friede sei mit euch, wir streben nicht nach ˹dem Umgang mit˺ den Ignoranten!“

Rechtleitung liegt bei Gott

Vers 56: Du leitest ja nicht recht, wen du liebst. Vielmehr leitet Gott recht, wen Er will. Und Er weiß am besten um die Rechtgeleiteten Bescheid.

Antworten auf Einwände der Leugner

Vers 57: Und sie sagten: „Wenn wir mit dir der Rechtleitung folgen, werden wir unserem Land entrissen!“ Haben Wir ihnen denn nicht ermöglicht, in einem sicheren heiligen Bezirk ˹in Mekka˺ zu hausen, zu dem die Früchte aller Sorten als Versorgung von Uns selbst gelangen? Doch die meisten unter ihnen wissen es nicht.

Vers 58: Und wie viele Orte haben Wir vernichtet, die maßlos lebten! Da sind ihre Behausungen, die nach ihnen kaum mehr bewohnt wurden. Und Wir allein waren die Erben.

Vers 59: Und dein Herr ist nicht jemand, der Orte vernichtet, bevor Er zu ihren Bewohnern einen Gesandten schickt, der ihnen Unsere Verse vorträgt. Und Wir haben einen Ort nur vernichtet, wenn seine Einwohner Übeltäter waren.

Vers 60: Und was euch auch an Dingen gegeben wurde – es ist der Genuss des diesseitigen Lebens und sein Schmuck. Und was bei Gott ist, ist besser und beständiger. Wollt ihr denn nicht begreifen?

Vers 61: Ist etwa derjenige, dem Wir Schönes versprochen haben und der es vorfindet, gleich dem, den Wir den Genuss des diesseitigen Lebens genießen lassen, der dann am Tag der Auferstehung zu den Vorgeführten gehört?

Drei Fragen an Götzenanbeter im Jenseits

Vers 62: Und ˹denke an˺ den Tag, an dem Er sie ruft und sagt: „Wo sind Meine Teilhaber, auf die ihr euch berufen habt?“

Vers 63: Diejenigen, über die das Wort ergangen ist, werden sagen: „Unser Herr, jene, die wir verführt haben, haben wir genauso verführt, wie wir ˹selbst˺ verführt wurden! Wir sagen uns ˹von ihnen˺ vor Dir los, sie haben uns doch nicht angebetet!“

Vers 64: Und es wird gesagt: „Ruft eure Teilhaber!“, worauf sie sie rufen, doch diese nicht antworten. Und sie sehen die Strafe. Wären sie doch rechtgeleitet gewesen!

Vers 65: Und am Tag, an dem Er sie ruft, indem Er sagt: „Was habt ihr den Gesandten geantwortet?“

Vers 66: Da versagen ihnen an jenem Tag die Worte und sie fragen einander nicht ˹nach ihrem Schicksal˺.

Vers 67: Wer jedoch reuevoll umkehrte, glaubte und Rechtschaffenes tat, der mag zu den Erfolgreichen gehören.

Gottes Bestimmung, Allwissen und Allmacht

Vers 68: Und dein Herr schafft, was Er will, und wählt. Sie hatten nicht die Wahl.11 Rein ist Gott und erhaben über das, was sie ˹Ihm˺ beigesellen!

  1. 11 Der Mensch hat zwar einen freien Willen, doch er ist in seinen Möglichkeiten beschränkt, die Gott ihm vorgibt.

Vers 69: Und dein Herr weiß, was ihre Herzen verbergen und was sie kundtun.

Vers 70: Und Er ist Gott, neben dem es keinen ˹anbetungswürdigen˺ Gott gibt. Ihm gebührt das Lob zu Beginn und am Ende. Sein ist das Urteil, und zu Ihm werdet ihr zurückgebracht.

Beweise für Gottes Allmacht

Vers 71: Sag ˹ihnen˺: „Was meint ihr, wenn Gott die Nacht über euch ewig bis zum Tag der Auferstehung dauern ließe, welche Gottheit außer der ˹wahre˺ Gott würde euch dann Licht bringen? Wollt ihr nicht hören?“

Vers 72: Sag ˹ihnen˺: „Was meint ihr, wenn Gott den Tag über euch ewig bis zum Tag der Auferstehung dauern ließe, welche Gottheit außer der ˹wahre˺ Gott würde euch dann eine Nacht bringen, in der ihr Ruhe findet? Wollt ihr ˹es˺ nicht einsehen?“

Vers 73: Und aus Seiner Barmherzigkeit heraus erschuf Er für euch die Nacht und den Tag, damit ihr darin Ruhe findet, etwas von Seiner Güte anstrebt und auf dass ihr wohl dankt.

Vers 74: Und ˹denkt an˺ den Tag, an dem Er sie ruft und sagt: „Wo sind Meine Teilhaber, auf die ihr euch berufen habt?“

Vers 75: Und Wir entreißen jeder Gemeinschaft einen Zeugen und sagen: „Bringt euren Beweis vor!“, worauf sie erkennen, dass die Wahrheit bei Gott ist. Und ihnen wird verlorengehen, was sie erlogen hatten.

Qarun: ein ungläubiger Israelit

Vers 76: Qarun12 gehörte zum Volk Moses’, doch er unterdrückte es. Und Wir gaben ihm solche Schätze, dass die Schlüssel dazu sogar einer starken Mannschaft zu schwer waren. Da sagten seine Leute zu ihm: „Sei nicht selbstgefällig! Gott liebt gewiss die Selbstgefälligen nicht!

  1. 12 Qarun war ein sehr reicher Mann aus dem Volk Moses, der wegen seines Hochmuts und seiner Undankbarkeit von Gott bestraft wurde.

Vers 77: Und strebe mit dem, was Gott dir gegeben hat, das Jenseits an! Und vergiss nicht deinen Anteil am Diesseits! Und sei gütig, wie sich ja Gott auch dir gegenüber gütig zeigte! Und begehre nicht, Unheil auf Erden zu stiften! Gott liebt gewiss nicht die Unheilstifter.“

Vers 78: Er sagte: „Es wurde mir nur durch Wissen gegeben, das ich habe.“ Wusste er denn nicht, dass Gott bereits vor ihm unter den Generationen vernichtete, wer mächtiger war als er und mehr ˹Reichtum˺ anhäufte? Und über ihre Sünden werden die Verbrecher nicht befragt.13

  1. 13 Der Vers macht deutlich: Die Übeltäter werden nicht über die Sünden früherer Generationen befragt. Zugleich bedarf es keiner Befragung über ihre eigenen Taten, da Gott ihr Handeln kennt; die Befragung dient vielmehr dazu, sie wegen ihrer Vergehen zur Rechenschaft zu ziehen.

Vers 79: Da trat er zu seinem Volk in seinem Schmuck hinaus. Diejenigen, die das diesseitige Leben wollen, sagten: „Ach, hätten wir doch nur das Gleiche, das Qarun gegeben wurde! Er hat ja gewaltiges Glück!“14

  1. 14 Alternativ: „Er hat ja einen gewaltigen Anteil ˹am Diesseits˺!“

Vers 80: Doch diejenigen, die das Wissen erhielten, sagten: „Wehe euch! Die Belohnung Gottes ist besser für den, der bereits glaubt und Rechtschaffenes tut! Doch dies erreichen nur die Standhaften.“

Vers 81: Und so ließen Wir ihn (Qarun) und sein Haus vom Erdboden verschlucken. Nun hatte er keine Gruppe mehr, die ihm gegen Gott hätte beistehen können. Und er hatte keine Unterstützer.

Vers 82: Und diejenigen, die sich gestern noch wünschten, an seiner Stelle zu sein, sagten nun: „Oh weh! Es ist wohl so, dass Gott die Versorgung demjenigen Seiner Diener unterbreitet und zumisst, dem Er will. Wäre Gott uns nicht gnädig gewesen, hätte Er uns vom Erdboden verschlucken lassen! Oh weh! ˹Und es ist wohl so,˺ dass die Glaubensleugner keinen Erfolg haben.“

Paradies ist den Gütigen vorbehalten

Vers 83: Jene Bleibe im Jenseits bestimmen Wir denen, die auf Erden weder nach Überheblichkeit noch nach Unheil streben. Und das ˹gute˺ Ende steht den Gottesfürchtigen zu!

Vers 84: Wer mit einer guten Tat ˹bei Gott˺ ankommt, dem steht eine bessere ˹Belohnung˺ zu. Und wer mit einer schlechten Tat ankommt: Denjenigen, die schlechte Taten begangen haben, wird nur vergolten, was sie getan haben.

Vers 85: Derjenige, der dir ˹o Muhammad˺ den Koran auferlegte, wird dich gewiss zu einem Ort der Wiederkehr15 zurückbringen. Sag: „Mein Herr weiß am besten, wer die Rechtleitung brachte und wer im eindeutigen Irrtum ist.“

  1. 15 Gemeint kann Mekka (nach der Auswanderung) oder aber das Paradies sein.

Offenbarung als Gnade Gottes

Vers 86: Und du hast nicht darauf gehofft, dass dir das Buch zugeworfen wird; vielmehr geschah dies allein aus einer Barmherzigkeit deines Herrn. So sei also den Glaubensleugnern kein Helfer!

Vers 87: Es soll dich auch ja nicht von Gottes Versen abhalten, nachdem sie zu dir herabgesandt wurden! Und gehöre ja nicht zu den ˹Gott etwas˺ Beigesellenden!

Alleinige Anbetung Gottes

Vers 88: Und rufe neben Gott keinen anderen Gott an! Es gibt keinen ˹anbetungswürdigen˺ Gott außer Ihn. Alles geht zugrunde, nur Sein Antlitz nicht. Sein ist das Urteil, und zu Ihm werdet ihr zurückgebracht.

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