Kernbotschaft des Korans
Gottes Allmacht
Vers 2: Gott ist es, dem gehört, was in den Himmeln und was auf Erden ist. Und wehe den Glaubensleugnern vor einer heftigen Strafe!
Einige Eigenschaften der Leugner
Vers 3: Diejenigen, die das diesseitige Leben dem Jenseits vorziehen, von Gottes Weg abhalten und ihn schief haben wollen – jene sind in einem fatalen Irrtum.
Aufgabe der Propheten
Vers 4: Und Wir haben jeden Gesandten allein mit der Sprache seines Volks entsandt, um ihm ˹die Botschaft˺ erklären zu können; und so leitet Gott fehl, wen Er will, und führt, wen Er will. Und Er ist der Allwürdige und Allweise.
Moses Aufgabe
Vers 5: Und Wir haben bereits Moses mit Unseren Zeichen entsandt: „Auf dass du ˹o Moses˺ dein Volk aus den Finsternissen ins Licht führst. Und erinnere sie an Gottes Tage!2 Darin sind gewiss Zeichen für jeden Standhaften und Dankbaren.“
- 2 Gemeint ist die Geschichte: Er sollte sein Volk warnen, damit es nicht das gleiche Schicksal wie frühere Völker ereilt, die sich gegen Gott auflehnten. ↩
Vers 6: Und als Moses zu seinem Volk sagte: „Gedenkt Gottes Gnade an euch, als Er euch vor den Leuten des Pharaos rettete, die euch mit übelster Strafe behandeln, eure Söhne abschlachten und eure Frauen entehren. Und in jenem lag für euch eine gewaltige Heimsuchung eures Herrn.“
Vers 7: Und ˹denkt daran,˺ als euer Herr verkündete: „Wenn ihr dankbar seid, werde Ich euch gewiss mehr gewähren, doch wenn ihr undankbar seid, so ist Meine Strafe gewiss heftig.“
Vers 8: Und Moses sagte: „Wenn ihr und alle auf Erden ˹den Glauben˺ leugnet, so ist doch Gott gewiss unabhängig und lobenswert.“
Reaktion auf die Propheten
Vers 9: Hat euch nicht die Kunde derjenigen vor euch – Noahs Volk, ˹das Volk˺ Ad und ˹das Volk˺ Thamud – erreicht und die derjenigen nach ihnen? Nur Gott kennt sie. Ihre Gesandten brachten ihnen klare Beweise, doch sie legten ihre Hände auf ihre Münder3 und sagten: „Wir leugnen das, womit ihr entsandt wurdet. Wir sind in großem Zweifel über das, wozu ihr uns aufruft.“
- 3 Dies kann gestisch sowohl Erstaunen als auch Spott ausdrücken. ↩
Vers 10: Ihre Gesandten sagten: „Besteht an Gott etwa ein Zweifel? Dem Urheber der Himmel und der Erde! Er ruft euch, um euch manche eurer Sünden zu vergeben, und gewährt euch bis zu einer bestimmten Frist Aufschub.“ Sie erwiderten: „Ihr seid doch nur Menschen wie wir auch. Ihr wollt uns von dem abhalten, was unsere Vorväter angebetet haben! Bringt uns doch ein klares Argument!“
Vers 11: Ihre Gesandten antworteten ihnen: „Wir sind ˹tatsächlich˺ nichts als Menschen – wie ihr. Doch Gott gewährt Seine Gnade denen Seiner Diener, für die Er dies will. Und es steht uns nicht zu, euch ein Argument zu bringen, es sei denn mit Gottes Erlaubnis. Und auf Gott sollen sich die Gläubigen verlassen.
Vers 12: Und warum sollten wir uns denn nicht auf Gott verlassen, wo Er uns doch auf unsere Wege geführt hat? Und wir werden gewiss standhaft ertragen, dass ihr uns so zusetzt. Und auf Gott verlassen sich die Gottvertrauten.“
Vers 13: Und diejenigen, die leugneten, sagten zu ihren Gesandten: „Wir werden euch von unserem Land vertreiben, es sei denn, ihr kehrt wahrhaftig zu unserem Glauben zurück!“ Da offenbarte ihnen ihr Herr: „Wir werden die Übeltäter gewiss vernichten!
Vers 14: Und Wir werden euch das Land nach ihnen bewohnen lassen. Dies ist für den, der Meinen Rang fürchtet und Meine Drohung fürchtet.“
Vers 15: Und sie (die Propheten) baten um Sieg, und so scheiterte jeder trotzige Tyrann.
Gottes Strafe für die Tyrannen
Vers 16: Hinter ihm (dem Tyrannen) ist die Hölle und ihm wird Eiterwasser zu trinken gegeben.
Vers 17: Er zwingt es hinunter und kann es kaum schlucken, und der Tod kommt ihm von überall entgegen, doch er wird nicht sterben. Und hinter ihm droht eine quälende Strafe.
Gleichnis für die Leugner
Vers 18: Das Gleichnis derer, die ihren Herrn leugnen: Ihre Taten sind wie Asche, die der Wind an einem stürmischen Tag dahinfegt. Sie haben nichts von dem, was sie erworben haben. Das ist der fatale Irrtum.
Beweis für Gottes Einzigartigkeit
Vers 19: Hast du denn nicht gesehen, dass Gott die Himmel und die Erde wahrhaftig erschuf? Wenn Er will, lässt Er euch verschwinden und bringt eine neue Schöpfung hervor.
Vers 20: Und dies fällt Gott keineswegs schwer.
Satans Rede im Jenseits
Vers 21: Und da standen4 sie allesamt allein vor Gott, worauf die Schwachen zu denen, die hochmütig waren, sagten: „Wir sind euch doch gefolgt. Könnt ihr uns denn auch nur irgendwie gegen Gottes Strafe beistehen?“ Sie antworteten: „Hätte Gott uns rechtgeleitet, dann hätten wir euch geführt. Es ist nun gleich, ob wir vor Schreck erstarren oder standhaft sind, wir haben keinen Ausweg!“
- 4 Die Passage steht in der Vergangenheitsform, obwohl sie vom Jüngsten Gericht handelt. Diese Ausdrucksweise nennt man „prophetischen Perfekt“: Ein zukünftiges Ereignis wird so beschrieben, als wäre es bereits geschehen, um zu zeigen, dass es mit Sicherheit eintreten wird. ↩
Vers 22: Nachdem die Sache vollendet war, sagte der Satan: „Gott hat euch die wahre Verheißung versprochen, und ich habe euch etwas versprochen und es gebrochen. Und ich hatte über euch nicht die geringste Macht. Vielmehr habe ich euch eingeladen und ihr seid mir gefolgt! Tadelt also nicht mich, sondern tadelt euch selbst! Weder bin ich euer Erlöser, noch seid ihr meine Erlöser. Ich glaube nicht an das, was ihr mir zuvor beigesellt habt! Den Übeltätern gebührt gewiss eine schmerzhafte Strafe!“
Vers 23: Und diejenigen, die glaubten und Rechtschaffenes taten, wurden in Paradiesgärten eingelassen, unter denen die Flüsse dahinfließen, ewig sind sie darin mit der Erlaubnis ihres Herrn. Ihr Gruß darin ist „Friede!“
Gleichnis für den Glauben und den Unglauben
Vers 24: Hast du nicht gesehen, wie Gott das Gleichnis eines guten Wortes5 erwähnte? Es gleicht einem guten Baum, dessen Wurzeln fest und dessen Äste im Himmel sind.
- 5 Gemeint ist hier das Glaubensbekenntnis. Der Glaube basiert auf einem soliden Fundament und trägt süße Früchte wie ein guter Baum. ↩
Vers 26: Und das Gleichnis eines üblen Wortes ist das Gleichnis eines üblen Gewächses,7 das über dem Erdboden weggerissen wurde: Es hat keinen Bestand.
- 7 Das Aussprechen von Unglauben und Gotteslästerung wird hier mit einem giftigen Gewächs verglichen, das leicht zu entwurzeln ist. Solche Pflanzen wachsen nur knapp über dem Boden ohne festen Stamm – wie auch der Aberglaube oberflächlich und instabil ist. ↩
Vers 27: Gott festigt diejenigen, die bereits glauben, mit dem festen Wort im Diesseits und im Jenseits, und Gott führt die Übeltäter in die Irre. Und Gott tut, was Er will.
Eigenschaften der Leugner
Vers 28: Hast du nicht jene gesehen, die ˹den Dank für˺ Gottes Gnade durch Leugnung austauschten und so ihr Volk der Stätte der Vernichtung aussetzten,
Vers 29: der Hölle, in der sie schmoren? Was für eine schlimme Bleibe!
Vers 30: Und sie schrieben Gott Rivalen zu, um von Seinem Weg abzulenken. Sag: „Vergnügt euch ˹eben˺! Denn euer Ende ist gewiss das Höllenfeuer!“
Aufforderung, vor dem Tod zu handeln
Vers 31: Sag zu Meinen Dienern, die bereits glauben, dass sie das Gebet ˹in Ehren˺ einhalten und von dem, womit Wir sie versorgt haben, insgeheim und offen ausgeben sollen, bevor ein Tag anbricht, an dem weder Handel noch Freundschaft zählt.
Gottesbeweise
Vers 32: Gott ist es, der die Himmel und die Erde erschuf und vom Himmel Wasser herabsandte, um damit allerlei Früchte für euch hervorzubringen. Und Er machte für euch das Schiff dienstbar, damit es auf Seinen Befehl im Meer dahineilt. Und Er machte für euch die Flüsse dienstbar.
Vers 33: Und Er machte für euch die Sonne und den Mond dienstbar, stets wirkend, und Er machte für euch die Nacht und den Tag dienstbar.
Vers 34: Und Er gab euch von allem etwas, worum ihr Ihn gebeten habt. Doch wenn ihr Gottes Gnade aufzählen wollt, könnt ihr sie nicht erfassen. Der Mensch ist ja sehr unterdrückerisch und leugnerisch.
Abrahams Bittgebet vor der Kaaba
Vers 35: Und ˹denke daran,˺ als Abraham sagte: „Herr, mach diesen Ort (Mekka) sicher, und lass mich und meine Söhne vermeiden, Götzen anzubeten!
Vers 36: Herr, sie haben gewiss viele Menschen in die Irre geführt. Wer mir also folgt, der gehört zu mir. Und wer sich mir widersetzt, so bist Du ja vergebend und barmherzig!
Vers 37: Unser Herr, ich habe nun einen meiner Nachkommen (Ismael) in einem öden Tal (Mekka) angesiedelt, bei Deinem geschützten Haus (der Kaaba). Unser Herr – auf dass sie das Gebet ˹in Ehren˺ einhalten mögen! Lass also manches Herz der Menschen zu ihnen eilen! Und versorge sie mit Früchten, damit sie danken mögen!
Vers 38: Unser Herr, Du weißt ja, was wir verheimlichen und was wir offenlegen! Und Gott entgeht nicht das Geringste, weder auf Erden noch im Himmel!
Vers 39: Das Lob gebührt Gott, der mir trotz meines Alters Ismael und Isaak geschenkt hat! Mein Herr erhört ja das Bittgebet stets!
Vers 40: Herr, lass mich und auch manche meiner Nachkommen stets das Gebet ˹in Ehren˺ einhalten! Unser Herr, und nimm mein Bittgebet an!
Vers 41: Unser Herr, vergib mir, meinen Eltern und den Gläubigen am Tag, an dem die Abrechnung ansteht!“
Gott straft die Tyrannen im Jenseits
Vers 42: Und denke ja nicht, Gott wäre dessen achtlos, was die Übeltäter tun! Er gewährt ihnen lediglich Aufschub bis zu einem Tag, an dem die Blicke erstarren,
Vers 43: mit aufgerissenen Augen und langgestreckten Hälsen,8 ohne auch nur zu blinzeln. Und ihre Herzen sind Luft.9
- 8 Wörtlich heißt es „hochgerichteten Köpfen“, bildlich gesprochen ist gemeint, dass sie „mit langgestreckten Hälsen“ auf etwas starren. ↩
- 9 Eine mehrdeutige Metapher: Entweder sind ihre Herzen vor Verzweiflung so leer wie ein Luftraum, oder ihre Herzen schlagen ihnen vor Schrecken hoch „in die Luft“. ↩
Vers 44: Und warne die Menschen vor dem Tag, an dem sie die Strafe aufsucht und diejenigen, die übeltäterisch waren, sagen werden: „Unser Herr, gewähre uns Aufschub bis zu einer nahen Frist, damit wir deinem Ruf nachkommen und den Gesandten folgen können!“ Habt ihr denn nicht zuvor geschworen, ihr würdet nie vergehen?
Vers 45: Und ihr habt doch in den Behausungen derjenigen ˹vor euch˺ gewohnt, die sich selbst Unrecht antaten. Und euch wurde klar, wie Wir mit ihnen verfahren sind, und Wir haben für euch Gleichnisse erwähnt.
Vers 46: Und sie haben ihre ˹boshaften˺ Pläne geschmiedet, und bei Gott sind ihre Pläne. Doch können ihre Pläne nicht so ˹gewaltig˺ sein, dass die Berge ihretwegen versetzt würden.
Vers 47: Denke also ja nicht, dass Gott Sein Versprechen gegenüber Seinen Gesandten bricht! Gott ist gewiss ehrwürdig und der Herr der Vergeltung
Vers 48: am Tag, an dem die Erde zu einer anderen Erde gewandelt wird und auch die Himmel ˹umgeformt werden˺. Und sie stehen allein vor Gott, dem Einen und ewig Siegreichen.
Vers 50: ihre Hemden sind von Pech ˹durchtränkt˺ und um ihre Gesichter flackert das Feuer,
Vers 51: damit Gott jeder Seele vergilt, was sie erworben hat. Gott ist ja schnell im Abrechnen.
Vers 52: Dies ist eine Verkündung für die Menschen, und ˹dient dem Zweck,˺ dass sie dadurch gewarnt werden und erfahren, dass Er allein ein einziger Gott ist, und damit die Verständigen ermahnt werden.